Kundenmeinungen
Wunderbare Inszinierung des Romans...., 8. Oktober 2008
Judi Dench spielt in diesem Film wohl im Spätherbst ihrer Karriere eine sehr tiefgründige & überzeugende Figur. Cate Blanchett ist sowieso eine Expertin, wenn es darum geht, "Figuren" Tiefe & Glaubwürdigkeit zu verleihen.Die Hingabe, mit der Judi Dench die einsame, nie-geliebte Lehrerin spielt, ist einfach wunderbar mit anzusehen.Der Film ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, da er einen hohen Anspruch an seinen Zuschauer stellt. Auch der teilweise (schwarze) Humor sollte nicht unerwähnt bleiben
Film als auch Buch sind gleichermaßen sehr zu empfehlen!, 18. Juni 2008
Als ich den Film im Kino angesehen habe, war ich darauf gefasst, ein recht unverdauliches Thema aufgetischt zu bekommen. Innerlich hatte ich mich schon auf höchsten Anspruch eingestellt. Umso überraschter war ich dann, dass der Film alles andere als ein Lehrfilm ist.Die Geschichte wird aus Sicht von Judi Dench (im Film heißt sie natürlich anders) erzählt, die die Nähe zu ihrer neuen und jungen Kollegin sucht. Hier baut sich eine zweite Ebene auf, denn Judi erzählt natürlich vom Skandal, dass diese neue Kollegin (einfach wunderbar, Cate Blanchett) eine Affäre mit einem Schüler anfängt. Aber das ist eben nicht alles, denn Judi hat einen ganz anderen Antrieb, diese Affäre und ihre Kollegin zu verfolgen, als sich an dem Skandal zu laben.So wird ein heikles Thema in einen überraschend mitreißenden und auch tiefgründigen Film gepackt - wobei die Tiefgründigkeit nicht im Skandal liegt, sondern eher in Mustern der Einsamkeit von Menschen.Ich habe jedenfalls etwas ganz anderes erwartet und fühlte mich kurzweilig unterhalten und dennoch zum Nachdenken angeregt. Perfektes Kino würde ich sagen. Und über die beiden fabelhaften Schauspielerinnen, die sich hier wirklich sehr gut die Hand reichen, braucht man ohnehin keine Worte mehr zu verlieren.Im Gegensatz zum Film bringt das Buch noch deutlicher die Erzählperson und ihre Gefühle heraus, sodass sich hier ein ganz anderes Bild bietet. Der Skandal nimmt einen noch geringeren Stellenwert ein, dafür wird die Flucht vor der Einsamkeit und das entsprechende Arrangement mit den Gegebenheiten noch eindrucksvoller vermittelt.Film als auch Buch sind gleichermaßen sehr zu empfehlen!
Kein Skandal, 6. Juni 2008
Es gibt Filme, die sind weder gut noch schlecht, weder langweilig noch spannend, weder herausragend noch nichtssagend... Tagebuch eines Skandals ist so ein Film. Eigentlich ist alles da, was man zu einem guten Film braucht: oscarprämierte Schauspieler, eine (zumindest auf dem Papier) spannende Geschichte, keine unnötige Überlänge, handwerklich gut gemacht... und doch, der Funke will nicht überspringen, und man weiß eigentlich gar nicht so genau, warum. Judi Dench spielt gewohnt souverän, Cate Blanchett hält dem schauspielerisch problemlos stand, die Nebenrollen sind gut und glaubwürdig besetzt und es fängt eigentlich alles ganz gut an und verspricht, durchaus spannend zu werden. Erzählt werden sollte die Geschichte zweier Lehrerinnen, die eine jung, die andere kurz vor dem Ende ihrer beruflichen Laufbahn, die eine beruflich und familiär ausgelastet, die andere notgedrungen respektiert und Einzelgängerin, die eine auf dem Pfad der Tugend strauchelnd, die andere - zumindest für ihre Umwelt - moralisch einwandfrei. Sie lernen sich an der Schule kennen, freunden sich scheinbar an, bis die Jüngere