Kundenmeinungen
Es geht wieder aufwärts!, 2. August 2007
Nach dem für mich eher schwachen "Hate Yourself With Style" sind meine Lieblingsschweden also mit "Life Will Kill You" wieder zurück. Die Erwartungen waren bei mir doch recht hoch, da ich Clawfinger bei einem Rockfestival in diesem Jahr sehen konnte und neben alten Hits mit "The Price We Pay", "Life Will Kill You" und "Prisoners" drei starke neue Songs präsentiert wurden. Und - siehe da, die Crossover-Helden haben tatsächlich eines ihrer besten Alben eingespielt!Streicher eröffnen den mittlerweile siebten Longplayer der Skandinavier, doch schon nach wenigen Sekunden rollt "The Price We Pay" los. Sehr schnell, sehr tanzbar. Schon das erste Highlight. 10/10Der Titeltrack kommt zu Beginn recht industrialmäßig daher, danach hört man dem Drumming Anleihen von Queen's "We Will Rock You" an. Der Refrain ist wiederum eingängig. 8/10"Prisoners" weckt Erinnerungen an die ersten Clawfinger-Alben. Der Refrain bleibt länger im Ohr hängen. Top! 10/10"Final Stand" beginnt mit orientalischen Klängen, aber sobald die schweren Gitarren einsetzen, findet man sich wieder in der etwas sperrigen Gangart des Vorgängers "Hate Yourself With Style". Sehr düsterer, mit Suizidgedanken spielender Text, wie man sie bei Clawfinger schon in der Vergangenheit einige Male hören durfte ("Catch Me", "Two Steps Away"). 9/10"None The Wiser" beginnt mit einem schweren Gitarrengewitter. Auch hier hört man den Stil von "Hate Yourself With Style" klar heraus. Der Refrain ist, wie fast immer, recht catchy. 8/10Der nächste Track, "Little Baby", erinnert von der Stimmung her an das bedrückende "Catch Me" vom Erstlingswerk. Sehr starker Crossover, der Text ist sehr düster und schockierend, schlüpft Zak Tell doch in die Rolle eines Kinderschänders. Wenn das Mädchen im Refrain "This house is not a happy home" flüstert, läuft es einem kalt den Rücken hinunter, die beklemmende Atmosphäre ist greifbar. Gegen Ende löst sich alles in einer Gitarreneruption auf. Klasse! 10/10Nach "Little Baby" lassen Clawfinger dem Hörer erst mal eineinhalb Minuten Zeit, um sich wieder auf härte Töne einzustellen. "The Cure And The Prison" nimmt lange Anlauf, bevor Zak nach über zwei Minuten loslegt. Auch hier hört man wieder vereinzelt orientalische Töne heraus, die Gitarrenriffs sind sperrig. Durchschnitt. 7/10Bei "Where Can We Go From Here" stimmt von Anfang an fast alles. Schon das Gitarrenriff lässt den Fuß mitwippen, das Drumming ist recht schnell. Den Refrain kann man - fast standardmäßig - wieder bereits beim ersten Hören mitsingen. 9/10Irgendwie lässt Clawfinger die Thematik um Leben und Tod diesmal nicht los. Nach "Life Will Kill You" und "Final Stand" kommt jetzt "It's Your Life", und dieser Track zeigt noch einmal alle Stärken der Crossover-Dinosaurier auf. Das Gitarrenriff glaubt man zwar schon einmal auf dieser Platte so ähnlich gehört zu haben ("The Price We Pay"), der Text ist aber zur Abwechslung mal recht positiv gehalten. Sehr starkes Stück. 9/10"Falling" ist vielleicht der sperrigste Titel auf dem Album. Irgendwie will das Teil nicht richtig zünden, auch im Refrain ist das Ganze etwas zu schleppend. 5/10"Carnivore" schlägt noch einmal so richtig zu. Harte Gitarren, von Anfang recht hohes Tempo, auch im Refrain, der ausnahmsweise nicht so eingängig ist, treten die Schweden nicht auf die Bremse. Ein würdiger Abgang. 8/10Fazit: Clawfinger besinnen sich auch auf ihrem siebten Album ganz auf ihre Stärken - schnelle Gitarrenriffs, Zak's einmaliger Sprachgesang und Refraintexte, die jeder nach einmaligem Hören sofort mitgröhlen kann. Auch im Jahre 2007 ziehen die Schweden ihr Ding konsequent durch - warum sollte man sich auch nach 15 Jahren ändern? Besser, sie machen weiterhin das, was sie am besten können, auf hohem Niveau. Und das machen sie auf "Life Will Kill You" wieder ganz hervorragend.
