Kundenmeinungen
Die Strahlenkrone aufgesetzt, 31. Dezember 2007
Das erste mal mit den Neubauten in Kontakt gekommen bin ich vor ca. 13 Jahren. Überwältigt von den Klanggebilden und -welten die ich anfangs auf Tabula Rasa und Ende Neu erleben durfte, verpflichtete ich mich zur Erforschung dieses ständig in sich zusammenbrechenden und gleichzeitig wieder auferstehenden Universums.
Bald hatte ich "KOLLAPS", "5 AUF DER NACH OBEN OFFENEN RS", "ZEICHNUNGEN DES PAT. O.T" etc .etc.... zu Hause
Die Lyrik Bargelds, fremd und unverständlich (ich war an die 17) begeisterte mich. Da ich mir Sachen die ich nicht verstehe genauso gut merken kann (teilweise sogar besser) wie die Gegenteiligen, beherrschte ich dann auch bald 90% der Texte.
Auf Ende Neu schon erhörend, begaben sich die Neubauten mit Silence is Sexy endgültig in neues unbesätes Land, dass nach selbsständiger Erbauung und Zerstörung (Total Eclipse of the Sun; Perpetuum Mobile) eindeutig die Handschrift der Neubauten trug, doch keinesfalls eine Kopie Ihrer selbst- aus früheren Zeiten zu erkennen war.
Wundervoll diese Harmonien und Srukturen! Mittlerweile gaben auch schon die Texte Sinn für mich (war ja dann auch schon ein bisserl älter)
Klarerweise bin ich Supporter seit Phase 1, durfte dadurch BB NU AH JA RM schon persönlich mein unscheinbares Antlitz entgegenhalten..... durch die Internetsessions Einblick in ihre Arbeit finden... Grundstück.....ja und jetzt liefern sie ein Album ab,... so klar, so rein, emotional in jede Richtung sich ausbreitend, ein Klangerlebnis der Superlative.....und Blixa Bargeld in Höchstform. Ich liebe dieses Album.
Angemerkt sei dass die Supporters Edition vier Nummern mehr enthält und glaubt mir.....jeder Song davon ist zuuu Schade ihn nicht zu besitzen
1980 - 1996 wurde mit einen Meisterwerk beendet (ENDE NEU)
ALLES WIEDER OFFEN ist ein weiteres Meisterwerk.....TÜR ZU! WIR TANZEN WEITER
Die goldne Mitte geht nicht mehr durch die Wände,, 21. Dezember 2007
fließt brav als Band zwischen Füsse und Hände, mal Rollband mal -treppe in bergrenzter Bahn, in mannigfaltigere Richtung, im neuen Einkaufzentrum -- mehr Kritik, mehr Wahn, wo einstmals Auferstehungen (in Blut und Schweiß) aus Trümmern warn. Herzschlag zwar noch und Rezitat mit Ecken, im ölgeschmierten Rolltreppenpuls, viel zu entdecken, aber nicht dich selbst. Ein Phönix im Bild hinter Schaufensterglas.
Es geht nicht um Lärm oder Nichtlärm, nicht um Raserei oder Ruhe,
sondern darum, dass seit dem Weggang F.M. Einheits diese Band die Einheit von "Körper, Geist und Seele" verloren hat. Der "Gesang" war früher wie der Schaum des Meeres, der zwar nur auf den Wellen tanzte, aber die Blüte und Resultat ihrer Urgewallt war, egal wie groß, klein oder weiß er war. Jetzt sind die Neubauten eine Kopfband, da mag "Alles wieder offen" noch so fein gemacht sein. Die alte Energieübertragung findet nur noch selten statt; bei "Ein seltener Vogel" z.B., oder auch bei "Weil weil weil"...
sie können es doch noch, 1. Dezember 2007
Werden die Neubauten jetzt religiös? Da wird vom Sohn des Zimmermanns gesungen oder ein Lied heißt gleich Susej (Jesus). Die Verweise auf die Heilige Schrift sind vielfältig. Vielleicht war es nur eine Frage der Zeit, dass Blixa sich aus diesem Fundus bedient.
