Kundenmeinungen
verzaubert ... !, 4. März 2008
Die Musik von Anna Ternheim hat irgend etwas mit mir angestellt. Manchmal - je nach Stimmung - habe ich sogar Angst davor, die CD aufzulegen. Diese Anna Ternheim berührt meine Seele wie schon lange kein Musiker mehr. Um nicht zu sagen, sie wühlt mich wahnsinnig auf. Aber es ist ein positives Aufwühlen, solches, das man sich wünscht, weil man sich dann sehr emotional und lebendig fühlt. Ihre zerbrechliche Stimme, die unendlich melancholischen Melodien, man kommt nicht umhin beim Hören ihrer Musik einen Weltschmerz zu empfinden, der einen richtig umhaut. So geht es mir zumindest. Und wenn sie mit ihrem bezaubernden schwedischen Akzent das Wort "alone" oder "lonely" haucht (was öfter vorkommt), fühle ich mich tatsächlich wie der letzte Mensch auf Erden. Ich liebe diese CD und genauso ihr (ein bisschen ruhigeres und gitarrenlastigeres) Vorgängeralbum "Somebody Outside". Und ich hoffe, dass sie bei uns noch viel bekannter wird. Oder vielleicht doch lieber nicht ...? Denn dann wird die Fangemeinschaft schon wieder zu groß und es ist vorbei mit der verträumten Einsamkeit ...
Anna Ternheim übertrifft ihr Debut, 22. Oktober 2007
Kann es nach einem so grandiosen Debut wie "Somebody Outside" überhaupt ein würdiges Nachfolgealbum geben? Die kurze Antwort lautet: ja. Anna Ternheim legt einen kleinen Geniestreich nach. Die Versuchung wäre sicherlich groß gewesen, das erfolgreiche Debut in Stil und Stimmung zu kopieren, aber Anna Ternheim geht deutlich darüber hinaus. Faszinierten beim Erstlingswerk die durchweg eher spröden Arrangements, so finden sich dieses Mal einige perfekt produzierte Songperlen wie z.B. "Girl Laying Down" mit beinahe bombastischen Streichern, die allerdings durch das schräge Honkytonk-Piano sofort konterkariert werden, oder das episch-breite "Lovers Dream". Daneben gibt es aber auch ganz intensive unplugged-Momente mit "No Subtle Men", "Tribute To Lynn" oder "Halfway to Fivepoints". Anna Ternheims Songwriting ist mindestens ebenso exzellent wie auf ihrem Debut, auch wenn die Stücke in viel kürzerer Zeit entstanden sind. Für meinen Geschmack (und nach etlichen Wochen Dauerrotation im Auto und zuhause) ist "Separation Road" sogar insgesamt melodischer und eingängiger gelungen, ohne dabei auch nur eine Sekunde lang seicht zu wirken. Und wer immer noch glaubt, dass Anna Ternheim nur düstere Stücke schreiben kann, höre sich einmal "Today Is A Good Day" an. Solch positive, catchy hooks sucht man auf ihrem Debutalbum vergebens.Eine Sache macht Anna überaus geschickt: Sie walzt ihre Ideen nicht bis zum Allerletzten aus. Chorus-Repeats und Endlosblenden sind ihre Sache nicht. Folglich kratzen einige Songs gerade mal an der 3-Minuten-Grenze, aber man hat das Gefühl, dass jeder Ton sitzt, und keine Sekunde kommt Langeweile auf. Im Gegenteil: ist die CD durchgelaufen, schnippt man beinahe automatisch auf die "Repeat"-Taste... Dem Klangbild hat die Investition in exzellente Studiotechnik gut getan: hört man "Somebody Outside" die Low-Budget-Produktion stellenweise recht deutlich an, so klingt "Separation Road" weitaus atmosphärischer, klarer, vielschichtiger. Fazit: Unbedingte Empfehlung. Und wer das Glück hat, Anna Ternheim live sehen zu können - nichts wie hin. Ihr Konzert im Bielefelder Ringlokschuppen OHNE Begleitband war an Intensität kaum zu überbieten.
Neues und Bewährtes ergänzen sich optimal, 24. Juni 2007
Mit ihrem zweiten Album hat Anna Ternheim ein wenig den Weg ihrer eigenen Ideen verlassen und sich an derzeit erfolgreichen Melodiemustern orientiert, die einigen Liedern von Separation Road ihre Seele verleihen. So werden wenige den Einfluss von Coldplay bei "Calling love" oder "Feels like sand" überhören und Kenner des schwedischen Musikmarktes auch Anlehnungen an Stücke von Kent wiedererkennen: "No subtile men" lebt von den quietschenden Umgriffen aus "Before it all ends", "Feels like sand" enthält Elemente des "VinterNoll2"-Intros und "One to blame" ein langsames Zwischenstück wie "Dom som försvann". Anna Ternheim beweist mit diesen inspirativen Einflüssen Geschmack und Können, denn sie hat aus den Vorlagen stets etwas völlig Neues entwickelt: Sie hat nicht nur das Beste daraus gemacht, sondern IHR Bestes gegeben. Das Album besitzt deshalb den Wiedererkennungswert seines Vorgängers. Gerade Stücke wie "Today is a good day" und "Such a lonely soul" knüpfen an frühere Arbeiten an. Mit "Tribute to Linn" ist Ternheim zudem eine würdige Fortsetzung von "Shoreline" gelungen. Insgesamt stimmt die Mischung zwischen Weiterentwicklung und traditionellem Konzept absolut, leider ist die Liedliste mit drei Neuauflagen unnötig verlängert worden. Dies tut dem an sich geschlossenen Album nicht gut. 4,5 Punkte.
Klasse Album - Anna Ternheim übertrifft sogar ihr Debüt, 24. Mai 2007
Die schwedische Sängerin Anna Ternheim ist in Deutschland immer noch ein Geheimtipp. Sie gehört zum "Singer/Songwriter" Genre und verkauft sich erfrischenderweise auch nicht mit ihrem ansprechenden Äusseren. Im Gegenteil. Handgemachte Musik in der auch Herzblut steckt findet man nicht mehr oft. Deswegen bin ich froh, auf diese Frau aufmerksam gemacht worden zu sein. In einem regionalen Gratis-Musikmagazin einen Artikel gelesen, bin ich ein paar Tage später im Laden beim Probehören sofort begeistert gewesen. Die Stimme, die Stimmung der Musik, die Arrangements. Stilistisch kombiniert sie gekonnt Folk, Blues, Jazz und Soft-Rock mit einer berührenden Zerbrechlichkeit und Melancholie, die aber positiver Natur ist. Mit diesem zweiten Album übertrifft Frau Ternheim sich selbst. Noch ausgefeilter sind die Melodien bzw Songs im Vergleich zum Vorgänger. Ein bis zwei Songs sind ein bisschen verschrobener als der Rest (One to blame) Jedoch sind es gerade diese Songs, die bei mehrmaligen Hören dann zu Favourites mutieren. Das sehr gelungene Debütalbum habe ich mir natürlich auch gleich besorgt, um noch mehr dieser bemerkenswerten Künstlerin zu hören.
kann man nicht vergessen, 26. April 2007
separation road - eigentlich bin ich über umwege und zufälle bei diesem album gelandet. aber allein "girl laying down" hat sich so in meine musikalischen Erinnerungen gebrannt... ganz anders als "I Say No" (Kulturkantine) und nicht weniger bezaubernd.
|