The price we pay, 1. August 2007
Nach dem eher schwachen HATE YOURSELF WITH STYLE schmettert einem das neue Album wieder einen fetten Sound entgegen. Es klingt frisch und knallhart, wenn auch nicht neu, und erinnert wieder an die Anfangszeit (Deaf Dumb and Blind). Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie weit man Gitarren runterstimmen kann. Hier übertreibt Clawfinger vielleicht etwas. Für die Härte der Songs wirkt es mir dadurch gelegentlich etwas zu düster, zu melancholisch. Andererseits werden diejenigen, die auf fette Bässe stehen, auf ihre Kosten kommen. Jedenfalls geht die Musik wieder in die Richtige Richtung. Keine Experimente, straighter Crossover. Vielleicht sogar eine Spur zu straight und zu berechenbar. Von den neueren Alben bleibt daher HEROES AND ZEROS mein Favorit. Aber nichtsdestotrotz rockt das neue Album.Die Texte waren dagegen schon mal deutlich besser. Songs gegen Kindesmissbrauch, Selbstmord und Fleischfresser. Einerseits sind wir so etwas von Clawfinger gewöhnt. Allerdings ist es schon erstaunlich, wie sehr man sich als Band schämen kann. Außerdem vermisse ich etwas die dreiste Art von früher, als man das böse N-Wort in einem Song verwendete, um seine Verwendung anzuprangern. Diese Provokation sucht man vergeblich auf der neuen Platte. So intelligent die Texte schon einmal waren, so prangern sie jetzt alles moralisch Bedenkliche direkt an, was mir auf die Dauer etwas zu deprimierend klingt. Sind Clawfinger etwa die guten Textideen ausgegangen? Aber gut, es gibt Wichtigeres auf einem Crossover-Album. Solange die Musik wieder stimmt...!Richtig schlecht finde ich nur die Aufmachung. Es ist Geschmacksache. Aber die Verpackung ist schon arg schlicht und plakativ. Klappt man die limited Edition auf, dann erscheint zunächst ein Warnhinweis: DO NOT ENTER. Klappt man es weiter auf, so liest man: STOP HERE! Ein bisschen kindisch. Das Booklet reiht sich in diesen Stil aber nahtlos ein: Die Texte werden mit nicht wirklich witzigen Verbot-Schildern garniert. Alles wurde möglichst in Schwarz/Weiß/Rot gehalten. Die Texte sind so gestaltet, dass man sie kaum lesen kann. Und gelingt es einem doch, dann überraschen gleich die Reime in den ersten beiden Zeilen. Die hat der Setzer wohl vertauscht. Und wenn Clawfinger dann (auch laut Booklet) von MEDIOCRACY singen, muss ich mich doch etwas wundern. Meinten sie etwas Mittelmäßigkeit? Die schreibt sich allerdings MEDIOCRITY, wie man es auf Sashas Hit LUCKY DAY hören kann.Alles in Allem also ein gutes Crossover-Album zum ordentlich Abrocken! Alles andere sind ohnehin nur Nebensächlichkeiten, oder?
Starkes Album, Klasse Lyrics, 31. Juli 2007
Die Texte mögen sich zwar im Grunde immer um die selben gesellschaftskritischen Themen drehen, doch liebe ich Clawfinger gerade wegen ihrer Texte schon seit dem Debüt "Deaf Dumb Blind".Gepaart mit harten eingängigen Riffs, sind die kernigen Aussagen vor allem beim titelgebenden Track "Life will Kill you" sehr geil anzuhören (am Besten unter Kopfhörer in der Ubahn oder Bus sitzend :-P).Dieser Track bildet zusammen mit dem Opener "The Price we Pay" und vor allem auch "The Cure & The Prison" und "Falling" die Stärksten Nummern einer Platte die man sich aber ohne Probleme komplett an einem Stück, wieder und wieder, anhören kann.Abschliessend kann ich festhalten, dass "Life will Kill you" vielleicht die beste Platte der Jungs nach "Deaf Dumb Blind" darstellt.Klare Kaufempfehlung von mir ... freu mich schon auf die Live-Konzerte im Herbst ;-)
Ideenlos, 29. Juli 2007
Das neue Album von Clawfinger, Life Will Kill You, reiht sich nahtlos in die Reihe seiner direkten Vorgänger ein. Die ersten 3 Tracks: The Price we pay, Life will kill you und Prisoners sind dabei die am temporeichsten Songs des Albums. Die nachfolgenden Songs werden noch einmal ein Stück langsamer und erscheinen auch textlich relativ ideenlos daher zu kommen. Wer bei Clawfinger sofort an Alben wie Deaf Dumb Blind denkt, wird auch mit diesem neuen Album nicht allzu viel Freude haben. Fans seit A Whole Lot of Nothing und insbesondere dem direkten Vorgänger Hate Yourself with Style können hingegen gefahrenlos auch das neue Album kaufen und werden es lieben.Da ich zu der ersten Kategorie gehöre und Deaf Dumb Blind für mich eines der besten Metal Alben darstellt, die je produziert wurden, ist Life will kill you für mich allerhöchstens noch ein durchschnittliches Album. Wären die ersten 3 Tracks nicht auf dem Album, wäre es gar mangelhaft zu nennen. So kann ich gerade noch 3 Sterne verteilen.
Gut - Besser - Clawfinger, 28. Juli 2007
Ich persönlich bin schon seit dem Erstlingswerk "Deaf Dumb Blind" ein großer Fan der Schweden und das hat sich in 14 Jahren nicht geändert. Die letzte Veröffentlichung der Crossover-Haudegen "Hate Yourself With Style" hat mir allerdings schwer zu schaffen gemacht - was war nun also von "Life Will Kill You", dem siebten Studioalbum zu erwarten?Um es gleich vornweg zu nehmen:Seit DDD haben Clawfinger keine bessere Platte herausgebracht als diese! Die Band klingt frisch, fast wie neu geboren. Der Sound ist kompakt, hat reichlich Power und klingt nicht so "roh" wie das Vorgängeralbum.Kein Song gleicht dem anderen; als besondere Highlights (und Anspieltips) würde ich auf jeden Fall "None The Wiser", "Carnivore", "It's Your Life" und "Where Can We Go From Here" empfehlen.Texlich geht es bei Clawfinger wie immer sozialkritisch zu; es werden so einige heisse Eisen angefasst (Kindesmisbrauch, Suizid...); die Texte kommen aber nicht als "Moralpredigt" daher.Kurzum: Wre Clawfinger bereits als langweiliges Einerlei abgetan hat wird hier eindeutig Lügen gestraft. Spätestens auf der Deutschland-Tour im Herbst können sich alle davon überzeugen. Vorher gilt aber: Dieses Album ist ein Muss!
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