Kundenmeinungen
Operette im besten Sinne !, 12. Februar 2008
Diese CD beweist, wie gut Operette heute noch gesungen werden kann, wenn man nur guten Geschmack hat. Man muss da schon auf die Produktionen der 50er-Jahre unter Ackermann (mit Schwarzkopf und Gedda) oder Marszalek (mit Jurinac und Anders) zurueckgreifen, um aehnlich guten zu hoeren.Star der CD ist aber erstaunlicherweise nicht Angelika Kirchschlager sondern der Englaender Simon Keenlyside, der mit perfekter Diktion und fast tadellosem Deutsch herausragt. Man muss schon ganz ganz genau hinhoeren, um etwaige Aussprachefehler festzustellen. Er beweist, dass wir fuer solche Nummern wie "Dein ist mein ganzes Herz" keinen Tenor brachen. Gewiss, von Tauber hoeren wir das schon gerne, aber Keenlyside braucht sonst keinen Vergleich zu scheuen. Bravo !
Endlich ohne Zuckerguss, 22. Dezember 2007
Ich kenne Angelika Kirchschlager noch aus der Zeit, als sie Schülerin bei Walter Berry hier in Wien war, und sie hat mir immer gefallen, gleichgültig ob sie den Cherubin singt, einen Liederabend gibt oder Wiener Lieder. Und ich bin nun sehr glücklich auch über diese CD. Endlich ist die ursprünglich sehr bodenständige Operette von ihrem unerträglichen Zuckerguss der letzten 40 Jahre a la Rothenberger und Co befreit worden. Gratulation. Angelika, Walter wäre stolz auf dich.
Operette - und sie lebt doch..., 24. Oktober 2007
Schon so oft totgesagt - hier ist der Beweis, daß Operette lebt und wunderschön sein kann. Zwei Protagonisten, bei denen man spürt, daß die Chemie stimmt, herrliche Stimmen, das NÖ Tonkünstler-Orchester unter Alfred Eschwé in Hochform - Opern- und Operettenherz, was willst Du mehr!
Dieser CD gehört mein ganzes Herz, 6. September 2007
Ein Traumpaar, endlich ein wirkliches! Nach all den ebenso hochgezüchteten wie umsatzstarken Opern-Paarungen von Alagna/Gheorghiu bis Netrebko/Villazon hat sich hier eines gefunden, das ausnahmsweise echte Natürlichkeit ausstrahlt. Der Mezzo von Angelika Kirchschlager und der Bariton von Simon Keenlyside passen einfach perfekt zusammen: Zwei charismatische Künstler und zwei völlig freie, ungekünstelte Stimmen, drucklos und frisch. Nur so kann funktionieren, was sich die beiden vorgenommen zu haben scheinen: Operetten-Klassiker vom Kitsch zu befreien und mit neuem Schwung zu präsentieren. Wobei nicht alles auf diesem Album als bekannt vorausgesetzt werden darf: Von einer Johann-Strauß-Operette namens Die Tänzerin Fanny Elssler" hatte ich jedenfalls zuvor noch nichts gehört, wenngleich auch sie durchaus Ohrwurm-Charakter hat. Dein ist mein ganzes Herz"? Ja, an diese CD kann man es wirklich getrost verschenken.
Keenlyside umwerfend gut!, 29. August 2007
So langsam hat die CD-Industrie gemerkt, was für ein herausragender Bariton Simon Keenlyside ist. Und seine grosse Musikalität und seine virile, kernige Stimme überzeugen bisher in jedem Fach, so auch in der vorliegenden Operetteneinspielung. Weder in der Höhe noch in der Tiefe scheint seine Stimme Begrenzungen zu unterliegen, er klingt begeisternd und immer geschmackvoll. Leider kann seine Partnerin nicht mithalten, drum "nur" 4 Sterne. Angelika Kirchschlager singt ihre Parts zwar ohne falsches Pathos, aber vieles klingt dann doch zu schlicht, fast unbeteiligt. Und die Stimme ist zwar schön, kommt aber öfters deutlich an Grenzen. Da ist einiges nicht wirklich rollendeckend, besonders störend ist dies bei der "Fledermaus". Die Arie des Orlowsky singt zum Beispiel die Amerikanerin Jennifer Larmore um Welten besser. Schade, denn in ihren frühen Aufnahmen, vorallem bei Bach und im Liedbereich hat mir Frau Kirchschlager sehr gut gefallen. Aber es bleibt - vorallem dank Keenlyside - eine empfehlenswerte CD mit vielen Entdeckungen. Ein schöner, niveauvoller Einstieg in die Welt der Operette.
|