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Herbie Hancock: River: the Joni Letters

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River: the Joni Letters

Herbie Hancock

Verve (Universal)

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Beschreibung

Ein Traum: die ersten Takte machen alles klar. Herbie Hancock spielt Klavier; er saugt den Hörer auf, unvermittelt, unausweichlich. Das neue Album River - The Joni Letters ist eine Liebeserklärung an Joni Mitchell und ihr Werk, es besingt ihre Songs, flirtend, aufmerksam, mit sensiblen Arrangements. In einen insgesamt eher traditionellen Jazzstil mischen sich poppige Joni-Harmonien und manches Mal moderne Töne. Überall ist Luft zum Atmen, Zeit zu sprechen oder zu schweigen. Dave Holland spielt Bass, Wayne Shorter am Saxofon beschenkt die hochkonzentrierte Aufführung mit Eindringlichkeit - er strahlt, mit soviel Kraft in jeder einzelnen Note; seine Solopassagen setzen dem musikalischen Diamantenregen die Krone auf.

Erklärtes Ziel von Herbie Hancock war es, die poetischen Texte von Joni Mitchell instrumental umzusetzen. Da ist es schade, dass diese nicht im booklet abgedruckt sind. Mehr als die Hälfte der Melodien werden übrigens gesungen; von Joni Mitchell selbst und von anderen SängerInnen, die ihre Sache ausnahmslos hervorragend machen: Norah Jones, Corinne Bailey Rae, Luciana Souza, Loenard Cohen, ja sogar Tina Turner macht mit. River - The Joni Letters ist ein intimes, ein durchlässiges Album, anders als 2002, als Joni Mitchell, mit Herbie Hancock und Wayne Shorter als Gästen, eine Big-Band-CD mit ihren Songs einspielte. Von Herbie Hancock ist man immer wieder überrascht. Der Jazzgigant ist oft genial, manchmal stand er schon mit ausgeflippten Experimenten am Rande des geschmacklichen Nirvana. Hier gibt es mal gar keinen Zweifel: diese Aufnahme ist ein Volltreffer geworden. --Katharina Lohmann





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Es geht auch flotter ..., 26. November 2007

... das hat Joni Mitchell selbst (u.a. mit Jaco Pastorius live) schon bewiesen, aber dann wäre der Reiz dieser Aufnahmen von Herbie Hancock dahin. Die meisten Stücke stammen von Joni Mitchell und gewinnen durch die Verschiedenartigkeit der Interpretinnen. Eine tolle Idee Hancocks mit einer gelungenen Zusammenstellung von SängerInnen wie z.B. Norah Jones, Tina Turner, Leonard Cohen und Joni Mitchell herself. Dazu noch eine kongeniale Band. Es sind alles MusikerInnen der Extraklasse, die es nicht (mehr) nötig haben, durch aufdringliche technisch virtuose Darbietungen zu beweisen, wie gut sie sind sie machen es dezent. Wunderschöne Musik! - aber nichts für Fans, die vielleicht so etwas wie einen Pastorius-Groove erwarten.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Schönes ruhiges Album, 25. November 2007

Nach dem eher entäuschenden letzten Album "Possibilities" geht Herbie Hancock mit dem sehr gelungenen Album "River" wieder einen Schritt in RIchtung Jazz.
Das Album ist von vorne bis hinten gelungen.
- Sehr schöne CD-Hülle mit äußerst geschmackvollen Booklet, man sieht schon an der Verpackung, diese CD ist was für Hörer mit Niveau
- Die Abspiellänge von 79 Minuten ist angemessen für den Preis
- Die Soundqualität ist sehr gut, die Musiker spielen nur auf den besten Instrumenten, die Balance stimmt
Und zur Musik: Stücke der Sängerin Joni Mitchell in neuem Gewand, jazzige Soli über Popstücke, eine unglaublich sensible Norah Jones, und eine tolle Tina Turner,in "The Tea Leaf Prophecy" singt sogar Joni selbst. Dazu Wayne Shorter mit seinem unglaublich Sound, Herbie Hancock mit wunderschönen Soli, und eine tolle Rhythmusgruppe---Sehr gelungen.
Einziger Kritikpunkt: Nach drei vier Stücken wird das Album schlicht und ergreifend langweilig, da die Stücke sehr gleichmütig sind. Also nicht am Stück durchhören!!!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Joni Mitchell als Inspiration und ultra-cooler Kammerjazz, 11. Oktober 2007

Herbie Hancock ist als Musiker dann am überzeugendsten, wenn er es richtig krachen lässt (wie auf seinem tollen Frühwerk "Headhunters") oder wenn er seine Fähigkeit zu sparsamstem, kühlen Pianospiel richtig kultiviert. Hier gelingt ihm Letzteres wunderbar - kein Joni-Mitchell Coveralbum (dazu sind die Stücke vielfach zu weit von den Originalen entfernt), aber auch keine einfallslose Hommage.

Norah Jones zeigt schon im ersten Stück, einer wunderbar verlangsamten und vom Jazzrock-Gedudel der 70er befreiten Version von "Court And Spark", dass die Harmonien und Themen von Mitchell absolut zeitlos sind. Der Song funktioniert auch ohne die glatten Arrangements des Originals perfekt. Und der zögerliche, verhaltene Gesang von Jones - wenn sie diesen Mut zur Interpretation doch nur auf den eigenen Alben hätte!

