Kundenmeinungen
Kultiger Meilenstein, 15. Juni 2008
Wir schreiben das Jahr 1968... USA... ländliche Gegend... in einem Farmhaus... der schwarze! Hauptdarsteller verpasst der weissen! Hauptdarstellerin eine Ohrfeige!! Wie mögen wohl damals die Spinner vom KKK darauf reagiert haben? Vermutlich waren sie not amused ;-) Auch wegen dieser Szene ist der Streifen von Romero ein Meilenstein der Filmgeschichte.
Wesentlich besser als 95% des Genres, 4. Juni 2008
Ich weiß nicht, was viele Rezensenten immer mit "für heutige Verhältnisse amateurhaft" und "billig" haben. Wenn ich da mal im Kopf das Zombiegenre überschlage, komme ich auf gerade mal 10 Filme, deren Produktion annähernd an Hollywood-Mainstream herankommt. Die anderen 100-200 Streifen sind alle Billigproduktionen. Und wenn ich mir neuere Filme wie City of the Dead anschaue, sehe ich ehrlich gesagt nicht, wo der Fortschritt neuerer Filme zu beobachten sein soll. Ist mehr Kunstblut und mehr Geballer wirklich erschreckender? Ist es wirklich nötig, dass alles aussieht wie bei einer 10 Mio Dollar Produktion? Reicht es nicht, wenn ein Film gut ist?Natürlich hat NIGHT seine kleinen Fehlerchen, die aufs Konto des Minibudgets gehen. ABER: Mit George A. Romero war da einer hinter der Kamera, der sein Handwerk versteht. Und er denkt an alles: (Achtung, enthält Spoiler)Die Choreographie der Zombiemassen ist perfekt. Die Atmosphäre ist beklemmend (auch wenn einige das langatmig finden). Der symbolische Einsatz von Schwarz und Weiß (alle Zombies sind weiß, genau wie die Bürgerwehr, die wir zwischendurch vom Weiten für Zombies halten und die am Ende tatsächlich den Tod bringen) ist raffiniert. Jede Szene (!) ist bedeutungsvoll und trägt zum Verständnis des Films bei. Der Film ist ein Spiegelbild der späten 60er in den USA, die durch Vietnam, Bürgerrechtsbewegung, Polizeigewalt und dem Zusammenbruch des patriarchaschen Systems gezeichnet ist. Und alles dies findet sich in einem Film, der der Prototyp für ein weitgehend (aber nicht nur) sinnentleertes Genre wurde. Ich habe eine Menge Zombiefilme gesehen, aber inzwischen schaue ich mir lieber zum x-ten Mal Romero's Klassiker an (auch seine anderen Filme), als noch einen weiteren miesen Abklatsch, der neben der oft idiotischen Handlung nur aus (oft auch noch nicht einmal besonders einfallsreichen) Goreszenen besteht.
Guter Horror von 1968, 2. Juni 2008
"Night Of The Living Dead" ist der erste aller "richtigen" Zombie-Filme und AUCH HEUTE NACH 40 JAHREN ein echter Schocker! Er muss 1968 eigentlich einen Skandal ausgelöst haben, denn seinerzeit wagte es allenfalls ein Mr. Hitchcock in "Psycho", eine halbverweste Leiche zu zeigen oder das bluttriefende Erstechen einer Frau.Dieser Film lebt zunächst von den Schwarzweißbildern, die mit vielen Schatten für latente Bedrohung sorgen. Dass sich 90 % des Filmes IM Haus abspielen, lässt die klaustrophobische Stimmung drinnen spüren und das Grauen, das von draußen langsam näherdrängt. Zur Spannung bedarf es nicht vieler Splatterszenen, obwohl sie vorhanden sind (wenn z. B. das mutierte Kind seine Mutter ersticht oder die Zombies eine nächtliche Fressorgie einlegen). Außerdem verweigert dieser Film jede Hoffnung und auch ein Happy End. Das ist düster und einfach nur der Horror.Für mich ist das Romeros stärkster Film, der gerade für seine Zeit damals mutig und beachtlich war. Selbst Zombie 1 + 2 kommen mit ihren Schockmomenten nicht an diesen Vorgänger heran, obwohl um diese indizierten und beschlagnahmten Quasi-Fortsetzungen so ein Hype gemacht wird. Das liegt wohl an der Menge des vergossenen Kunstblutes, aber diese bedrohlichen Schwarzweißbilder im Halbschatten machen mehr Angst als rote Blutseen und platzende Köpfe.Die hier vorliegende "Uncut-"DVD enthält zusätzliche Szenen, die nicht synchronisiert, aber mit deutschen Untertiteln versehen sind, außerdem einige Specials (Interviews, Trailer und Hintergrundinformationen). Bild und Ton sind altersgemäß und okay.
Retro-Horror vom Feinsten , 28. April 2008
Dieser Film zählt definitiv zu den absoluten Kult-Klassikern des Horrorgenres. Er ist der Urvater aller Zombie-Filme wie wir Sie heute kennen - Resident Evil inklusive. Wer sich als Fan dieses Genres bezeichnet, der kommt an diesem Film wohl kaum vorbei.Natürlich muten viele Szenen in diesem Film aus heutiger Sicht eher etwas amateurhaft bis belustigend als erschreckend und schockierend an, doch das gibt dem filmischen Erlebnis keinen Abbruch. Die Atmosphäre des Films stimmt einfach von der ersten bis zur letzten Szene. Das 1968 für diesen Film noch verwendete Schwarzweißbild gibt dem ganzen noch einen besonderen Kick. Wer der englischen Sprache mächtig ist, dem sei in jedem Fall die englische Tonspur empfohlen. Einige Szenen, die zuvor niemals für eine deutsche Fassung synchronisiert wurden, wurden auch hier im Englischen belassen und nur untertitelt. Schließlich ist dies hier ja die Uncut-Fassung. ;-) Bild und Tonqualität an sich sind in Ordnung, überzeugend sind rund 45 Minuten Extras.
Die Mutter aller Zombiefilme, 17. Februar 2008
Was soll man noch große Worte über einen Meilenstein der Filmgeschichte verlieren. George A. Romero legt in diesem Film einige der entscheidenden Elemente des Zombie-Genres fest, die in fast allen (guten) Zombiefilmen danach wiederzufinden sind. Einige davon sind: Krankheit, Ansteckung und die Angst davor; kulturelle Enklaven, gebildet von den letzten Überlebenden in einem Krieg gegen die Verrohung, gegen das Bestialische (im Menschen). Dieser Film darf in keiner Zombie-Film-Sammlung fehlen!
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