Kundenmeinungen
Unabhängig vom Buch: absolut toll!, 25. Januar 2008
Da ich gerade erst anfange "Krieg und Frieden" zu lesen und mich daher erst auf Seite 69 befinde, kann ich leider überhaupt nichts zu Unterschieden zwischen dieser opulenten TV Produktion und seiner literarischen Buchvorlage von Tolstoi sagen. Jedoch ist mir schon bei meinen "horrenden" 69 Seiten (von 1038 bei meiner Ausgabe) aufgefallen, dass einige Zitate aus dem Buch auch im Film vorkommen, was ich sehr gut finde (da es gerade die Besten sind). Losgelöst von der Buchvorlage gefällt mir diese europäische Großproduktion daher auch sehr gut und zwar aus vielerlei Gründen:
1. Finde ich, dass man diesem 4-Teiler ansieht, dass er allen Beteiligten sehr am Herzen lag und das sich alle Darsteller sehr gut untereinander verstanden haben (nach eigenen Aussagen), was man unteranderem an ihrem Spiel sieht (zumindest mir geht es so).
2. Gefallen mir alle diese Darsteller ausgezeichnet, auch wenn ich Ken Duken ungern als Bösewicht sehe und Hannelore Elsner auf mich etwas blass wirkt. Gerade sie gefällt mir jedoch wieder sehr im Zusammenspiel mit "ihrem" Sohn Nikolai. Am besten besetzt finde jedoch Fürst Wasilli Kuragin, Alessio Boni als Prinz Andrej Bolkonski und Malcolm Mc Dowell als (für mich nervtötend strenger Über-) Vater Fürst Bolkonski. Aber auch Prinzessin Hélène ist sehr passend und Clemence Poesy als Natascha finde ich sehr gelungen.
3. Hat dieser Film für mich definitiv, wie vom Autor gewollt, ein pazifistisches Anliegen und zeigt dies nicht umbedingt durch permanent grausames Gemetzel. Vielmehr wird der Krieg facettenreich dargestellt und schafft dies eben gerade ohne epische Gemetzelszenen. Natürlich gibt es Schlachtszenen, aber der Film vermag Krieg auch anders darzustellen. So zum Beispiel:
Die Armut des einfachen Fußsoldaten (General Kutusow beschwert sich über die mangelhafte Ausrüstung derselbigen), das Davonkommen der Oberschicht/höheren Offiziere (Wer ist am schnellsten auf Rückzug? Die hohen Tiere zu Pferd), eine vernichtende Niederlage (in Form eines total heruntergekommen und verwundeten Oberbefehlshaber des österreichischen Heeres), die Bevormundung eines Höhergestellten über den Weiseren (Der Zar befiehlt General Kutusow Unfug und Kutusow muss gehorchen, obwohl er es besser weiß), plötzliche Anarchie während des Krieges (Prinzssin Marja wird von den eigenen Leuten bedroht) und ein total verwüstes Haus zu Kriegsende. Das ist nämlich auch alles Krieg.
5. Die Handlung umfasst garantiert nicht mal annähernd die Vielschichtigkeit des Buches, vermag aber meiner Ansicht nach gewiss das Wichtigste zu fassen. Ich wäre zwar eher die Andrej-Natascha Fraktion, aber Tolstoi wollte es leider nicht so. Daher finde ich die Handlung losgelöst vom Buch sinnig und stimmig.
Somit ist das Einzige, was mich an diesem Film stört, wie gesagt, das Ende (Warum, Tolstoi, warum?) und das die Handlungsorte von außen oft (für mich) schwer zu unterscheiden sind, weil das Rustow'sche Landhaus dem Rustow'schen Stadthaus total ähnelt und dann wiederum auch dem Stadthaus von Pierre und dem Landhaus der Bolkonskis. Alles andere finde ich aber absolut toll und empfehle daher jedem diese schöne Produktion, die ich mir in einer endlosen Schleife angucken könnte.
Durchwachsen, 25. Januar 2008
Ich habe mir den Film zugegeben voreingenommen angesehen, da ich ein großer Fan der Bondartschuk-Verfilmung bin. Auch nach dem Fernsehereignis ist meine Meinung bestärkt, dass das Anliegen und das "Russische" des Buches von keiner der anderen Verfilmungen so adäquat wiedergegeben wird. In der modernen Filmversion sind für meine Begriffe zu viele Konzessionen an ein möglichst breites Publikum gemacht worden, das geht bis zu sinnentstellend gekürzten Buchzitaten, was mich sehr geärgert hat, auch inhaltlich wurde teilweise sehr frei mit den Abläufen des Buches umgegangen. Die Ausstattung war großartig, die Darsteller durch die Bank sehr gut, auch wenn sie vielleicht nicht immer mir der von Tolstoi vorgenommenen Beschreibung übereinstimmen (das war im russischen Film überzeugend, auch dort fand ich die Natascha einfach perfekt). Ich stimme der Rezensentin zu, die die Darstellerin der Sonja als die besser Natascha-Verkörperung sich vorstellen kann, das ging auch mir so. Alles in allem nicht schlecht, aber Tolstoi war es nur teilweise!
