Kundenmeinungen
Progressiver Rock wie er sein soll!, 10. August 2008
Fear of a Blank Planet ist ein klasse Album, das für Fans des progressiven Rocks eine echte Bereicherung ihrer Sammlung ist. Die Lyrics sind sehr interessant, die Melodien großartig.Natürlich ist es keine Musik, die sich nach dem ersten Hören erschließt, zumindest geht es mir nicht so. Wenn man sie aber mehrfach auf sich wirken lässt, ergibt sich eine Tiefe und Eleganz, die einen immer wieder fasziniert und mitreißt.Insbesondere Anesthetize ist für mich ein absoluter Hammer, Steven Wilsons Gesang und Gitarre, aber auch das fantastische Schlagzeug von Gavin Harrison (best progressive drummer of the year 2007, eine Auszeichnung des Magazins Modern Drummer) sind unglaublich gut.Zusammengefasst kann man sagen, wer gerne komplexe Musik hört (z.B. Pink Floyd, Dream Theater usw.) und mit den aktuellen Charts im Radio nur selten was anfangen kann, für den ist dieses Album sehr empfehlenswert.
Ausgefeilte Scheibe, 3. Februar 2008
Auch mit "Fear of A Blank Planet" bewegen sich Porcupine Tree nach "In Absentia" und "Deadwing" wieder ein Stück mehr in härteren Klangsphären.Obwohl die Band deutlich anders klingt, als beispielsweise beim 2000er-Werk "Lightbulb Sun", bleiben die PT-Typischen Elemente bestehen: Steven Wilsons klarer, prägnanter Gesang, die ausgefeilte Gitarren-Arbeit, eingängige Keyboard-Läufe sowie die Einflechtungen von psychedelischen, sphärischen Klängen in das musikalische Gesamtwerk.Wie bei PT gewohnt ist auch bei FoABP der Opener und zugleich Titeltrack wohlplaziert. Sobald das Tastaturgeräusch am Anfang des Songs verklungen ist, nimmt die Platte den Hörer für sich ein.Zugleich wird ein Hinweis auf die Thematik von FoABP gegeben: Eine von Drogenkonsum, Überreizung der Sinne durch übermäßigen Medienkonsum ("TV, yeah ist's always on" ["Fear of A Blamk Planet"]),aber auch Alltagsproblemen (wie sie in "Way out of Here" angesprochen werden), geprägte Jugend. Die Thematik ist eine durchaus ernste und aktuelle; dennoch wird zuweilen augenzwinkernd, wie es scheint, mit Klischees gespielt -etwa im Titeltrack, wo es heißt: "My friend says he wants to die/He's in a band/[...]/The clothes are all black/The music is crap".Vom Klangbild her ist FoABP sehr vielseitig und abwechslungsreich.Härtere, durchaus in die Metal-Sparte passende Riffs reihen sich neben nachdenkliche, vom Keyboard getragene Songs.Hörenswert ist auf alle Fälle das zu Beginn von Drummer Gavin Harrison dominierte, satte 17 min lange "Anesthetize", für das Rush-Gitarrist Alex Lifeson ins Boot geholt wurde.Insgesamt ist FoABP eine durchaus gelungene Prog-Scheibe. Trotzdem ist das Ergebnis unter dem Aspekt, dass PT die Interpreten sind, etwas enttäuschend: Hier finden sich zwar stilistisch ausgefeilte und mehr als gut produzierte Darbietungen, dennoch will die Scheibe mich nicht wirklich dort treffen, wo sie es sollte und wo PT-Scheiben es für gewöhnlich tun.Vielleicht liegt es daran,dass ich den fahlen Geschmack von Profitgier und Kommerz nicht loswerde, wenn PT gleich zwei große Konzerte mit nur einer Platte im Gepäck anno 2007 in Köln spielen müssen, sie zu Roadrunner wechseln, anstatt beim alternativeren Label Lava zu bleiben, das Artwork und die Videos bei der Live-Performance arg klischeehaft wirken und sie kürzlich einen 4 Tracks-schwachen, aber fast 14 Euro teuren Shortplayer auf den Markt bringen.Die Scheibe ist jedem Prog-Liebhaber, Metal-Fan, Indiemenschen etc. zu empfehlen; dennoch verlieren PT mit ihr ein Stück ihrer unübertrefflichen Authenzität.
