Kundenmeinungen
Unvergleichlich!, 24. November 2007
die deutsche grammophon legt rechtzeitig zur advents- und weihnachtszeit eine CD mit geistlichen werken vor, interpretiert von fritz wunderlich. die werkauswahl ist gelungen und zeigt eine enorme bandbreite im schaffen fritz wunderlichs. als reine weihnachts-CD würde ich sie aber nicht bezeichnen, da z.b. auch das verdi-reqiuem vertreten ist. wenn man die scheibe hört, ist man immer wieder erneut verblüfft von der unvergleichlichen stimme des ausnahmetenors fritz wunderlich. auch ganz ohne historische verklärung kann man hoch erfreut feststellen, dass seine stimme von unvergleichlicher wärme und schmelz durchdrungen ist, dass er meisterhaft kraft und beweglichkeit vereint und über eine makellose technik verfügt. die stimme von fritz wunderlich spricht den hörer unmittelbar an und berührt tief. etwas gewöhnungsbedürftig ist - vorallem bei bach - das orchester. es ist selbstredend ziemlich weit davon entfernt, wie man heute bach interpretiert. es herrschen breite, etwas behäbige tempi vor und es fehlen zuweilen verve und dynamische abstufungen. diese einschränkungen sind aber historisch bedingt und verringern den hörgenuss nicht wesentlich. fritz wunderlichs ergreifende, wunderschöne interpretationen machen diese CD trotz den kleinen einschränkungen beim orchester zu einem wunderbaren geschenk: für alle freunde schöner stimmen oder einfach für sich selbst!
Eine einmalige Dokumentation, 30. Oktober 2007
Zum christlichen Glauben hatte Fritz Wunderlich eine innige, aber höchst intime Beziehung. Er wollte zwar unbedingt kirchlich getraut werden, ging aber nur selten zu einem Gottesdienst. 1959, während eines Zauberflöte-Gastspiels in Rom, wurde er mit dem gesamten Ensemble zu einer Audienz beim damals amtierenden Papst Johannes XXIII eingeladen. Wunderlich nahm die Sache gelassen er ging gar nicht hin. Aber er machte seiner Mutter die größte Freude, indem er sie mit nach Rom nahm und an seiner Statt zur Audienz schickte. Im Gegensatz zu ihr hatte er keinen Bezug zur Institution Kirche, aber sehr wohl zum Glauben. Vor allem wenn er die geistlichen Werke sang, war er ganz bei sich - und seinem Gott wohl sehr viel näher als manch eifriger Vorzeige-Christ. Die Stücke auf der CD Sacred Arias stellen nur einen kleinen Ausschnitt seines Repertoires geistlicher Musik dar. Es sind wahre Raritäten. Eine Sammlung, passend zum Weihnachtsfest, voll mit geistlichen Arien aus Werken von Bach, Händel, Mozart, Haydn und Verdi. Viele Aufführungen in Konzerthäusern und Kirchen wurden nicht aufgezeichnet, nur einige Konzertmitschnitte sind wie durch ein Wunder über die Jahre erhalten geblieben. Fazit: Eine einmalige Dokumentation der stimmlichen und interpretatorischen Entwicklung Fritz Wunderlichs von den Anfängen seiner Laufbahn 1956 bis kurz vor seinem Tod 1966.
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