Kundenmeinungen
Toller Film, 16. August 2008
2. Film gesehen und anschließend sofort den ersten hier gekauft.Geschichte mit einer Prima Hauptdarstellerin
Ein Fenster in die Vergangenheit., 31. Mai 2008
Mitte des sechzehnten Jahrhunderts versucht die alternde Königin Maria in England den Katholizismus wieder einzuführen. Andersdenkende, so auch ihre Halbschwester Elizabeth, werden verfolgt und mit dem Tode bedroht. Nach Marias Tod wird Elizabeth Königin und muss sich gegen die konspirativen Bünde der Katholiken durchsetzen. Mehrmals wird ihr Leben bedroht.Zudem wächst der Druck der konservativen Kräfte sie zu verheiraten. Die französischen und spanischen Brautwerbern versteht sie geschickt hinzuhalten und zur rechten Zeit nach hause zu schicken. Zudem hat Elizabeth eine Liaison, die sie zufrieden stellt. Elizabeth wird jeden Tag selbstbewusster in ihrem Amt und verfolgt ihre eigenen Ziele. Sie säubert den Hof und das Land von ihren Widersachern.Das spannende Stück Zeitgeschichte wird mit pittoresken Szenenbilder, filigranen Dialogen und einer atemberaubenden jungen zarten Gestalt in der Person Cate Blanchett ausgezeichnet umgesetzt. Mit viel Sinn für Details in Form von Accessoires, Etikette und in der Art der Anschläge geht der Film auf die Besonderheiten jener Zeit ein und vermittelt dem Zuschauer ein Fenster in die Vergangenheit.
das goldene Zeitalter, 20. Mai 2008
Also zuerst muss ich sagen, dass der Film für mich sehr gelungen ist. Die Darsteller sind toll, die Requisiten traumhaft, die Dialoge glaubhaft. Hingegen der Meinungen einiger Bewerter möchte ich sagen, dass ich mich aufgrund dieses Filmes sehr viel mit Elizabeth I. beschäftigt habe (empfehlenswert ist z.B Rosalind Miles` Buch: Königin von England. Dabei habe ich festgestellt, dass der Film und die wahre Geschichte der jungfräulichen Königin unglaublich viele Parallelen enthalten. Außerdem sollte man bedenken, dass man nicht 30 und mehr Jahre einer so schillernden und beeindruckenden Gestalt in 120 Minuten erzählen kann, ohne, dass der Zuschauer entweder mit dem Zusehen und Begreifen nicht hinterherkommt oder den Fernseher vor lauter Unglauben ausschaltet. Geschichte ist nun mal oft nicht einfach zu erzählen, aber wenn man sich auf diese Zeit einlässt und die Schauspieler und Regisseure und Drehbuchautoren ihre Sache machen lässt, kommt meist ein überraschendes Werk heraus. Ich selbst werde mir den Film sicher immer wieder ansehen und wer der Meinung seien sollte, dass zu wenig Historie darin verarbeitet wurde, dem sei hier gesagt, dass nichts, was geschichtlich etwas unkorrekt erscheint dieser unglaublichen, wundervollen, bewundernswerten Frau in diesem Film einen Abbruch tut. Unbedingt ansehen und sich selbst eine Meinung bilden.
Genial-düsteres Kammerspiel, 4. Mai 2008
Meiner Meinung nach handelt es sich bei "Elizabeth" um einen der besten britischen Filme der letzten zwanzig Jahre (in der Tat ein zutiefst "britischer" Film, trotz eines indischen Regisseurs und zweier australischer Hauptdarsteller). Ich möchte im Nachfolgenden einmal zwei meiner Meinung nach herausragende Eigenschaften herausstreichen: 1. Zeitlosigkeit----------------In manchen Rezensionen wird dem Film anhand gewisser Details die historische Genauigkeit abgesprochen. Ich halte das für einen grundsätzlich verfehlten Ansatz. Es ist - soweit ich das von außen beurteilen kann - überhaupt nicht die Absicht, eine lexikographisch genaue Biographie der Königin Elizabeth I. auf die Leinwand zu bringen. Es ist ja gerade die Stärke dieser Art von Literatur, dass sie allgemein gültige Wahrheiten über die Menschheit an sich ausspricht, die vielleicht an einer historischen Person locker festgemacht sind, sich aber immergültig auf andere Zeiten übertragen lassen. Das ist der Grund, weshalb seit über 400 Jahren jede Generation Shakespeares Stücke neu für sich entdeckt - und weshalb kein Mensch ernsthaft auf die Idee käme, "Hamlet" oder "Richard III." nach historischen Ungenauigkeiten zu durchkämmen.Es kann sogar sein, dass die Elizabeth I. im Film der historischen Königin viel weniger ähnelt als einer anderen fiktiven Gestalt, nämlich der des Mafia-Bosses Michael Corleone aus der "Pate"-Trilogie. Auch wenn dieser Vergleich für manchen zunächst absurd scheinen mag, so sind die Parallelen doch in der Tat frappierend: in beiden Fällen handelt es sich um zwei junge, idealistische Menschen, die eher unverhofft und ohne ihr wirkliches Zutun in eine Machtposition gelangen, in der sie sich ihren Platz erst behaupten müssen; die Umgebung nimmt sie nicht recht