PT sind und bleiben auch nach 15 Jahren kreativ!, 18. Januar 2008
Neues Output von von PT. Und, ist es diesmal haerter geworden? Nein. Und, ist es eher mit den neueren Alben vergleichbar? Oder mit den alten? Hm, ich wuerde sagen sowohl mit den neusten 2 OUtputs, als auch mit Sachen wie 'Stupid Dream' und 'Signify'. Nach 'In Absentia' wurden die Tracks immer laenger. 18 Minuten dauert hier das laengste Stueck. Toll wie Porcupine Tree nie stagnieren, sondern mit jedenm Output wieder Abweschlung hineinbringen. Auch hier entwickeln sie ihren Soundkosmos, wenn auch nicht betraechtlich, weiter. Gleich der Opener fetzt schon richtig. Spannend und treibend gehts los mit einer losgeloesten, solierenden Akkustigitarre, dessen Melodie von harten Riffs aufgegriffen wird, ehe Wilson mit schnellem Gesang einsetzt. Wie man es von PT gewohnt ist, entspannt sich das Stueck im weiteren Verlauf auch mal. Das Tempo wird gedrosselt, es wird einen Gang zurueckgeschaltet. 'My Ashes' ist eine gelungene, traurige, von Akkustikgitarre und Piano dominierte Ballade. Am Ende gibt es (Keyboard?-)Streicher zu hoeren. Dann kommt mit dem Longtrack 'Anesthetize' ein echtes Highlight. Keine schwebendes Intro mit Keyboards, sondern gleich gleich pulsierene Baesse und Gitarren, sowie polternde Drums. Der nach modernerem Rock klingende Gesang setzt ein. Spannung wird aufgebaut, und es kommt zwischendurch zu kleineren Ausbruechen. Bei Minute vier ist Solo vom Rush-Gitarristen Alex Lifeson zu hoeren. Es folgen Gitarrenriffs, die ab Minute sechs noch haerter werden. Schoen, wie dauernd der Stereoeffekt ausgenutzt wird. Toll auch der akzentuierte Bass. Die Keyboards beliben immer sehr verhalten im Hintergrund, erzeugen aber genau die passende Klangkulisse. Ab Minute sieben aendert sich der Gesang, der durch Effektgeraete gejagt wird. Es folgt so etwas wie ein Refrain. Die Riffs bleiben hart, der Bass spielt weiter seine akzentuierten Laeufe fortsetzt. Ab Minute neun werden die Riffs sehr melodisch, einfach toll diese abhackte Spielweise. Bei Minute zehn treten dann mal die Synthies in den Vordergrund, der Hoerer wird richtig in diesen Sog reingezogen, es folgen wieder die melodischen, abgehakten Riffs auf der E-Gitarre. Ab Minute elf Kracht es nur noch. Alles wummert. Der haerteste Part, den PT je gespielt haben. Danach setzt wieder der Refrain ein. Die letzten sechs Minuten sind sehr ruhig. Mystische, Signify-artige Keys setzen ein. Dazu elektronische Effekte, sowie eine unverzerrte E-Gitarre. 'Water so Warm' singt Wilson mit seiner schoenen, ruhigen Stimme. Seine Gesangsspuren werden dabei uebereinandergelegt. Zum SChluss gibt es natuerlich noch das obligatorische Gitarrensolo und wieder duestere Synthies. Insgesamt besteht der Song aus drei Parts. Dem spannenden, pulsierenden Anfang, den rifflastigen Refrain-Mittelteil, sowie dem ruhigem, psychedelischen Ende. Top Leistung! Diese wird vom folgenden 'Sentimental' sogar noch ueberboten! Eine wunderbare, schwer melancholische, pianolastige Ballade. Toll wie diese Gitarreneffekte ganze Walls auf Sounds erzeugen. Der Gesang ist ueberagend! Der Song uebertrifft das aehnliche 'Lazarus' vom Vorgaenger nochmal deutlich. Gehoert zum Besten was PT je gemacht haben. Leider klingt das Ende stark nach 'Trains'. Warum zur Hoelle kopieren sich Porcupine Tree an dieser Stelle nur selber??? Das anfangs ruhige, und sich spaeter entladende 'Way Out Out Of Here' ist ebenfalls stark gemacht. Wie der Wilson einen mit seinem Gesang wieder mitreissen kann...'Sleep Together' beginnt mit bedrohlichen Soundeffekten und etwas seltsamem, ruhigem Gesang, dann bricht das Stueck wieder im lauterem Refrain aus. Dazu treten Keyboardstreicher, anschliessend rueckt der Bass mehr in den Vordergrund, und die Keyboardstreicher mischen sich immer mehr ein. Gut nach der Haelfte dominieren wieder Soundeffekte und zusaetzlich noch E-Piano. Das Ende gehoert dann wieder den immer hymnischeren Keyboardstreichern. Einer der seltsamsten und ungewoenlichsten Tracks von PT. Dann ist es aber nach 50 Minuten schon vorbei. Schade eigentlich. Nach 'Up The Downstairs' ist 'Fear Of A Blank Planet' das kuerzeste regulaere Album der Band. Zehn Minuten laenger haetten sie eigentlich noch gekonnt. Unterm Schnitt wieder eine grosse Leistung. Ich bin mal gespannt, was wir in Zukunft von Porcupine Tree noch erwarten koennen...
