Kundenmeinungen
Oje ..., 11. November 2007
Die Kurzbeschreibung zu SOMEWHERE ELSE kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen. Besser als MARBLES???
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten (!), aber wo hört der gute Geschmack auf?
Bin seit gut 20 Jahren Marillion-Fan, habe so manche tolle Platte gekauft, gehört und auch mehrfach live gesehen. Abgesehen vom 98er Ausrutscher RADIATION, war ich jedesmal sehr angetan und dann SOMEWHERE ELSE ...
Diese CD ist nach RADIATION die schlechteste. Auch klanglich ist sie sehr, sehr enttäuschend. Für mein Gefühl ist der Sound total wabberig, viel zu viele Klangteppich übereinander, wenig nuanciert. Wirklich sehr schade. Ich könnte mich mit den Songs SOMEWHERE ELSE und A VOICE FROM THE PAST ja noch anfreunden, aber zwei relativ gute Songs auf einer CD sind für Marillion wirklich zu wenig. SCHADE, S C H A D E, S C H A D E !
Something good, 30. September 2007
Musik ist eine Frage des Geschmacks. Aufgrund dessen ist diese Rezension als subjektiv zu betrachten. An Marillion scheiden sich ja bekanntlich die Geister oder wohl eben eher die Geschmäcker. Nach dem über weite Strecken sehr atmosphärischen, starkem und zu recht hoch gelobtem "Marbles" war ich doch sehr auf das neue Album gespannt. Nach dem ersten Durchhören noch eher enttäuscht, entfaltete "Somewhere Else" nach und nach seine Wirkung. OK, Steve Hogarths Stimme muss man wohl auch mögen oder eben nicht. Aber das war bei Fish wohl nicht anders, der sich allerdings weder musikalisch nach seinem Ausscheiden bei Marillion besonders weiterentwickelt hat und eher netten Pop-Rock macht (einzig erfreuliche Ausnahmen "Vigil In The Wilderness" von '90 und "Sunsets On Empire" von '97), noch stimmlich (als Logopäde weiß ich, wovon ich rede). Hogarth hat m.E. mindestens soviel Charisma wie Fish. Und er hat Marillion musikalisch wahrscheinlich sogar noch mehr geprägt als Fish seinerzeit. Marillion ist dann doch wieder ein atmosphärisch dichtes und ziemlich gutes Werk gelungen. Ausnahmen: "Most Toys" das überhaupt nicht in die Linie der Songs passt und nervt (Skip!) und das nette "Faith". Was mich immer wieder bei Marillion überrascht ist, dass sie doch irgendwie ihren Stil haben, aber nie ein Album wie das andere klingt. Manch einer würde die Jungs sicher gerne in einer "Misplaced Childhood"- Endlosschleife sehen. Und viele Proggies haben auch so ihre Schwierigkeiten seit dem Weggang von Fish. Sicher sind Marillion etwas vom Neoprog-Zug abgesprungen und nun eher dem Art-Rock zugetan. Ich meine aber, das tut ihrer Kreativität keinen Abbruch. Bereits der Einstieg mit "The Other Half" gelingt. Rothery zaubert auf seiner Gitarre, Mosleys Drumming klingt herrlich vertrackt und das Klavier klingt einfach gut. Überhaupt ist es erfreulich erfrischend, das Mark Kelly auf diesem Album viel Klavier- und weniger Keyboardsounds einsetzt. Weitere Highlights, zum Teil mit Gänsehaut-Feeling, sind der Titelsong, "A Voice From The Past", "No Such Thing" und "The Last Century For Man". Alles in allem sicher nicht das beste Marillion-Album. Aber eins, das sich auf jeden Fall lohnt. Für einen Anorak :-) sowieso.
Auch diesmal keine "Revolution"..., 28. September 2007
Hier liegt uns das Altherrenwerk einer Band vor, welche es in früheren Jahren (vor laaanger Zeit) mal verstand, sich immer wieder neu zu erfinden. Nur, wie so oft (glücklicherweise gibt es da Ausnahmen!), ging ihnen irgendwann mal einfach der Saft aus, vor etwa 10 Jahren. Seit dem wird, mehr schlecht als recht, regelmäßig der Fan mit neuen Alben beglückt. Mal etwas besser (Anoraknophobia, 2001 oder auch Marbles, 2004), mal so richtig schlecht (Radiation, 1998 oder Marillion.com, 1999).
