Kundenmeinungen
Death Metal ist der bessere Metalcore!, 26. Januar 2008
Bam! Damit habe ich nicht gerechnet! Die Jungs aus Münster haben mit "Armamentarium" wohl das beste Death Metal Album dieses Jahres abgeliefert. Und sind dem Sumpf aus Metalcore und ähnlichem entflohen. Punkt. Was man hier entgegengeschleudert bekommt, ist Brachialität, Aggression und Härte, den man im Metalcore so bestimmt nicht findet (und nie finden wird); eben Death Metal, der intelligent komponiert und mit Black Metal-Anleihen gepaart wurde. Aber von vorne:
Ihren dritten Longplayer eröffnen NEAERA mit "Spearheading the spawn". Und dieser Song stellt mal eben alles in den Schatten, was sogar Genregrößen wie Amon Amarth auf ihrem (auch schon sehr guten) letzten Album verzapft haben! Wuchtiger Riff, Mid-Tempo-Gebolze, ein paar Blastbeats hier, ein bisschen geschredder da und immer feine Melodien, mal offensichtlich, mal versteckter, inkludiert: SO muss moderner Death Metal 2007 klingen. Vergleiche mit Bolt Thrower mögen nicht weit hergeholt sein, doch habe ich mich zu wenig mit ihnen beschäftigt, um sie teilen zu können. Was aber direkt auffält ist die Hammer-Produktion (Musikalisches im dänischen Tue-Madsen-Mixtempel, Gesang von HeavenShallBurn-Klampfer Alex), die einen ganzen grad der Härte zulegt, die auf "Let The Tempest Come" vielleicht noch gefehlt hat. Direkt im Anschluss schlagen das ausgefallene Riffing und die Blastbeat-Attacken von "Tools of greed" ein. Hier ist die Marschrichtung im Stumpfbrutalem Death Metal verankert. Der vorab veröffentlichte und schon auf dem Wacken mit einer Wall-Of-Death gekürte Titelsong geht straight nach vorne und ist ein mit superbem Melodien durchzogener Banger, der vielleicht mit "Synergy" noch am zugänglichsten ist. Letztgenannter Song folgt auch sogleich und geht mehr in Richtung Göhteborg - Melodic Death vom feinsten. Sehr ausgefeilte Riffs paaren sich mit Double-Bass Attacken, die wie eine Walze auf einen zukommt. "Harbringer" ist wieder purer Death Metal im Mid-Tempo und begeistert durch die geschickte Variation von tiefen Growls und sägendem Gekreische von Sänger Benny. Auch hier sind sehr sehr starke Riffs geschrieben worden. In den ersten 10 Sekunden von "In loss" denkt man sich jedoch ob der akkustischen Gitarren in einem melodischen Zwischenspiel, bevor es mit "Tools of greed"-ähnlichem, beim ersten Hören vielleicht seltsam anmutenden Riffing wieder auf die Omme gibt. Vier Snareschläge eröffnen "The orphaning", in dem NEAERA wieder einen Zahn zulegen und mit sehr groovigem Refrain und Mittelteil zeigen, dass ihr Songwriting durchaus auf einer Stufe mit international verherrlichten Death Metal Bands steht. Mit "Escape from escapism" erinnert an eine härtere Version von At The Gates gibt durch den 6/8-Takt Abwechslung. Dann flogt das dritte Highlight neben dem Opener und "Liberation". "Mutiny of untamend minds" verleitet in den Strophen so derbe zum bangen, dass man nicht stillsitzen kann. Die Meldie mit der geblasteten Refrain-Einleitung tut sein übriges. Ein MUSS für zukünftige Live-Shows. Mit "The need for pain" ist NEAERA ein gelungenes Wechselspiel von melodischemund stumpfem Riffing geglückt, bei dem die Strophe stark an "Let The Tempest Come"-Songs erinnert. Der eben schon angesprochene letzte Song, "Liberation", hat es in sich: Mit Gastsänger Marcus (HSB) gelingt hier ein Black Metal-Stampfer, der durch seinen sehr düsteren Mittelteil so bannt, dass es einen kaum loslässt! Klasse Melodien, geniale Schlagzeugarbeit und der grandiose und bislang beste Einsatz und Wechsel von Growls und Screams machen diesen Song zu dem besten, was NEAERA bislang gemacht haben.
Dieses Album ist (mit der Limited Edition beigelegten DVD, die zwar gut ist, aber nicht nötig war) absolutes Muss für alle Death Metal Fans und für die, denen NEAERA bislang zu Metalcore waren. Dieses Album ist in ein paar Jahren der Klassiker schlechthin. Geschrieben von einer Band, die bis dahin hoffentlich die steile Karriere fortgesetzt und sich selbst auf dem internationalen Death Metal-Thron gehieft haben!
Brutal gut!, 25. Januar 2008
Das Neaera ganz klar dem Melodic Death Metal zuzuordnen sind, dürfte wohl spätestens seit Let The Tempest Come feststehen. Wer sie allerdings trotz besagter Scheibe immer noch in die Metalcore-Ecke steckt, den dürfte Armamentarium endgültig umstimmen. Denn was die Münsteraner uns auf ihrer neuen Scheibe bieten ist feinster Melodic Death im Stil von At The Gates oder Bolt Thrower.
