Kundenmeinungen
herrlich unperfekt, 29. September 2008
das ist ein solides, keineswegs peinliches, aber auch keineswegs sensationelles bluesrockalbum.gary moore spielt hier wieder etwas härter, ist näher bei seinen hardrockwurzeln. was das album über den durchschnitt hinaushebt: die sensationellen, weil eben nicht perfekten, sondern herrlich dreckigen, wilden soli, die endlich wieder einmal weit über die gängige bluessprache hinausgehen.was es doch wieder im durchschnitt verortet: die kompositionen. die sind ok, teilweise sehr schwungvoll, aber nicht sonderlich originell.aber: für bluesrockfreunde sicherlich kein fehlkauf!
Der verdammte Blues..., 29. September 2008
...lässt ihn nicht los. Und wieder ,Still Got The Blues'. Das ist handwerklich ja gut gemacht und Moore hat immer noch sehr viel Gefühl in seiner Gitarre, aber warum sind diese songs so aus dem Lehrbuch und dadurch so unaufregend? Da gibt's keine Kanten keine holprigen rhythmen oder riffs. Zeitloser sound ja, das ist schon OK, aber wirklich keine Mühe hat sich Moore gegeben um irgendwie originell zu sein. Das 97er Werk ,Dark Days In Paradise' war nun auch nicht gerade eine Offenbarung, aber da hat er soundmäßig wenigstens was riskiert, und auch die Kompositionen hatten einige Kanten. Das Album hier klingt so, als ob er der nächsten Generation zeigen will, wie der Blues zu klingen hat, wenn man ihn als white boy der vom Hardrock kommt spielt. Sorry Gary, aber das ist alles einfach zu vorhersehbar und brav.
Der alte Mann und der Blues-Rock, 20. September 2008
Längst hat sich Gary Moore auch wieder den etwas härteren Tönen genähert und sich in die Weiten des Blues-Rock begeben, ohne deswegen wieder klassischen Hard-Rock zu spielen. Mit Dark Days in Paradise und spätestens mit Power of the Blues oder Scars erweiterte und öffnete er sein Blues-Spektrum, sein letztes Album Close as you get war durchaus eine Bereicherung. Auch Bad for you baby lässt sich in die Reihe der Blues-Rock Alben stellen und bietet solide Unterhaltung auf hohem (Gitarren-)Niveau. Es knüpft schlüssig an Close as you get an. Moore zeigt (fast) die gesamte Bandbreite seines Könnens, ohne dass es langweilig wird. Dennoch sind die Songauswahl und das Songwriting durchaus beschränkt, echte Überraschungen wird man hier nicht erleben. Außer vielleicht das Stück Preacher Man Blues (mit Otis Taylor) bewegt sich alles in den (nicht nur durch Moore) bekannten Schemata und Skalen. Trouble ain't far behind stellt einen schönen Abschluss dar und macht das Ganze zu einer runden Sache, bei der Freunde der Mooreschen Kunst auf ihre Kosten kommen. Dennoch möchte man dem Altmeister zurufen, dass er auf seine alten Tage durchaus wieder etwas mehr Mut zeigen könnte, insbesondere beim Songwriting.
die gitarre und der blues, 9. September 2008
Noch immer gibt es genügend verbohrte Rockspezialisten welche bei jeder weiteren Veröffentlichung von Gary Moore das große Stöhnen bekommen und die alte Leier von wegen Wenn er doch mal wieder wie auf Wild Frontier"..." oder Der spielt den Blues doch viel zu hart, das ist nichts." abspulen. Genau für diese Leute wird auch Garys neuestes Werk Bad For You Baby" eben nicht gedacht. Gitarrenheld Moore spielt in seinem ureigenen Stil seine Interpretationen des Blues, und macht da vor den verschiedenen Fassetten und Ausrichtungen keineswegs halt. Da er selbst nun ja auch ein old Man" ist und seine Stimme ein endgültiges, angeschwärztes Reifestadium erreicht hat, unterstreicht die authentische Atmosphäre und positioniert ihn stolz zwischen Eric Clapton, Joe Bonamassa und einem Baumwollpflücker aus dem Westen Mississippis. Ob an der Gitarre oder in den Songtexten, hier wird in bester Manier gelitten bis sich die Balken biegen und wer wissen will wie sich der schwere Whiskey im Glas anhört, der kann hier sogar noch ein bisschen lauter aufdrehen. Wer nach dem Hören von einem potentiellen Hit wie dem souligen Holding On" noch immer behauptet Gary hätte den Blues nicht verstanden und könne ohne Hilfe auch keine anständigen Songs gebacken bekommen, der soll beim nächsten Erdbeben von seiner Thin Lizzy Sammlung begraben werden. Ein Otis Taylor (Special Guest am Banjo bei Preacher Man Blues") lässt sich genauso wenig von einem Loser vor den Karren spannen wie damals die Herrschaften von Cream, welche vor einigen Jahren Gary Moore mit ihrer Zusammenarbeit geadelt haben. Das warme und signifikante Gitarrenspiel war immer Gary Moores Markenzeichen und an diesem Wiedererkennungswert hat sich bis heute nichts verändert. Gott sei Dank gibt es genug Hörer welche diese Qualitäten zu würdigen und zu schätzen wissen. Ob nun die herb-männlichen Stücke, wo man die akustischen Muskeln spielen lässt oder auch unglaublich gefühlvolle Sahnestückchen wie das herrliche I Love You More Than You}ll Ever Know", der Mann weiß was er tut und auch wie er es am besten in Szene zu setzten hat damit es seine volle Wirkung entfaltet. Wer den Blues hat und liebt wird Gary längst in sein Herz geschlossen haben. Und wer es schafft das etwas enge Hardrock Korsett zu lockern dem steht eine leidenschaftliche und empfindsame Entdeckungsreise bevor.
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