Kundenmeinungen
Herrvorragend besetzt - herrausragend gefilmt!, 3. Dezember 2008
Was soll ich sagen? Die Geschichte um den kleinen, weiblichen Messias mag die ein oder andere Frage die Handlungslogik betreffend aufwerfen. Aber um eine "Weihnachtsgeschichte" mit einem utopischen Internierungsszenario zu verknüpfen, muss man halt einfach manchmal "glauben". Außerdem tröstet über diese kleinen Schwächen die sehr gute Besetzung hinweg und auch die Kamera ist durchweg von höchster Qualität - in der finalen Aufstandsszene sogar außergewöhnlich und herrausragend. Der ganze Film vermittelt einen äußerst beklemmenden Eindruck, umso mehr, dass sich die bemitleidenswerten Protagonisten nahezu gewaltfrei den sich ihnen bietenden grausamen Herrausforderungen stellen...Ein Film für die dunkle Jahreszeit, der weder froh macht, noch Fragen beantwortet. Eine der sicherlich besten Dystopien!
zu viele Logik-Fehler!, 22. November 2008
Der Film ist mit einigen sehr guten Schauspielern besetzt und gerade Clive Owen gibt hier wirklich alles. Ohne ihn als Besetzung wäre der Film noch weniger gut gelungen. Aber im Ernst - Woher kommt die Schwangere plötzlich? sie ist weltweit (!) die erste Mutter nach 18 Jahren und niemand fragt nach, wie das eigentlich gelaufen ist! wer ist der Vater etc. Legt man dieses Ereignis zugrunde wird das gesamte Geschehen darum leider ziemlich amateurhaft aufgezogen. Zufällig wird Clive Owen, nachdem er längst nicht mehr der Radikalen Splittergruppe angehört trotzdem mit der Betreuung der Schwangeren beauftragt. Ein Job also, der doch eigentlich von einem Mitglied der Radikalen selbst übernommen werden sollte. Die Quittung folgt natürlich da ihm prompt die Flucht samt Hebamme und einer im 8. Monat Schwangeren Frau gelingt(!) Wie haben es dann die Rebellen geschafft, das Versteck seines Freundes auszukundschaften, was nicht mal der Polizei gelang? - Eine weiterhin unbeantwortete Frage -Auch die Flucht mit dem gestohlenen Wagen, nach dem aber doch schon landesweit in einem Polizeistaat gefahndet wird. - Angesichts der Technologien in dieser Aera doch ein hoffnungsloses unterfangen...oder?Dass er als Alkoholiker auf eben dieser Flucht sämtliche Gegner umgeht und durch Kugelhagel im Häuserkampf sicher voranschreitet trägt nicht eben zur glaubhaftigkeit der Story bei. Was dem ganzen dann echt die Krone aufsetzt: Selbst die Armee lässt beide unbehelligt weiterlaufen, obwohl Mutter mit Kind in dieser Zeit doch echt schon ein politisches Ausmaß unbekannter Größe darstellen und nach Meinung des Betrachters ein derartiger Staat doch unbedingt beide unter Kontrolle bringen müssten. Trotz Bauchschuss schafft Owen es noch, das Boot zum Treffpunkt zu Rudern um dann brav zu sterben.Alles insgesamt leider etwas zu sehr überzogen. Kameraführung und Filmatmosphäre sind gelungen.Wären diese vielen Logik-Fehler nicht, dann hätte der Film echt das Zeug zum Sci-Fi- Klassiker. Aber eben filmerische Logik ist es, was dem kritischen Beobachter eben am ehesten noch auffällt...