Ein fesselndes Epos, aber KEIN Bonusmaterial!!!, 22. Januar 2008
Vorab eine Warnung: Das Bonusmaterial, das bei amazon.de bei der Produktbeschreibung aufgeführt ist, ist auf den DVDs NICHT enthalten (!). Mit großer Enttäuschung saß ich nach Ansehen des Films vor dem TV und wartete auf die Features. Vergeblich suchte ich im Bildschirmmenü nach dem Bonusmaterial. Es existiert nämlich gar nicht auf den DVDs!!! Ich habe sowohl amazon.de als auch universal.de (als Hersteller der DVD) angeschrieben, wer für diesen groben Patzer verantwortlich ist. Auf die Antwort bin ich gespannt... Wer sich also nach dem Filmgenuss auf Hintergrundinformationen und Interviews mit Darstellern und dem Regisseur freut, wird böse enttäuscht. Nicht zu fassen, dass man als Käufer/Filmfan so getäuscht bzw. enttäuscht wird. Denn mich hätten die Produktion und Dreharbeiten zu diesem Film sehr interessiert. Daher vergebe ich für das Gesamtprodukt nur 4 Sterne, da zu einer solchen Großproduktion ein umfangreiches Bonusmaterial zwingend dazu gehört!!!
Zum Film selbst ist zu sagen: Ich klebte förmlich vor dem TV und sehnte die nächste Fortsetzung herbei, so gefesselt war ich von diesem Film. Die Ausstattung, die Kostüme, die Drehorte, die Darsteller: Es passt einfach alles! Man fiebert mit, was vor allem den sehr guten darstellerischen Leistungen zu verdanken ist. Ich möchte hierbei niemanden hervorheben, da alle ihre Rollen glänzend spielen. Ich kenne den Roman von Tolstoi leider nicht, weiß daher auch nicht, wie stark sich der Film an die literarische Vorlage hält. Aber ich bewerte hier den Film, nicht das Buch. Und die Verfilmung, für sich gesehen, ist mitreißend und beste Unterhaltung. Es wird alles geboten: große Gefühle, Liebe, Intrigen, Dramatik und ein Happy-End(wenn auch für mich etwas enttäuschend, denn ich hätte mir gewünscht, dass Natascha ihren Andrej bekommt!). Es ist eine großartige Verfilmung und beste Unterhaltung. Ich kann diesen Film nur empfehlen!
Die Zutatenliste..., 20. Januar 2008
... für einen solchen Schinken war vollständig: heißspornige Jungaristokraten, schöne Frauen, feudaler Prunk, schicksalshafte Verstrickungen, dramatische politische und persönliche Wendungen und Ereignisse, Massenszenen, authentische Schauplätze, gute Darsteller und eine weltberühmte literarische Vorlage. Unbestritten hat Krieg und Frieden in dieser ausladenden Umsetzung in Europäischer Coproduktion viele Vorzüge- umso überraschender (und unerklärlicher) erscheint, dass das Historienspektakel letztlich doch eher langatmig als kurzweilig und blutleer denn mitreißend wahrgenommen wird. Wahrscheinlich war der von allem überbordende Stoff in dieser Konzentration gesendet einfach nicht zu bewältigen... ein zweites Anschauen in selbstbestimmten Intervallen per DVD zuhause könnte da durchaus nützlich sein und diese aufsehenerregende Verfilmung zu einem wahren Genuss werden lassen... warten wir es ab!
Das hat mich nicht bewegt!, 19. Januar 2008
Zugegeben, ich ging voreingenommen an die Verfilmung von Tolstoi`s Meisterwerk heran, aber was ich dann zu sehen bekam, war irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes!? Wurde ich bei King Vidors Film total in den Bann gezogen, so wirkte diese Produktion auf mich, wie die Darbietung einer Laienspieltruppe. Die Schauspieler können nichts dafür, sie waren zum Teil garnicht so schlecht, aber die Fussstapfen, in die sie treten mussten, waren einfach zu groß. Was mich mehr enttäuschte war die Tatsache, das für mich die Atmosphäre nicht stimmte. Die Musik war nicht fesselnt, die Härte des Daseins in der damaligen Zeit kam nicht zum Tragen, die Schlachten von Austerlitz und Borodino wirkten noch uninspirierter als die Darbietungen von Leuten, die in Amerika ständig versuchen, eine Schlacht des bürgerkriegs nachzustellen. Wenn ich dann aber sehen muss, das vor dem Einzug der Franzosen in Moskau am 14. September schon Schnee liegt, dann frage ich mich, was das Ganze hier soll? Ich dachte, mich trifft der Schlag, und da wunderte ich mich auch nicht mehr, das der Rückmarsch der Franzosen, ein Highlight der beiden anderen Verfilmungen, wie ein Spaziergang durch Puderzucker wirkt. Man konnte einfach die Kälte nicht spüren. Der Übergang über die Beresina wurde ganz weggelassen, aber vielleicht brauchte man das Geld dafür ja auch für ein paar hübsche Kleider, denn mehr als Soapcharrakter hatte das Ganze leider nicht. warum müssen immer alte Klassiker neu verfilmt werden, wenn man nicht in der Lage ist, die Vorgänger zu übertreffen?
Hier wurde der Krieg nur als notwendiges Übel des Films betrachten, und lieblos dazugestümpert, sehr schade!
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