Das ist der Prog-Himmel..., 27. Dezember 2007
Steven Wilson kann man sicher eines nicht vorwerfen: Stillstand. Dafür unterscheiden sich die Alben des PT-Masterminds doch immer zu sehr von den Vorgänger-Scheiben.Auf der neuesten CD hat Wilson die Gitarrenregler nochmals ein wenig sperriger und metallischer eingestellt, was das Werk gegenüber "Deadwing" nochmals härter und zumindest am Anfang unzugänglicher gestaltet. Ich habe mir von der Scheibe die Version mit dem Dolby-Surround-Mix zugelegt, und kann eigentlich nur jedem empfehlen, das Album in dieser Form auf einer ordentlichen Anlage bei entsprechender Lautstärke anzuhören. Unbeschreiblich!!!Nach drei oder vier Durchläufen kann ich für mich persönlich "Fear of.." ganz klar zu meinen Top-5-Progalben zählen. Die alten Fans der Neunziger, welche PT vor allem wegen Ihrer Ähnlichkeit zu Pink Floyd verehrt haben, könnten von der neuen CD sicher ein wenig enttäuscht sein, da Wilson immer mehr die Metalkeule auspackt. Dies steht m.E. den Songs excellent, ist aber zugegebenermaßen Geschmackssache. Für mich ganz klar eine der besten PT-CDs und damit eine glasklare 5-Sterne-Wertung!
kongeniales Teamplay..., 26. Dezember 2007
... ist ja nicht neu bei dieser Band. Aber dieses Album hat mich wiederrum überzeugt, dass es keine produktivere, innovativere Konstellation von Musikern im ProgRock-Genre gibt derzeit. Wenn man sich anschaut, wie dieser individuelle, genial abgestimmte, ineinandergreifende Sound sich von Platte zu Platte weiterentwickelt, wenn man die technische Reife und Rarität des spannenden Songwritings berücksichtigt, wenn man dann auch noch sieht, weil genial die Songs LIVE umgesetzt werden... da kann man nur die Höchstpunktzahl geben. Die athmosphärische Integrität, in der diese Alben daherkommen, ist einfach einzigartig.Soviel zum allgemeinen PT-Teil... Konkret diese Platte ist - wie hier schon erwähnt - in der Tat ein Konzeptalbum, wie es Steven Wilson so schon lange nicht mehr herausgebracht hat (im Grunde zuletzt "Voyage 34"). Das plakative Thema, die konsequente künsterlische Umsetzung (auch in Lasse Hoiles Video zum Titeltrack)überrascht etwas, irritiert auch in der Konkretisierung eines Themas, ängstigt auch hinsichtlich einer Banalisierung in Worten und Bildern. Spätestens aber im Live-Set gruselt es dann doch, die Intention wird erfüllt. Das hat für mich damit zutun, dass die Songs alle in unterschiedlicherweise musikalische Welten erschaffen (teils sogar innerhalb eines Songs), man sich insofern auch stimmungsmäßig unterschiedlich nähert, ohne eine message in immer gleichem Ton reingehämmert zu bekommen.Dass Alben wie "Deadwing" oder "In Absentia" weniger im Zugzwang stehen, ein Thema zusammenzuhalten, und dass deshalb die Songs mehr für sich wirken können, ist klar. Aber das macht auch eben die Kunst aus, einen Gedanken durchzutragen. Am Ende, nach mehrfachem Hören, nach einem genialen Konzert in Bielefeld, ist FOABP insofern für mich ein Meisterwerk.
|