Einer der emotional härtesten Filme!!!, 3. November 2008
Irgendwann im Jahr 2027. Es ist fast ein typischer Morgen für Theo. Der Regierungsbeamte ist missgelaunt, der Himmel grau und verhangen, Großbritannien totalüberwacht. Und doch, etwas ist anders. Der jüngste Mensch der Welt ist gestorben, ein Ereignis, das die Nachrichtensendungen beherrscht. Das "Baby" war 18 Jahre alt. "Children of Men" von Regisseur und Co-Autor Alfonso Cuarón ("Harry Potter 3 - Der Gefangen von Askaban", "Y tu mamá también - Lust for Life!") ist eine düstere Vision, ein temporeicher Endzeitthriller und desillusionierendes Schreckensszenario, das jetzt auf einer blendend ausgestatteten Doppel-DVD im Handel ist.Theo (Clive Owen) hat gerade seinen Kaffee geholt, als der Coffee-Shop explodiert. Eine Explosion, die nicht nur ein verzweifelter Terrorakt der letzten Denkenden und Fühlenden auf der im Chaos versinkenden Welt ist. Sie ist auch ein Fanal, ein Signal an Theo, die Apathie und den Sarkasmus, mit denen er das schreckliche Leben absolviert, durch Initiative und Engagement zu ersetzen. Er macht das zunächst nicht freiwillig, aber die Katharsis ist unvermeidlich und wird von Clive Owen sehr überzeugend auf die Leinwand gebracht.Auf der ganzen Erde ist die Zivilisation zusammengebrochen, nur Großbritannien hält als letzte Bastion mit einem harten Militärregime und totalem Terror von staatlicher Seite das öffentliche Leben in mehr oder weniger geordneten Bahnen. Und es wurde seit 18 Jahren kein Kind mehr geboren, eine unerklärliche Unfruchtbarkeit macht die Menschen zu einer aussterbenden Rasse. Cuarón inszeniert diese Realität düster, aber nachvollziehbar, seine große Stärke ist der Realismus, ein echter Schlag in die Magengrube. Wer sagt, dass wir nicht auf dem Weg in eine Welt sind, in der Immigranten in gefangen werden und in Käfigen gefangen auf ihren Abtransport warten? Wie behandeln wir sie denn heute? Oder wie viel Freiheit gewähren wir den Bürgern noch? Wie stark sind sie überwacht? Haben wir den Rassismus wirklich besiegt?Es sind wichtige Fragen, die verhandelt werden, aber "Children of Men" ist kein dröges Belehrkino, sondern ein spannender Film. Theo wird aufgrund seiner Verbindungen gezwungen, mit einer Rebellenorganisation zusammenzuarbeiten. Sie haben den wertvollsten Schatz der Menschheit in ihren Händen und wollen die schwangere Kee (Clare-Hope Ashitey), eine Immigrantin, außer Landes schaffen. Theo muss die Reisedokumente beschaffen und Kee nach Verrat in der Gruppe persönlich begleiten.Nur ganz zum Schluss lässt Cuarón in seiner Science-Fiction-Parabel, die gar nicht so weit in der Zukunft zu spielen scheint, ein wenig Trost zu. Kee geht mit ihrem neugeborenen Kind im Arm an den erbittert kämpfenden Rebellen und Soldaten vorbei. Und diesen einen Moment lang schweigen alle Waffen, besinnen sich die Menschen ihrer Möglichkeiten. Nur das Wunder des Lebens zählt und damit die Zukunft. Die Hoffnung der Welt schaut aus den Augen eines kleinen Babys.Fazit:Einer der besten Filme die ich je gesehen habe.
