Kundenmeinungen
Nicht neu, aber saugut, 1. Juli 2007
Klaxons sind eine junge Band für alte 80er Jahre-Säcke wie mich, die nicht bei Genesis oder Sting hängengeblieben sind. Rave spielte man damals, Ende der 80er oder Anfang der 90er, und es klang exakt wie das Intro von "Atlantis To Interzone", das ansonsten eine gigantische Achterbahnfahrt bietet. Naja, und "Golden Skans" klingt anfangs wie die Erkennungsmelodie von "Zimmer frei!" - auch nicht die schlechteste Referenz. Lustig, dass die Platte ausgerechnet "Myths of the near FUTURE" heißt - oder fällt das unter die Rubrik "Britischer Humor"?Ein gut produziertes und nicht zu glattes Debüt wird hier geboten, es macht Spaß, von vorn bis hinten zuzuhören und wieder von vorn zu beginnen. Das Album hebt sich angenehm vom derzeitigen Einerlei britischer Gitarrenmusik ab. Die Klaxons retten damit einstweilen die britische Musik. Das alles ist auch bei ihnen nicht neu, dafür aber saugut!
Beatgetriebener Punk: Schlicht und einfach der Hammer!, 31. März 2007
Selten habe ich mich in eine Musik so getäuscht wie in diese. "Auf Empfehlung" meines Lieblingskritikers aus dem ME legte ich mir letzten Montag dieses Album nach kurzem Probehören gleich zu. Daheim war ich mit jedem neuem Hören immer mehr angewiedert von Songs, bei denen scheinbar nichts zusammen passt. Dazu sei als Beispiel nur der Opener "Two Recievers" genannt: Ein Grauen, furchtbarer "Schein-Refrain", belanglos, nicht zum Aushalten...Nur das Vertrauen, von "The Sailers" Tipps noch nie entäuscht worden zu sein, bewegte mich die letzten Tage dazu, die CD doch noch hin und da in den Player reinzulegen.Heute, Freitag, fünf Tage später. Beim Schreiben dieser Kritik höre ich... die KLAXONS. Ja, heute bereits zum 10 (!) mal. Ich krieg sie nicht mehr raus aus dem Player. Genial, Wahnsinn, der Hammer (natürlich auch der Opener). Ah ja. Und die Musik? Als Beispiel für alle Songs sei nur "As Above, So Below" genannt: Die Musik nimmt ca. alle 30 sek. immer wieder eine neue Richtung ein, man kann überhaupt nicht vorhersagen wie es weiter gehen wird. Mal ein schöner Refrain, dann Krachorgien der herrlichsten Art, dann so was wie ein (!) Kinderlied (natürlich wunderbar)...Jede(r) der/die an einem Klangerlebnis der außergewöhnlichsten Art interessiert ist muss sich dieses herausragende Album kaufen!!!
Klaxons- nach dem führenden Englischen Sirenen Hersteller benannt!, 17. März 2007
Was war das für ein Geraschel im britischen Blätterwald als die Klaxons Mitte letzten Jahres ihre Kracher-Single Atlantis To Interzone unters Nachtclubvolk schmissen. New Rave hieß es da plötzlich von überall und die drei neongrell gekleideten Jungspunde wussten gar nicht wie ihnen geschah. Abgestempelt, einsortiert, weggehypet. Ein großer Fehler wie sich jetzt herausstellt, denn das Debütalbum Myths Of The Near Future ist viel mehr als nur ein lauer Aufguss irgendeiner tot geglaubten Tanzbewegung. In erster Linie eine prima Popplatte. Nur etwas ruppiger halt.In nur 35 Minuten prügeln Jamie, Simon und James durch ihr ureigenstes Universum. Von dunkel scheppernd (Two Receivers) über irrwitzig leiernd (Isle Of Her) bis hin zu schräg taumelnd (As Above, So Below) ist alles dabei. Jeder Rhythmus scheint unter Adrenalin zu stehen und mit Aufputschmitteln vollgepumpt zu sein. Durchatmen darf man nur einmal kurz beim hymnischen Golden Skans. Sonst gehts hoch her auf Myths Of The Near Future. In dieser Paranoia-Disco geben sich Brummel-Bass und Zappel-Drums hektisch die Klinke in die Hand. Eine Platte wie ein Fluchtversuch. Stillstehen ist nicht. Schon gar nicht wenn die Sirenen des Musik gewordenen Wahnsinns Atlantis To Interzone die Luft zerschneiden.Tja, wie nennt man das, was die Klaxons da auf Albumlänge zusammengeschustert haben? New Rave sicher nicht. Sci-Fi-Prog-Punk-Rock vielleicht? Egal eigentlich! Warum versuchen zu bezeichnen, was sich nicht bezeichnen lassen will? Fakt ist jedenfalls, dass man sich nach den letzten Takten des apokalyptisch-chaotischen Abgesangs Four Horsemen Of 2012 fühlt wie nach einer schlimm durchtanzten Nacht. Allerdings mit einem Unterschied. Man schreit ganz laut Nochmal!