Das vorliegende Album bewegt sich wieder in die falsche Richtung. Belangloses vermischt sich mit Langweiligem und dümpelt im Midtempo vor sich hin. Und dort, wo die Herren Herzblut reinlegen, hört es sich einfach gestelzt und gewollt an. Hogarths Art pathetisch, melodramatisch und divenhaft zu sein stört mich schon seit langem. Fish hat man es abgenommen, bei Hogarth kommt es nicht (mehr) richtig rüber und hier übertreibt er damit. Es ist so, als wollte man ernsthaft ein Epos über einen pappigen Burger schreiben.
Und dann klammert man sich auch schon wieder an das profane Songformat.
Der Sound ist schön "fett" aber die Produktion irgendwie einfallslos. Weder Fisch noch Fleisch. Ich kann diesem Album absolut nichts abgewinnen.
Ein gutes aber kein überragendes Album der Anoraks, 27. Juli 2007
Ich bin seit 1984 ein sehr großer Fan der Band. Für mich sind die 4 Scheiben mit Fish Klassiker des Neo-Progs. Aber auch die 10. Alben mit Hogarth als Sänger bieten überwiegend überragenden Prog/Pop. Überwiegend deshalb, weil sich neben ihren Klassikern (davon gibt es genügend) immer wieder mal auch schwächere Songs mit einschleichen, die sozusagen als guter Durchschnitt zu bezeichnen sind.
Und genau dies ist auch auf der neuen Scheibe wieder mal der Fall. Kein Thema, der Titeltrack, The Wound, The Other Half, Voice From the Past und No Such Sing bieten wieder sehr tollen Prog, so wie man es von Marillion gewohnt ist und auch entsprechend liebt.
Aber leider enthält die Scheibe aus meiner Sicht 4 Songs, die auch nach dem 10. oder 12. Hören einfach nicht richtig zünden. Most Toys ist belanglos, höre mir die CD immer ganz an, aber der Song ist einfach nix besonderes. See it Like a Baby ist zwar schon besser, aber leider auch nur guter Durchschnitt.
Das Hauptproblem auf der Cd ist aber, dass gerade die beiden Abschlusslieder (Last Century For Man und Faith) für Marillion-Verhältnisse langweilig und ohne große Insperation dahindudeln, zwar ebenfalls nicht schlecht, kann man schon anhören, aber wenn man da an die großen Abschlussepen der anderen Scheiben der Band denkt wie z.B. This Strange Engine, House, Neverland, King usw., dann muss man schon zugeben (auch als eingefleischter Fan wie ich), dass das neue Album da schon abfällt, zwar alles in allem schon gut ist, aber für mich leider insgesamt zu den "schlechteren" Veröffentlichungen von Marillion zählt.
Ein Meisterwerk !, 3. Juli 2007
Zum ersten Mal sehe ich mich geradezu genötigt, eine Rezension zu verfassen. Das, was die Jungs von Marillion da abgeliefert haben, ist so dermaßen großartig, daß man es nicht kommentarlos hinnehmen kann. Dies ist eine der ganz wenigen Platten, die die Zeit überdauern werden. Alle Stücke bewegen sich auf dem gleichen, hohen Niveau, selbst das zunächst eher eintönig und einfach strukturiert wirkende "Most Toys" entwickelt nach einer gewissen Anzahl Durchläufe eine Magie, die die ganze Platte durchzieht und der man sich nicht verschliessen kann. Je öfter man das Album hört, desto tiefer taucht man in diese wunderschöne Klangwelt ein. Von Abnutzungserscheinungen keine Spur. So etwas kenne ich in dieser Form eigentlich nur von frühen Marillion-Alben wie "Misplaced Childhood" (bis heute DAS Meisterwerk oder "Operation: Mindcrime" und "Empire" von Queensryche. Anspieltipps ? Restlos alles, zum sofortigen Abheben würde ich spontan den genialen Titeltrack oder "A voice from the past" empfehlen. Was soll ich sagen ? Die Jungs werden mit den Jahren noch besser, als sie ohnehin schon immer waren. Ich zolle ganz, ganz großen Respekt !
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