Kundenmeinungen
Rolando überzeugt, Fleming mehr als enttäuschend, 29. Januar 2008
Diese Traviata - nicht mehr als eine durchschnittliche Produktion. Daran kann leider auch Rolando Villazón als "Alfredo" nichts ändern. Er ist zwar auch hier sehr überzeugend, fand sich aber in der Salzburger Inszenierung noch wesentlich besser zurecht(was nicht zuletzt der genialen Regie und Anna Netrebko zu verdanke ist).Renee Fleming als Violetta ein Graus!! Die Koloraturen meistert sie?-keineswegs!! Wie eine Zitterpartie muss man mit anhören, wie sie die wunderbaren Arien der Violetta mit einem großen Vibrato und einer viel zu unflexiblen Stimme zunichte macht. Streckenweise kann sie in den lyrischen Teilen überzeugen, jedoch fehlt ihr einfach die Dramatik, sei es in der Stimme oder auch im Spiel. Man nimmt ihr die Rolle der Violetta höchstens noch in der Sterbeszene ab.Auch Renato Bruson als Giorgio Germont-ein durchschnittlicher Darsteller, sowohl sängerisch als auch schauspielerisch wie jeder andere Giorgio auch.Die Regie ist, wie schon öfter erwähnt, absolut nichts Besonderes, wie jede konventionelle Inszenierung ín jedem beliebigen Opernhaus auch. Sogar etwas sehr verstaubt kommt sie herüber.FAZIT: Eigentlich verdiente die DVD ohne Villazón nur 1,5 Sterne, aber er macht natürlich einiges aus. Villazón-Fans sei diese DVD gegönnt, aber wirkliche Opernliebhaber sollten viel lieber zur Salzburger Traviata von 2005 greifen...Ein wirklicher Meilenstein in der Interpretation dieser Oper!!! Und sängerisch auf höchstem Niveau.
Rolando 5 Sterne -Fleming 2 Sterne-Inzenierung 1 Stern, 4. Januar 2008
Rolando ist wie immer sehr gut und kann auf ganzer Linie überzeugen.Leider verblasst Fleming. Wenn man zuvor die Salzburger Aufführung mit Netrebko gesehen hat, die ich für die beste Inzenierung überhaupt halte, weiß man wie Violetta gespielt werden muß. Fleming ist nicht mehr die jüngste und Ihr Sex-Appeal gleich Null.Auch fehlt Ihr an Charisma, die Rolle der Violetta passt nicht zu ihr.Wegen Rolando gebe ich aber noch 3 Sterne. Rolando Fans greifen aber eindeutig zur 2005er Salzburg Aufzeichnung, die auf einem völlig anderen Niveau spielt und einen Meilenstein der Opernaufführung darstellt.
Aus der Mottenkiste, 28. Dezember 2007
Schade. Diese Traviata ist ganz ernsthaft nicht wirklich anzuschauen, so verstaubt ist diese Inszenierung, die scheinbar noch aus den 50er Jahren zu stammen scheint. Viel Pomp und nichts dahinter, noch nicht einmal eine Personenregie ist hier auszumachen. Und so singen die Sänger auf verlorenem Posten. Und das nicht schlecht, bei Leibe nicht. Rolando Villazon ist ein hinreißender Alfredo (war aber in der Salzburger Aufführung besser) und die Fleming ist eine gute - wenn auch etwas affektierte - Violetta, hat aber im ersten Akt fast erwartungsgemäß ihre liebe Not mit den Koloraturen (hierzu muß man nicht nur an Frau Callas erinnern...). Aber der Funken zwischen den beiden springt nicht über (was auch ein Fehler der fehlenden Regie ist). Und Herr Bruson ist stimmlich leider ausgesungen, macht seine Sache dafür aber noch recht gut. Insgesamt hätte die Decca besser daran getan, das Dokument als CD zu veröffentlichen, dann wäre einem diese peinliche Inszenierung erspart geblieben. Aber man kann ja die Augen zu machen...
