Kundenmeinungen
Eine kleine Sensation, 4. Februar 2008
Das neue Album meiner absoluten Lieblings Band The Mars Volta ist endlich da. Nach dem etwas schwächeren Amputechure orientieren sich The Mars Volta eher an der Kompaktheit des ersten Albums, Deloused in the Comatorium, ohne aber die Wall of Sound von Frances The Mute und Amputechure zu vernachlässigen. Dies ist auf der einen Seite sicherlich der Hörbarkeit zuträglich, auf der anderen Seite aber auch etwas Schade. Beginnen möchte mich mit den positiven Aspekten des Albums: Zu allererst fällt auf, dass es sich bei dem neuen Schlagzeuger Thomas Pridgen um einen der besten Rockschlagzeuger der Welt handelt - das Feuerwerk was dieser bei jedem Song abbrennt ist wirklich immens und seine Energie ist dem Gesamtsound definitiv zuträglich. Dazu kommt, dass die Songstrukturen bei The Bedlam in Goliath wesentlich überschaubarer sind als bei den letzen beiden Alben - kein Song ist diesmal über 10 Minuten lang, es gibt keine endlosen Improvisationsparts und Soundcollagen; dennoch kommt das Album auf eine stolze Spielzeit von ca. 70 MInuten. Es gibt auch wieder packende Melodien wie auf dem ersten Album (wobei ich damit nicht sagen möchte, dass es auf den anderen Alben keine gab!) die sich mit mitreissenden Rhythmusparts abwechseln und dem Hören quasi das Gehirn aus den Ohren fegen. Zudem ist Red Hot Chili Peppers Gitarrist John Frusciante nun festen Mitglied der "Mars Volta Group". Zudem, ein großer Pluspunkt: Die Texte sind im Booklet abgedruckt und sind diesmal auch mehr oder weniger verständlich!
Leider gibt es aber auch ein paar Kritikwürdige Seiten. Zu aller erst fällt auf, dass der Song Goliath schon auf dem letzen Soloalbum des Gitarristen, Omar Roriguez, zu hören war. Der Song wurde zwar neu aufgenommen, da aber bis auf den Thomas Pridgen, Paul Hinojos und John Frusciante die selben Musiker in der Band sind, ist der Song von Ding her schon derselbe. Insofern überhört sich dieser Song relativ schnell, wenn man denn Se Dice Bisonte, No Bufalo schon exzessiv gehört hat. Hat man das nicht, so ist dieser Song eine absolute Bereicherung und die Kritik daran zu übersehen.
Des Weiteren ist Tourniquet Man nach dem 7. Mal hören schon langweilig. Ein kurzer (2:30) Song der wohl nur der Geschichte dienen soll.
Der folgende Song "Cavalettas" ist nach mehrmaligem hören leider etwas schwach, klingt im allgemeinen etwas unmotiviert, schwache Gesangsmelodie, der Rhythmus ist zwar am Anfang interessant, aber über 9 Minuten sollte man so etwas nicht unbedingt durchziehen.
Schade ist auch, dass es diesmal keinen Song auf spanisch gibt, auch wenn das der Verständlichkeit zuträglich ist.
Ein Punkt an dem man sich stossen kann, ist die Wall of Sound - gewollt oder nicht, das ist die Frage. Teilweise sind die Parts so was von überladen, dass man keine Struktur erkennen kann.
Die Kritik an 2-3 Songs soll aber nicht über ein wirklich sensationelles Album hinwegtäuschen, dessen Kauf ich wirklich nur empfehlen kann. Ich habe das Album wirklich exzessiv gehört (ungefähr 30 Mal seit Erscheinen) und höre es immer noch. Besonders angetan haben mir das geniale Metatron, das beweist, dass auch Songs über 8 Minuten fesseln können, Ourouboros und Conjugal Burns. Alle anderen Songs (bis auf die obengenannten) sind allesamt Kunstwerke, die man sich wirklich unbedingt anhören sollte.
