Kundenmeinungen
zauberhafte Bilder, 12. Januar 2008
Ich bin per Zufall an diesen Film heran gelaufen. Ich kannte dieses Werk nicht. Der Film hat mich völlig überzeugt. Es ist ein feiner zarter Film, der mit schönen Kulissen lockt. Absolut sehenswert!
absolut sehenswerte, gelungene Literaturverfilmung, 27. November 2007
Gelungene, werkgetreue Verfilmung des Romans von Puschkin in opulenter Ausstattung, großartigen Bildern, manch skurril-kultiger Szene, guter Besetzung, einem absolut überzeugenden Ralph Fiennes.
Inhalt: Der Petersburger Dandy Onegin (Ralph Fiennes) ist sichtlich gelangweilt und angeödet, seines Lebens zwischen Vergnügungen, Lust und Alkohol und seiner Dandy-Clique überdrüssig. Doch statt sein Leben zu ändern, lässt er sich weiterhin treiben und verschließt sich hinter einer Mauer aus Unverbindlichkeit, Verantwortungslosigkeit, kaltem Zynismus und blasierter, selbstgerechter Herabwürdigung seiner Umgebung. Er erwartet nichts mehr vom Leben. Lustlos und angewidert, nur um des erwarteten Erbes willen, reist er aufs Land an das Totenbett seines Onkels. Dort befreundet er sich mit dem schwärmerischen, von Idealen der Romantik begeisterten Möchtegern-Poeten Lensky (Toby Stephens), von dem er gleichwohl wenig hält. Lensky führt ihn in das Haus seiner naiv-dümmlichen, lebensfrohen Verlobten Olga (Lena Headey) ein, deren Schwester Tatjana (Liv Tyler) sich in Onegin verliebt. Doch als sie ihm in einem Brief ihre Gefühle offenbart, weist Onegin sie kalt und verletzend zurück und flirtet fortan respektlos mit Olga, um Lensky öffentlich vorzuführen, wie leicht Olga für jeden zu haben sei. Lensky reagiert mit heftiger Eifersucht, Wut und Enttäuschung auf den Mann, den er für seinen Freund gehalten hat und fordert ihn zum Duell, das er nicht überlebt.Erst nach Jahren des Abgetauchtseins ist Onegin wieder in Petersburg und trifft dort auf Tatjana, die inzwischen in den höheren Adel aufgestiegen und mit Onegins Cousin verheiratet ist. Onegin, der inzwischen anscheinend mehr denn je an seinem Leben verzweifelt und den einzigen Lebenssinn darin sieht, Tatjana zu besitzen und dies mit Liebe verwechselt, stellt ihr fortan nach wie ein Stalker, bis es sich Tatjana in einer Aussprache ausdrücklich verbittet. Onegin erzwingt ihre Tränen und ein Liebesgeständnis, aber sie weist ihn endgültig ab, es sei zu spät. Von nun an vegetiert er stumpf und teilnahmslos, doch auch selbstmitleidig vor sich hin und erwartet sein Ende.
Bewertung: Auch ohne Worte spiegelt sich in Ralph Fiennes` Gesicht, in seiner Körperhaltung und in seinen Bewegungen der Charakter Onegins, und er lässt unter dessen Panzer die tiefe Einsamkeit und das Leiden an seiner Beziehungsunfähigkeit und seiner Teilnahmslosigkeit und Kälte gegenüber den Dingen des Lebens erspüren, spielt überzeugend und nuancenreich dessen destruktive Haltung, mit der er sich alles verdirbt, seine Unfähigkeit zu reifen und seinem inneren Gefängnis zu entkommen. Ralph Fiennes' Vermögen, unterhalb des Vordergründigen Onegins Innenseite durchscheinen zu lassen, lässt den Zuschauer mitgehen mit einer ansonsten durch und durch unsympathischen Figur. Auch die übrigen Figuren Puschkins taugen wenig zu Sympathieträgern oder gar Helden. Das Ensemble ist vorzüglich gecastet, lediglich Liv Tyler, die die meiste Zeit stumm und mit einem unbewegten, maskenhaften Gesicht durch die Gegend schaut überzeugt nicht recht. Als Zuschauer fragt man sich, was an ihr faszinieren oder interessieren könnte, weshalb ihr Mann oder Onegin sie begehren. Dennoch, unbedingt sehenswert für Literaturliebhaber und für Cineasten, die Freude an Dramen über innere Konflikte haben, die schöne Bilder mögen, intelligente Ausstattungs- und Liebesfilme lieben, jenseits aller Hollywood-Klischees.
lange drauf gewartet, 5. November 2007
Als Fan dieses Films (sowie der literarischen Vorlage) und der Darsteller musste ich lange auf die deutsche Dvd warten. Auf der englischen Dvd sind leider keine Untertitel drauf.
Es ist ein wundervoller Film, gerade richtig für die kalte Jahreszeit. Ich habe ihn damals im Kino auf deutsch gesehen, aber ich finde, im Original kommen die Emotionen viel besser rüber.
Es ist hinreißend, wie Liv Tyler sich vom romantisch verträumten, empfindsamen, vielleicht etwas naiven Mädchen vom Lande in eine kühle, beherrschte Dame der feinen Gesellschaft verwandelt. Auch Ralph Fiennes als Mann von Welt, der endlich erkennt, was ihm fehlt, ist völlig glaubwürdig. Besonders gut gemacht finde ich auch die Umsetzung des Zeitsprungs, denn der letzte Teil des Films spielt ein paar Jahre später als der Anfang.
Auch die Extras sind sehenwert. Man erfährt z.B., dass R. Fiennes Puschkins Versroman schon lange verfilmen wollte. Allerdings fand ich die Schauspieler von Olga und Lenskij in den Interviews ein bisschen seltsam ;-)
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