Beschreibung
Flags Of Our Fathers: Clint Eastwoods thematisch ambitioniertes und emotional komplexes amerikanisches Epos Flags of our Fathers weiss eine Menge über Heldentum und Krieg zu berichten. Basierend auf dem Bestseller von James Bradley (Koautor: Ron Powers), adaptiert für das Kino von Million Dollar Baby-Autor Paul Haggis (William Broyles Jr, verantwortlich für Jarhead schrieb eine erste Fassung, die verworfen wurde als Eastwood in das Projekt einstieg), ist Flag of our Fathers weniger konventioneller Kriegsfilm, als vielmehr eine zum Nachdenken anregende Meditation über das kollektive Bedürfnis nach Heldentum. Indem die Geschichte der sechs Männer (fünf Marines und ein Navyarzt) nacherzählt wird, die am 23.Februar 1945 die amerikanische Flagge auf Iwo Jima gehisst haben, erreicht Eastwood zweierlei: Zum einen führt er uns durch die exakt recherchierten und so authentisch als möglich inszenierten Schlachtsequenzen den Horror von Krieg vor Augen - zum anderen wird der Focus auf das weitere Schicksal dreier überlebender Flaggenträger (gespielt von Adam Beach, Ryan Philippe und Jesse Bradford) gelegt. Die Aufnahme von AP-Fotograf Joe Rosenthal, der das Hissen der Flagge für die Nachwelt festgehalten hat, wird durch die Propagandamaschinerie ausgeschlachtet - es ist heute das wohl berühmteste Foto der Militärgeschichte - und die Überlebenden Flaggenträger werden auf eine physisch und psychisch erschöpfende Tournee durch Amerika geschickt. Der Film entwickelt sich durch diese Beobachtung zu einer pointierten Studie über Tapferkeit, Kriegstraumata und die wahre Bedeutung von Heldentum in Kriegszeiten - so ganz nebenbei ist Flags of our Fathers auch eine Betrachtung über die Gefahren fehlgeleiteter Identifikationswünsche durch die Massenmedien. Eastwood erlaubt dem Zuschauer durch die zurückhaltende Inszenierung eigene Schlüsse zu ziehen und vermeidet klugerweise die Bezugnahme zu aktuellen Ereignissen. Das Schicksal der Flaggenträger erlaubt Rückschlüsse auf die Risiken von öffentlichem Ruhm und das gesellschaftliche Bedürfnis nach Vorbildern, gerade in Krisenzeiten. Die Erwartungen derer, die sich einen geradlinigen Kriegsfilm erhoffen, werden nicht eingelöst. Statt dessen ist Flag of our Fathers ein zutiefst bewegender, handwerklich ausgezeichnet gemachter Film, der durchaus patriotische Züge enthält (in der Betrachtung der Kameradschaft unter den Soldaten im Gefecht), ohne es zu versäumen die grundsätzliche Sinnlosigkeit von Krieg zu dramatisieren. Eastwood hat in Letters of Iwo Jima, einer Fortsetzung, wenn man so will, den Konflikt aus der japanischen Perspektive beleuchtet.--Jeff ShannonLetters From Iwo Jima: Von Kritikern bejubelt und umgehend in den Rang eines modernen Klassikers erhoben, ist Clint Eastwoods Letters from Iwo Jima ein Appell an die Menschlichkeit und eine erschütternde Anklage gegen die Schrecken des Kriegs. Mit bemerkenswert liberalem Weltverständnis, hat Eastwood mit Hilfe eines knappen, konzentrierten Drehbuchs der Erstlingsautorin Iris Yamashita einen japanischen Film gedreht, mit japanischen Dialogen (untertitelt) und auch stilistisch mit deutlich spürbarem japanischen Einschlag. Letters from Iwo Jima funktioniert sowohl als Gegenstück, als auch als Ergänzung zu Eastwoods bereits zuvor veröffentlichtem Film Flags of our Fathers. Während der zuletzt genannte Film eine komplexe, nicht lineare Struktur bevorzugt, mit aufwändigen Produktionswerten