Ansonsten? Hut ab vor diesem Album. Ich gebe es zu, viel habe ich nicht mehr von den Neubauten erwartet. Das man nicht jedes Mal ein Album wie Halber Mensch veröffentlicht, ist klar. Aber seit Ende Neu hat mich so richtig nichts mehr vom Hocker gehauen, von einzelnen sehr guten Liedern einmal abgesehen.
Und nun dieses hier. Das Blixa eben gerne mit der Sprache spielt ist bekannt. Manchmal hat er sich auch schon verwurstelt oder es gab bestimmte Metaphern, die sich regelmäßig wiederholten. Doch auf Alles wieder offen schreibt und singt er so klar und doch in einer schönen Bildersprache wie schon lange nicht mehr. Selbst ein Nicht-Germanist kann die Texte verstehen. Ich frage mich, was unsere Herren und Damen Politiker zu einem Lied wie Weil weil weil sagen würden. Das ist, auch von der Melodie her mein Favorit auf dem Album. Ein besseres Abbild der heutigen Zeit hat bisher so deutlich und auch charmant keiner gezeichnet. Allein dafür verdient das Album die volle Punktzahl.
Die Neubauten sind auch ruhiger geworden. Aber das ist bei allen Band so, die schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Und dennoch wissen die Neubauten immer wieder auch zu faszinieren. Die Wellen rollen noch langsam und es ist eine gute Einführung in das Album. Doch mit Nagorny Karabach legen sie sich dann richtig ins Zeug. Gut, vieles kennt man, hier ein bisschen Gekreische a la Blixa, dann mal wieder ein wenig mehr Perkussion wie in Unvollständigkeit. Und immer wieder ruhige Töne mit außergewöhnlichen Instrumenten gezaubert.
Alles wieder offen klingt wie aus einem Guß, sehr homogen und in sich geschlossen. Wie habe ich das bei Alben wie unter anderem Silence is sexy vermisst. Zu lange, so schien es mir, haben die Neubauten von ihrem Status gezehrt. Jetzt haben sie sich wieder auf das besonnen, was sie besonders gut können. Den Zuhörer zu verzaubern mit den Wörtern und der Musik.
Oder die Zeit ist wieder reif für derartige Musik. Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass ich dieses Album nicht aus dem Player bekomme. Aber sorry, Neubauten, das Album des Jahres wird es bei mir nicht. Am Debüt der sympathischen Sachsen Polarkreis 18 kommt niemand vorbei. Aber ihr habt sehr eindrucksvoll an deren Thron gerüttelt und mir den Glauben an die Neubauten zurückgegeben. Ich muss jetzt nicht nur Kollaps und Halber Mensch hören.
Und dafür gibt es die volle Punktzahl.
nicht ganz, 22. November 2007
Top, aber doch eines des besten Alben der "Neubauten".
Blixas Stimme wird immer besser, nur nicht über die Tonlagen.
Hoffentlich legt sich der religiöse Hauch wieder, der über den Titeln schwebt.
Gähn, alles schon mal gehört, 12. November 2007
All dem Geschreibsel über Konzept, Nuancen, Entwicklung und Stile zum Trotz: Musik besteht aus Melodie und Rhythmus und vor allem dem Zusammenspiel aus beidem. Bis zur letzten Neubauten-CD war davon noch etwas übrig. Am allermeisten Melodie kann man sogar auf den Platten aus den 80 Jahren hören, wenn man sich die Mühe macht. Dieser "Lärm" war weitaus einfallsreicher als das uninspirierte Einerlei auf der neuen Veröffentlichung. Ich konnte dort kein einziges Original ausmachen, eine Melodie oder einen neuen Beat auch nicht.
Schön, eine Reise durch die Vergangenheit der Band. Nur, wo sonst wird der Abklatsch des eigenen Schaffens positiv gewertet? Jeder Akkord wurde so oder so ähnlich schon einmal von den Neubauten gespielt. Teilweise genial natürlich wieder die Texte, leider aber auch viel zu selten. Blixa Bargeld auf Sparflamme. Ich war zuerst geschockt, als ich las, daß diese Platte evtl. die letzte sein könnte. Nachdem ich sie gehört hatte, kein Problem. Die Neubauten sind endgültig beim Mainstream angekommen. Das Problem ist nur, daß sie iihn nicht beherrschen...
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