Düsterer Blick in die Apokalypse der Menschheit, 3. November 2008
(Diese Rezension betrifft den Film als solches, nicht die Ausstattung der DVD).Grandioser, überraschend anspruchsvoller Film, der den Zuschauer in die Apokalypse der Menschheit katapultiert und ihn dort zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankend zurücklässt! Der Film entzieht sich (zum großen Glück weitestgehend) üblicher Blockbusterstruktur und Hollywoodlogik. Visuell beeindruckende Sets, Schauspieler, die wissen wann sie sich dem erzählten Stoff zuliebe zurücknehmen müssen und eine überragende Kameraarbeit machen den Film zu einer gelungenen Gesellschafts-Dystopie.Im Zentrum der Geschichte steht der Zusammenbruch unseres politischen, religiösen und wirtschaftlichen Miteinanders und das Weichen jedweder Solidarität menschlicher Gruppierungen die unter dem Einfluss der Apokalypse stehen: Frauen sind unfruchtbar geworden. Da seit knapp 20 Jahren keine Kinder mehr geboren werden ist die Menschheit im Begriff auszusterben. Doch in diesem Umfeld, geprägt von Guerilla-Krieg und Terror, geschieht ein Wunder: eine Frau ist schwanger. Einem desillusionierten Bürokraten, wird wider Willen die Rettung dieser Frau aus den Kriegs-Wirren auferlegt und damit die Rettung der gesamten Menschheit.Zunächst: der Film ist ein Symbol - und auf dieses konzentriert sich die Erzählung. Unserer Gesellschaft wird gnadenlos der Spiegel vorgehalten: Aus der menschlichen Gesellschaft ist jede Menschlichkeit gewichen. Tieren gleich fallen die verschiedenen Interessensgruppen oder Einzelkämpfer übereinander her, Wozu und Weshalb wird nur angedeutet (es ist aber nicht schwer sich die fehlenden Puzzlestücke gedanklich vorzustellen). Held und Heldin machen sich im übertragenen Sinne auf die Suche nach dem letzten Rest Menschlichkeit in diesem Tumult und müssen beweisen, dass es ein anderes, hoffnungsvolleres, Lebensmodell geben kann. Der Film wirft viele Fragen auf, kann und möchte sie jedoch nicht umfassend beantworten. Er dürfte alleine deshalb schon für viel Gesprächsstoff sorgen - und das ist sicher gewollt: Was macht den Mensch zum Menschen?Der Film ist spannend erzählt, doch wäre er damit leere Hülle kämen nicht noch andere Faktoren hinzu die mich in seinen Bann gezogen haben. Zuallererst ist es die Darstellung der untergehenden Städte an sich. Weite Teile der Geschichte spielen in London: Im Jahre 2027 ist aus der Metropole ein überbordender multikultureller Schmelztiegel geworden in dem die Spannung und Unruhe der Zeit im Gesicht jedes einzelnen Bewohners abzulesen ist. Die visuelle Gestaltung der verfallenen Stadt ist schlichtweg beeindruckend. Nur am Rande sei erwähnt, dass dieses Setting Spielbergs quietschvergnügte Technikutopie in "Minority Report" aufs heftigste konterkariert. "Children of Men" projiziert hier den urbanen Alptraum aus den Krisenzentren dieser Welt in eine nicht allzu weit entfernte Zukunft. Durch die Nähe zur Realität kam ich nicht umher mir einzugestehen: "Wenn es jemals den Zusammenbruch unserer Gesellschaft geben sollte - ja, genau so würde es zugehen". Die Städte zerfallen, Menschen werden zusammengetrieben und in Ghettos gesperrt, die Oberschicht grenzt sich aus und schickt das Militär um die Dinge zu regeln. Wenn notwendig, wird von jeder Partei rabiat zurückgebombt. Der Film ist auch eine unüberhörbare Warnung an die Wiederholung bereits gelebter Geschichte.Um dieses Setting in Szene zu setzen wird oft mit verwackelten Bildern einer Handkamera gearbeitet, das verleiht den Ereignissen eine große Authentizität und rückt die Handlung näher ans dokumentarische. Immer dicht bei der Perspektive des (Anti-)Helden bleibend, begleitet