Bei ca 75 Minuten können auch mal 10 Minuten nicht ganz so toll sein, bei anderen Bands wäre das schon fast die Hälfte eines Albums, bei Mars Volta ist das völlig okay, wenn man bedenkt, dass Frances the Mute zu ungefähr der Hälfte aus Soundflächen bestand und denoch eins der besten Alben aller Zeiten ist, so schaffen sie es auch diesesmal den Hören zu begeistern. 5 Sterne! Kaufen! Anhören! Und vor allem: Mars Volta Live sehen!
top, 3. Februar 2008
frances the mute bleibt unantastbar, doch diese 12 stücke auf bedlam sind der reine wahnsinn. musikalisch gehts richtung deloused in the comatorium mit einem hauch "day of the baphomets" aus amputechture. die übergänge von track zu track, die unendlich vielen feinheiten innerhalb der songs, teilweise sich auf eine jedes mal neue weise wiederholende themen in mehreren songs.. ganz groß. die soli: omar auf der linken stereospur und parallel dazu john frusciante auf rechts.. (genau hinhören!) cedrics gesang am anfang etwas gewöhnungsbedürftig (ilyena zb), doch nach dem dritten, vierten hören kriegt man die songs nich mehr ausm kopf.. wie zb meine derzeitigen favoriten CAVALETTAS, GOLIATH, AGADEZ und OUROBOUROS
wer keine 5 sterne gibt hat keine ahnung und sollte billy talent hören gehen :)
emotionslose effektüberladene zusammengeschnittene Produktion, 1. Februar 2008
schade. ich habe mich wirklich sehr auf das neue Mars Volta Album gefreutund hatte gehofft dass man sich wieder etwas dem Wesentlichen der Musik besinnt.
Dies ist für mich in erster Linie Gefühl und Melodie zu transprotieren.
Davon bekomme ich leider auf dieser Platte deutlich zu wenig. und wenn ich mir die alten Sachen von At the Drive in anhöre dann ist es doch sehr traurig zu hören was der Gesang noch zu transportieren hat. Hier wurde wochenlang im Studio Session gemacht, anschliessend ausgewählte, leider selten passende Parts zusammengeschnitten und dann überlegt wie man den Gesang noch darauf packt. Permanent laufen 2-10 Gitarreneffekte die man bereits aus früheren Platten nicht mehr hören möchte über ruhige wie auch rockige Parts und kosten der Platte Direktheit und Fixierung auf das eigentlich Hauptthema der melodie.
Ich höre selbst viel schwere Kost u.a. mahavishnu orch. oder diverse alben von Laughlin aber da findet sich für mich in allen Punkten mehr als bei diesem Album. schade .
SoundGoliath, 26. Januar 2008
The Mars Volta überraschen mit einem treibenden Album durch dessen Soundnebel immer wieder wunderschöne Pop- und Rockperlen hervorscheinen. Für Analytiker gibt es wieder genug Möglichkeiten zum Namedropping. King Crimson (Discipline), Black Sabbath (Mob Rules), Dredge, Red Hot Chili Peppers (Blood Sugar Sex Magik) etc.. Man kann sich aber auch einfach von Goliath mittreißen lassen. Für mich ist The Bedlam in Goliath noch höher als De-Loused in the Comatorium zu bewerten. Das Album ist stimmiger und konzentrierter. Trotz aller Komplexität nicht "verkopft".
never heard a man speak like this man before ..., 25. Januar 2008
neues jahr neues tmv album und siehe da: nach dem (für mich persönlich) eher enttäuschenden vorgänger amputechture, kommt das duo nun endlich zurück vom planeten "erratisches rumgenudel" und holt den holzhammer raus.
vermutlich klingt die platte auch direkter und wesentlich eingängiger, weil mastermind rodriguez-lopez seine verspultheit 2007 auf diversen solo-platten austoben durfte und somit sich selbst und seinen gitarrensound wesentlich mehr im griff hat. weniger leerlauf, weniger gitarrensoli, weniger improvisation. auf der haben seite dafür die vermutlich krassesten rhythmen seit deloused, gepaart mit der expierimentierfreudigkeit von frances the mute, eingepackt in eine dünne schicht catchiness und prog-appeal.
die band drumrum ist natürlich unschlagbar, das drumming ist die hölle, bass und sämtliche blas-, streich, tast- und zupfinstrumente sind hier in begnadeten händen ... volle punktzahl für die umsetzung.
FAZIT: anwärter auf den titel album 2008 (und das bereits im januar)
EDIT: ich vergebe ein halben weiteren stern: nach mehrmaligem hören ist dieses album so ziemlich definitiv volle punktzahl wert, lediglich tourniquet man bis agadez trüben das umwerfend krasse gesamtbild für mich ein wenig ...
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