Kundenmeinungen
Auf dem Mount Everest, 24. Oktober 2007
Auch ich gehörte zu jenen, die gezweifelt haben, ob die Norma für die zweifellos großartige Edita Gruberova nicht unerreichbar sein würde. Die Oper gehört mit Mozarts DON GIOVANNI und Wagners TRISTAN UND ISOLDE sicherlich zu den Schlüsselwerken der Opernliteratur und ist extrem schwer für die Sängerin der Titelpartie. Dazu kommen unvergleichlich hohe Maßstäbe, die Sängerinnen der Schallplattenära gelegt haben, allen voran Maria Callas, die wohl absolut unerreicht bleiben wird.Dennoch! Edita Gruberova hat es gewagt - und gewonnen. Sie bezwingt die Partie mit erstaunlicher Dramatik und gestaltet sie sehr glaubwürdig. Dass sie manchmal ihren Schmollmund aufsetzt, ist zu verzeihen...Ich gestehe, dass sie mich wirklich überzeugt hat und ich sie jetzt als würdige Nachfolgerin von Joan Sutherland in dieser Rolle erkenne.Sona Ganassi ist eine ausgezeichnete Adalgisa, Zoran Todorovich ein machohafter Pollione und Roberto Scandiuzzi ein adäquater Oroveso. Heider dirigiert sehr ansprechend - die Oper ist hochdramatisch und lyrisch zugleich mit traumhaften Kantilenen, auch im Orchester. Regie und Bühne sind ästhetisch akzeptabel und nicht in unsinniger Weise provozierend (Jürgen Rose). Dafür muss man heute schon dankbar sein. Dennoch ein Stern Abzug wegen der Optik (Kostüme...) Alles in allem das Dokument einer gesanglichen Gipfelbesteigung, die in jeder Weise erfolgreich verlaufen ist und zu der man der Primadonna Edita nur gratulieren kann.
Eine DVD, keine CD, 6. August 2007
Ja, diese DVD ist sehr zu empfehlen. Inszenierung und Darstellung sind gelungen, musikalisch rund. Die Interpretation der Norma geht unter die Haut, darstellerisch wie (ja, auch das, weil es passt) gesanglich. Diese Aufnahme ist - ich kann mich an keinen Aussetzter in der Besetzung erinnern - ein aktuelles Dokument einer Oper, die wegen des künstlerischen, stimmlichen Anspruchs nicht alle Tage auf die Bühnen gebracht werden kann.Wer die Gabe hat, sich in eine Oper "hineinfallen zu lassen", der wird sich diese DVD regelmäßig aus dem Schrank ziehen.Noch eine Kleinigkeit:Auch wenn die CD-Aufnahme nicht den Geschmack von uns allen trifft (welche kann das?)und vielleicht für Ego und hardliner-Fans aufgenommen wurde, so hat sie doch ihre Berechtigung. Niemand MUSS sie kaufen.Wer nur Spaß daran hat, vergleichend jeden Ton, jede Phrase und jeden Atemzug in Frage zu stellen tut mir leid, weil er seine Idole offensichtlich überlebt hat und im ewigen Gestern lebt. Aber Kopf hoch: "Ihr werdet froh Euch wiedersehn."
Gruberova scores an artistic triumph as Norma, 10. April 2007
Gruberova waited long before tackling Norma on stage, and this DVD confirms that the wait has been worth it. Having released a concert performance on CD which was recorded in 2005, her first staged performances were recorded by UNITEL in January/February 2006 at the Bayerische Staatsoper. I must admit that looking at Gruberova, one sees an older woman, which is obvious, given that she was almost 60 at the time of this recording. However, age has not seemed to have taken its toll too heavily on her vocal resources. It was probably the need to rise to the occasion that made this recording all the more special. Munich assembled an outstanding supporting cast and Haider, ever the loving and sympathetic conductor, allowed his wife to shine. His interpretation of Bellini's score is, in my opinion flawless and even better than the CD recording. The audience love Gruberova and the performance is one to listen to over and over again. This will probably be the ideal performance for many, however, Jurgen Rose's sets, costumes and direction will disappoint those who prefer a more traditionlist approach to the opera, with a minimal set and the chorus flasing guns at certain moments. Musically, there are no cuts and Gruberova sings Casta Diva in G, as well as both verses of of her ensuing cabaletta. Mira o Norma, with a wonderul Ganassi as Adalgisa, is sung in the high key, with both voices blending beautifully. Todorovich bawls his way a bit through the ungrateful role of Pollione and Scandiuzzi is sonorous as Oroveso. There is even an 11 minute feature on the making of the production, as well as short interviews with the stars. With superb DTS sound and picture in high definition colour, this is one DVD I have and will return to many times over!