der Zuschauer seine Erlebnisse am Abend der Menschheit.Raffiniert ist die schauspielerischen Arbeit der Darsteller dosiert: Während sich beispielsweise Michael Caine noch als alternder Hippie austoben darf wirkt die Darstellung des "Helden" durch Clive Owen zunächst lustlos, geradezu unbeteiligt, als hätte man ihn aus seinem privaten Wohnzimmer direkt vor die Kamera geschoben. Etwas verstört und enervierend schleppt er sich zunächst durch die Handlung. Seine Figur wirkt deshalb umso lebensnaher, eben ein "echter" Mensch, er verhält sich wie wir alle es vielleicht tun würden. Auch das verleiht dem Film einen erfrischenden und spannenden Realismus. Wer überzeichnete Charaktere sucht auf die er seine Heldenfantasien projizieren kann, muss sich andere Filme ansehen.Wie stark muss der Kitt sein, der unsere Gesellschaft zusammenhält? Wie dünn ist die Grenze zwischen Terrorwahn und der legitimen Verteidigung eigener Interessen? Der Film zeigt, dass es Kräfte gibt, die in der Lage sind alle Grenzen zu überwinden./// SPOILER. Bitte diesen Abschnitt überspringen wenn Sie den Film noch nicht kennen. Es wird hier etwas über den Ausgang der Geschichte erzählt:Überaus beeindruckend gelingt das in folgender Szene: Schwer bewaffnete Soldaten die mit Panzern vor einem Flüchtlingsheim Stellung bezogen haben und gerade dabei sind es in Schutt und Asche zu bombardieren stellen Ihre Kampfhandlung ein als daraus die junge Mutter, ihr Baby für alle sichtbar im Arm haltend, heraus kommt. Die Soldaten weichen und bilden eine Gasse. Es fällt kein einziger Schuss mehr. Beängstigende Stille legt sich auf das Straßenviertel, aus dem Sekunden zuvor noch Explosionen, Mord und Totschlag zu hören war. Die Filmkamera (und damit der Zuschauer) bahnt sich ihren Weg durch die Mauer der Soldaten die ungläubig starren, einige Knien oder bekreuzigen sich. Das ist Gänsehaut-Kino wie man es leider nur selten zu sehen bekommt.SPOILER ENDE ///Fazit:Empfehlenswert für Freunde spannungsreicher Wechsel zwischen leisen und lauten Tönen. Punktuell recht brutal, behält dennoch immer Kontakt zu seinem gesellschaftskritischen Boden.Sehenswerter Film der nachdenklich stimmt. Mindestens 4 Sterne für eine interessante Story, gute Darsteller und grandiose Umsetzung im Detail. Ich möchte realistisch bleiben: die Höchstwertung bleibt Filmen vorbehalten die tatsächlich Meilensteine ihres Genres (geworden) sind oder mehr zu erzählen vermögen als zu sehen ist. Ob "Children of Men" diesem Anspruch gerecht wird mag jeder für sich selbst entscheiden.
Verhütest du, Honey? Nicht nötig!!!, 23. Oktober 2008
Testbericht zu CHILDREN OF MEN:Schauspieler: Wow! So überzeugende schauspielerische Leistungen sieht man nicht oft. Besonders Clive Owen brilliert in der Rolle als desillusionierter und motivationsloser Mann im untergehenden England.Hier wusste jeder wie er seine Arbeit zu tun hatte!Story: Seit 18 Jahren keine neuen Kinder und der jüngste Mensch der Welt wurde gerade ermordet. Randale und Chaos auf der ganzen Welt. Die Menschheit stirbt aus. Oder vielleicht doch nicht?Hier ist Spannung bis zur letzten Minute garantiert. In der Story stimmt einfach alles.! Dank der optimalen Kameraführung bekommt man als Zuschauer das Gefühl wirklich dabei zu sein, und die dezente bis teilweise nicht vorhandene Filmmusik wirkt sich nur positiv auf den Realismusfaktor aus.Und das Ende ist wirklich eines, was es schon lange nicht mehr gab!Diesen Film sollte man sich auf jeden Fall reintun. Hier zittert ihr bis zur letzten Minute mit, und man fragt sich unweigerlich: Wie sieht unsere Zukunft aus? Meine oberste Kaufempfehlung!
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