Tina Turner zeigt mit einer kräftigen und rauen Interpretation von "Edith And The Kingpin", dass sie mehr als die Rock-Röhre geben kann. Auffällig hier das ganz verhaltene rhythmische Motiv der Begleitung, zuerst von einem Delay geformt und dann von Drummer Vinnie Colaiuta souverän übernommen und in den Song integriert. Überhaupt nicht unauffällig auch der Bassist Dave Holland - abwechslungsreich führt er durch die vertrackten Harmonien mit seinem so tief herabreichenden Kontrabass, dass die meisten Hörer mit normalen Stereoanlagen diese Töne wohl mehr erahnen als hören.

Danach übernimmt Hancock als "King Of Cool" selbst das Zepter und steuert mit einer spannungsgeladenen und harmonisch vertrackten Folge von Modulationen den bekannten Folk von "Both Sides Now" aus der Frühphase von Mitchell in musikalisch ganz tiefes Wasser. Mit Wayne Shorter am Saxophon geht diese erstaunliche Interpretation weit über das Original heraus und erzeugt eine Intensität und Spannung, die Mitchell vor 40 Jahren mit anderen Mittel erreichte. So konzentriertes und verhalten groovendes Spiel der kleinen Jazzband hörte ich zuletzt vom Julia Hülsmann Trio, an deren überragende Interpretationen von Pop-Standards hier manches erinnert.

Überragend auch der Titelsong "River", eines der schönsten Stücke Mitchells von ihrem Album "Blue". Wie Corinne Bailey Rae hier mit ihrem Gesang die Band in einen intensiven Groove führt, der diesem Song noch mehr Tiefe und Spannung gibt - das ist einmalig. Dieses Album erzeugt durch den unterkühlten Ansatz, das beseelte Zusammenspiel der Musiker und die Abwesenheit jeglicher Klischees eine anregende, abwechslungsreiche Spannung bis zum letzten Track, einer dringend notwendigen entschlackten Version von "Jungle Line" mit Leonhard Cohen als Sprecher/Sänger.

Und so haben hier alle ihre Freude: Die vom Pop kommenden Fans von Mitchell daran, was hier durch Jazzmusiker möglich gemacht wird an Abwechslung und Interpretationskunst. Und die Fans von Jazz und Hancock erleben ein überragendes Jazzalbum mit musikalischen Vorlagen, die zur Entdeckung des umfangreichen und vielfältigen Werks von Joni geradezu einladen.



produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Kaum Reibungswärme, 3. Oktober 2007

Wieder ein Konzeptalbum aus dem Hause Hancock; diesmal als Hommage an die Sängerin/Autorin Joni Mitchell gedacht. An Prominenz fehlt es nicht: Neben Hancock am Piano sind Wayne Shorter ts,ss, der hier leider ziemlich untergehende Dave Holland b, der ebenfalls kaum hervortretende Gitarren-Neustar Lionel Loueke g und Vinnie Colaiuta dm am Werk und drapieren die gesanglichen Beiträge von u.a. Norah Jones, Tina Turner, Luciana Souza, Leonard Cohen sowie der also Geadelten selbst. Gewiss, die einzelnen Songs sind zum Teil recht hübsch, wenngleich von geringer Variationsbreite. Bemerkenswert ist, dass Tina Turner hier Gelegenheit hat, das verbleichende Etikett der Rockröhre abzustreifen und tatsächlich einmal ihr Gesangstalent vorzführen. Wayne Shorter steuert neben der Komposition Nefertiti" aus der späteren Phase des 2. klassischen Miles Davis Quintetts (was die wohl mit Joni Mitchell zu tun hat?) seine zerbrechlichen aber immer noch schimmernden Saxofontöne bei; Ingredienzien zu einem Gebräu, das dann doch keine richtig wärmende Suppe wird. Das Ganze funktioniert vor allem deshalb nicht, weil bei Mitchell Song, Text und Interpretation eine Einheit bilden, was hier ent- und somit auseinander fällt. Deshalb hält man sich wohl besser ans Original, denn Joni ist bei Mitchell doch wohl am besten aufgehoben.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Wagemutig und behutsam - ein Tribute für Kenner, 1. Oktober 2007

Wenn sich jemand an die Songs einer Ikone heranwagt, schauen die Fans doppelt genau hin. Huldigung oder Schändung - auch hier bleibt die Frage: Zeigt Herbie Hancock die Originale in neuem Licht, ohne ihre Substanz zu zerstören?
Das Ergebnis ist erstaunlich. Während Mitchells eigene Jazz-Interpretionen entweder zu träge ("Travelogue") oder zu fahrig geraten sind ("Mingus") findet Hancock nach seinen eher modernen Experimenten ausgerechnet hier zu zeitlosem Jazz zurück. Mit den zentralen Elementen Klavier, Gitarre und Stimme legt er die jazzigen Strukturen der Originale frei.
Mitchells nervöse Spannung weicht hier einem eleganten Fluss. So bekommt "Court And Spark" eine bittersüße Selbstverständlichkeit, und "River" atmet mit einer mädchenhaften Corinne Bailey Rae zarte Leichtigkeit.
Vor allem dort, wo die Songs als Basis für feinsinnige Klavier-Meditationen dienen ("Both Sides Now", "Sweet Bird") entstehen faszinierende neue Klangstrukturen.
Ganz und gar erstaunlich ist "Edith And The Kingpin" mit einer intensiven Tina Turner jenseits von ihrem üblichen Soul-Gebell, und bei "The Tea Leaf Prophecy" konnte sogar die Künstlerin selbst gewonnen werden. Das Album schließt mit einem anderen Songwriter-Titan, Leonard Cohen, und einer ungewöhnlichen Version von "The Jungle Line".

Das dieses Tribute von Herbie Hancock zeitgleich mit Joni Mitchells neuem Werk "Shine" erscheint, kündigt einen delikaten Zweikampf an.
Dieses Album ist ein Gewinn für alle Beteiligten, und ganz besondere für die Fans von Joni Mitchell.




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