Kundenmeinungen
bison, nicht büffel ..., 8. Januar 2008
... omar und nicht omars volta. denn dies hier ist eine weitere solo-platte des tmv-diktators. oder eigentlich doch nicht, denn se dice beruft sich prinzipiell schon auf das komplette tmv line-up (- ikey owens) und hat sogar noch ein paar jon theodore drumspuren in petto. und genauso klingt es auch: wie eine entspanntere volta-version, ein wenig mehr freejazz, ein wenig mehr gitarren-genudel (nicht so infam übertrieben wie man erwarten/befürchten möchte, aber eben eindeutig omar) und jede menge saxophone und tasteninstrumente. und das gekonnt.
FAZIT: se dice bisonte, no bufalo ist im kern eine tmv platte: cedric am mic und omar an fast allem anderen, der rest aufgefüllt mit den üblichen verdächtigen (frusciante, alderete, der kleine rodriguez-lopez, adrian terrazas-gonzalez etc pp). wer hören will wie tmv mal stillere wasser erkunden: bitte, hier ist die gelegenheit.
hach! schon wieder! und nun? macht das noch sinn?, 19. November 2007
mars volta albem sind ja schon regelmäßig ein streitpunkt. ist das nun gut, oder einfach nur so abgedreht, dass sich keiner zu sagen traut, dass es eigentlich im kern belanglos ist?
wo "de-loused in the comatorium" noch den vorteil des neuen wahnsinns hatte und "francis the mute" eine logische weiterentwicklung dessen war, ist auf diesem album wenig geniales zu finden. die kompositionen sind psychedelischer und weniger prog als the mars volta alben. es finden sich aber die gewohnten kakophonien. das probem dabei: über weite strecken hatte ich das gefühl, dass sich das durchgedrehte in dieser musik eigentlich nur aus dem sound ergibt. blubbernde synthies, kreischende gitarren, drums im dauerbreak und alles so abgemischt, dass es so wirkt als würde es die ganze zeit an der grenze fahren und versuchen jede homogenität zu vermeiden. der mix lebt davon einige elemente einfach zu laut sein zu lassen, und so diesen effekt des wahnsinns zu erzeugen.
und genau da liegt das problem: der wahnsinn ist nur ein kalkuliert eingesetzter effekt.
es besteht kein zweifel, dass hier geniale musiker am werk sind und omar rodriguez-lopez ähnlich wie ein mike patton zu den herausragenden künstlern unserer zeit zählt, doch im gegensatz zu mike patton fehlt hier die variation. eigentlich kann man, wenn man die ersten beiden mars volta scheiben hat, auf alles andere getrost verzichten, weil nichts dazu kommt. weder gute songs, denn dazu ist das ganze zu komplex, als dass sich hier ein "hit" rausschälen könnte, und wer grundsätzlich in alle songs alle elemente und tausend riffs wirft, der sorgt letztlich dafür, dass alle songs gleich klingen - weil eben in allen alles enthalten ist. noch kommt ein genereller, konzeptioneller wechsel zwischen den alben dazu.
dieses album hier zeichnet sich höchstens noch durch ideenarmut aus, denn hier gibt es auch mal 6min ein riff über das omar dann diverse soli mit gitarre, synth und waber-sounds legt. die wirkliche psychedelische tiefe, die man dabei aber dann erwarten könnte, stellt sich nicht ein, da das ganze zu hektisch und undurchdacht ist.
das klingt alles so, als ob jemand wie omar, dass an zwei abenden zusammenschustern kann (freilich kann nur er das so!). man nehme ein riff, sammle krach, soli und samples und klatsche alles hübsch angeordnet darüber. dann sorgt man für einen hysterischen gesamtsound, indem immer irgendwas zu laut ist und nervt - und fertig ist die platte.
wer also alle mars volta alben gut findet, und tatsächlich auch an jedem album etwas spezielles entdeckt, weshalb er heute lust auf "de-loused.." und morgen auf "amputechture" hat, der findet vielleicht auch diese cd hier gut, denn wie gesagt: omar gehört ja schon zu den guten.
wem es aber ähnlich wie mir geht, und den grundlegenden unterschied zwischen den vielen werken vermisst: finger weg! es gibt nicht neues ausser evtl. sogar einen rückschritt, und der ist nicht groß genug, als dass er als neuerung durchgehen würde.
enttäuschend auf hohem niveau. deshalb auch drei sterne, eigentlich müsste man weniger vergeben...
wohlfühlender hybrid, 26. September 2007
Konnten The Mars Volta mit Frances the mute die volle Punktzahl mit ihrem Prog-Rock-Hybrid einfahren so ist dieses Soloalbum des Herrn Omar eine genussvolle Weiterentwicklung mit mehr sphärischer Dichte.
Selten hört man ruhige improvisative Kraft so dicht und virtuos wie hier.
Man taucht ein in eine eigene musikalische Welt voller Ideen und magischer Momente, verliert sich wie bei einem guten Buch und nach tiefem Durchatmen drückt man erneut auf Play.
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