Kundenmeinungen
Chapeau Obsidian!, 4. September 2008
Computerrollenspieler dürfen sich über diese Erweiterung im positiven Sinne wundern: Das Hauptprogramm war eine klassische, allerdings toll erzählte Fantasystory, die vor allem von den gut ausgearbeiteten Begleitern gelebt hat. Mask of the Betrayer geht andere Wege. Wer die alten Black-Isle Titel (Baldurs Gate, Icewind Dale, Planescape) kennt, dem sei gesagt: Kein Computerrollenspiel der letzten Jahre ist in Sachen Atmosphäre und Figurenzeichnung so nah an Planescape Torment (das meines Erachtens dennoch nochmals drei Klassen besser ist, weil es inhaltlich für mich schlichtweg das beste Computerrollenspiel ist, dass ich bislang gespielt habe) ran! Wer auf erwachsene Atmosphäre in Computerrollenspielen steht und nicht vor einem gehörigen Schuss Morbidität zurückschreckt, wird diese Erweiterung lieben: Chapeau Obsidian!
Grandioses Add-On für ein großes Spiel, 23. Juli 2008
Dieses Add-on war bei mir ein großer Spätzünder.Nach den großen finale des Hauptspiels, wo es eigentlich die klassische Rollenspielgeschichte gab, mit dem mystischen uralten Bösen das alle bedroht, seinem Ursprung und der Geschichte des Helden, die auch damit verwoben war, nachdem alles ganz klar in gut und böse und schwarz und weiss unterteilt wurde, vermochte mich die Geschichte von MotB nicht zu fesseln.Die Welt, die aus einem wilden Mix slawischer, orientalischer und skandinavischer Elemente war schwer zu vedauen und die Namen der Charaktere waren auch recht seltsam, genauso wie die Geisthunger Sache, was dazu führte, dass man sie nicht sofort ins Herz schloss. Ich hab das spiel aufgegeben und erst einen Monat später wieder angefangen, in der Hoffnung, das Geld nicht in den Wind geschmissen zu haben.Und dann hat es mich erwischt. Die Geschichte, als ich sie weiter verfolgte, war faszinierend, die Charaktere gerade durch ihre Eigenartigkeit interessant und wie sich langsam die Hintergründe offenbarten, der Kampf der Götter, die Traumwanderungen, die Liebesgeschichte Akachis, einfach alles war so originell, wie nur wenige von mir gelesene Geschichten, das ganze hat einen einzigartigen Flair, wie ihn Gothic 3 oder Oblivion niemals erreichenBei jedem Quest traf man auf seltsame Dinge oder Charaktere , wie Vetteln (war zur Hölle ist eine Vettel?), Gedankenschinder, Dschinns, u.v.m.Auch ist das Ausmaß der Geschehnisse faszinierend. Hat man doch in vielen Rollenspielen nur entfernt mit Göttern zu tun, indem man ein Werkzeug ihres willens ist für sie Kämpft, wird hier eine ganze neue ebene eröffnet. Man besucht eine Leiche eines toten Gottes in einer anderen dimension, man wird Zeuge, wie Götter sich bekämpfen, Menschen gegen Götter und ihre Ordnung kämpfen und versuchen sie einzureißen(!), man reist mal eben in die Unterwelt, man absolviert Abenteuer innerhalb von Träumen, es ist einfach mehr als das stinknormale "Dungeons/Städte von Viechern/Gegnern und dem Boss säubern und die Belohnung in Gold/Item/Ruf/Exp kassieren"Auch die philosophische/theologische Seite des Kreuzzugs des Verräters und der Fragwürdigkeit des göttlichen Strafe ist finde ich sehr gut gelungen, passt zur Diskussion über Notwendigkeit von altbackenenen Kirchentraditionen und oder ihren längst überfälligen Fortschritt, denn was ist denn das für ein Gott, der lediglich Wert auf Formalitäten legt? Ist es nicht die Liebe, die zählt, wenn Gott = Liebe ist? aber ich schweife ab.In diesem Sinn machen die Konversationen mit Kaelyn Spaß, ebenso auch wie die Hintergründe anderer Charaktere.Die Grafik ist spitze, es gibt viele Items, auch wenn nicht so viel wie beim Hauptspiel.Dies wird jedoch vollkommen dadurch ausgeglichen, dass man durch das Essenzen sammlen sich seine Sachen sozusagen custom-anfertigen kann.Man kann dadurch zu viel mächtigeren Waffen/Rüstungen kommen, als durch das Sammeln, wenn man gut kombiniert.Die Epischen Fähigkeiten