Kundenmeinungen
Goldener Sonnenschein, zu Musik geworden, 9. Mai 2008
In einem Interview wurde Jens Lekman mit der berühmten Frage Nick Hornbys konfrontiert: "Höre ich mir all diese traurigen Songs an, weil ich ein trauriger Mensch bin oder bin ich so traurig, weil ich ständig traurige Musik höre?" Lekman antwortete, wenn immer er traurig sei, mache ihn traurige Musik noch trauriger, aber fröhliche Musik glücklich. Womit er sein Album bestens auf den Punkt bringt: Mit schwungvollen Melodien, die sofort ins Ohr gehen, aber alles andere als trivial sind, dem gekonnten Einsatz der jeweils genau richtigen Instrumente und witzigen, einsichtsvollen Texten ist "Night falls over Kortedala" das perfekte Gegengift zu all dem Weltschmerz und der deprimierenden Untergangsstimmung, die auf den Alben vieler anderer Künstler verbreitet werden. Ich kann mir diese CD immer wieder anhören und immer wieder zaubert sie schon mit ihren ersten Klängen ein Lächeln auf mein Gesicht. Es wundert mich nicht, dass sie gleich mehrere Musikzeitschriften als eines der besten Alben 2007 aufgeführt haben.
Schöne Melodien, unglaubliche Texte und einfach nur Spaß an der Musik., 8. April 2008
So, nachdem ich erwartete, dass ich hier nur positive Rezessionen sehen müsste, war ich doch etwas schockiert warum das Album so mies bewertet wird. Ich bin der Meinung, dass dies eine erstklassige indie/alternative Platte ist. Die Lieder sind großteils wirklich ziemlich schräg, aber das unterscheidet sie doch gerade vom Einheitsbrei. Ich finde auch die Stimme wirklich passend. Das ist eines der wenigen Alben die ich auch bestimmt noch in ein paar Jahren anhören werde. Jeder Song erzählt seine eigene, witzige, wundervolle Geschichte. Eine lesbische Freundin die vor Ihren Eltern gedeckt werden muss ist wohl mit die witzigste Geschichte auf der Platte und auch mein Lieblingssong. (A Postcard to Nina) Der zweite Anspieltipp wäre "The Opposite of Hallelujah". Dieser Song beginnt mit der echt irren Zeile: "I took my Sister down to the Ocean, but the Ocean make me feel stupid". Ich verstehe ja, dass es unterschiedliche Geschmäcker gibt, aber die vorhergehenden Bewertungen werden diesen klasse Album einfach nicht gerecht.Fazit:Locker, leicht, oft fröhlich und immer sehr abwechslungsreich.
Mehr mäßig als mittel..., 4. März 2008
~"Der junge Schwede schmettert eine Schnulze nach der anderen und nicht eine einzelne klingt peinlich [...] hat ein ungeheuer sicheres Händchen für wunderschöne Melodien, eingängig und voller Seele." machte mich die Welt Kompakt neugierig auf dieses Album.Das stimmt leider nur bezüglich der Melodien, Rhythmen, Arrangements und Instrumentierung. Die sind abwechslungsreich, detailverliebt und wirklich schnulzig im besten Sinne.Das ist doch jede Menge könnte man denken, aber leider sagt das nichts über den Gesang des jungen Schweden aus. Der ist leider so langweilig, unsicher und unattraktiv, wie kaum zuvor gehört. Er singt mit seiner Allerweltsstimme, dünn ohne jedes Timbre, ohne eigenen Stil die ganze nette Musik über den Haufen. Dazu trifft Lekmann kaum einen Ton richtig, was er immer wieder mit Überschlägen und Stilvariationen zu kaschieren versucht. Die Stmme als fad zu bezeichnen wäre noch gelobt. Um mehr Volumen oder etwas Schmiss hinein zu bringen, versucht sich Lekman in Nuancen an verschiedenste Vorbilder heranzubiegen, was ihn erst recht der Beliebigkeit preisgibt. Wo musikalisch seine Stärke liegt, im Zitieren, und Variieren einer Vielzahl von Stilrichtungen zu einem Ganzen, dort macht ihm die Stimme, seine Achillesferse, den Garaus. Was variantenreich klingen soll, klingt wie die Flucht vor der eigenen Stimme. Die Chance, etwas wenn auch nicht perfektes, so jedoch wenigstens originelles und eigenes zu schaffen vertut er damit letztlich auch noch. Genau genommen singt er eigentlich gar nicht - hier hat die WK wieder recht, "er schmettert".Eigentlich nur ein Stern, weil der Gesang den Spaß komplett verdirbt. Aber einen Punkt noch für das musikalische Potential, das hoffentlich bald auf eine hübsche talentierte Stimme trifft und davon sollte es doch in Schweden einige vielversprechende geben.
Pop für den Himmel , 7. Januar 2008
Glänzender, zauberhafter pop voll mit tausend ideen, lieblichen melodien und anrührenden, komischen, traurigen texten. Album des Jahres.
Vertonte Zahnschmerzen, 8. Dezember 2007
Die Kultur des Dilettantismus kennen wir ja noch zur Genüge aus den Achtzigern. Leute wie Markus oder Andreas Dorau konnten zwar nicht sonderlich gut singen, hatten aber mit ihren kleinen Pop-Hymnen dennoch so etwas wie naiven Charme auf ihrer Seite. Und nun das hier - ein Mensch, der laut kulturnews.de andere zum Singen unter der Dusche animiert. Aha. Zutreffender wäre wohl, dass sich Jens Lekman in der Tat anhört wie irgend jemand, der unter der Dusche singt. Schräger und schlechter geht es kaum. Da rettet dann auch die eine oder andere nette Melodie nichts mehr. Wer mir nicht glauben will, möge sich sein eigenes Urteil bilden. Anspieltipp: "Sipping ..."Die 80s sind lange Vergangenheit, aber selbst damals wäre Andreas Dorau im Vergleich zu Jens Lekman ein Pavarotti der NDW gewesen.Den einen Stern haben sich Lekman und sein Label verdient für den Mut so etwas heraus zu bringen. Nur wer soll derlei akustischen Sondermüll kaufen?
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