Kundenmeinungen
Mit Pauken und Trompeten., 5. Januar 2008
Nein, Trompeten sind auf dieser Remaster Version nicht drauf. Pauken schon, allerdings viel zu leise, wenn man diese mit dem alten Mix vergleicht, wo Bonzos Pauken noch hämmern wie nichts gutes (besonders in No Quarter und The Song Remains The Same).
No Quarter kam mir auch kürzer vor als auf der alten Version.
Der Sound, von den Pauken abgesehen, ist glasklar und viel voluminöser. Allerdings finde ich persönlich How The West Was Won von der 72er Tour performance-mäßig um Meilen besser.
Was soll das ?, 2. Januar 2008
Die Musik ist klasse. Der Sound super.
Natürlich alles schon bekannt. Wirklich? Nein, denn der neue Schnitt macht das Vergnügen erst aus.
Was soll die Diskussion, ob die alte Version besser sei nur weil man sie schon so lange kennt?
Oder weil man jetzt erst merkt, dass damals alles zusammengeschnitten wurde.
Wer das ganze Treiben damals verfolgt hat, weiss das alles schon, Streit am Set, an der Produktion, mit dem ganzen Projekt.
Wichtig bleibt doch letzlich die tolle Musik. Und die bekommt man jetzt als komplettes Konzert geliefert. Ich finde dass einfach nur klasse.
Wie lange sollte man nach solchen außergewöhnlichen Momenten lechzen?
Ich bin froh, dass es diese neue Version endlich gibt.
Ein Tipp noch: Die alte Version einfach aus nostalgischen Gründen behalten.
Und ab jetzt nur noch genießen und nicht mehr diskutieren. Auch nicht wegen Geldschneiderei. Denn ums Geld ging es hier garantiert nicht. Sondern um Genuss.
Der Zeppelin in Perfektion, 26. Dezember 2007
Ganz großer Fan von Led Zeppelin war ich eigendlich nie. Mit den Alben "I", "II" und "IV" haben sie jedoch Musikgeschichte geschrieben. Ganz stark waren und sind die Werke auch in meinen Ohren. Es gibt aber auch viele `nur` gute Alben der Gruppe um Jimmy Page. Hier sei z.B. "III" genannt. Mit "The Song Remains The Same" ist ihnen jedoch eines der besten Live-Alben aller Zeiten gelungen. Der Zeppelin befindet sich hier auf dem absoluten Höhepunkt.
1973 während der "Houses Of The Holy"-Tour aufgenommen, erschien die damals DoLP aber erst 1976 zum Erscheinen des gleichnahmigen Films. 2007 können wir endlich alle Songs genießen, die damals aufgezeichnet wurden. Jetzt sind mit `Black dog`, `Over the hills and far away`, `Misty mountain hop`, `Since I`ve been loving you`, `The ocean` und `Heartbraker` direkt 6 Songs mehr am Start als auf der DoLP.
Von `Rock `n` roll` bis `Whole lotta love` wird uns ein perfektes und energiegeladenes Konzert geboten, welches kaum noch zu übertreffen ist. Viele Songs sind live einfach härter und besser als die Studioversionen. Gerade die `neuen` Songs wie `Black dog` und `The ocean` mit dem gänsehauterzeugenden Gesang von Robert Plant sind ganz, ganz stark. Höhepunkt für mich war und ist das fast 27-minütige `Dazed and confused` wohlwissend, dass solche Songmonster nicht für jeden Musikkonsumenten etwas sind. Jimmy Page spielt ein Solo, welches nicht enden will. U.a. kommt der bekannte Geigenbogen zum Einsatz. Der Sound ist einfach einmalig, einfach genial. John Paul Jones kann an den Keyboards und natürlich am Bass voll überzeugen und John Henry Bonham verprügelt immer wieder sein Schlagzeug. Überhaupt kommt Live der sonst Blues Hard Rock viel härter zur Geltung.
"The Song Remains The Same" muss sich vor "Made In Japan" von Deep Purple nicht verstecken. Led Zeppelin versprühen ein Hard Rock-Feuerwerk und haben sich mit dem Album ein Denkmal gebaut. 5+ Sterne für Led Zep Live.
Überfälliges Remaster, 26. Dezember 2007
Die alte CD-Version klang verwaschen und fast so, als hätte Bassist John Paul Jones vergessen, sich einzupluggen. Das ist nun endlich vorbei.