Absolut gelungen, 21. Februar 2007
Ich sah diese Inszenierung zufällig im Fernsehen. Es ist zwar schon recht lange her, aber seitdem geht sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Für mich ist es eine absolut gelungene Vorstellung, die ich mir immer wieder ansehen könnte. Ich bin niemand, der Sänger anhand ihrer "Gesangs-&Atemtechnik" zerpflückt. Für mich allein zählt Wohlklang und Gefühl. Edita Gruberova hat mich überzeugt und damit einen neuen "Fan" gewonnen. Sie singt ihren Part mit viel Gefühl und wirklich sehr schön. Ich hab schon einige Inszenierungen gesehen und jede hat mich bisher eher gelangweilt, sodass ich Norma nicht gerade zu meinen Lieblingsopern zählen konnte. Doch dies hat sich nun geändert.P.S.: Ich finde es nicht in Ordnung und unfair, Rezensionen zu kopieren, die sich auf ältere Aufnahmen beziehen, ohne sich vielleicht die neue überhaupt angesehen zu haben, nur um seine Abneigung gegen bestimmte Personen überall kundzutun.
Eine Zerbinetta mit Ambitionen , 20. Februar 2007
Zerbinetta will Norma sein"Ich bin so dankbar, dass es einen Donizetti und einen Bellini gegeben> hat", bekennt sie, "das ist meine Musik, das ist mein Fach." Doch Bellinis> Norma, eine Bravourpartie, lehnt sie ab: "Norma ist nicht meine Stimme,> allein vom Timbre her. Aber ich habe auch zu viel Ehrfurcht vor dieser> Oper, mit der die Callas so berühmt geworden ist. Norma ist ihre Partie> gewesen. Sie ist für mich ein Heiligenbild. Das rühr ich nicht an.">> --- Edita Gruberova, Die Welt, 22. Februar 2001Wo ist diese kluge Einsicht abgeblieben? Man mag der alternden Diva ja verzeihen, daß sie jetzt, im Herbst ihrer Laufbahn, noch ein paar Traumpartien singen möchte....Aber Norma? Mit einer Stimme so ganz ohne jenen strahlenden Elan den eine Callas, eine Sutherland und auch eine June Anderson hatten/haben? Gruberova sieht sich als dramatischer Koloratursopran, weiß sie denn nicht, daß sie stimmlich verglichen mit Sutherland eine halbe Portion ist? (Sutherland sang auch lyrische Rollen weil sie eben jene Kraft & reiche Mittellage hat, die Gruberova in ihrer "Norma Light" nicht aufzubieten hat. Ihr Urteil, Callas wäre eine Verismostimme gewesen aber "nichts für den Bel Canto" zeigen nur, wie wenig sie mit Bellinis rauschhaften Melodien (Geschrieben für eine Pasta, eine Malibran.......) eins ist. Sie singt CASTA DIVA in der Originaltonart (Weil Pasta das nicht "schaffte") und brüstet sich damit, daß es ihr so "wie auf den Leib geschrieben ist". Nun, Sutherland sang es in der Originaltonart (Callas in jungen Jahren ebenfalls, aber sie ging dann zur Pasta-Version, die Bellini so wichtig war, zurück, um 1949) und deklassiert Gruberova was Brillanz und auch was Bescheidenheit angeht. Lilli Lehmann, eine größere Künstlerin als GRuberova & alle "Normas" die es heute gibt, zeigte WAHRE Ehrfurcht vor Bellini und kein Primadonnengehabe. Gruberova's Norma wurde als "empfindsam" und "verletzlich" verteidigt, das ist jedoch nur eine lächerliche Verteidigung einer Sängerin die eine Heroine zum empfindsamen Mädchen reduzierte. Ihr Forte ist gequetschter denn je, ihre Phrasierung bleich und überhastet (In Wien war es noch schlimmer) und einfach nicht ON TIME, ihr Scooping stillos und ihr Japsen, Schmachten & Seufzen infantiles "Schauspiel".Ganassi ist eine interessante Adalgisa, ich hoffe, sie einmal mit einer besseren Norma hören und sehen zu können. Das Dirigat war durchschnittlich, der Tenor langweilig (Wie fast immer in Aufnahmen mit Gruberova als "Star"....) und der Chor dürftig. Alles in allem eine Aufnahme, die die von Beverly Sills erträglich macht, was nicht sehr dafür spricht. Sills sang ebendieses Repertoire, doch konnte sie wenigstens alls Künstlerin vokaler Farben und VERVE überzeugen.Diese Inszenierung ist etwas besseres Regietheater als sonst, sie kommt allerdings nicht an die großen Aufführungen an der Scala oder in Paris ran.Das dieses durch und durch mißglückte Unterfangen auch noch als neuer Standard gefeiert wird & Gruberova als "sacred monster" eh nix falsch machen kann, verdreht eine miserable Leistung ins schlichtweg Absurde.
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