Kundenmeinungen
Scott setzt dem Dealer ein Denkmal, 28. Januar 2008
Es beginnt grausam, ein verwahrloster Mann sitzt in einer "Niemandshalle" wird mit Benzin übergossen. Eine Flamme blitzt im Dunkel auf, eine Zigarre wird angezündet und das brennende Streichholz anschließend auf den Gepeinigten geworfen. Der Mann der mit der Zigarre die Halle verlässt ist Denzel Washington in der Rolle von Frank Lucas. Dieser Lucas ist eine historische Figur aus dem Untergrund New Yorks, dessen Geschichte die Grundlage für das Drehbuch bildet zu Ridleys Film "American Gangster" bildet und der an dem Film beratend mitgewirkt hat. Er, der Sohn einer Baumwollpflückerfamilie, kam Ende der vierziger Jahre aus dem Süden nach New York und arbeitete treu und ergeben zwanzig Jahre als rechte Hand von Ellsworth "Bumpy" Johnson. Nach dessen Tod 1968 übernahm Lucas Johnsons Reich. Er revolutionierte das Drogengeschäft, schaltete den Zwischenhandel aus, besorgte das beste Heroin, "Blue Magic", doppelt so rein wie jedes andere weiße Pulver, aus Vietnam. ER nahm direkten Kontakt zu seinen Lieferanten auf, bauet eine perfekt funktionierende mit Hilfe des Militärs während des Vietnamkriegs auf, wobei die Särge gefallener Soldaten eine große Rolle spielten. Harlem liegt ihm schließlich zu Füßen.
Sein Gegenspieler bei der Polizei ist Richie Roberts. Er steht fast allein, denn die New Yorker Polizei der siebziger Jahre war über die Maßen korrupt. Russell Crowe spielt diesen rauflustigen, unbestechlichen aus kleinen Verhältnissen kommenden Polizisten. Russel Crowe überzeugt in der Rolle als unnachgiebiger Polizist. Er trifft auf Lucas und obwohl die beiden sich bitter bekämpfen werden sie am Schluss beinahe noch dicke Freunde.
Viel ist in diesem Film vorhersehbar weil wir schon häufig Filme über den Aufstieg du Fall von "Underdogs" gesehen haben. Ein Unterschied ist hier, dass es derjenige der hier die großen Geschäfte macht, ein Schwarzer ist. Außerdem sehen wir hier mit Russel Crowe und Denzel Washington zwei so brillante Schauspieler gegeneinander antreten, die jeder für sich den Zuschauer in den Bann ziehen können.
Ridley Scott liefert hier einen Film ab, bei dem es, berücksichtigt man das brisante Thema, zu glatt abläuft. In den todbringenden Heroinküchen geht es bei den nackten Akteurinnen zu lustig zu und bei der Großfamilie von Lucas, die komplett in die Geschäfte eingebunden ist, ahnt man nicht von möglichen Grausamkeiten wie aus dem Leben von Soprano oder Corleone bekannt sind. Trotzdem hat Ridley Scott ein grandioses Mafia-Epos inszeniert bei dem er Denzel Washington die Chance gab seinem filmischen Lebenswerk einen weiteren äußerst gegensätzlichen Charakter hinzu zu fügen. Wenn der Kameramann auch alles daran setzt, uns ein stimmungsvolles und brutales New York und Harlem zu zeigen, dass so kaputt und heruntergekommen erschient, wie es eigentlich gar nicht möglich ist, und uns damit die Erkenntnis vermittelt, dieses New York lebt auch heute noch, obwohl es Lucas nicht mehr als Dealer, sondern als freien Mann gibt. Der alte Fuchs Ridley Scott hat sicher in ihm einen guten Milieuberater bei den Dreharbeiten gehabt.
Wahnsinnsfilm!, 24. Januar 2008
Einen derart guten Gangsterfilm habe ich seit Scarface nicht mehr gesehen.Washington und Crowe spielen ihre Rollen einfach hervorragend und als Nebendarsteller ist Josh Brolin als Detective Trupo sehr hervorzuheben.
Die schauspielerische Leistung, die gelungene Story und die perfekte Dramatik entschädigen die etwas zu kurz gekommene Spannung vollkommen und machen dieses Meisterwerk für mich zum Film des Jahres 2007!
Ich wundere mich, warum dem Film für die diesjährige Oscarverleihung die Nominierungen in den Kategorien Bester Film, Beste Regie(Ridley Scott), Bester Hauptdarsteller(Denzel Washington einen Tick besser als Russell Crowe) und Bester Nebendarsteller(Josh Brolin) verwehrt blieben.
Als Milieustudie überzeugend - als Thriller enttäuschend, 16. Januar 2008
Über den Inhalt selbst wurde ja bereits viel geschrieben, daher verzichte ich auf sich wiederholende Beschreibungen.
Ich wurde seinerzeit mit sehr gemischten Gefühlen aus dem Kino entlassen. Einerseits hatte ich einen formal perfekten Film gesehen, in dem sehr detailliert das Leben zweier gegensätzlicher Personen im New York der 70er Jahre beschrieben wird. Auch sind die schauspielerischen Leistungen von Denzel Washington und Russell Crowe über jeden Zweifel erhgaben. Passend zum immensen Detailreichtum wurden auch zahlreiche Nebencharaktere sehr gut herausgearbeitet.
