Kundenmeinungen
Bildbearbeitung - Digitales Negativ, 13. Januar 2008
Ich habe seit 22 Tagen die Testversion von Lightroom in Verwendung. Seit 2005 beschäftige ich mich intensiv mit D-SLR und einem passenden Workflow für die digitale Dunkelkammer.
Für mich steht Lightroom für einen sehr gelungenen Ansatz. Die Bildbearbeitung und das Archivmodul verwende ich nicht. Da gibt es bessere Lösungen.
Dass im Format DNG Veränderungen durch die integrierte Bildbearbeitung n i c h t gespeichert werden, finde ich in Ordnung. Das digitale Negativ ist Ausgang der Bearbeitung und damit meiner Meinung nach nicht geeignet, Bearbeitungsschritte zu speichern. Bin ich mir morgen noch sicher, dass der heutige Schritt richtig war?
Besonders spannend finde ich die Möglichkeit, IPTC-Daten mit dem Format RAW zu verbinden und dass diese Daten nach der Konvertierung im Format DNG eingebettet sind und somit jeder vernünftigen Bilddatenbank zur Verfügung stehen.
Nach Ablauf der 30 Tage werde ich mir Lightroom kaufen. Schon alleine deshalb, dass ich RAW von verschiedenen Kameraherstellern mit einem Programm verarbeiten kann und keine N Programme installieren muss.
4 Sterne nur deshalb, weil nichts in diesem Leben perfekt ist.
endlich was Leichtes und Helles, 5. Januar 2008
Wenn Sie nur ab und zu mit Ihrer Digicam ein paar Schnappschüsse machen und während der darauf folgenden Bildbearbeitung am Computer rote Augen Ihr grösstes Problem darstellen, dann brauchen Sie Lightroom (LR) sicher nicht. Aber wenn Sie tausende oder zehntausende von digitalen Bildern, noch dazu im RAW-Format haben, dann sollten Sie LR ernsthaft erwägen.
Ich wusste anfänglich nicht, was ich von LR halten soll und kaufte mir deshalb ein LR-Video Tutorial für ein paar US $. Darin erklären 2 absolute Fotoprofis 5 Stunden lang was LR kann und was nicht (absolut empfehlenswert, allerdings in Englisch). Sollten Sie mit gesprochenem Englisch nicht so gut klar kommen, gibts auch ein vernünftiges Buch - Lightroom Adventure von Mikkel Aaland.
Nachdem ich mir dieses Tutorial mehrfach angesehen hatte, lud ich mir dann LR als 30-tägige kostenlose Testversion von der Adobe website herunter. Mittlerweile besitze ich LR und möchte es nicht mehr missen.
LR hat viele Funktionen von Adobe Camera Raw implementiert und somit kann es alle RAW-Formate aktueller Kameramodelle lesen und das Importieren von RAW-Dateien direkt aus Ihrer DSLR funktioniert einfach. Das ist praktisch, denn vielleicht haben Sie so wie ich eine ältere Photoshop Version, die mit der aktuellen Adobe Camera Raw Version nicht mehr kompatibel ist und dann hätten Sie ein Problem, die RAW-Dateien Ihrer neuesten DSLR auf Ihren Computer zu importieren, da die alte Camera Raw Version das Dateiformat Ihrer neuen DSLR noch nicht unterstützt. Also, LR ist schon einmal ein perfektes Instrument, um RAW-Dateien zu importieren und spart somit ein upgrade auf Photoshop CS3, damit man Camera Raw 4.3 benützen kann.
