Kundenmeinungen
Dolby Digital 5.1, 5. Oktober 2008
Entgegen der Verpackung (Papp-Schuber) und des Covers ist der Film in deutsch Dolby Digital 5.1 - dies bestätigt meine Anlage und so steht es auch im Sprachmenü des Film und auf der Webseite des Herstellers:http://ksmfilm.de/programmdetail.php?id=492Die Angaben bei Amazon werde ich bearbeiten und sollte in Kürze korrigiert sein.Zum Film selbst:Der Film ist grandios gespielt und ist ein absolutes Highlight.Die Schauspieler spielen alle perfekt.Man taucht in schöne alte Zeiten ein, herrlich.Hier kann sich manche Hollywood-Verfilmung ne Scheibe abschneiden.In den gesamten Film habe ich nicht einen einzigen Fehler germerkt oder irgendwas, wo man sagen könnte "Moment mal, das ist jetzt unlogisch" nicht, aber auch nichts ist unschön. Der gesamte Film ist wie hypnotisierend. Man kommt kaum von los.
Film sehr gut, Untertitel inakzeptabel fehlerhaft und nicht ausblendbar, 9. April 2008
Was ist alltäglicher als eine Uhr, die man vielleicht alle paar Monate um ein paar Sekunden korrigieren muß? Für eine Handvoll Euro in jedem Kaufhaus zu haben. Das war im 18 Jhd. anders. Eine "gute" Uhr ging weniger als eine Minute pro Tag falsch. Und gute Uhren funktionierten nicht auf See, da das Pendel permanent gestört wird. Damit schien die einfachste Methode der Längengrad-Bestimmung ohne Landsicht durch Uhrenvergleich auszufallen. Ein so ernsthaftes Problem, daß der britischen Regierung 20.000 Pfund (nach heutigem Geld ein Millionenbetrag) für eine Lösung angemessen schein. Die vorgelegten Lösungen übetrafen sich aber gegenseitig an Abstrusität. Doch dann kam ein Tischler aus der Provinz und behauptete das Uhren-Problem lösen zu können. Dieser Film erzählt seine Geschichte und die des Mannes, der im 20. Jhd. sein Werk der Vegessenheit entriss. Es ist das Portrait zweier besessener Charactere, die bereit waren alles zu opfern und die institutionellen Widerstände zu überwinden.Besetzt mit hervorragenden Darstellern kann man das Projekt nur als gelungen bezeichnen (da vergäbe ich 4 Sterne).Die deutsche DVD-Ausgabe hat aber zwei große Mankos, für die ich fast geneigt wäre, 2 Sterne abzuziehen. Die Untertitel sind bein Genuss der Original-Tonspur nicht ausblendbar (wäre mir das vorher aufgefallen, hätte ich direkt aus England geordert). Sie sind außerdem z.T ungeschickt eingepaßt und zerstören Spannungsmomente, indem sie kritische Dialogzeilen zu früh verraten. Sehr viel gravierender ist aber, daß die Untertitel eine ganze Serie gröbster Fehler enthalten, die selbst dem Laien auffallen sollten. Da wird aus "press" (Zwangsverpflichtung zum Militärdienst) im Deutschen "Bedrängung", aus "adultery" (Ehebruch) wird "volljährig" (engl.:"adult") (Ehescheidung wegen Volljährigkeit???) etc.Ich kann daher nur empfehlen, sich wenn möglich für die UK Import-Version zu entscheiden. Der Film ist es allemal wert.
