Kundenmeinungen
Stimmt alles !, 4. Januar 2008
Perfektes Marketing. Junge Cellistin, angenehmes Programm, grossartiges Orchester. Da kann man ins Schwärmen geraten.
Aber:
Raritäten werden hier nicht eingespielt. Die Cello-Konzerte von Vivaldi sind im Repertoire gut vertreten. In teilweise grossartigen Aufnahmen.
Ofra Harnoy hat vor längerer Zeit auch schon das angenehme out-Fit dazu geliefert,in ihrer Aufnahme der Vivaldi-Cello-Konzerte.
Und wenn ich an Spielweise in historischer Manier mit Darmsaiten denke, fällt mir die relativ neue Aufnahme mit Christophe Coin und den giardini harmonici ein, die musikalisch in keiner Weise hinter dieser mit Sol Gabetta zurücksteht, aber eben nicht so gut vermarktbar ist, dass bei ihrem Erscheinungen diverse Berichte in Kultursendungen dazu erscheinen. Vielleicht nicht so gut bebilderbar ?
Für den Klassikfreund ist diese Aufnahme der Cellokonzerte sehr gut anhörbar, aber keinesfalls konkurrenzlos gut. Die Konkurrenz ist da, auch wenn sie nicht so gut sichtbar ist.
Romantisch - na und?, 1. Januar 2008
Dass Sol Gabetta sich nach Tschaikowsky für ihre zweite CD Cellokonzerte von Vivaldi ausgesucht hat, zeugt von stilistischer Repertoirevielfalt. Dazu muss man wissen, dass die junge Argentinierin mit französisch-russischen Eltern in den Konzertsälen derzeit mit Schostakowitschs 2. Konzert zu hören ist.
Um einen warmen, vollen Ton hinzubekommen, hat Sol Gabetta ihr Guadagnini-Cello aus dem Jahre 1759 mit Darmseiten bezogen und einen Barockbogen zur Hand genommen. Besonders bei dem für Violoncello transkribierten 4. Konzert aus den "Vier Jahreszeiten" mit dem Titel "Der Winter" kommt man ins Grübeln, ob nicht dieser dunkle, melancholische Violoncelloton von Hause aus besser zu dieser Jahreszeit passt. Eine solche Interpretation dieses Vivaldi-Hits hört man nicht alle Tage!
Puristen mögen sich darüber streiten, ob man - wie Sol Gabetta - Barockmusik romantisch interpretieren kann oder nicht, ob Vivaldi die Technik des Daumenaufsatzes kannte, wie im Beiheft beschrieben, oder nicht. Dem Hörer kann das egal sein. Die junge Künstlerin brilliert mit ihrer Virtuosität und temporeichem Spiel in den Ecksätzen und kostet die langsamen Mittelsätze aus, ohne süßlichen Kitsch zu verbreiten.
Mit dem preisgekrönten Streichensemble "Sonatori de la Gioiosa Marca", das zu einem Inbegriff für alte Musik auf Originalinstrumenten geworden ist, hat Sol Gabetta den idealen Partner gefunden, der Begleitung und Orchesterpart wohlgewogen ausbalancieren kann. Mit einem Wort: Das Projekt Vivaldi ist gelungen!
Modern präsentierte Barockmusik, 11. Dezember 2007
Ich finde barocke Instrumentalmusik sehr interessant und erdiger bzw. bodenständiger als die teilweise doch sehr übertriebene Klassik im eigentlich Sinn. Vorallem bedeutet das hören von barocker Musik für mich immer auch eine echte Zeitreise zurück in eine völlig andere Zeit. Zudem finde ich alte Instrumente wie das Cembalo äußerst interessant.
Wobei die hier von Sol Gabetta präsentierten Cello-Konzerte sehr schnell und modern gespielt werden. Man kommt nicht umhin in der barocken Komposition - vorallem wie sie hier interpretiert wird - gewisse Paralleln zur heutigen elektronischen Musik zu entdecken. Dadurch das die hier präsentierten Stücke vom Cello begleitet werden kommt der sonst bei der Violine manchmal gefährliche Kitsch nicht auf.
Interessant auch die Cello-Interpretation des Winters aus den 4 Jahreszeiten, sowas hört man nicht alle Tage.
Einzig und allein hinderlich ist für mich persönlich die manchmal stark hörbare Nähe zur Kirchenmusik. Aber das liegt ja leider in der Barockmusik an sich begründet........
Sternstunde der Cellokonzerte von Vivaldi, 1. Dezember 2007
Il Progetto Vivaldi Sol Gabetta Vivaldi
Audio CD (14. September 2007)
ASIN: B000UTOVGA
Sol Gabetta ist eine noch junge Cellistin von außergewöhnlicher Begabung. Sie ist französisch-russischer Abstammung, 1981 geboren und wuchs in Argentinien auf.
Schon in jungen Jahren hat sie verschiedene Instrumente erlernt, das Cello aber blieb das Instrument, das sie zur Vollendung brachte.
Sie hat gleich mit ihrer hier vorliegenden zweiten CD Einspielung von Cellokonzerten von Vivaldi ihr seltenes Können unter Beweis gestellt.
Zusammen mit dem italienischen Spitzenensemble Sonatori de la Gioiosa Marca hat sie zudem eine Rarität ausgegraben und eine Neufassung des Violinkonzertes a-Moll RV 356 von Vivaldi eingespielt. Um den Originalklang zu erreichen, hat sie die Stahlseiten ihres Cellos gegen Darmseiten ausgetauscht.
Die Cellokonzerte üben einen ungewöhnlichen Reiz aus. Gewiss hängt der Erfolg mit der unkonventionellen und frischen Darbietung der Künstlerin zusammen. Die Cellokonzerte werden schwungvoll gespielt, dazu mit Leidenschaft und Kraft.
Sol Gabetta steigt zielstrebig zur Elite der Cellosolisten auf.
Jeder Barockmusikfreund wird begeistert von ihrer Darbietung sein.
Barock neu belebt, 24. September 2007
Wie jeder weiß, der am vergangenen Freitag das Porträt von Sol Gabetta in aspekte gesehen hat: Diese junge Cellistin, die übrigens fließend sechs Sprachen spricht sieht nicht nur blendend aus, sondern beherrscht ihr Instrument auch meisterhaft. Auf diese Empfehlung hin habe ich mir ihre CD Il Progetto Vivaldi gekauft und kann nur sagen: Sols argentinisches Temperament bringt frischen Wind in Vivaldis eigentlich fast allzu oft gespielten Violinkonzerte! Sie spielt mit einer solchen Begeisterung und jugendlichem Schwung, dass Vivaldis Musik zu einem ganz neuen mitreißenden Hörerlebnis wird. Ich bin begeistert - und wünsche mir nur, dieses wunderbare Album wäre doppelt so lang. Aber es gibt ja noch ihre Debüt-CD; ich bin quasi schon wieder unterwegs zum CD-Laden...
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