Kundenmeinungen
Trash? Trash! Aber richtig super!, 24. Januar 2008
An alle LEM-Anhänger: nicht anschauen, ihr könnt damit nichts anfangen! Es ist grober Unfug und schert sich einen Dreck um Lem's Vorlage. Lem war eigentlich gar nicht Vorlage, habe ich so den Eindruck, sondern eher der Ideengeber zur besten Science Fiction Serie die jemals aus Deutschland kam. Natürlich nur wenn man auf herrlichen Unfug steht. In schönstem osteuropäisch (ungarisch, slowakisch, tschechisch - egal) eingefärbten Deutsch gehalten das hervorragend zur Figur Ijon Tichy passt.
P.S.: Ich will auch so eine analoge Halluzinelle!
Stanislaw Lem im 30-Minuten Format, 12. Januar 2008
Nun, alle die sich darüber beschweren das diese Serie gar nicht die originalen Sterntagebücher-Stories enthält haben natürlich recht. Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich diese Geschichten in jeweils 30 Minuten zu packen (ganz deutlich wird das bei der Folge 'Der futurologische Kongreß' die eigentlich nur das erste, verrückte Kapitel aus dem Büchlein abdeckt).
Das tut dem Ganzen jedoch keinen Abbruch. Denn, diese Serie atmet den Geist der Ijon Tichy Erzählungen. Das sind groteske, absurde, teils hochgradig philosphische Geschichten immer mit einem schelmischen Augenzwinkern erzählt. Genauso wie in den Sterntagebüchern.
Gratulation auch an die Macher: Wer hätte das gedacht, dass man aus einer altbackenen Drei-Zimmer-Wohnung ein Raumschiff machen kann? Aus einem Sonnenstuhl mit einem Besenstiel die Steuerzentrale des Raumschiffs? Verückt? Klar, genauso wie die Sternenreisen von Ijon Tichy verrückt sind. Und absolut empfehlenswert für alle die mal wieder was abgedrehtes, kreatives sehen möchten.
Verschlimmbesserung gegenüber der TV Ausstrahlung, 19. Dezember 2007
Leider fällt bei der DVD Ausgabe eine "Kleinigkeit" sofort auf: das "Star Trek" am Ende der letzten Folge wurde bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, da man die Star Trek Musik durch eine eigene ersetzt hat. Wenn man sich anstrengt kann man sich einbilden da etwas Star Trek drin zu hören, aber defacto wurde die Szene zur Unkenntlichkeit verstümmelt --- und damit auch das wie ich finde beeindruckende Ende der Serie.
Ob es noch andere Stellen gibt weiß ich noch nicht; in meiner Naivität bin ich ja davon ausgegangen daß ich eine deutsche TV Serie auf einer deutschen DVD ungeschnitten vorfinden werde und habe ich DVD gekauft ohne irgendwelche Infos einzuholen :-(
Die Serie wird dadurch nicht schlecht, aber GERADE eine derart auffällige Szene zu killen... da muß man schon einen Punkt Abzug geben. 2 wären vielleicht auch nicht zuviel gewesen.
Nicht wirklich LEM, aber LUSTIG, 8. Dezember 2007
Vorab:
natürlich haben alle Recht, die sagen, dass dieser Tichy NICHT der ist,
den jeder echte SF-Fan bereits aus den SterntageBÜCHERN(!) kennt.
Inhaltlich lehnt sich der Film (bzw. ZDF-Serie) frei an einzelne Kapitel
von Lems "Sterntagebüchern" an, jedoch wird der (Anti-)Held völlig anders
interpretiert.
Ich selbst hatte das Glück, zufällig in die erste Folge zu zappen und
nach wenigen Sekunden belustig zu erkennen, dass es sich dabei um
Lems Tichy handeln soll. Daher konnte ich diesen schrillen Ulk voll genießen
unbelastet von Erwartungen, die ich bei einer entsprechenden Ankündigung
(kündigt der Rentner-Sender ZDF überhaupt SF an?) als Fan von Lems Büchern angelegt hätte.
Die realisierende Hochschul-Filmtruppe hat eine zwar sehr eigenwillige
Interpretation abgeliefert, die viel auf einen eher simplen Humor setzen,
da dieser aber schön schräg ausfällt, fand ich dieses Experiment
insgesamt gelungen.
Die teils an Trashfilme erinnernden Kulissen und Kreaturen in Kombination
mit aktuellen Spezialeffekten hat dabei einen ganz eigenen Charm, der
etwas an den original BBC ANHALTER erinnert.
Und fragen wir mal andersherum:
Kennt jemand eine bessere Verfilmung der "Sterntagebücher"?
Ich glaube, dass diese ambitionierte Umdeutung dem Altmeister Lem, der
einen wundervollen Charakter besaß und seinen Held mit einem Augenzwinkern
beschrieben hat, einen wohlwollenden Lacher entlockt hätte.
Empfehlung:
+ Für Fans von trashigem SF-Humor
+ Für Fans von schrägem Sprachwitz
- ungeeignet für Lem-Fans, die nach einer Originalverfilmung suchen
Lustiger Kosmonautenalltag, 28. November 2007
Die DVD vereint alle Teile der kleinen Fernsehserie. Für den genialen Trash gibt es nur zwei Bewertungsmöglichkeiten. 5 oder kein Stern, je nach Interessenlage des Betrachters. Bei mir traf die fliegende Küche mitten ins Zenit der Geschmacksnerven. Mehrere Geschichten des leider verstorbenen polnischen Autors Lem werden zu Ion Tichys Reisen adaptiert, abgedreht in einer DDR-Mittelstandswohnung mit Berliner Ofen. Köstlich ist die leicht gebrochene Sprache des Berufskosmonauten Tichy, ebenso faszinierend ist das freche Hologramm (super dargestellt von Nora Tschirner) von Tichys selbstentwickelter Begleiterin.
Da man sich sonst nichts gönnt, sollte man sich Ion Tichy am besten in einer Gruppe Gleichgesinnter bei Spiegelei und Bier reinziehen. - ... und Vorsicht vor freilaufenden Getränkeautomaten!
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