Kundenmeinungen
Grandiose Umsetzung einer schwachen leeren Gechichte, 7. September 2008
Eines vorweg, die geschichtliche handlung würde ich mit einen Punkt bewerten. ABER, die visuelle umsetzung, spezial effekte, musik, kamarafühung, Schausspieler und der schnitt machen diesen Film nahezu zu einem meisterwerk. Aber leider nur nahezu. Ich persönlich bevorzuge filme mit handlung und geschichte. Die Umsetzung mit all ihren komponenten ist für mich "normal" nur eine aufwertung der Geschichte. Hier ist es anders. Hier trägt die phänomenale umsetzung den gesamten film. Aber macht euch selbst ein bild. Erwartet nicht zu viel von der geschicte aber dennoch alles. Schlussendlich kann ich nur das eine sagen, hier wurde der erste film erschaffen der mich aufgrund der visuellen umsetzung tief berührte. Darum vier sterne.
Sonnenschein mit Mehrwert, 31. August 2008
Über den Film selber kann und darf man sich natürlich streiten - meine persönliche Einschätzung von SUNSHINE ist allerdings die, dass ich lange keinen überzeugenderen SciFi-Thriller gesehen habe. Natürlich ist die Erwartungshaltung an den Film maßgeblich dafür ausschlaggebend, ob der Plot-Twist im letzten Drittel des Films einem das Filmerlebnis verdirbt oder nicht, aber faktisch muss man feststellen: Die beklemmende Atmosphäre des Films, seine phantastischen Bilder und die durchweg überzeugenden Darstellungen der (teils wenig bekannten, teils ungewöhnlich besetzten) Schauspieler heben ihn sicherlich auf das Niveau solcher "Genre-Klassiker" wie ALIEN, EVENT HORIZON oder MISSION TO MARS.All diese und noch weitere Space-Road-Movies zitiert der Film, allerdings ohne sie billig zu kopieren. SUNSHINE hat eine eigene Identität und eine eigene Stimme, er ist ein beizeiten elegischer, verschwiegener Film, der durch seine Bildsprache fesselt.Wer eine Action-Space-Opera erwartet, sollte definitiv die Finger von SUNSHINE lassen. Ein Action-Spektakel ist SUNSHINE wirklich nicht. Wer hingegen ein Freund von Weltraum-Filmen wie ALIEN, EVENT HORIZON, OUTLAND - PLANET DER VERDAMMTEN, Soderberghs SOLARIS-Remake oder auch Kubricks legendärem 2001 - ODYSSEE IM WELTRAUM ist, der wird auch diesem Film einige bis sehr viele Dinge abgewinnen können.Gleichgültig, ob man SUNSHINE leiden mag oder nicht, die DVD-Sonderausstattung verdient volle 5 Sterne: Hier wird bewiesen, dass man Bonusmaterial ohne übermäßigen Aufwand als wirklichen Mehrwert aufmachen kann. Neben den zu erwartenden Standards (Outtakes, Kommentars des Regisseurs und einiger Filmtrailer) wartet die DVD mit einer üppigen Auswahl an "Videotagebüchern" auf, die während der Produktion geschossen wurden und diverse Aspekte von wissenschaftlichen Informationen über Einblicke in die Produktionshintergründe bis hin zu Selbstinterpretationen der Figuren durch ihre Darsteller zur Verfügung stellen. Insbesondere dieser Punkt hebt den Film in dieser DVD-Ausgabe über das Gros der vergleichbaren Produkte heraus. Als Dreingabe sind zudem zwei (nicht mit SUNSHINE zusammenhängende, aber dennoch sehenswerte) Kurzfilme mit im Gepäck, die den verbleibenden Platz auf dem Datenträger kurzweilig auffüllen. Man fragt sich, warum so etwas nicht öfter gemacht wird. (Man kann hierbei lediglich den deutschen Verantwortlichen den Vorwurf der Schluderei machen, da weder die Outtakes noch die Videotagebücher deutsch untertitelt sind - da muss man also auf englisch durch, was für den einen oder anderen ein negativpunkt sein dürfte.)Fazit: Zum Preis von derzeit knapp 9 Euro kann man nur zum Zugreifen raten. Diese DVD ist ein kleiner Sonnenschein mit Mehrwert. Sozusagen.