Ein Meilenstein in der Seefahrt, aber kein Meilenstein in der Filmgeschichte, 3. April 2008
Dem einfachen Tischler John Harrison gelang 1735 etwas, was kein anderer vor ihm fertiggebracht hatte. Er stellte eine Präzisionsuhr her, die sogar noch die genaue Zeit anzeigte wenn sie sich bei hohem Seegang auf einem Schiff befand. Zwanzig Jahre vorher hatte das englische Parlament einen Preis ausgelobt, für den ersten dem es gelingen sollte, dass sogenannte "Längengradproblem" zu lösen. Für die Seefahrer war es von lebenswichtiger Bedeutung, die exakte Position des eigenen Schiffes zu kennnen. Der Breitengrad konnte damals schon hinreichend genau bestimmt werden. Der Längengrad aber stellte noch die große Herausforderung dar.Mit Harrisons Uhr war es nun möglich, die exakte Differenz zwischen der Zeit am Nullmeridian und der aktuellen Ortszeit zu bestimmen. Dadurch ergibt sich der geographische Abstand, denn da die Erde für eine Drehung von 360 Grad 24 Stunden braucht, legt sie in einer Stunde 15 Grad zurück. Eine Stunde Zeitunterschied entspricht also 15 Grad westlicher oder östlicher Länge.Der Film beschreibt die Odyssee John Harrisons (Michael Gambon) die Funktionstüchtigkeit der Uhr unter Beweis zu stellen. Aufgrund seiner bürgerlichen Herkunft werden ihm aber Steine in den Weg gelegt, die er mühselig aus dem Weg räumen muss, um die Anerkennung für seine Arbeit zu erhalten. Parallel zu diesen Ereignissen wird die Arbeit von dem ehemaligen Offizier Rupert Gould (Jeremy Irons) gezeigt, der in den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts obsessiv versucht Harrisons Uhren wieder zum laufen zu bringen, und dabei sein Privatleben total vernachläßigt.Regissseur Charles Sturridge gelingt es am Anfang noch sein Publikum für die Geschichte zu fesseln. Durch die gute Darstellung von Michael Gambon als John Harrison wird die Figur für den Zuschauer sehr greifbar. Durch die Laufzeit der Geschichte (198 Minuten!), entstehen aber doch einige Längen. Der Subplot, um Rupert Gould wirkt zudem sehr aufgesetzt und wäre besser aus dem Film entfernt worden, da er auch keinerlei Einfluß auf die Haupthandlung hat.Fazit: Recht interessante Geschichtsstunde, die leider ein wenig zu lang geraten ist. Sturridge hätte sich das Drehbuch besser noch mal vorgeknöpft und einige Passagen gestrichen.
Hervorragende Verfilmung..., 12. November 2007
Der Mehrteiler "Longitude" ist eine Literaturverfilmung, die auf wahren Begebenheiten beruht (der Autor heißt Dava Sobel). Es geht um einen Mann, einem Uhrmacher, der sein komplettes Leben dafür verwendet hat, eine praktikable Lösung zu finden, wie man am besten auf dem Meer navigieren kann. Dabei muss er nicht nur gegen wissenschaftliche Probleme kämpfen, sondern auch ganz besonders gegen gesellschaftliche, denn die hohen Wissenschaftler der britischen Königin können es gar nicht ausstehen, dass ihnen ein gewöhnlicher Uhrmacher etwas vormacht. Das Werk des Mannes hat großen Nutzen für die Menschheit gebracht, der Mann selbst ist vergessen worden. Bis in die 1930er Jahre, wo jemand die Geschichte wieder ausgräbt und dem Uhrmacher nachträglich ein Denkmal setzt. Wobei er allerdings in den Wirren der Anfänge des Zweiten Weltkriegs große Probleme kriegt und darüber sogar seinen Verstand verliert. Dieser Mann der "Neuzeit" wird gespielt von Jeremy Irons, der sich, dank "Wiedersehen mit Brideshead" und "Die Unzertrennlichen" für immer in meine Top 10 der Lieblingsschauspieler gespielt hat. Der alte Uhrmacher wird von Michael Gambon dargestellt, den das jüngere Publikum wohl am ehsten als Dumbledore aus den Harry-Potter-Filmen kennt. Das Drehbuch stammt von Charles Sturrdige, der in England als einer der gefragtesten Regisseure für Literaturverfilmungen gilt. Dank (wiederum) "Wiedersehen mit Brideshead" hat auch er meine höchste Achtung verdient. Die Verfilmung an sich ist sehr gelungen, man fühlt sich gut in die Zeit hinein versetzt, all die Schiffsszenen lassen alte Zeiten aufleben und die zermürbenden Sitzungen vor dem Komitee bewegen. Auch die Vater-Sohn-Geschichte (der Sohn des Uhrmachers arbeitet an dem Chronometer mit) gibt eine weitere wichtige Komponente. Die beiden Handlungen (damals, "heute") spielen gleichzeitig und man switcht immer zwischen beiden hin und her, was zusätzlichen Reiz verschafft, denn so kann man verschiedene Parallelen ausmachen. Für mich ist "Longitude" als Film ein echtes Meisterwerk, das Buch steht inzwischen auf meiner "To read"-Liste.
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