sind auch ein Schmankerl für jeden, der auf absoluten Overkill steht, wie der Zauber "Vampirschmaus", der eigentlich schon unfair mächtig ist.Was die Kamera angeht, ist sie nicht genauso, wie wie schon beim Hauptspiel? Ich hatte jedenfalls keine Änderung festgestellt und auch wenn man manchmal ein bisschen mit der Kamera rumfummeln muss, irgendwann hat man es drauf und tut es automatisch.Den Geisthunger hat man eigentlich recht schnell im Griff. Am Anfang hatte ich mit dem Hexenmeister Probleme, weil er ja ständig rasten muss, um die Zauber nachzufüllen und in der Zeit der hunger wieder anstieg, aber als ich versuchte, mal oft zu unterdrücken, hatte ich alles schnell im griff und musste nur sehr selten Seelen verzehren.Generell kann man sagen, dass die Tugenden von NWN2 hier behalten wurden und die Story vielfach verbessert wurde. Die unendlichen Möglichkeiten bei der Charaktererschaffung und der Steigerung, die vielen Zaube und Werte und Dinge, auf die man achten muss, um einen optimierten Charakter zu haben, halt alles klassische Rollenspiel Sachen, die ich auch z.T. aus Pen & Paper Rollenspielen erkenne, die ich früher mit Freunden gespielt hab, es ist viel faszinierender als solche Games wie die oben genannten Gothic 3 oder TES Oblivion, die sich Rollenspiele schimpfen, wo man eigentlich auf echte charaktererstellung pfeifen kann und es eh nur aufs Metzeln via linke Maustaste hinausläuft.
"Liebe siegt immer...", 4. Mai 2008
Das von mir angegebene Zitat gibt genau meine Sichtweise gegenüber dem Spiel wieder. Dazu trägt vor allem eine Sache ganz besonders bei: Die Handlung.Diese besitzt epische Ausmaße und übertrumpft sogar die des Hauptspiels, in deren Verlauf der Spieler die Reiche an sich verlässt und in wirklich "göttliche" Sphären vordringt. Hierzu möchte ich anmerken, dass das nicht jedem gefallen wird, vor allem nicht jenen Rollenspielern, die schon damit Probleme habe, mit hochstehenden Persönlichkeiten zu interagieren. Ansonsten sei gesagt, dass die Geschichte um den Splitterträger aus dem Hauptspiel spannend fortgesetzt wird und sich größtenteils vom bekannten "rettet die Welt-"prinzip des Hauptspiels verabschiedet. Jedoch kann sie durchaus als eigenständige Story gesehen werden die Elemente aus Knights of the old Republic II, Planescape Torment und Baldurs Gate zu einem sinnigen Ganzen vermischt und zu einem exzellenten Gesamtereignis führt. Die Zahl der neuen Begleiter ist im Vergleich zum Vorgänger sehr gering, jedoch können diese vier neuen Mitstreiter mit einer Komplexität beeindrucken die den meisten des Vorgängers empfindlich abging.Jeder von ihnen weis mit einer eigenständigen Lebensgeschichte zu beeindrucken und je nachdem wie man mit ihnen kooperiert darf man mit der einen oder anderen Überraschung rechnen.Positiv anzurechnen ist auch der Szenariowechsel von der sattsam bekannten Schwertküste in das russlandähnliche Rashemen, welches mit seinen Themen um Geister und Hexen, dem Spieler eine vollkommen andere Sichtweise vermittelt, als die klassischen Heldenmentalitäten der Schwertküste. In diesem Land geht das Wohl der Gemeinschaft über das des Einzelnen, Mitgefühl ist ein verschwendeter Luxus und es herrschen feste Richtlinien an die man sich zu halten hat. Man merkt, dass sich das Land in den so oder so schon düsteren Grundkanon einfügt und schon hier wird man mit immer wiederkehrenden Themen des Addons konfrontriert, in denen es dem Spieler überlassen ist, wie er dazu steht.Ja man hört heraus, ich liebe die Handlung des Spiels, ihre Thematiken, die Charaktere und ich hatte viel Spaß damit es bis zum Ende durchzuspielen. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten und der soll hier ebensowenig verschwiegen werden, wie die Qualität der superben Handlung. Zum einem ist die Kamera beinahe ein ebenso schrecklicher Fluch, wie ihn die Hauptfigur später erfahren wird, da sie die dumme Angwewohnheit besitzt selten die Position einzunehmen, die einem als Spieler angenehm wäre und man oft sich quer duch den Bildschirm klickt um genau die richtige Stelle zu erwischen, die den Spieler schlußendlich dann auch wieder buchstäblich ins rechte Bild rückt. Zum anderen ist das Spiel schwer. Dies liegt zum einem an den erheblich zäheren Gegnerhorden, die die tapfere Reckentruppe innerhalb weniger Sekunden dorthin befördern, wo eines jeden Reise durch's Leben einmal endet, wenn man nicht aufpasst zum anderen auch an einer gewissen Sache, die Veteranen des Addons nur zu bekannt sein dürfte, die den Spieler zu schnellen Handeln ZWINGT und bei schlechten Management ohne die erwähnten Gegnerhorden ruckzuck ins Grab befördert. Planung ist schwer vonnöten und man wird wohl das zweite Kapitel(ab dann beginnt der zeitraubende Schlamassel) nochmal von vorne beginnen müssen, da einem gewisse Lokalitäten schon bekannt sein dürften. Nochmal: Mask of the Betrayer ist SCHWER und nur was für Profis und selbst die müssen sich zu Beginn durchbeißen. Jedoch und das soll hier nicht unerwähnt bleiben,wenn man die Spielmechanik beherrscht und all die Anfgangsschwierigkeiten überwunden hat, spielt es sich beinahe wie von selbst und dann, ab hier macht mein Rezensionstitel Sinn, hat man sich verliebt und hört erst auf, wenn man alle Zusammenhänge des Spiels verstanden hat.Denken sie daran liebe/r Leser/in, Liebe siegt immer und die schlußendliche Belohnung dieses schweren Kampfes, ist immer mehr als wir jemals erhofft haben.
Sehr schöne und mystische..., 4. April 2008
...Geschichte. Hier wird endlich wieder eine Geschichte erzählt, die ich interessant und inspirierend fand! Was sonst unter viel Grafik an Storyleere angeboten wird kann sich vor diesem Titel nur verstecken. Rashemen das Land der Geister, eine versunkene Stadt, ein Abstecher in eine Hölle. Die Schauplätze sind stimmig. Gleichzeitig gibt es eine ganze Reihe von ebenso interessanten Charakteren- Einen Geist eines Bären-Urahnen z.B. (Im Stile von z.B. Prinzessin Mononoke). Am Spielprinzip wurde nicht viel geändert. Auch die Engine ist schließlich dieselbe auch wenn es hier und da meines Erachtens nach etwas raffiniertere Texturen gibt. Daher kann man wenn man das Hauptspiel mochte relativ beruhigt sein- Schlechter ist was geboten wird auf keinen Fall.Ich kann also nur eine deutliche Kaufempfehlung aussprechen.
Gut, 26. März 2008
Die Erweiterung baut dort auf, wo das Hauptspiel glänzte. Die neuen Grundklassen, Prestigeklassen und Rassen erlauben es, den Charakter noch individueller zu gestalten und erhöhen die Komplexität.Wieder gibt es NPCs mit Charakter, auf die man Einfluss ausüben kann. Im Gegensatz zum Hauptspiel bringt die Einflussnahme bei jedem einzelnem Charakter jeweils handfeste Vorteile. Neu ist der Hunger nach Geistern, welcher durchaus zu Problemen sorgen kann. Auf der einen Seite bekommt man als Geistzehrer zahlreiche Sonderfertigkeiten, andererseits führt die Ignoranz des Hungers zu Attributsverlust und sogar endgültigen Tod. Das beinhaltet dann aber auch die Möglichkeit, sich in eine Sackgasse zu manöwieren, wenn man mit dem Hunger nicht umgehen kann. Das ist in meinen Augen ein schwerer Minuspunkt.Die Geschichte ist etwas abgehoben aber dennoch in den Vergessenen Reichen verhaftet und stimmig. Da man schon zu Beginn der Zusatzkampagne beinnahe auf epischem Level ist erscheinen die epischen Ausmaße der Geschichte jedoch logisch.Ein deutlicher Minuspunkt, der jedoch bei Erweiterungen üblich ist, ist die eher kurze Kampagne. Gerade auf epischen Stufen bietet es sich an, längerfristige Konflikte wie der mit dem schwarzem Garius aus dem Hauptspiel einzubauen. Das wird leider versäumt.Angenehm an der Geschichte ist die Verwebung mit dem Hauptspiel, so kann man zum Beispiel herausfinden, was aus den alten Gefährten wurde.
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