Wieso?, 27. August 2008
Der Film beginnt packend. Die schönen Bilder faszinieren und fesseln von beginn an. Es wird eine dichte und leicht düstere Atmosphäre geschaffen und die Spannung langsam aber sicher aufgebaut. Die ersten 2/3 des Films sind grandios! Was dann passiert ist für mich eine Entäuschung. Wie kann man eine dermaßen gute Idee und Umsetzung so einfallslos zerstören. Der größte Vorwurf meinerseits ist, dass der Regisseur dem Unheimlichen und Mysteriösen ein Gesicht gegeben hat, bzw. er hat das ganze Personifiziert, indem er den ersten Kapitän auftauchen lies. Hätte er doch nur die knisternde Spannung und die am Ende vollends düstere Stimmung gehalten, indem er die Gründe für die Geschehnisse dem Zuschauer vorenthalten hätte. Leider tat er das nicht und hat die tollen Metaphern durch diese Personifizierung zunichte gemacht. Da hat mir Event Horizon, mit dem Sunshine offensichtliche Ähnlichkeit hat, sehr viel besser gefallen. Vor allem wurde im letzteren ein perfektes Ende gefunden. Hier war das nicht der Fall und das ist einfach nur schade.
Billiger Actionreisser ohne Logik und Tiefgang, 14. August 2008
"Sunshine" versucht mit Hilfe der Weltuntergangsstimmung und rarer effektvoller Bilder zu glänzen. So gelingt es zwar bis zum Finale etwas Spannung aufzubauen. Der Klangteppich ist dabei eine große Hilfe. Das Finale ist jedoch ein reines Gemetzel von Lärm und bis zur Unkenntlichkeit verzerrter Bilder. Die Logik ist schon vorher auf der Strecke geblieben. Warum sich die Protagonisten zerstreiten und warum das "Geisterschiff" scheiterte kann nicht ansatzweise angedeutet werden.
Freddy "Pinbacker" Krüger?, 10. August 2008
Im Jahr 2057 droht die Sonne zu erlöschen. Ihre Kernfusion scheint aus ominösen Gründen zum Erliegen zu kommen. "Our sun is dying" haucht der unter dem Ansturm des Schicksals nahezu wortlose Bordphysiker Capa zu Beginn des Films in ein Videotagebuch, und seine wasserblauen Augen atmen Schmerz. Aber ohne Hoffnung keine Geschichte. Die Zündung einer Bombe "der Größe Manhattens" soll die Kernfusion wieder starten. Das Raumschiff "Icarus II" übernimmt den Transport. Dieser Film erzählt uns nun unseren zweiten und letzten Versuch, weiterzuleben. Denn sieben Jahre zuvor scheiterte die "Icarus I", und nun gibt es kein spaltbares Material mehr auf der Erde.(Die Sonne macht 99,9% der Masse unseres Systems aus. Über eine Manhatten-große Bombe würde sie vermutlich nicht einmal lachen. Aber irgendetwas muß in der Physik des Sunshine-Universums fundamental anders sein, denn sonst würde dieser mittelgroße Stern ja auch nicht über Nacht aufhören, Wasserstoff zu Helium verbrennen.)Die ersten zwei Drittel dieses Films sind geradezu unglaublich dicht, philosophisch, visionär. Was man da sieht prägt sich ein. Man kann die Augen nicht vom Geschehen lassen. Einziger Schwachpunkt ist die wenig überzeugende Besetzung. Doch was im letzten Drittel geschieht könnte nicht enttäuschender sein. Ich kenne keinen SF-Film der tiefer stürzt. Die Geschichte zerfällt in Blut, Wut und Schleim. Auf einmal taucht der verwirrte, mit Gott sprechende, Visionen habende Pinbacker auf - Kapitän des vorherigen Rettungsschiffs "Icarus I". Dessen verschnittene Gestalt sieht wie Freddy Krüger aus, nur ohne die praktischen Messer an den Händen. Doch wie Freddy nutzt Pinbacker gerne Skalpelle. Die meisten Crew-Mitglieder begehen aber parallel zu seinem Erscheinen Suizid oder verunfallen.Die Geschichte hört nun einfach auf. Lächerlicher Höhepunkt: der Physiker Capa zieht Pinbacker (versehentlich) Haut und Fleisch vom Arm. Ein Symbol für den Schmerz den man als Zuschauer empfindet.Sunshine hätte einer der bis dahin besten SF-Filme werden können, aber irgendwelche Idioten (es tut mir leid, aber ein feineres Wort ist nicht angebracht) haben ihn kaputt gemacht. Ich möchte empfehlen den DVD-Spieler ab Minute 71 abzuschalten. Man verpasst nur, dass ein bis dahin traumhafter Film zu einem einzigen Ärgernis wird.
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