Da auch die Ur-Version kein Original-Livemitschnitt war, sondern ein Sekunden-Puzzle aus 3 Konzertabenden, halte ich die neue Abmischung einiger Tracks zwar für überflüssig, aber ausnahmsweise für legitim. Bis auf die 2 fehlenden Minuten bei "No Quarter" sind die Unterschiede auch nicht sooo groß. Ärgerlicher finde ich dann schon, dass die Setlist dieser Konzertabende trotz der neu hinzu gekommenen Tracks immer noch nicht vollständig abgebildet ist, weil das Schlussstück des letzten Abends "Thank You" weiterhin fehlt (das hätte inklusive - elend langem - Orgelvorspiel allerdings über 12 Min. Länge).
Live-Mitschnitte aus riesigen Konzerthallen leiden immer etwas an der fehlenden Direktheit und Dynamik, so auch hier. Wer (noch) mehr Energie will, sollte sich die CD "BBC-Sessions" anhören, mit Publikum aufgenommen in kleinen Studios/Hallen. Damals stand die Band noch am Anfang, spielte hautnah und straight nach vorne und hörbare Ansätze zur typischen 70er-Gigantomanie fehlten noch. Das 2003 erschienene Live-3CD-Set "How The West Was Won" (Aufnahmen von der US-Tour 1972) halte ich wegen des dort verewigten, irre langen und unfasslich guten Schlagzeugsolos von John Bonham ("Moby Dick") auch noch für einen kleinen Tick besser.
Insgesamt aber eine lohnende Neuauflage, die sich kein Fan entgehen lassen sollte. Außerdem ein pures Stück "Rock History" und das gibt es sowieso nicht alle Tage. Led Zeppelin - Neueinsteiger sollten sich dennoch an die phänomenalen Studioalben-Klassiker I (bluesig), II (der Urknall), III (mit Folk) und IV (der Gipfel) halten.
Super Sound und 6 "neue" Songs, 1. Dezember 2007
Das komplett remixte und erweiterte "The Song Remains The Same" Live-Doppelalbum ist für mich super gelungen, klanglich und musikalisch gleichwertig (wenn auch anders) mit dem fantastischen "How The West Was Won".
Da ist zunächst einmal der neue Sound: Der relativ flache und teilweise diffuse, sumpfige Sound des ursprünglichen "The Song Remains The Same" Albums ist einem fantastisch transparenten, satten, wärmeren Sound gewichen. Gitarre, Bass und John Bonham's Schlagzeug kommen fett, wuchtig und klar, und sind im Vergleich zu Robert Plants Gesang im Mix angemessen positioniert. Es klingt wie ein ganz neues Album!
Das eigentliche Highlight sind aber die 6 Extra-Songs, die es 1976 nicht auf das ursprüngliche Vinyl-Doppelalbum geschafft haben:
- "Black Dog"
- "Over The Hills And Far Away"
- "Since I've been loving you"
- "Misty Mountain Hop"
- "The Ocean"
- "Heartbreaker"
Allesamt exzellente Versionen, "Heartbreaker", "The Ocean" und "Over The Hills And Far Away" sind meine Favoriten. Kaum zu glauben, dass diese Songs damals (1976) nicht gleich mit veröffentlicht wurden (man hätte ja ein Triple-Album machen können.).
Die CDs sind schön verpackt im hochwertigen Digipack mit neuem Booklet, Liner Notes und diversen Fotos aus dem Film.
Das alte TSRTS Album sollte man allerdings nicht entsorgen, denn bei einigen Songs, die sowohl auf dem alten wie auch dem neuen Album enthalten sind, handelt es sich trotzdem nicht um identische Versionen. So sind z.B. "Whole Lotta Love" oder "No Quarter" in Teilen unterschiedlich (vor allem durch andere Schnitte). Ich persönlich finde das großartig, da dadurch (und durch die neuen Extra-Songs) ein ganz neues, zusätzliches Live-Album entstanden ist, und nicht nur ein Remix des Originals.
Nachtrag: Zur Info für LZ-Einsteiger, dieses Live-Album enthält die beste Version von Stairway to Heaven, die je offiziell veröffentlicht wurde (noch besser als die Studio-Version auf Mothership), das Gitarrensolo von Jimmy Page ist absolut überirdisch.
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