LR ist ein bisschen von allem (Photoshop und Camera Raw) aber doch sehr anders. Offiziell heisst es, LR sei eine Datenbank für Fotografen mit 5 Modulen (soll heissen 5 unterschiedlichen Funktionseinheiten zum Archivieren = Bibliothek, Bearbeiten, Drucken, Webpublishing und Diashow). Stimmt, und eine sehr praktische noch dazu. Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihre Fotos auf unterschiedlichen Computern/Festplatten gespeichert, Laptop zu Hause, PC in der Arbeit, mobile Festplatte, etc. etc. Sie könnten LR sagen, die jeweiligen Fotoordner des jeweiligen Computers zu importieren und LR würde in seiner Bibliothek die gleiche Ordnerstruktur wie auf Ihren Computern anlegen. Aber das tolle ist, ab dem Moment, wo Ihre Bilder in der LR-Bibliothek sind, können Sie die Bilder auf Ihrem Laptop zu Hause bearbeiten, obwohl die Originaldateien auf Ihrem PC in der Arbeit gespeichert sind (Ordner, die nicht auf dem aktuellen Computer vorhanden sind, zeigt LR dann in rot an). Das geht sogar soweit, dass Sie Ihre Bilder noch immer in LR bearbeiten können, wenn der Originalordner gar nicht mehr existiert (sprich, gelöscht wurde). LR kann somit sehr wohl Dateien, die an völlig unterschiedlichen Orten gespeichert sind bearbeiten. Es stimmt allerdings, dass die Bibliothek, die von LR selbst angelegt wird, auf einer einzigen Festplatte sein muss. Nur - selbstverständlich könnte man verschiedene LR-Bibliotheken auf unterschiedlichen Computern anlegen, die man bei Bedarf jederzeit zu einer einzigen zusammenführen könnte.
Was die Funktionen von LR anbetrifft, es sind zu viele, um sie aufzuzählen. Ich finde, LR offeriert umfassende Werkzeuge zur Bildbearbeitung von RAW-Dateien, so dass man nur mehr selten zu Photoshop wechseln muss, um noch eins draufzulegen. Praktischerweise findet sich in LR der Menüpunkt in Photoshop bearbeiten, so dass es völlig unkompliziert wird, zwischen beiden Programmen hin und her zu wechseln. Wenn es Ihnen mit allen verfügbaren LR-Funktionen nicht gelingen sollte, Ihre digitalen Fotos zu verbessern, dann kann Ihnen wahrscheinlich auch Photoshop nicht mehr helfen und es wäre dann vielleicht angebrachter, das Bild einfach zu löschen.
Wie gesagt, die Bildbearbeitungswerkzeuge finde ich ausgezeichnet und ich konnte bis jetzt keinerlei Fehlfunktionen erkennen, auch nicht was das Exportieren anbetrifft - so wie es von LR verändert wurde, erscheint das exportierte Bild in irgendeinem anderen Ordner, Verzeichnis, etc. Ich besitze LR 1.3 für Mac.
Was ich aber noch viel schicker finde, sind die schier unendlichen Möglichkeiten, Ihre Bilder nach gewissen Kriterien zu ordnen und jederzeit mit dem berühmten Click einer Maus bereit zu haben. LR ermöglicht Ihnen, z.B., jedes Ihrer Bilder mit einer Palette von Stichwörtern zu versehen - z.B. Mama, Papa, Tochter, Sohn, Urlaub, Spanien, Strand, Sonne, Regen, etc., etc. Die Stichwörter lassen sich speichern und somit können Sie jedes Ihrer Bilder mit dem passenden Stichwort versehen, indem Sie auf das Bild in ihrer LR-Bibliothek und dann einfach auf die Stichwörter klicken. Selbstverständlich können Sie alle Ihre 7500 oder so Bilder vom letzten Spanien Urlaub einfach markieren (z.B. select all) und dann klicken Sie einmal auf das Stichwort Spanien und - ruck zuck - haben Sie alle Ihre 7500 oder so Bilder gestichwortet. Sind einmal alle Ihre Bilder mit passenden Stichwörter versehen. können Sie innerhalb der Bibliotheksfunktion von LR so genannte Kollektionen anlegen (z.B. Mama - Spanien - Sonne; oder Papa - Spanien - Regen). Endlich ein tolles Instrument, um Tonnen von digitalen Bildern zu organisieren und vor allem um sie auch wieder zu finden.
LR kann viel mehr als das bisschen, was ich hier erwähnte. Ich kann das Programm nur wärmstens empfehlen, da mit mehr Funktionen ausgestattet, als man jemals wirklich braucht und das zu einem Bruchteil des Preises von z.B. Photoshop. Und, es handelt sich erst um Version 1.3 - man darf also gespannt sein, was die Lichtraumzukunft so noch alles bringen wird.