der Hype geht weiter ..., 16. März 2007
mit den Klaxons , ja richtig gehört nicht The Klaxons sondern einfach Klaxons .... 3 Englische Kunststudenten die ihre einflüsse in gestalt von Gang of four und den Stone Roses haben , und die den guten alten "madchester Sound" zum leben erwecken .Klaxons haben , laut britische medien , eine neue Musikart geprägt , nämlich "new Rave". Nun was es mit diesem "Genre" auf sich hat , weiß eigentlich keiner .... Nun zum grandiosen Album der Klaxons , das bestimmt nicht jedem gefallen wird . Wie soll man den Sound beschreiben , naja ein bissel wave , ein bissel Indie-Rock , ein bissel Electro und teilweise schräger Gesang , doch genau das passt nicht zu den klaxons , sie lassen sich nicht in eine Schublade stecken , jeder soll es sich mal anhören . Die 3 Tracks die herausstechen ( nicht das der rest belanglos wäre ) sind "Atlantis to Interzone " ein sehr typisches "madchester" Song , mit allem was Acid House zu bieten hat und vorallem extrem tanzbar .Das überaus Fantastische "Golden Skans " , DER hit dieser platte , vorbei es noch ein genialen Remixe von Erol Alkan gibt , der noch fast besser ist .... und dann noch " Gravity's Rainbow " , vorab Single auskopplung, erschienen auf der Kitsuné Compilation 3 , und dort schlug sie ein wie eine Bombe . Leute dieses Album ist der Hammer , wer nicht immer den gleichen Indie Sound hören will und mal bock auf was neues hat sollte sofort zugreifen , es lohnt sich .........
Out of Space, 6. März 2007
Wenn der britische NME den "New Rave" als neustes Revival anpreist, dann wird sich der gemeine Deutsche denken... Hä? Westbam und Co? Mayday? Straßenkehrerklamotten mit Neon? Weiße Handschuhe?Na nicht ganz. Das britische Verständnis des Begriffes "Rave" beruht mehr auf jener elektronisch-orientierten Gitarrenmusik, die Ende der 80er, Anfang der 90er bevorzugt durch Bands, wie die Happy Mondays aus Manchester erklang und somit eine Art Zwischenstufe hin zur Britpop-Welle Großbritanniens in den 90ern darstellte. Tja, und nun also anno 2007 das Revival.Nun, inwieweit die Klaxons nach Rave klingen sei mal außen vorgelassen. Doch ihr Debüt sorgt bereits im UK für Furore und schwappt jetzt auch nach Deutschland über. Und die Vorschusslorbeeren sind durchaus berechtigt. "Myths of the New Future" ist ein feiner, durchgeknallter Elektro/Rock Mix. Alles in Allem sehr abgespact, kann man wohl zusammenfassend sagen. Der Opener "Two Receivers" gibt mit seinem treibenden, atmosphärischen Beats die Richtung vor. Hier fallen durchaus Parallelen zu Kasabian auf. Danach zeigt die Band allerdings ihre extrem amüsante durchgeknallte Seite bei dem Rave-Brett (und das ravt ja wirklich fast schon, als wenn die Arctic Monkeys und Prodigy ein Kind gezeugt hätten) "Atlantis To Interzone". Da bleit kein Körper unbewegt. Auch bei dem Song "Magick" geschieht das Gleiche. Zwischendurch gibt es groovendes, verträglicheres wie die Single "Golden Skans", "Isle of Her" oder "Gravity's Rainbow". Diese zeigen, dass die Band weniger durchgeknallt ist, als man vielleicht denkt. Ob das gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt. Empfehlenswert ist auch noch "It's not over", ein Cover eines alten Eurodisco-Hits eines Projekts namens. Der Abschluss mit dem wilden "Four Horseman of 2012" funktioniert dann nochmal gut als exzessive Acid-Peitsche.Die Klaxons legen uns eines der interessantesten, weil durchaus abwechslungsreichsten, Debüts des noch jungen Jahres 2007 vor. Wem Kasabian mittlerweile zu rockig sind oder wer halt Elektro/Rock im Stile von The Rapture mag, der ist mit dieser Platte bestens beraten. Und wer will kann beim Tanzen auch weiße Handschuhe tragen.
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