Bei ihrem neuen Album verzichtet die Band auf ein, meistens ohnehin überflüssiges, Intro und legt stattdessen mit Spearheading The Spawn sofort los. Der Track erinnert manchen vielleicht an Bolt Thrower und killt einfach alles. Einen besseren Einstieg hätte man nicht wählen können. Mit dem Black-Metal-Beeinflussten Tools Of Greed gehts direkt ähnlich hart weiter, bevor der wirklich hymnische Titeltrack folgt. Synergy schlägt dann zum ersten Mal deutlich melodischere Töne an und dürfte vor allem Fans des ersten Albums ansprechen. Ebenfalls sehr melodisch geht es bei The Escape From Escapism zu, welches mit seiner wunderschönen Melodie ein weiteres Highlight des Albums darstellt. The Need For Pain wartet noch einmal mit einem sehr gelungenen Gitarrensolo auf, bevor mit Liberation der krönende Abschluss dieser geilen Scheibe folgt. Hier vereint die Band scheinbar alle ihre Einflüsse in etwas mehr als 7 Minuten. Für diesen Song hat sich die Band außerdem noch Marcus Bischoff von Heaven Shall Burn als Gastsänger ins Studio geholt, wodurch er sich noch abwechslungsreicher gestaltet.
Neaera zeigen sich härter und noch besser, als man es bisher von ihnen gewohnt war. Armamentarium ist der bisherige Höhepunkt ihrer Discographie und schraubt die Erwartungen an den Nachfolger verdammt hoch. Death-Metal-Fans, die bisher nichts mit der Band anfangen konnten, sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren, doch auch allen anderen Fans harter Musik kann ich diese Scheibe nur ans Herz legen.
Punkte: 10/10
"Wir MÜSSEN anders klingen!", 23. Dezember 2007
So, schreibe diese Rezension, weil ich finde, die anderen sind etwas zu rosig ausgefallen. Erstmal: Neaera ist eine meiner absoluten Lieblingsbands. Live sind sie der absolute Wahnsinn, die Jungs sind alle verdammt cool und die meisten Lieder sind einfach ein Paket aus fetten Grooves, geilen Schwedenmelodien und fetten breakdownparts, die aber nie so im Vordergrund gestanden haben wie bei vielen anderen Bands (s. fast alle amerikanischen metalcorebands oder caliban).
Dennoch, ich finde diese Scheibe ist mit Abstand die schlechteste der Truppe.
Wers noch nicht gemerkt hat: Der Trend im Metalcore ist derzeit klar vom -core weg. Viele Bands werden trashiger (Unearth, As i lay dying) oder mehr Richtung Deathmetal (Maroon). Nun war Neaera für mich schon immer eine Metalcoreband, wo der core Anteil recht gering war. Die vocals sind sehr unytpisch und die Breakdowns waren eben einfach nicht so penedrant und wirklich nur dann, wenn sie gepasst haben (nicht z.b. wie bei Parkway Drive). Das hat sie für mich so besonders gemacht.
Das neue ALbum dagegen ist einfach eine reine Melodeathplatte, was ich persönlich sehr schade finde. Da höre ich mir lieber Amon Amarth an, die zwar meistens (für meinen geschmack) schlechte Texte haben, aber eben diese Schwedenriffs, die bei ihnen besser rüber kommen als bei Neaera.
Irgendwie ist Armamentarium der Versuch sich von einer Musikrichtung abzugrenzen, in der sie eh nie richtig drin waren. Jetzt findet sich Neaera in einer anderen Schiene wieder, die einfach genügend etablierte bands hat, die bessereren Melodeath machen (fast wie bei Job for a Cowboy, die haben am Anfang einen wunderbar frischen Sound gehabt, einen Misch aus
Metalcore, Deathmetal und Grindcore, haben den Deqathcore praktisch zu neuem Glanz verholfen und dann klingt das neue Album wie Cannibal Corpse für Arme).
Bei Armamentarium fehlen mir die kleinen Anleihen an den Hardcore, die sie früher so tight gemacht haben. Ich hätte mir eher ein Album wie the rsing tide of Oblivion gewünscht.
Fazit: Armamentarium ist auf jeden Fall keine schlechte Platte, aber ist eben 08/15 Melodeath. Dabei haben Neaera versucht anders zu klingen.
Das einzige, was sich zum positiven entwickelt hat, sind die Vocals und der neue Schriftzug *g*
Durchaus anhörbar..., 21. November 2007
Was einem da von Anfang an entgegenbläst ist ein wahrer MetalcoreSturm. Krasses Teil. Leider wird Neaera gerade dieser Sturm nach einiger Zeit zum Verhängnis, da Fullspeed auf die ganze Dauer ein ganz ein wenig(nicht böse gemeint)langweilig wird. Trotzdem ne sehr geile Platte.