Gänsehaut, 27. November 2007
Die Inscenierung ist in der Tat konventionell. Gibt es überhaupt "Regietheater" an Bühnen, die wesentlich von Privaten finanziert werden ?Es ist das Star-Theater, wie man es von grossen amerikanischen Bühnen kennt. Die drei zentralen Partien sind mit internationalen Stars besetzt- Renato Brusom, weit vom Zenit seines Könnens entfernt,gibt aber überzeugend eine starren bürgerlichen Giorgio Germont.Villazon ist momentan " der" Alfredo- nicht nur wegen seines Auftritts mit Anna Netrebko. Er legt diese Rolle sehr emotional an. Das ist als Charakteristik für Alfredo durchaus vertretbar. Aber Villazon kann sich auch zurücknehmen, wo es angezeigt ist. Wenn er im Duett mit Violetta im dritten Akt Parigi, o cara, noi lasceremo singt,nimmt er sich sehr angemessen zurück. Bei Villazon ist die Herausforderung, dass er immer " auf dem Gas " steht und so intensiv spielt und singt, dass es übertrieben wirken kann. Aber die Flatterhaftigkeit des Alfredo kommt bei ihm gut zur Geltung.Musikalisches Ereignis hingegen ist Renée Flemming.Ah! dite alle giovine im zweiten Akt macht nichts anderes als Gänsehaut. Flemming hat alles , was man für eine Violetta braucht: die Koketterie im ersten Akt, der Verinnerlichung im zweiten und dritten Akt. Im dritten Akt Prendi, quest'è l'immagine , ist herzbewegend.Die Höchstbewertung kann wegen der so konventionellen Inscenierung nicht vergeben werden.Aber von Frau Flemming kann man sich berühren lassen !
Konventionell, 25. November 2007
Die Oper "La Traviata" gibt es ja wohl in unzähligen Inszenierungen. Eine der überzeugendsten und schönsten die ich je gesehen habe, ist für mich, wohl ganz im Gegensatz zu meinem Vor-Rezensenten, die Aufführung der Salzburger Festspiele 2005. Zwar unkonventionell, aber stimmig, intelligent und von den Sängern Villazón/Netrebko meisterlich interpretiert.Ich habe sie schon so oft auf DVD gesehen, und bin immer wieder begeistert. Jetzt kaufte ich mir diese DVD hauptsächlich wegen Rolando Villazón in der Rolle des Alfredo. Um es vorweg zu nehmen: er war wunderbar, wie immer. Auch Renée Fleming als Violetta überzeugte, aber, und das empfinde ich als großes Manko: diese beiden Sänger passen nicht zueinander. Es tut mir leid, aber ich nehme den Beiden die Liebenden nicht ab. Ich glaube nicht einen Moment, dass "diese" Violetta für "diesen" Alfredo mehr als mütterliche Gefühle hegt. Das mag auch am Altersunterschied der Beiden liegen. Die knisternde Erotik die zwischen Villazon und Netrebko in jedem Moment spürbar war, in dieser Inszenierung: Fehlanzeige. Daran konnten die herrlichen Stimmen von Rolando Villazon und Renée Fleming nichts ändern.Renato Bruson als Germont ist wunderbar. Er dürfte in dieser Rolle immer noch einer der Besten sein.Bühnenbild und Kostüme sind vom Feinsten, aber leider hat Marta Domingo eine solch konventionelle Inszenierung abgeliefert, die man schon unzählige Male auf allen möglichen Opernbühnen sehen konnte. Ich bin bestimmt kein Liebhaber des "Regie-Theaters" in dem sich der Regisseur wichtiger nimmt als die Oper die zur Aufführung kommen soll - aber das muss nicht so "verstaubt" enden wie hier. Trotzdem 4 Sterne, für die wunderbaren Sänger....
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