eine der blutigsten Schlachten des zweiten Weltkrieges in Szene setzt und sich mit den traumatischen Auswirkungen des Krieges auf amerikanische Soldaten befasst, zeigt Letters from Iwo Jima die japanische Perspektive. Zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen, ohne die Hoffnung auf Unterstützung, in einem Tunnel- und Höhlensystem gefangen, waren die Japaner zur unausweichlichen Niederlage und schlussendlich dem eigenen Tod verdammt. Eastwood benutzt viele der in konventionellen Kriegsdramen bereits erprobten dramaturgischen Kniffe. Er rückt die Konflikte zwischen den Soldaten und ihren Vorgesetzten in den Focus und beleuchtet ihre Entstehung in Anbetracht überwältigender Umstände. Es wird auf die Notwendigkeit eingegangen sich selbst und andere opfern zu müssen während man verzweifelt um die Wahrung der eigenen Würde ringt. Angefangen vom Überdruss des jungen Rekruten Saigo (Kazunari Ninomiya) bis hin zur verzweifelten Strategie des japanischen Oberbefehlshabers Tadamichi Kuribayashi - gespielt vom zum Oscar-nominierten Ken Watanabe (Last Samurai) - dessen Briefe nach Hause die Titelgebung des Films inspiriert haben, vermeidet Letters from Iwo Jima jegliche Verherrlichung, selbst eine nicht selten anzutreffende Romantisierung des Krieges. Der Film benutzt ausgewaschene Farben um die Trostlosigkeit in der Schlacht zu verdeutlichen und zollt statt dessen den Männern Tribut, mit denen es das Schicksal nicht allzugut gemeint haben kann und die von der Behaglichkeit ihres Zuhauses nur träumen konnten.--Jeff Shannon
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Kundenmeinungen
Letters from Iwo Jima..., 12. Oktober 2007
..hat mich bis aufs letzte gefesselt. Man muss um das ganze Eastwood Paket zu verstehen aber beide Filme sehen genau das ist es, was diese beiden Filme so fesselnd und unglaublich realistisch macht. Als ich Flags of our Fathers sah war ich bereits ein wenig beeindruckt und sah in den Japanern das Böse. Nachdem ich dann Letters from Iwo Jima gesehen hatte waren die Amis für mich die Bösen. Das Fazit des Filmes ist im Endeffekt recht einfach, egal auf welcher Seite du stehst, du kannst nur verlieren. Flags of our Fathers ist insgesamt ein wenig schwächer aber würde dennoch gute 4 Sterne von mir bekommen. Letters from Iwo Jima ist ein absoluter Hammer Film und bekommt 5 Sterne. Da diese Collectors Box so beeindruckend im Steelbook daherkommt muss ich 5 Sterne an diese tolle Box vergeben.Schön das es wirklich noch Filme mit so einer großen Aussagekraft gibt ich bin wirklich tief beeindruckt.
Zwei einfühlsam inszenierte, packende Kriegsfilme in Eastwoodscher Handschrift, 30. Juli 2007
Flags Of Our Fathers:Nachdem Clint Eastwood als Regisseur inzwischen die verschiedensten Genres mit Bravour abgedeckt und dabei jedesmal seinen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt hat, konnte man auf seine gleich zwei Beiträge zum zuletzt vielstrapazierten Kriegsfilmgenre gespannt sein. Nebenbei: meines Erachtens gibt es keinen wirklichen Anti-Kriegsfilm, denn sobald effektvoll Kriegsszenarien bebildert werden, dient dies neben der Darstellung der abstoßenden und damit abschreckenden Greuel auch der Befriedigung der Schaulust. Den Vergleich zum SOLDAT JAMES RYAN kann man durchaus ziehen, da hier wie dort Einzelschicksale im Vordergrund des Geschehens stehen. Wo Spielberg bewusst lärmend und schockierend vorgegangen ist, schlägt Eastwood leisere Töne