Was ist bloß aus der deutschen Metal(core)-welt geworden?, 11. September 2007
Langsam hab ich allen Glauben an meine früheren Idole aus Deutschland verloren. Caliban ist für mich spätestens seit "The Undying darkness" gestorben. Maroon hatten auf "Endorsed by hate" auch irgendwie noch eine höhere Halbwertzeit. Narziss spielen mittlerweile den selben Metalcore-Ami-Verschnitt wie zehnmillionen ander Bands, nur eben mit deutschen Texten. Einzig und allein Fear my thoughts und HSB haben für mich den Sprung in die Deathmetal-Schiene geschafft, wobei ich "Deaf to our Prayers" stellenweise auch ziemlich eintönig fand ("Trespassing..." bis "The final march" sind für mich irgendwie alle aus dem gleichen Topf. Der Rest vom Album reist mich auch noch heute vom Hocker. Auch wenn HSB live alles ander als technische Genies sind. Scheißegal, sie machen 'ne geile Show.)
Nu gut, dass hier soll ja 'ne Kritik zu Neaera werden. Genau wie HSB haben sie anscheinend den Ausbruch aus der mittlerweile völlig überwucherten Metalcore-szene (Was sie auf "Let the tempest come" auch schon nicht mehr wirklich gezockt haben) über den Death-metal gewagt. Was dabei heraus gekommen is, kann mich persönlich nicht wirklich überzeugen. Bei Neaera stand für mich immer die geniale Gitarrenarbeit im Fordergrund. Durchdachte Melodielinien und passendes Gemoshe. DOch auf dem neuen Album kann man stellenweise die Vermutung haben, dass die beiden Herren an den 6-Saitern irgendwie keine Ideen mehr hatten. Tiefe, technische Parts reihen sich an Moshparts. Die vereintzelten Soli sind auch nicht wirklich überzeugend. Das war auf dem Vorgänger noch anders. Da haben mich die ersten 5 Lieder garnicht mehr los gelassen. Darüber hinaus ist die Produktion für mich sehr Drum-orientiert ausgefallen, was die mangelnde Kreativität der Gitarreros recht gut überspielt. Doch alles in allem habe ich immer wieder den Anschein, dass man sich hier den ersten Teil von "Deaf to our prayers" zu oft angehört hat. Nicht nur, dass mich sehr viele Lieder von der übertrieben fett produzierten Double-bass her an "Counterweight" und "Trespassing..." erinnern; das ganze klingt für mich sehr nach den letzten HSB-Outputs. (Nach Caliban klaut bei AILD, jetzt Neaera klaut bei HSB?). Auch das Cover hat für mich die gleiche Athmosphäre wie das von DTOP. Und zu guter letzt der Gastauftritt von Markus Bischoff, was "Liberation" stellenweise wie ein 1 zu 1 Stück von HSB anmuten lässt (Außerdem fand ich "Gotforsaken soil" auf dem letzten Album, das ja auch mit Gastshoutern aufwartete zehntausend mal geiler. Das hätte zwar vom STil auch auf diese Scheibe gepasst, aber auf LTTC war sowas noch inovativ weil halt Ausnahme und nicht Dauerpatent). Alle Lieder des Albums klingen für mich irgendwie sehr ähnlich und pflügen genau in diesem Fahrwasser. "Spearheading the spawn" ist noch ganz überzeugend. Aber da auf den restlichen Tracks mehr oder minder genau so weiter geholzt wird, fällt es mir schon schwer, die Scheibe mit einer knappen Stunde Spielzeit mal komplett zu hören, ohne das es mir auf den Sack geht. Ein Schritt nach vorne... schon möglich, aber bitte nicht in den Fußstapfen von HSB. Sowas hab ich schon besser gesehen (Auch wenn HSB sich mit "Deaf to our prayers" sehr an Bolt Thrower orientiert haben sollen, wie schon oft zu lesen war. Kann ich nix zu sagen, hab von BT noch nich viel gehört). Das Material wird live bestimmt ordnetlich krachen, davon bin ich überzeugt. Aber auf Tonträger schnell langweilig.
Fazit: wer heute noch inovative Musik sucht, sollte vielleicht mal in anderen Lagern schnüffeln. "All shall perish" ist meiner Meinung da sehr zu empfehlen (Deathcore!!!). Aber Neaera haben für mich mit diesem Album einiges an Glanz eingebüst. 3 Sterne trotzdem für ein gutes, wenn auch nicht sehr überzeugendes Album. Ein paar Songs weniger und dafür vielleicht bisschen mehr Abwechslung hätten es auch getan. Lasst euch das nächste Mal lieber mehr Zeit, ihr fünf Münsteraner. Keiner will jedes Jahr unbedingt ein neues ALbum von euch haben, wenn dabei die Qualität auf der STrecke bliebt. Ich hätte auch gut noch ein Jahr warten können und dafür was besseres in der Hand halten wollen.
Empfehlung: vorher reinhören, bevor man sich über das Geld ärgert, was man in "The price of existence" hätte besser investieren können.
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