Kundenmeinungen
Sie können's immer noch, 22. November 2007
Eigentlich war ich sehr skeptisch und wollte mir die DVD gar nicht kaufen. Deep Purple ohne Jon Lord ... Aber die Neugier hat doch gesiegt, und ich habe es nicht bereut. Don Airey ist ein hervorragender Nachfolger, beherrscht sein Instrument und fügt sich in die Gruppe ein, wie es sein soll. Steve Morse, ebenfalls hervorragend, spielt, als gehöre er schon immer dazu. Immerhin hat er bereits mehr Jahre mit Purple als Ritchie Blackmore. Und die drei alten Herren: Hochachtung. Ian Gillan hat offenbar ein paar Probleme bei den ersten Stücken, das gibt sich aber schnell. Ian Paice bearbeitet seine Felle, als gebe es kein Morgen mehr. Und Roger Glover läuft mit einem so glücklichen Grinsen auf der Bühne herum, als gäbe es nicht Größeres, als ein Purple-Konzert zu geben. Gibt es wahrscheinlich auch nicht.
Über die Auswahl der Stücke ist an dieser Stelle von anderen Rezensenten genug gesagt worden. Ich finde, das ist immer Geschmackssache. Und für mich persönlich ist ab "House of blue light" kein Album mehr an die Vorgänger herangekommen. Wobei ich auch die allerersten schätze und mich gefreut habe, "Hush" hier wiederzufinden.
Dazu der - wie immer bei der Montreux-Serie - einen hervorragenden Sound, der besonders in der DTS-Fassung mächtig und druckvoll aus den Boxen kommt, sowie ein 16:9-Bild in HDTV, das damit auch um Klassen besser ist als das Bild des 1996er Montreux-Konzerts. Insgesamt also mal wieder ein Highlight aus dieser Serie. Vielen Dank an Claude Nobbs und Eagle Records.
DeepDirk, 24. Juli 2007
Einfach Klasse die 1.DVD . Die 2.DVD ist eine prima Zugabe, was für echte Fans. Die Leute, die ewig etwas zu nörgeln haben, können sich doch eine andere Band suchen, z.B. die Uralt-Opa's ROLLINGS STONES. Diese haben DEEP PURPLE noch nie erreicht. Ich habe voriges Jahr Deep Purple in Erfurt erlebt. Da war es genauso Klasse wie auf DVD 1, nur das Konzert in Erfurt war länger und Alice Cooper hat vorher mächtig genervt. Seit "Deep Purple IN ROCK" bin ich Fan. So frisch wie jetzt waren die Jungs selten. John Lord wurde nahtlos ersetzt und das war sicher auch nicht einfach.
DeepDirk (45)
Spielfreude auf hohem Niveau, 18. Juli 2007
Ich bin Purple-Fan der ersten Stunde. Habe sie aber dann in den späten 80ern aus den Ohren verloren. Dann kam mir vor ein paar Jahren " Purpendicular" zwischen die Finger. Erstaunt las ich das da Steve Morse mitspielt. Mir gefällt der Typ. Kenne ihn von Dixi Dreggs und Kansas. Einer der besten Gitaristen. Purpendicular gefiel mir aber nicht sonderlich, trotzdem kaufte ich " Live at Montreux". Ich war überrascht wie locker die alten Männer ihre Songs aufspielten. Es war deutliche Spielfreude zu erkennen und das liegt 100 prozentig daran, daß Kotzbrocken und Psychopat Blackmore nicht mehr dabei ist. Wer " Come hell or high water" gesehen hat weiß von was ich rede. Die Jungs waren alle eingeschüchtert. Huch, was bringt er als nächstes. Er hatte ein Glas Wasser nach Gillan geschmissen. Unmöglich! Es war peinlich mit anzusehen, wie er da stand und seinen Mund immer wie ein Fisch auf dem Trockenen bewegte und dabei recht grimmig schaute. Zu meinen Vorrednern möchte ich sagen, einen Gittaristen zeichnet nicht aus wieviele Pausen er in den Solos einlegt, sondern wie perfekt und flott er sie spielt. Siehe Streve Morse. Blackmore war nur durchschnittlich und ohne seine Mittstreiter nichts.Also wer Purple mag, kaufen. Einziger Minuspunkt ist leider Ian Gillan, er kann mit seiner Stimme nicht mehr alles singen. Die alten Sachen sind einfach eine Tonlage zu hoch, aber trotzdem er ist eben ein alter Mann geworden, strengt sich mächtig an und ist dabei ein sehr sympatischer Mensch auf der Bühne.