an. Aufgrund der ziemlich sprunghaften Erzählweise gelingt ihm dabei zwar nicht, an die Intensität des Vorbilds anzuknüpfen, dafür kann man Eastwoods Werk eine gewisse Eleganz nicht absprechen. Weshalb die wahre Geschichte (wäre sie erfunden, hätte wohl jeder die Absurdität der Story kritisiert) der zweimal gehissten Flagge und das Schicksal der Soldaten dahinter ihn derart fasziniert hat, ist für den aufgeschlossenen, nicht auf Krawall gebürsteten Cineasten nach zwei verfliegenden Stunden eigentlich mühelos nachvollziehbar. Für die ausgewogene Sicht der Ereignisse um Iwo Jima sorgte Clint Eastwood dann mit dem Anschlusstreffer LETTERS FROM IWO JIMA.Letters From Iwo Jima:Einleitend und um eventuell Zögerliche umzustimmen darf ich bemerken, dass der Film im Gegensatz zur Kinoauswertung auf DVD synchronisiert ist. Und das sehr sorgfältig und überzeugend.Im Vergleich zu FLAGS OF OUR FATHERS ist meines Erachtens der Kampf um die Insel Iwo Jima aus japanischer Sicht das rundere Werk. Dies ist zum Einen auf die linearere Erzählweise zurückzuführen (bei FLAGS übertrieb es Eastwood ein wenig mit den Zeitsprüngen); an dieser Stelle nochmal die Warnung an Eventhungrige: bis zur ersten Kriegshandlung vergehen gute 45 Minuten mit der Einführung der Charaktere. Zum Anderen fühlt der Zuschauer gerade durch die Lieferung dieser prägnanten Backgrounds mit den wenigen Hauptprotagonisten, deren Schicksal man bis zum bitteren Ende verfolgt. Die bei Beginn des Films aufkommende Befürchtung, die einzelnen Japaner nicht voneinander unterscheiden zu können, erledigt sich somit recht schnell. Aus dem vorwiegend unbekannten, aber nichtsdestotrotz vorzüglichen Cast ragt Ken Watanabe einmal mehr heraus. Bereits in LAST SAMURAI, DIE GEISHA und BATMAN BEGINS gab er Kostproben seines Könnens und seiner eindrucksvollen Leinwandpräsenz. Wieviel engagierter muss er daher motiviert gewesen sein, in seiner Muttersprache inszeniert zu werden. Bleibt zu hoffen, dass er - im Gegensatz zu seinem chinesischen Pendant Chow Yun-Fat (zuletzt in FLUCH DER KARIBIK 3) - nicht als Hollywoods Vorzeige-Asiate in belanglosen Blockbustern verheizt wird. Von der technischen Seite überzeugt LETTERS mindestens wie der Vorgänger oder DER SOLDAT JAMES RYAN. Vielmehr muss man erneut feststellen, welche Benchmarks Spielbergs Meisterwerk gesetzt hat. Bekanntlich hat er Eastwoods Zweiteiler produziert und damit sicherlich auch den ein oder anderen Ratschlag parat gehabt, wie man Actionsequenzen packend einfängt. Wie FLAGS erinnert LETTERS in Optik und Wucht der grausamen Kampfhandlungen eins zu eins dem genannten Vorbild. Stellt sich abschließend die Frage, weshalb man sich schon wieder Kriegsszenarien, zum Teil fokussiert auf Einzelschicksale, und die x-te Variante brutaler Verstümmelungen anschauen sollte. Ganz einfach weil dieses Mal nicht die Sicht der Weltpolizei USA das Geschehen verklärt, sondern deutlich wird, dass auch auf der Gegenseite angsterfüllte, normale Menschen am MG standen und keine seelenlosen Killermaschinen. Die manchmal archaisch anmutenden Rituale der uns überwiegend fremden japanischen Kultur - genannt sei bspw. der wie selbstverständlich praktizierte Suizid nach Scheitern der befohlenen Mission - tragen hierzu sehr viel bei und werden von Eastwood ohne Effektheischerei und wertungsfrei bebildert. Ein sehenswerter, unpathetischer Streifen und zweifellos einer der besten Vertreter dieses Genres seit Jahren.
