Kundenmeinungen
GEFÜHLSDRAMA OHNE WIRKUNG, 25. September 2008
Dass nach drei großartigen Filmen in Folge auch einmal wieder Normalität im Hause des spanischen Regiemeisters einkehrt, musste Wohl oder Übel einmal geschehen. Dabei hatte vieles darauf hingedeutet, dass auch sein jüngstes Werk Volver (Zurückkehren) die Erfolgskurve um ein weiteres Stück mehr dem Kinohimmel näher bringen würde, in dem er eigentlich sowieso schon einen Platz sicher hat.Penélope Cruz spielt mit auftoupierter Turmfrisur und Gesäßprothese die Hauptrolle der Raimunda, die sich in einem der ärmeren Randbezirke Madrids durch den Alltag beißt, sich mit ihrer Schwester um das Grab der verstorbenen Eltern kümmert und nebenbei mit dem Alkoholismus ihres Mannes und den Pubertätsschwierigkeiten ihrer Tochter klarkommen muss. Doch dann steht Merkwürdiges an: Ihr Ehemann versucht, sich an seiner Tochter zu vergehen, seine Vaterschaft dabei vehement abstreitend, und wird kurzerhand von jener in Panik mit einem Küchenmesser erstochen. Nun muss Raimunda schauen, wie sie die Leiche möglichst unauffällig beseitigen kann. Als dann bei der Beerdigung ihrer Tante plötzlich der Geist ihrer verstorbenen Mutter (Almodovárs alte Muse Carmen Maura) gesichtet wird und ihre Schwester Sole (Lola Duenas, bekannt aus Das Meer in mir) zu ihr Kontakt aufnimmt, muss Raimunda sich etlichen mit aller Mühe verdrängten Problemen aus ihrer Vergangenheit stellen. Und diese erweisen sich als heftiger Gefühlsabgrund. Doch immer stehen ihr die Frauen zur Seite.In gewohnt bunten Farbwelten gleitet dieses Drama stets zwischen dem Komödiantischen und der Tragödie hin und her, doch ohne sich jemals für eins zu entscheiden. Dadurch verliert der Film erheblich an Stimmigkeit und trifft niemals den Ton seiner eigentlichen Dramatik, sodass selbst die schlimmsten Schicksalsschläge am Zuschauer vorbeilaufen wie eine farblose Soße. Auch die dramatischen Wendungen und die Schlussauflösung sind hier, besonders für den bereits erfahrenen Almodovár-Freund, äußerst vorhersehbar. Dabei muss man bemerken, dass alle Darsteller hervorragende Leistungen aufzeigen, allen voran Penélope Cruz, die wohl hier eine ihrer mit Abstand besten Darstellungen bringt. Doch hilft dies nichts darüber hinweg, dass Almodovár es nicht schafft, die Schwere und Poesie seiner vorangegangenen Werke erneut erlebbar zu machen. Vielleicht wollte er das diesmal auch nicht, doch bleibt es dann fraglich, was er überhaupt wollte. Für seine Fans eher enttäuschend, spricht Volver eventuell eine neue Gruppe der Kinogänger an. Der Oscar-Kurs jedenfalls wurde schon geebnet.
Naaajaa, 25. September 2008
Also ich muss ehrlich sagen, ich hab mir den Film bis zum Ende reingequält. Langweilig, die Darsteller haben mich überhaupt nicht überzeugt und die Handlung war auch nicht gerade spannend. Alles in allem zwei Sterne für die bezaubenrde Penelope. Ansonsten nicht gerade sehenswert.
Ich schließe mich einem Urteil an, 31. August 2008
wonach gegen "Volver" nichts wirklich vorzutragen sei. Selbst das was im SPIEGEL Gestanden ist, nämlich dass der Film "männerfeindlich" ist - noch positiv dort transportiert, ähnlich wie bei einer mehr oder weniger unterschwelligen Rede von Pornographie bei allem (un)möglichen was mit Videospielen zu tun hat in der Onlineausgabe, halte ich für blanken Unsinn. An einer Stelle vernahm ich sogar, höchst unwahrscheinlich, aber ein für mich schon typisches Zeichen von Genialität im Detail, die invertierte Nachstellung eines berühmten angeblichen Geisterbildes in einem Auto. In der Nacht statt am Tag, und ohne sichtbaren Geist - die liegt nämlich drin und versteckt sich: Almodóvars Film ist wirklich nichts vorzuwerfen, auch kein Festhalten an einem Realismus, und schon gar nicht an irgendeiner Moral. Man beobachtet lauter interessante, höchst unterschiedliche Frauen, und deren unwahrscheinliche Integration von Moderne und ruralem Spiritualismus. "Volver" ist dabei auch nichts anderes als der beste Geisterfilm der je gedreht wurde: ein "Geist" hat hier nicht einmal unbedingt etwas unheimliches, ist mehr ein unpassender Flüchtling aus einer anderen Welt, keine affektorientierte Darstellung für den Zuschauer, nichts wovor man sich so fürchten bräuchte. "Volver" ist ein Film über spannende Frauen, einen einfach so unterlaufenen Totschlag an vermeintlichem Patriarchat - und eben auch ein Film über fantastische und doch alltägliche, ja schon gewöhnliche Erscheinungen.
Typisch Almodovar, 28. August 2008
Ein typischer Pedro Almodovar-Film und kein schlechter. Schlagwortartige Merkmale: "starke Frauen" und "schicksalhafte Familienverhältnisse". Erinnert auch ein bisschen an die Romane von Javier Marias (Mein Herz so weiß) und Carlos Ruiz Zafon (Der Schatten des Windes). Anspruchsvolle und doch nicht langweilige Unterhaltung.
Gähn, 18. Juli 2008
Ich weiß - den Heiligen Almadovar zu kritisieren, das ist ein Sakrileg, dafür würden viele Leute einen am liebsten auf den Scheiterhaufen werfen. Aber ich finde den Film öde, langweilig, ohne Überraschungen, einfach zum Gähnen. Vielleicht habe ich mich ja auch mit zu hohen Erwartungen vor die Glotze gesessen - die Kritiken hier waren ja so euphorisch. Nein, ich kann den Film nicht empfehlen, Superstarregisseur hin oder her. Und jetzt könnt ihr meine Kritik gerne negativ bewerten, das ändert nichts daran, dass mir beim Schauen der Hintern eingeschlafen ist.
|