Kundenmeinungen
Atmosphärisch dicht, 21. August 2008
Daß ein Film, zu dem Nick Cave das Drehbuch abliefert, keine spaßige Sache werden wird, dürfte jedem klar sein, der Nick Cave bereits als Komponist kennt. Daß Nick Cave aber auch Bilder komponieren kann, beweist sich jetzt durch diesen Film. Jede einzelne der Bauten, jedes einzelne Requisit, scheint durch die Detailgetreue eine eigene, schmutzige Seele zu haben, die dem Film seinen rauhen Charme verleiht. Schwer und kraftvoll wie das Blei der Kugeln. Vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber zu Zeiten der Crankschen Adrenalinschübe zweifellos eine atmosphärische Alternative.
Bildgewaltige Zivilisationskritik auf Australisch, 15. August 2008
Dieser Film von John Hillcoat ist ganz starkes Kino. Die Handlung ist im australischen Outback der 1880er angesiedelt. Im Zentrum steht ein faustischer Pakt zwischen dem britischen Captain Morris Stanley und dem irischen Outlaw und Bandenmitglied Charlie Burns. Stanley hat Burns' kleinen Bruder Mikey in Polizeigewahrsam genommen, dem für seine Verbrechen der Galgen droht. Stanley macht Charlie Burns ein Angebot: Sofern dieser seinen älteren Bruder Arthur tötet, der wegen zahlloser Gewaltverbrechen, die Mikeys und Charlies Vergehen weit in den Schatten stellen, gesucht wird, dürfen Mikey und Charlie mit Straffreiheit rechnen. Stanley verfolgt dabei zwei Ziele: Einerseits will er das von Anarchie geprägte Land "zivilisieren", dessen moralische Verdorbenheit von Myriaden von Fliegen symbolisiert wird, andererseits endlich den Mann, der die hochschwangere beste Freundin seiner Frau brutal ermordet hat, seiner als "gerecht" empfundenen Strafe zuführen. Damit gerät Stanley in ein ethisch-juristisches Dilemma, denn um seine Vorstellung von Zivilisation durchzusetzen, zu deren Grundlagen eine von der von ihm selbst repräsentierten Exekutive unabhängige Justiz gehört, sieht er sich trotz seines Amtes als Ordnungshüter zum Rechtsbruch gezwungen - wohl auch deshalb, weil die örtliche Justiz grob gegen das Neutralitätsgebot der eigenen Zunft verstößt. Außerdem bringt er mit seinem Angebot die zur Lynchjustiz neigenden Einwohner des kleinen Städtchens gegen sich auf, in dem er als Polizeichef dient. Es beginnt eine gnadenlose Jagd...Begleitet wird dieses komplexe und außergewöhnliche Sujet von grandioser Bildgewalt, herrlichen Aufnahmen des australischen Hinterlandes, hervorragenden Darstellern wie Ray Winstone, Guy Pearce, John Hurt und Emily Watson sowie einem dezenten Soundtrack von Warren Ellis und Nick Cave, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist. Das erschütternde Schicksal der Aborigines wird dabei ebensowenig ausgespart wie die unsagbare Brutalität, mit der innerhalb dieses quasi rechtsfreien Raumes agiert wird.
BIn ich noch wach oder schlaf ich schon?, 3. Juni 2008
Sooooo langweilig. In letzter Zeit leiste ich mir nur Fehlgriffe mit Filmen. Erst ...... Jesse James....... (mir fällt der komplette Titel gerade nicht mehr ein) uznd jetzt dieser hier. Dabei wurde dieser Film in den Rezensionen von Jesse James als besser eingestuft. Da einzig gute an beiden Filmen sind die Landschaftsbilder und die Musik, die aber bei Jesse James meiner Meinung nach besser sind. Als nächstes werde ich mir auf Empfehlung mal "Todeszug nach Yuma" reinziehen. Mal sehen ob ich dabei hellwach bleibe.
Öder und unnötig brutaler Western in schönen Bildern, 17. Mai 2008
Nick Cave ist bekannt dafür, dass er nicht gerade zimperlich ist. Seine Bücher, seine Texte triefen oft nur so von Gewalt. Diesem Motto blieb er auch bei diesem Film (von ihm stammt das Drehbuch & die Musik) treu.Das Ergebnis ist ein übertrieben brutaler australischer Western, der toll ausgestattet ist, landschaftlich einiges zu bieten hat und gut besetzt ist. Allerdings überwiegt am Ende das Gefühl, hier etwas gesehen zu haben, was man in Teilen aus anderen Filmen besser kennt.
GÄÄHN, 4. April 2008
Der Film fängt mit einem wilden Schusswechsel an. In einer Hütte befinden sich mehrere Personen, die Hütte wird von außen von Kugeln durchsiebt. Überleben tuen nur zwei Burns Brüder. Da fragt man sich schon wie das hingekriegt haben!Warum die Burns Bande eigendlich so gejagt wird bleibt dem Zuschauer vorborgen. Macht nix dachte die Regie und füllt den Film mit langweiligen Dialogen und Outback-Sonnenuntergängen die aber zum schluss immerhin 100 Minuten füllen und zwischendrin Kaffeekochen ermöglichen ohne etwas verpasst zu haben.Also die Burns Bande wäscht sich zwar öfter die Haare, die bleiben aber leider ständig verfilzt, was wohl an den Regie Assistenten liegt die einem ewig Glycerin ins Gesicht sprühen. Hingegen transpirieren die Gentleman auch mit Jacke gar nicht.Wer also schlafprobleme hat sollte sich diesen Film auf jeden fall ansehen.
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