ernst und glaubt mit dem Rookie leichtes Spiel zu haben. Doch dank ihrer Intelligenz, ihrer Persönlichkeit und ihrer Tatkraft schafft es Elizabeth genau wie Michael Corleone, sich zur Herrin über das System aufzuschwingen - doch hier wie da zu einem hohen Preis; die Machtposition wird letztlich durch ein Blutbad gesichert, welches die eigenen Schärgen unter den Gegnern anrichten. So wie Elizabeth ihre Menschlichkeit aufgeben muss und quasi zu einer lebenden Statue erstarrt, um in höhere, göttliche Sphären aufzurücken, so verflüchtigt sich zunehmend alles Leben aus den Augen des Brudermörders Michael Corleone, dessen unaufhaltsamer moralischer Verfall seine Seele in die Hölle verbannt."Elizabeth" hat einige unwahrscheinlich starke Szenen zu bieten, die man in dieser Qualität im Kino höchstens einmal in zehn Jahren zu sehen bekommt. Auffällig ist auch, dass alle Elemente des Kinos daran ihren Verdienst haben: das exzellente Drehbuch (man denke nur an den Schlussdialog zwischen Elizabeth und ihrem Berater Walsingham), die hervorragenden Schauspieler (s. unten), die ausgezeichnete Kamera usw. - insgesamt muss man also vor allem der Regie ein großes Kompliment machen.2. Schauspieler---------------Über Cate Blanchett, die mit "Elizabeth" wie mit einem Donnerschlag auf der Bühne des internationalen Films auftauchte, muss man an dieser Stelle wohl nichts mehr sagen. Sich über ihre ausgezeichnete Darstellung zu äußern wäre ungefähr so informativ wie die Aussage, dass London in England liegt ... ich möchte viel eher auf die zahlreichen anderen Beteiligten verweisen, deren Leistung in diesem Film immer ein wenig im Schatten der großen Australierin steht.Man kann einen Regisseur eigentlich nur beneiden, der ein solches Ensemble zur Verfügung hat. Von jungen Stars wie Joseph Fiennes und Vincent Cassel bis zur ehrwürdigen, absoluten Weltklasse eines John Gielgud (in seinem zweitletzten Film) ist so ziemlich alles vertreten, was in ein Stück dieser Qualität hineingehört. Geoffrey Rush spielt Francis Walsingham, Elizabeth Mann fürs Grobe, mit einem Minimum an Gestik und Mimik und wirkt dabei doch unglaublich bedrohlich; Christopher Ecclestone als Duke of Norfolk strahlt mit damals erst 34 Jahren eine Autorität aus, die die meisten Schauspieler ihr ganzes Leben lang nicht erreichen und die einen wünschen lässt, diesen unglaublich talentierten Schauspieler häufiger in Produktionen dieser Größenordnung erleben zu dürfen.Schließlich sollten noch zwei Skurrilitäten der Besetzung erwähnt werden. Eric Cantona, der damals gerade seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, taucht als etwas steif wirkender französischer Botschafter auf - da hat sich das Casting scheinbar einen kleinen Jux erlaubt. Und ausgerechnet Daniel Craig, der heute - wie man damals natürlich noch nicht ahnen konnte - allerlei Bösewichter von Ihrer Majestät fernhalten soll, wird vom Papst persönlich mit einer Lizenz zum Königin-Abmurksen losgeschickt. Wenn M das wüsste ...
Zwischen allen Stühlen, 23. April 2008
Eine Crux dieses Films ist, daß die darin vorkommenden Schlüsselfiguren nicht wirklich eingeführt oder vorgestellt werden: Wer Robert Dudley, William Cecil, Thomas Howard, und Francis Walsingham nicht schon aus Geschichtsbüchern kennt und einordnen kann, der sieht ein ziemlich langatmiges und zusammenhangloses Gewirr von Stimmen und Bildern. Andererseits wird der Film nur unwesentlich weniger wirr für den, der die geschichtlichen Hintergründe gut kennt, weil die Macher es für weise befunden haben, sich nicht an historische Tatsachen zu halten. Man kann deshalb auch nicht zum besseren Verständnis in Geschichtsbüchern die Ereignisse nachlesen, welche im Film nur angedeutet werden. Die Bilder allerdings sind beeindruckend fotografiert: Kathy Burke spielt mit viel Mut zur Häßlichkeit eine krötenhaft halslose Mary Tudor, und die auch nicht sonderlich hübsche aber elfenhaft fragile, überzeugend agierende Cate Blanchett erscheint mit hier roten Haaren als Idealbesetzung für Elizabeth I. Aufwendige Kostüme tun ein übriges: Der alte Ausdruck "Moving Pictures" bekommt hier eine sehr ursprüngliche Bedeutung, denn nicht selten wirken die Szenen, als ob darin die Gemälde alter Meister zum Leben erweckt würden. "Zwischen allen Stühlen" erscheint mir dieser Film, weil der Laie ihm nur beschränkt folgen kann, und der Experte sich über die Geschichtsklitterung ärgert. Dennoch drei Sterne: 5 Sterne für Cate Blanchett sowie die optisch ansprechende Inszenierung, 1 Stern für das wirre und Geschichte fälschende Drehbuch.
|