Kundenmeinungen
Schöner Film für "Halberwachsene", 29. Dezember 2007
Ein wirklich netter Film über die erste Liebe junger Mädchen, in dem alle möglichen Formen des Verliebtseins gezeigt werden. Das eine Mädchen schwärmt für einen weit entfernten Jungen, die andere wird betrogen und verlassen, die andere mag keine Jungs sondern Mädchen usw.
Auch Toleranz Probleme kommen zur Sprache: Was passiert, wenn eine Freundin auf einmal lesbisch ist?
Und nicht zu vergessen: Was mach ich, wenn Mama ihren Freund heiraten will?
Wie geh ich mit dem Vater um, der sich nach Jahren auf einmal wieder meldet?
Also, durch und durch ein netter, schöner Film!
Ein Film für Mädchen?, 21. Dezember 2007
Leute Leute - dieser Film ist für die Zielgruppe "Ältere Kinder/Heranwachsende" gedacht - und wenn man ihn unter diesen Aspekt sieht...ist es einfach nur ein schöner Film - nicht nur für Mädchen! ;-)
Besonders wertvoll durch klaren Einblick in die Probleme heranwachsender Mädchen, 30. Oktober 2007
Nach Die Wilden Hühner im Jahr 1993, Die Wilden Hühner auf Klassenfahrt 1996, Die Wilden Hühner Fuchsalarm 1998 und Die Wilden Hühner und das Glück der Erde Anfang 2000 erschien genau ein Jahrzehnt nach dem ersten Band der fünfte Roman von Cornelia Funke, der die fünf Mädchen und ihre Abenteuer zum Thema hat. Nach dem im April 2007 erschienenen Original-Hörspiel zum Film ist nun endlich die DVD dieses Spielfilms erhältlich.
Sehr eng am Buch angelegt, wird hier die Geschichte der Freundinnen Sprotte, Frieda, Wilma, Trude und Melanie erzählt. Die Mädels sind Teenager geworden und dementsprechend sind erste amouröse Abenteuer Gegenstand der Erzählung. Mit erfrischendem Humor, immer wieder sehr ernsten Passagen und einer ebenso liebenswerten wie realistischen Ausarbeitung der Charaktere ist Claudia Funke Garant für beste Unterhaltung.
Ihre Fangemeinde, die inzwischen in die Millionen gehen wird, wartete sehnsüchtig auf die Umsetzung des letzten Hühnerbuches und strömte scharenweise in die Kinos. Ganz im Gegensatz zu den etwas albernen Wilden Kerlen wird hier Realismus und die Komplexität zwischenmenschlicher Beziehungen in den Vordergrund gestellt. Nichts schreit nach einem Happy End, alles scheint so real, wie die heranwachsenden Schauspielerinnen es vermitteln.
Neben den beeindruckenden Leistungen der Kinder sticht vor allem Veronica Ferres unter den Erwachsenen hervor. Mit solch einer Verve und Spiellaune hat man die Vorzeige-Blondine des deutschen Kinos und so mancher seichten TV-Filme schon lange nicht mehr gesehen. Auch Jessica Schwarz als Lehrerin Frau Rose, Benno Fürmann als etwas tumber Klugscheißer, Thomas Kretschmann als unwiderstehlicher, treuloser Vater von Sprotte und Doris Schade als grantelnde, liebenswerte Oma sind erstklassig besetzt.
Dieser Film, der das Prädikat Besonders wertvoll zu Recht trägt, denn er vermittelt einen sehr klaren Blick auf die Probleme heranwachsender Mädchen, ist unbedingt sehenswert. Da sich mit einem interessanten Making Of von zwanzig Minuten Länge, einem Special zum Sommernachtstraum, dem von den Jugendlichen aufgeführten Bühnenstück, zahlreichen Interviews, einem klasse Musikvideo und einigen Darstellerinfos auch die Liste der Extras auf dieser DVD sehen lassen kann, steht einem Kauf nichts im Wege. Auch der Preis ist äußerst moderat eine Überraschung angesichts des Kinoerfolgs.
Großartig gelungene Fortsetzung!, 4. September 2007
Während mich der erste Film noch nicht sonderlich aus den Socken gehaut hat, ziehe ich meinen Hut vor dieser wunderschönen Fortsetzung. Während Teil 1 stellenweise einfach zu brav und kindgerecht war (die ganze "Oma will die Hühner schlachten"-Geschichte hat mich nicht sonderlich angesprochen), sind die Themen und die Atmosphäre des zweiten Teils deutlich reifer und "erwachsener".
Wie der Titel schon sagt, geht es um die Liebe, und zwar in all ihren Formen (Obszönes natürlich ausgenommen). Ob nun Beziehungskrisen unter Erwachsenen, erste Küsschen hinter der Schultheaterbühne, Fragen von Freundschaft und Toleranz bzgl. homosexuell veranlagter Menschen oder falsche Freundschaften zu den "obercoolen" Schlägermachos; hier wird alles aus einer erfrischenden kindlich-jugendlichen Perspektive jenseits aller Obszönität diskutiert, die sich angenehm vom Einerlei einer Vorabend-Soap abhebt. Die Hintergrundgeschichte einer Schultheateraufführung eignet sich als perfekte Basis für eine Geschichte, die bewegt ohne zu verstören.
Die wilden Hühner treten langsam aus ihrer heilen kindlichen Welt heraus. Die fünf Darstellerinnen erblühen zu lieblichen jungen Damen,und ich hoffe, das es noch weitere Filme geben wird, die sie diesen Weg weitergehen lassen.
Problematisch ist freilich das etwas diffuse Zielpublikum dieses Films. Während sich jüngere Kinder bis 10 Jahren kaum für derlei Beziehungskisten interessieren dürften, fühlen sich wohl pubertierende 13 bis 16jährige schon etwas zu alt für einen Film mit diesem Namen. Das erklärt wohl auch, warum der Film etwas weniger einspielen wird als sein Vorgänger. Rächt sich hier, das man einige Bücher übersprungen hat und gleich zum letzten Entwicklungsschritt der Buchreihe vorgestoßen ist?
Ein dennoch pädagogisch sehr wertvoller Film über den Wert von Freundschaft, Toleranz und Erwachsenwerden. Der angedeutete ernste B-Polt über die Gebrechen der Oma geben wohl den Weg für weitere Teile vor, die sich vielleicht verstärkt mit Verlust und Abschied auseinandersetzen werden.
Nach den fußball- und fantasylastigen "Wilden Kerlen" sind die "Wilden Hühner" eine weitere willkommene, bodenständigere und braverer Abwechslung, deren Abenteuer hoffentlich noch nicht zu Ende sind...
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