Mr. Eastwood - erneut ein Meisterwerk !!!, 29. Juli 2007
Hi volks,wer bereits die Filme "Erbarmungslos" und besonders "A million dollar baby" von Clint Eastwood kennt, weis welch grandioser Regisseur er ist.Zwar haben die Filme nichts vom Stoff gemeinsam, sind sie jedoch alle grandios bis ins letzte Detail inszeniert.Mich fasziniert mit welcher Klasse er ein solches historisches Ereignis nicht als Schlachtengemetzel, wie es sie schon zur genüge gibt, sondern als Homage an die Menschlichkeit darstellt.Ganz entscheidend für mich ist jedoch die Tatsache dass er beide Seiten zu Wort kommen läßt und der Zuschauer beide Seiten des Krieges zu sehen bekommt, was besonders wichtig im Bezug auf die U.S.A ist.Ich kann mich hier nur den Vorschreibern anschließen und Mr. Eastwood meinen Respekt zollen. Unbedingt die Reihenfolge einhalten und mit "Flags of our Fathers" beginnen.Fazit: Grandios gemachtes Kino in einer sehr guten Box-Version mit viel Hintergrundmaterial. Ich möchte auch an solche Kunden appellieren, die nicht unbedingt Kriegsfilme mögen, diese können hier ohne Bedenken zugreifen, sie werden überrascht sein !!!
Eine Schlacht hat immer 2 Seiten, 28. Juli 2007
Was für ein Filmpaket!Beide Filme sind für sich schon einmalig und sehr gelungen - zusammen jedoch unschlagbar.Hier steht nicht die Schlacht im Vordergrund - sondern die Soldaten bzw. Menschen, die daran beteiligt waren.Ich persönlich finde Letters of Iwo Jima noch etwas besser als Flags of our Fathers, da er ruhiger ist und sehr viel über die Mentalität der Japaner zeigt.Einige Szenen kommen einem bekannt vor wenn man Flags of our Fathers vor Letters of Iwo Jima sieht (ist ja auch die richtige Reihenfolge). Aus einem anderen Winkel aufgenommen (andere Seite) und daher macht es die beiden Filme so spannend.Sehr gut gelungen. Weiter so Mr. Eastwood!!
Ein Krieg, zwei Perspektiven - kein plumpes Heldentum, bravo Clint Eastwood!, 16. Juli 2007
Da ich von beiden Filmen Interessantes gehört hatte, kaufte ich mir bei Erscheinen die Steelbook-Edition. Und ich war begeistert!Die Schlacht um Iwo Jima, das Bild vom Aufstellen der Fahne, sicherlich mit das bekannteste in der Kriegsgeschichte, wird hier auf zweierlei Arten erzählt. Zum einen sind da die amerikanischen Soldaten, die das Eiland erobern sollen, um eine wertvolle Nachschubbasis für die Kriegsmacht Amerika zu sichern, zum anderen die Japaner, die trotz des Wissens der technologischen und ökonomischen Unterlegenheit bis zum Tod kämpfen, da dies für sie einen ehrenvollen Tod bedeutet.Während um die "Helden von Iwo Jima" eine Geschichte in der amerikanischen Heimat aufgebaut wird, um mehr Geld in die Kriegskasse zu bringen, sind die Helden selbst mit ihren Gedanken bei ihren Kameraden und betrachten die Kommerzialisierung zu Hause mehr oder weniger als Farce. Umso schlimmer, dass nach Kriegsende keine Person mehr mit ihnen schmücken will und die "Helden von damals" in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.Auf japanischer Seite wird von dem besonnenen General Kuribayashi ein Verteidigungsplan aufgestellt, obwohl dieser weiß, dass ihn die kaiserliche Flotte nicht unterstützen kann und er so, wohlwissend bezüglich der Unterlegenheit, einen sinnlosen Kampf führen muss.Die DVDs enthalten ein kristallklares 16:9-Bild, der Sound ist so atmosphärisch, dass er mitunter sehr beklemmend wirkt. Die Geräuschkulisse der Schlacht ist so beeindruckend, dass man am liebsten die nächste Deckung suchen will! Das Bonusmaterial auf der dritten DVD kann sich auch sehen lassen, hier gibt es Hintergrundinformationen, sowohl historische als auch zum Film / Making Of. Somit insgesamt drei randgefüllte DVDs mit sattem Bild und sattem Sound.Dieselbe Geschichte aus zwei Perspektiven zu erzählen, hat mich sehr beeindruckt. Clint Eastwood hat hier wahrlich zwei große Antikriegsdramen abgeliefert. Da filmisch alles passt und auch an den DVDs nichts zu bemängeln ist, hat diese Kombination in der schicken Verpackung auch 5 Sterne verdient!
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