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Grinderman, Nick Cave: Grinderman (Limited Digipack)

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Grinderman (Limited Digipack)

Grinderman Nick Cave

Mute (EMI)

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11/Okt/2008 - 12:32


Beschreibung

Endlich gelingt Nick Cave mit Grinderman wieder ein knallharter Befreiungsschlag, und alle Moll-Töne, „Schubidus“ und Schwülstigkeit liegen reichlich k.o. auf dem Boden. Es ist kein von langer Hand vorbereiteter Treffer, eher ein „Lucky Punch“, denn Grinderman entwickelten mehr zufällig. Das nach dem John-Lee-Hooker-Song „Grinder Man“ benannte Projekt ist eine Art Abfallprodukt, das aus den Aufnahme der Sessions zu Abattoir Blues / The Lyre Of Orpheus entstand. Damals, 2004 ging der gebürtige Australier mit einer kleinen Fraktion (Drummer Jim Sclavunos, Bassist Martyn Casey und Violinisten Warren Ellis) seiner Bad Seeds in ein Studio in Paris, und dieses Quartett trat aus Promotion-Anlässen auch live auf. Und fand Gefallen daran. Cave, der Schauspieler, Buchautor, Soundtrack-Komponist und Sänger schiebt bei Grinderman das Piano in die Ecke, schnallte die Gitarre um und kehrt zu dem Sound zurück, mit dem er über die Boys Next Door, Birthday Party und den (frühen) Bad Seeds zum Fürsten des finsteren Indie-Rocks aufstieg. Ein Grinder Man ist so etwas wie ein Schleifer und Schinder und entsprechend klingt das von reichlich Blues, ein paar Vintage-Keyboards und natürlich den nicht zubändigen Gitarren geprägte Album auch über weite Strecken: bissig, grimmig, kompromisslos, aggressiv, roh. Kein Song ragt aus diesem vor Kraft sprühenden Werk so heraus wie „No Pussy Blues“, wo der 1957 geborene Cave in die Rolle eines von sexuellem Frust befallenen, alten Mannes schlüpft. Aber selbst wenn sich das Quartett wie in „Electric Alice“ der Ballade nähert, zerstören störrische, enervierende Geräusche die Atmosphäre und auch in „Go Tell The Women“ und „Love Bomb“ hat Cave wenig Gutes zu erzählen... --Sven Niechziol




Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Wow! , 3. Januar 2008

Der Meister erfindet sich neu - was einen als Fan von Nick Cave ja nicht wundern sollte; aber so rockig, bluesig und schmutzig hat man ihn lange nicht gehört. Erinnert an The Birthday Party und klingt einfach genial!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Grinderman - Grinderman, 18. März 2007

Es beginnt ungehobelt, 'Get It On' und 'No Pussy Blues' sind zwei Stücke die roh und polternd, knarzig sind und die bärtigen Typen von Grinderman, allen voran Nick Cave zeigen wie Rock geht. Nick Cave an der Gitarre ist auch was neues, aber er hat ja schon auf seiner Solotour gezeigt, dass er's kann. Danach kommen keine Brachialstücke mehr, es wird sanfter und zunehmend einem Bad Seeds Album ähnlicher, am Ende 'Man On The Moon' ist eben grandiose Balladen und da ist Nick Cave einmal mehr viel Gutes gelungen, auch bei 'When My Love Comes Down'. Die Lieder sind, wie er sagte oft so entstanden, dass sie die Musik gespielt haben und er die Texte spontan dazu assoziiert hat und so ziemlich schnell fertige Songs da waren. Das merkt man schon, sehr ausgefallene Arrangements finden sich hier nicht, es ist eben ein Grinderman Album. Insgesamt fünf Sterne für eine schöne Platte, die aber kein Überalbum ist.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Wow !!, 15. März 2007

Der Meister ist wie ein großer Wein ! Mit dem Alter wird er immer besser !


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Endlich wieder böse!!!, 9. März 2007

Geniale Veröffentlichung, Cave kann es also doch noch. Er läßt die böse Bestie wieder frei, so klingen die Songs, rauh, roh, wie ungeschliffene Diamanten aus dem Berg rausgehauen. Er knüpft an 'Let Love In' - Album von 1993, was letztmalig 'böse' Stücke enthielt, danach triefte nun noch der Schmalz.
Aber nicht mehr hier bei den Grindermen, die schwer schuften, wofür Cave selbst die Gitarre umgeschnallt hat und den Part Blixa Bargelds wundervoll übernimmt, herrlich dissonant, noisig wird hier aufgespielt. Motto: Die Natur ist nicht friedfertig, sondern dreckig!

Der No Pussy Blues wird hier zelebriert. Jungs und Mädels, Nick Cave ist wieder zurück. Im Swamp.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Der Affe hat "Stangenfieber", 4. März 2007

Hinter "Grinderman" verbirgt sich Nick Cave mit den "Bad Seeds"-Mitgliedern Warren Ellis, Martyn P. Casey und Jim Sclavunos, die in dieser Formation schon seit Jahren als "Nick Cave-Solo" auf der Bühne zu erleben sind. Es handelt sich um ein "Side Project"-Album, auf dem sich Nick Cave erstmalig auch für den Gitarrensound verantwortlich zeichnet.

Was erwartet einem? Zum einen treibende, ungehobelte Rock-Songs wie "Get it on": ein rauer, wilder Song, der aus einem mit Eierverpackungen gedämmten Kellerproberaum zu kommen scheint, "No pussy blues": wüst und mit flirrendem Wah-Wah-Gitarrensound a la Stooges/Iggy Pop, "Love bomb" in einer Tradition von Gun Club/Jeffrey Lee Pierce , oder "Depth charge ethal": 70er Jahre-Rock-Tradition wie T.Rex/Marc Bolan, aber einfach erheblich schmutziger und schließlich "Honey bee": wurden Bienen musikalisch auch schon mal romantisch-verklärend interpretiert, so sind sie hier wild gewordenen Killerbienen, die der Menschheit nichts Gutes verheißen - bizzzzzzzzzz, bizzzzzzzz.

Dann unheilvolle Blues-Songs: sie kommen träumerisch-psychodelisch daher wie "Electric Alice", eher unheilvoll-dramatisch ("When my love comes down") oder aber staub-trocken und völlig verloren-desillusionorisch ("Grinderman", stimmungsverprühend wie der Soundtrack von "The Proposition").

Es gibt aber auch Songs, welche entweder erfrischend groovy sind ("I don't need you to set me free") oder die zwar in alter Motown-Tradition daherkommen, aber entschieden trostloser ("Go tell the women that we leaving").

Ein Wunder, dass man auf solch einem Album sogar eine Ballade hören darf: "Man in the moon", ein Song, auf dem man nicht mehr zu hoffen gewagt hat, denn nach mehr als ca. 30 Jahren gießt er den Verlust und Einfluß seines Vaters auf seine Weltsicht in einem Song, vor dem ich Ehrfurcht habe.

Fazit: ein wüstes, raues Rock-Album, dass ungehobelt-naturalistisch abgemixt ist und diametral zum angesagten "Indie"-Rock steht. Ein Album, was die Ursprünge des Rock'n'Roll und Blues huldigt.

Nick Cave arbeitet bereits am neuen Album, welches er mit den kompletten "Bad Seeds"-Mitgliedern im Sommer einspielen wird und mal hören, welch schöne Überraschung man dann erwarten darf. Für Überraschungen sollte man jedenfalls als Nick Cave-Fan immer empfänglich sein - ist zumindest für ein Fan-Dasein eine Grundvoraussetzung




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