Kundenmeinungen
Elektrische statt akkustische Gitarren , 12. November 2007
"Heresy and the Hotel Choir" unterscheidet sich doch von den beiden Vorgängeralben, insbesondere vom Deput "Glass Floor". Dominierten dort noch die akkustischen Gitarren und eher ruhigere Songs, sind die Lieder der neuen CD durchweg von elektrischen Gitarren bestimmt, eine richtig ruhige Ballade findet sich nicht darunter.
Dabei machen Maritime nun natürlich keinen Hard Rock, immer noch sind die Songs melodiös und der bewährte Reibeisengesang Davey van Bohlens klingt wie eh und je. Alles klingt sehr schnörkellos, manchmal etwas ungeschliffen, aber das steht der Band gut zu Gesicht.
Am besten klingen die Tracks Nr.2, Nr.7, Nr.10 und das letzte Lied der CD. Diese Songs würde ich als Anspieltipp empfehlen.
Wer "Glass Floor" sehr schätzt und die letzte CD dagegen nicht so sehr, sollte lieber vorher in die neue CD hineinhören, bevor er sie sich zulegt. Wie die Band, die "Glass Floor" aufgenommen hat, klingen Maritime nur noch bedingt.
Perlender Gitarren-Pop aus dem Hause "Grand Hotel van Cleef", 7. November 2007
Um es gleich vorweg zu nehmen: Maritime bleiben ihrem Stil treu! Sehnsüchtig wurde es von vielen Fans der Band aus Milwaukee erwartet, dieses dritte Album mit dem Namen "Heresy And The Hotel Choir".
Nachdem Maritime, die sympathischen Amerikaner, die ihre Platten bei dem mindestens ebenso sympathischen und kultigen Indie-Label "Grand Hotel van Cleef" aus Hamburg veröffentlichen (kettcar, Tomte, Hansen Band etc.), schon im Sommer diesen Jahres auf einer Mini-Tour viele der neuen Songs spielten, wollten die Fans natürlich wissen, wie sich das Ganze auf CD anhört.
Das Produkt sind, wie schon auf den Vorgänger-Alben, wunderschöne Indie-Pop-Songs, die dazu einladen, die Musik auch in kalten Wintertagen, laut aufzudrehen und an den letzten Sommerurlaub zurückzudenken. Erstmals seien alle Lieder "Band-Songs", gibt Sänger Davey von Bohlen zu Protokoll, was meint, dass die Songs erst im Proberaum gewachsen sind. Eine Spur rockiger kommt "Heresy..." daher, was an dem vermehrten Einsatz von elektrischen Gitarren liegt. Standen doch noch bei "Glass Floor" in vielen Songs die akustische Gitarre im Vordergrund.
Immernoch ist es der homogene Sound der vierköpfigen Band, der sie so auszeichnet. Da werden nicht viele Schnörkel gesetzt und doch gibt es in jedem Lied, bei jedem Hördurchgang immer wieder Neues zu entdecken.
Herauszuheben sind sicherlich das fließende "Pearl", der Opener "Guns of Navarone" und der Schlusstrack "Love Has Given Up". "Pearl" gestaltet sich als Meisterwerk, das längste Stück der Platte ist auch das Beste. Neben einem großartigen Text, der das Leben nicht besser zusammenfassen könnte ("If there's really nothing going wrong, then there's really nothing going on"), spiegelt das Lied in seinen einzelnen Passagen Höhen und Tiefen wieder, ohne dabei die Botschaft zu verlieren, dem Hörer Mut zu machen. Maritime ist eine Band, die jeden Hörer aus dem Alltag entreissen kann und ihn wie mit einer Medizin gestärkt nach ein paar Hördurchgängen wieder sicher wandeln lässt. "Guns Of Navarone" zeigt die Kraft, die die Band besitzt in einer neuen Dimension und "Love Has Given Up" sorgt für einen harmonischen Abschluss.
Ein wirklich schwaches Lied besitzt "Heresy..." nicht, dafür Songs, die jeden einzeln ansprechen können - je nach Gefühlslage!
Das Album hätte durchaus 5 Sterne verdient, jedoch bleibt ihm anzukreiden, dass manche, wenige Lieder am Hörer zu schnell vorbeirauschen ohne einen langanhalten Effekt auszulösen.
Maritime können noch mehr und doch ist dieses Album ein grandioses! Pflichtkauf!
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