den verhängnisvollen Fehler begeht, sich auf einen ihrer Schüler einzulassen und sich fatalerweise von der Älteren dabei beobachten zu lassen. Diese gibt vor, ihr Geheimnis bei sich sicher zu verwahren, fordert dafür aber - zunächst unbemerkt - immer mehr von der Jüngeren ein. Was man nun gern gesehen hätte, wäre ein packender Thriller, in dem die beiden Hauptakteurinnen zur Höchstform auflaufen, die Story an Geschwindigkeit und Spannung gewinnt und in einem psychologischen Zweikampf mündet, in dem mit allen Waffen und Mitteln gekämpft wird. Leider bekommen wir nur ein leidlich spannendes, halbgares Allerwelts-Psychoduell vorgesetzt, das unspektakulär und vorhersehbar auf seinen vermeintlichen Höhepunkt zusteuert. Betrachtet man die einzelnen Aspekte, wurde eigentlich alles richtig gemacht, aber leider wollen sich die verschiedenen Zutaten nicht zu einem stimmigen Hauptgang zusammenfinden. Man bleibt seltsam unberührt ob der zunehmenden Not und Verzweiflung von Cate Blanchett und ist enttäuscht über die nicht ausgeschöpften Möglichkeiten, die die Rolle von Judi Dench bietet. Sie macht das gut, wirkt aber unterfordert. Man sieht förmlich, was aus diesem Film hätte werden können, wenn man sich zwischen Drama und Thriller entschieden und nicht versucht hätte, einem möglichst breitem Publikum gerecht zu werden. So ist der Film für ein richtiges Drama viel zu seicht und für einen richtigen Thriller viel zu langweilig und nett. Was bleibt, ist der Wunsch nach a) einem richtig rührenden Drama oder b) einem richtig bösen Thriller. Man kann diesen Film gucken, ohne sich darüber zu ärgern, Geld dafür ausgegeben zu haben, aber man hätte für sein Geld ruhig etwas mehr erwarten dürfen. Setzen, 3-.
Absolute Empfehlung, 11. April 2008
für einen meiner Meinung nach großartigen Film. Cate Blanchett und Judi Dench spielen beide hervorragend, das Thema wird absolut realistisch und mit viel Einfühlungsvermögen in die einzelnen Charaktere dargestellt. Der von Judi Dench verkörperte Charakter hat wahrhaft diabolische Züge, ist gleichzeitig aber auch sehr bemitleidenswert. Der Film folgt auf diese Weise nicht den üblichen öden holzschnittartigen Charakterisierungen der hauptpersonen, die leider so oft zu sehen sind. Wer also Filmen etwas abgewinnen kann, die ihre Charaktere sorgfältig und in all ihrer Komplexität, aber auch Bosheit, darstellen, der ist, glaube ich, mit "Tagebuch eines Skandals" gut bedient.
Menschliche Abgründe, 24. März 2008
Als ich das erste Mal von dem Film hörte, dachte ich es geht um ein Politdrama.Da ich mich aber für derart anspruchsvolle Themen in der richtigen Stimmung befinden muss, habe ich die DVD erstmal zur Seite gelegt.Jetzt-nach dem Ansehen-weiss ich natürlich was es wirklich ist:Ein Psychodrama der Extraklasse!!Denkt man nach einigem Zusehen noch, es ist klar worauf es hinausläuft, wird man aber gehörig eines Besseren belehrt.Der echte Skandal ist ganz einfach der Mensch, mit all seinen Emotionen, Geheimnissen und Handlungen.Dieses Thema so geschickt, verschachtelt und vielseitig umzusetzen verdient absoluten Respekt.Nicht ganz unschuldig an dem hochkarätigen Ganzen sind unter anderem die klasse Darsteller (Judi Dench und Cate Blanchett spielen überragend), das excellente Drehbuch, die Kamera und die wunderbare Filmmusik.Mein Fazit:Jedem Filmliebhaber mit Anspruch kann ich dieses Drama nur empfehlen.Bonusmaterial:KinotrailerAudiokommentare 3 Featurettes 8 Webisodes
|