Auf der anderen Seite gab es mehrere Punkte, die für mich das Filmvergnügen doch mehr als deutlich getrübt haben.
So gelingt es Ridley Scott nicht, überhaupt einen Spannungsbogen aufzubauen. Die Handlung plätschert vor sich hin und der Film zeichnet sich leider vor allem dadurch aus, dass ein Ereignis im Leben von Frank Lucas und Richie Roberts an das nächste gereiht wird, ohne jedoch fesseln zu können.
Die etwas distanzierte Inszenierung trägt zudem nicht dazu dabei, dass man sich mit einem der Charaktere zumindest teilweise identifizieren kann, um mitfiebern zu können. So schaut man sich das alles aus der Ferne an und fragt sich nach spätestens 30 Minuten: "Und nun?"
Dieses "Und nun?"-Gefühl hat mich beinahe den gesamten Film über begleitet. Ich wartete darauf, dass endlich Ereignisse eintreten würden, welche mich fesseln und faszinieren könnten, oder die zumindest die aufkommende Langeweile ein wenig gelindert hätten. Erst in den letzten 30 Minuten kommt so etwas wie Spannung auf, als die Geschichte ihrem Höhepunkt entgegen steuert.
Es mag sich nun seltsam lesen, aber das fesselndste an der Geschichte waren für mich die Texttafeln unmittelbar vor dem Abspann, in denen darauf hingewiesen wird, in welchem Umfange die New Yorker Polizei in Lucas' Drogengeschäfte verstrickt war und was aus ihm selbst goworden ist. Da saß ich dann doch mit Staunen und einem beklemmenden Gefühl da. Etweas, was ich mir für den eigentlichen Film gewünscht hatte und was nach ca. 150 Minuten eindeutig zu spät kommt.
Eine Anmerkung noch zu Russell Crowes Charakter Richie Roberts: Wenn es, wie es nachzulesen war, stimmt, dass Crowe nur mitgespielt hat, weil seine Rolle gegenüber der ursprünglichen Drehbuchfassung deutlich ausgebaut wurde, dann hätten die Verantwortlichen besser daran getan, Crowes Forderung nicht zu entsprechen. Denn Roberts' private Erlebnisse und Probleme tragen rein gar nichts zur Handlung bei, ja sie wirken mitunter aufgesetzt. Hätte sich Ridley Scott mehr auf Frank Lucas' Charakter konzentriert, wäre der Film vielleicht 30 Minuten kürzer geworden und es hätte so die Chance auf eine straffere Inszenierung bestanden.
Mit viel Wohlwollen und in Achtung vor Ridley Scotts Gesamtwerk für mich daher ein nur mittelmäßiger Film. "Der Pate" spielt eindeutig in einer anderen Liga, ebenso das 1983er-Remake von "Scarface". Daher sollte man den Film für sich alleine stehen lassen, und - sofern man ihn noch nicht gesehen hat - die Erwartungen am besten ein wenig herunterschrauben. Ich empfehle den Film aber auf jeden Fall den sicher zahlreichen Denzel Washington- und Russel Crowe-Fans, denn die kommen auf ihre Kosten.
Denzel Washington und Russel Crowe in einem sehr teuren Thriller..., 11. Januar 2008
... der aber an den Kinokassen sehr erfolgreich war, denn bei einem Budget von sagenhaften 100 Mio Dollar (Für einen Thriller seeeeeehr viel!!!) spielte er 200 Mio. Dollar in den Kassen ein.
Die Schauspieler sind gut besetzt und der Film hat mit einer Länge von knapp 160 Minuten eine gute Länge, aber es wird in keinem Moment langweilig...
Zur Story:
Anfang der 70er Jahre: Er war der erste Afroamerikaner, der es schaffte, in New York die Mafia zu übertreffen - mit besten Verbindungen zu vietnamesischen Drogenlieferanten, mit ebenso dreisten wie genialen Schmuggelmethoden und seinem legendären Blue Magic"-Heroin. Er war Familienmensch, Held der Straße, und er war ein skrupelloser Gangster. Basierend auf der wahren Geschichte des New Yorker-Drogengangsters Frank Lucas schickt Ridley Scott zwei Superstars und Charakterdarsteller in ein packendes Duell: Denzel Washington als Gangsterboss Lucas und Russell Crowe als Detective Richie Roberts. Beide sind Außenseiter in ihrer Welt, beide folgen einem Ehrenkodex und beide haben Respekt voreinander - aber es kann nur einen Gewinner geben...
Denzel Washington zeigt hier, warum er ein Oscar-Besitzer ist und auch Russel Crowe (der ja bekanntlich schon lange keinen großen Erfolg hatte) spielt hier sehr gut...
abwarten bis die Special Extended Edition kommt, 31. Dezember 2007
Also von den Leistungen der Schauspieler habe ich selbst keine einwende, abgesehen von Russell Crowe und Denzel Washington sind da wohl zwei der größten Schauspieler in der Filmgeschichte in einem Film. Aber was ich noch dazu sagen muss ist die tatsache das Universal Pictures inoffizell schon beschlossen hat auch für Deutschland die Special Exteded Edition aus den USA auf den Markt zu bringen. Und das diese Fassung schon ganze 20minuten länger ist, dazu braucht man ja wohl nicht mehr viel dazu zu sagen oder?
|