Ordentlich - aber keine magischen Momente, 26. Juni 2007
Naja, musikalisch ist das ja ganz ok. aber im gegensatz zu MK2-Besetzung fehlt die unsagbare Kraft und Power sowie das Feeling für Spannungssteigerung.
Wie komme ich darauf?
Hierbei möchte ich insbesondere das Gitarrenspiel von Morse heranziehen.
Ich habe mir mittlerweile alle Live-DVDs mit Morse angesehen und bin jedesmal nach ca. 20 Min. unendlich genervt von dessen Spiel.
Bei jedem Solo fuddelt mit Geschwindigkeit die Noten hoch und runter, so dass man die Solos bei jedem Lied - bis auf Kleinigkeiten adaptieren kann (hast du ein Solo gehört kennst Du auch die anderen).
War bei Blackmore noch Schnelligkeit, Bluesfeeling und klassische Momente als ständige Überraschung eingebaut, so dass die Solos immer wieder gehört werden konnten, so fehlt die bei Morse leider komplett.
Sicher Morse ist ein super techniker nur leider kommt bei im kein Feeling/Groove durch!!!
Die Kunst des Gitarrenspielens ist es gekonnt Pausen zu setzen und nicht die Noten rauf und runter zu jagen!!!
Dies musste ich, obwohl bereits oft drüber diskutiert wurde, einfach mal loswerden!
Die 3 Sterne für eine professionelle/qualitativ gute Band ohne jedoch herausragende Akzente zu setzen!
Es war einmal..., 21. Juni 2007
Wir müssen uns damit abfinden, die beste Zeit von Deep Purple ist wohl endgültig vorbei! Ich will mich nicht auf weitere Blackmore/Morse-Diskussionen einlassen - da gibt es viele verschiedene Meinungen. Und für mich als absoluter Fan der MK II ist "Purpendicular" und "Bananas" gelungen, mit "Abandon" habe ich so meine Schwierigkeiten, und "Rapture of the Deep" ist, bei allem Wohlwollen, höchstens mittelmäßig.
Wir reden hier aber über den Auftritt in Montreux, das seit dem berühmten Vorfall im Dezember 1971 untrennbar mit Deep Purple verbunden ist, dokumentiert in dem unverwüstlichen "Smoke on the Water". 35 Jahre später ist von dem einstigen Glanz nicht mehr viel übriggeblieben. Ian Gillan quält sich bei höheren Tönen und versucht vergeblich, den Ton zu halten (besonders unangenehm beim Opener "Pictures of Home"), was sich zwar im Laufe des Konzerts bessert, doch eine Meisterleistung ist dieses hier nicht. Steve Morse ist zwar ein unbestreitbar virtuoser Techniker, doch fehlt ihm das Feeling, das einem Gänsehaut bescheren kann. Don Airey halte ich für einen der besseren Keyboarder dieser Welt, gemessen an Jon Lord (für mich immer die Seele von Deep Purple) ist er trotzdem nur ein kleines Licht. Bei seinem Solo versucht er (mit Boogie- und Klassik-Einlagen) Lord zu imitieren. Doch bei diesem Vorhaben konnte er bestenfalls nur Zweiter werden. Würde er ein eigenes Profil entwickeln und nicht nur seinem Vorgänger nachstreben, könnte er auch den Respekt von alten Purple-Fans gewinnen. Morse ist das - trotz aller unterschiedlicher Meinungen - gelungen. Ian Paice spielt solide wie immer. Mehr kann ich über ihn nicht sagen. Wer überrascht, ist der sonst eher im Hintergrund stehende Roger Glover, der mit einer Spielfreude dabei ist, die er noch nie zuvor so offen gezeigt hatte. Er animiert das Publikum, wie es sonst nur Gillan und Lord konnten. War es in der Vergangenheit Jon Lord, der die fragile Konstruktion namens Deep Purple zusammenhielt, scheint dieser Posten nun von Glover übernommen zu sein. Er ist die positive Überraschung des Auftritts.
Letztendlich muß jeder - mir fiel die Erkenntnis nicht leicht - einsehen, daß die Zeit von Deep Purple vorbei ist. Das macht dieser Auftritt leider mehr als deutlich. Mit Blackmore UND Lord fehlt die Essenz dieser Band. Gute Musik, nach wie vor, doch die magischen Momente fehlen. Die Band ist heute eine Einheit, doch die Stärke kam früher immer aus den Spannungen der Individuen, und die sind nicht mehr da.
Die 2. DVD bietet einen Auftritt von DP im Hard Rock Cafe in London. Ich vermute, daß das der Auftritt war, der schon die Toured Edition von "Rapture of the Deep" bereichert hat. Zu diesem Auftritt gibt es hauptsächlich zu sagen, daß Ian Gillan in weitaus besserer Form war als in Montreux.
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