Kundenmeinungen
"Nessun Dorma" aus der Telekom-Werbung, 25. November 2008
Der Anhang zum Titel des Albums sagt eigentlich schon alles. Mit genau so viel Feingefühl ist diese Musik produziert worden. Das hätte Dieter Bohlen mindestens genauso gut hingekriegt.Paul Potts hat wirklich eine schöne Stimme. Vielleicht keine hervorragende, aber eine sehr eingängige, angenehme, gerade für Leute, die klassische Musik nicht unbedingt zu ihren Favoriten zählen. Und die Geschichte drumherum ist ja auch wirklich herzzerreißend.Aber wer hier Emotion oder wenigstens Pathos sucht, läuft ins Leere: Das Album ist mit einer solchen Gefühllossigkeit und einem solchen Unverständnis für die Musik produziert, dass es einen schaudert. Keine Modulation, keine Tiefe, und bloß nicht leiser werden. Hauptsache, das ganze lässt sich noch als Klingelton verkaufen. Selbst in der oben genannten Werbung klingt die Musik wesentlich besser.Man hätte Paul Potts wirklich fördern können, aber mit dieser Produktion hat man ihm quasi schon ein Abo für's schnelle Vergessen ausgestellt.Schade drum. Aber dieses Album kann man sich nicht mal aus Mitgefühl kaufen.
Kalkül und Marketingtricks, 12. November 2008
Paul Potts, der aus einfachen Verhältnissen kam, als Bub gehänselt wurde, im Supermarkt Gestelle einräumte, Handys verkaufte und nach diversen gesundheitlichen Problemen in der Castingshow «Britain's Got Talent» die skeptische Jury zu Tränen rührte, wurde berühmt, konnte endlich seine Schulden abzahlen und das werden, was er immer schon wollte: ein Opernsänger, dem das ergriffene Publikum weltweit zu Füssen liegt.Der Haken an der Geschichte ist, dass sie tatsächlich ein Märchen ist, zu schön, um wahr zu sein. Wer sich die Tränen der Rührung abgewischt hat, entdeckt bald einmal das Kalkül hinter dem Kitsch. Warum etwa meldet sich einer mit einem «dramatischen Mangel an Selbstbewusstsein» (Potts) für eine Castingshow an? Woher kommt die Verblüffung der Jury, die die Kandidaten von den Proben her bestens kennt? Weshalb vermeldet die von Sony BMG gesponserte Homepage des Neostars weder Philosophiestudium noch Gesangsausbildung? Er habe während eines Sprachkurses in Italien einmal die Gelegenheit gehabt, vor seinem Idol Pavarotti zu singen, liest man da. Konnte man bei Pavarotti einfach anrufen und vorsingen?Tatsache ist: Paul Potts hat an allen möglichen Orten Gesangsunterricht gehabt. Finanziert hat er sich diese Kurse mit dem Geld, das er 1999 beim Talentwettbewerb «My Kind of Music» gewonnen hatte. Ist Potts der neue Bocelli?Betont schüchtern stand er da, in seinem inzwischen berühmten 35-Pfund-Anzug, und sagte, er wolle Oper singen: Das klassische hässliche Entlein, das sich dann allerdings durchaus nicht als stolzer Schwan entpuppte. Jedes Opernhaus hat bessere Tenöre im Ensemble. Potts Vibrato ist unkontrolliert, die Aussprache mittelprächtig, und die Lautstärke ist sein einziges Mittel, um einen Bogen zu halten. Wenns leiser wird, bricht die Stimme sofort ein. Das Resultat ist nicht besonders peinlich, aber höchst mittelmässig.Noch dürftiger als Potts Casting-Auftritt war die schauspielerische Leistung der Jury (das betont hämische Grinsen vor dem Auftritt, die überlaute Gerührtheit danach). Aber auch das störte nicht. Das Fernsehen hatte seinen Helden gefunden, das Märchen wurde wahr gemacht, und Potts landete nicht nur auf Youtube, sondern auch in einer Werbung der deutschen Telekom. Paul Potts, man darf die Prognose wagen, wird rasch wieder verschwinden. Man kann ihm nur wünschen, dass er dereinst den Sprung zurück zum Hobbysänger schafft.Zusammengefasst zu dieser CD:Wer braucht diese CD? Klassikfans? Kaum.Popstar/DsdS-geschädigte? Zu wenig seicht.Leute wie du und ich, die gerne unkomplizierte Hintergrundberieselung brauchen, die noch entfernt den Anspruch von Ernsthaftigkeit vorgaukeln?OH JA!Und da es Millionen dieser Menschen gibt, wird Paul Potts ihnen Freude bereiten, und (wenigstens kurzfristig) viele Tonträger verkaufen.Wikliche musikalische Klasse hat der Mann nicht, er steht als weiterer Beweis, dass kluges Marketing, etwas Mitleidsbonus und cleveres Kalkül immer noch Millionen genereirt- vor allem im Musikbusiness.Dafür gäbe es 10 Punkte, für diese CD aber höchstens 2.
Alles Fake, 10. November 2008
Für mich ist das Ganze ein Riesen-PR-Gag. Ich glaube an nichts, von dem, was da erzählt wird. Den Menschen wird hier ein perfekt durchgeplantes Märchen aufgetischt. Gut. Offensichtlich brauchen die Menschen das, wenn sie auf so einen offensichtlichen Marketing-Gag so abfahren. Ist auch o.k. so. Aber wer was Richtiges will, ist hier sicher beim falschen "Star" angelangt.Ach ja, und mit Opernqualität hat der Gesang natürlich auch nicht viel zu tun. Ein buntes Allerlei ohne Zusammenhang und Stil.
ein neuer Stern am Himmel, 17. Oktober 2008
Auch ich habe wie viele Andere zufällig diese Talent-Show gesehen. Ich war von dieser schönen Stimme total überwältigt und ergriffen. Gänsehautfeeling pur, einfach nur schön. Die CD, one Chance, eine gute Zusammenstellung der Titel, die zum Träumen und Genießen inspirieren. Für diese CD gebe ich ***** Sterne.Auch ich wünsche Paul Potts auf seinem Weg nach oben, weiterhin viel Erfolg, er hat es wirklich verdient.
Exzellent - für einen Laien!, 10. Oktober 2008
Als graue Maus trat er bei einem Talentwettbewerb an. Das Video davon benutzt(e) die Telekom für sich als Werbung. Und schon wird ein Märchen wahr: der Sieger des Talentwettbewerbs wird für das Showgeschäft entdeckt.Mit "One Chance" liegt nun seine erste CD vor. Und ich kann sagen: "Well done, Mr. Paul Potts"Er hat seine Chance genutzt, obwohl: eigentlich konnte ja nichts schiefgehen. Man nehme sein "Nessuno dorma", dazu eine paar bekannte Musical- und Filmmelodien, ander Hits, dazu eine etwas zu laute Orchesterbegleitung und arrangiere das Ganze im klassischen Stil, schon wird ein Hit-Album daraus, das durchaus 5 Sterne verdient hätte, wenn nicht 42min für das Geld zuwenig wären.Trotzdem:sollte man unbedingt anhören, den britischen Andrea Bocelli......
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