Workflow mit Schaumbremse, 27. Dezember 2007
Lightroom ist ein bißchen was von Allem: Bilddatenbank, Werkzeug zur Nachbearbeitung, zur Präsentation und zur Ausgabe von Bildern. Dabei ist die Arbeitsweise non-destruktiv, d. h. die originalen Bilddaten werden nicht angetastet. Erst mit dem Export der bearbeiteten Bilder werden neue Bilddateien erstellt, auch hier bleiben die Originale selbstverständlich erhalten. Lobend zu erwähnen ist noch die Tatsache, daß Adobe auf eine Aktivierungsprozedur verzichtet hat, ein absolutes KO-Kriterium für mich, was den Kauf anderer aktueller Adobe-Produkte angeht.
Intensiver beschäftigt habe ich mich bisher nur mit den Modulen für die Datenbank und die Nachbearbeitung. Für die übrigen Module habe ich bisher keine Verwendung.
Das Datenbank-Modul erlaubt den einfachen und schnellen Import ganzer Ordner mit Bilddateien. Dabei können die Bilder gleich komfortabel mit Metadaten versehen werden. Allerdings gibt es einige wesentliche Einschränkungen: Die Datenbanken müssen zwingend auf einem lokalen Laufwerk liegen, bestenfalls die Bilddateien können im Netz liegen. Das gleichzeitige Arbeiten mit mehreren Datenbanken ist nicht möglich, Backup und Wechsel der Datenbanken sind recht hölzern implementiert. Weiterhin war es in den ersten Versionen nicht möglich, einmal angelegte Metadatensatz-Vorlagen nachzubearbeiten oder zu löschen - zumindest hatte ich keine entsprechende Funktion gefunden. Dieses Manko ist mit dem Update 1.3 behoben. Auch die Struktur scheint durch die Hierarchie der Bilddateien im Dateisystem fest vorgegeben zu sein.
Im Nachbearbeitungs-Modul stehen einige grundlegende Funktionen zur Nachbearbeitung bereit. So können mit wenigen Handgriffen Belichtung, Farbtemperatur, Gamma-Kurve, Bildrauschen, chromatische Aberration und vieles mehr verändert werden. Weiterhin werden einige Grundfunktionen zur lokalen Korrektur angeboten, z. B. Freistellen und Ausrichten des Bildes, Rote-Augen-Korrektur, Staub-Entfernung. Wie schon angesprochen arbeiten alle diese Funktionen non-destruktiv. Während man mit den globalen Funktionen schon recht weit kommt, decken die lokalen Nachbearbeitungsfunktionen bestenfalls die Grundbedürfnisse ab. Der Anwender benötigt also recht schnell noch eine weitere Bildbearbeitungssoftware, zumal die bereitgestellten Funktionen nicht immer fehlerfrei arbeiten oder umständlich zu handhaben sind. Die Rote-Augen-Korrektur greift schon mal gründlich daneben und bietet dann auch praktisch keine Möglichkeiten, manuell nachzubessern, die Staubentfernung ist ebenfalls eine rein manuelle Funktion.
Am schwersten wiegen für mich jedoch die Einschränkungen beim Export: Lightroom bietet als eines der wenigen mir bekannten Tools auch die Möglichkeit der RAW-Ausgabe (DNG-Format). Allerdings ist diese selbst in der aktuellen Version schlicht unbrauchbar. Die getätigten Beabriteungsschritte fehlen in den ausgegebenen Dateien schlicht und einfach, d. h. Rote-Augen-Korrektur, teilweise die Belichtungskorrekturen und die Freistellung gehen beim Öffnen mittels Photoshop schlicht verloren. Lightroom selbst kann die erzeugten Dateien zwar wieder öffnen, nur nutzt das nichts, wenn die Bilder mit anderen Tools weiterbearbeitet werden sollen. Hier drängt sich der Verdacht auf, daß Lightroom entgegen der beim Export getätigten Voreinstellungen einfach immer die Originaldatei speichert und mit einigen Metadaten bzgl. der Bearbeitungsschritte versieht, die natürlich kein anderes Programm mehr lesen kann, da sie außerhalb des DNG-Standards stehen.
Insofern kann ich Lightroom bisher noch keine Kaufempfehlung aussprechen. Dies mag sich ändern, wenn Adobe hier kräftig nachbessert. Einiges wurde mit den bisherigen Updates ja schon verbessert, aber es bleibt doch noch ein weiter Weg...
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