Kundenmeinungen
Krach, Bumm, Schepper . . . vom Feinsten!, 6. November 2008
Bei meinen letzten Besuchen im PlattenSecondhand lief immer GULAG ORKESTAR. Und obwohl diese Art von Musik nicht gerade meinem gängigen Musikgeschmack entspricht, konnte ich mich der Wirkung doch nicht entziehen! Also habe ich mir letzendlich die Scheibe gekauft. Was sich dann zu Hause, bei genauerem Hinhören, entfaltet hat, ist gerade in Zeiten der technischen Überproduktion einfach wohltuend. Da kracht und scheppert es fernab jeglicher Virtuosität, wobei die Lieder in ihrer einförmigen Monotonie und durch die melancholisch-verweinte Stimme von Zach Kondon mitunter einen hypnotischen Sog entwickeln. Die Musik, vollgepackt mit reichlich Ecken und Kanten, erinnert dabei ein wenig an die Filmusik zu "Zeit der Zigeuner" von Goran Bregovic. Einfach herrlich!
Zwischen Radiohead und Russendisko, 27. Februar 2008
Ich mag dieses Album sehr gerne. Es gibt einige Instrumentalstücke, einige Lieder mit englischsprachigem Sänger, alles aber eher slowly und gefühlvoll. Man könnte sagen ein träumerisch-melancholisches Album welches Stilelemente des Big Beats, des Pop und traditioneller Volksmusk des osteurpäischen Raumes miteinader zu einer wunderschönen Synthese vereinigt. Und trotzdem bildet die Band ihren eigenen, wiedererkennbaren Stil heraus.Also wenn ich es vergleichen müsste: eine Mischung aus Radiohead, Goran Bregovic und Jaques Brel. Absolute Kaufempfehlung!
Ich liebe melancholische Musik..., 31. Dezember 2007
...nur Beirut geht mir mit dieser Platte sogar ein Stückchen zu weit. Wenn am Balkan 20.000 Menschen gleichzeitig zu jammern und zu musizieren beginnen würden, dann würde sich das wohl wie diese CD anhören ;)Damit das jetzt vielleicht auf meinen Musikgeschmack bezogen und für diese Rezension ein bißchen verständlicher und vergleichbarer wird:- ich selbst mag die melancholischen Texte und Töne z.B. von Conor Oberst / Bright Eyes- ich liebe die traurigen Songs vom späten Johnny Cash auf den American Recordings- mein Einstieg in die melancholische, morbide Szene begann ganz leidenschaftlich in ganz jungen Jahren mit Nick Caves "Murder Ballads" Album- und sogar die richtig vor Melancholie übertriefenden Lieder von der Velvet Underground Mit-Sängerin Nico machen mir nichts aus, aber Beirut schlägt sie mit dieser CD auf ganz eigene Art und Weise um's Mehrfache - und für mein Melancholie-Pensum halt ein bißchen zuviel des Guten.Diese Rezension ist somit vielleicht für all diejenigen hilfreich, die sich beim Anblick des Covers auf leicht gängige Shantel Töne freuen bzw. sich auf ulkigen Russendiskosound einstimmen wollen bzw. vielleicht greifen erst jetzt die richtig melancholie-getränken Menschen zu diesem Tonträger.Also, sei's wie's sei - nix für ungut. Das ist halt meine geschmackliche Meinung. Und klarerweise 100% subjektiv. Darum drei "über Geschmäcker kann man immer bashen" Amazon-Sterne von meiner Person.
Popmusik mit vielen Referenzen, 9. November 2007
Wer diese Band mit Worldmusic vergleicht hat nichts verstanden. Beirut machen Independent POP Musik, im besten Sinne. Und das beinhaltet hier auch Balkaneinflüsse, Folkmusik und viele andere Referenzen. Ein wunderschönes Album, dem man nicht mit vorgefertigten Vorstellungen und Klischees, wie diese Musik zu klingen hat, begegnen sollte. Da verpasst man etwas. Mich erinnert Beirut an Sufjan Stevens oder Antony & The Johnsons mit der Weltentrücktheit und gleichzeitig magischen Melancholie - mit Sicherheit nicht an Balkanmusik aus dem Woldmusic Regal...
Folkloristisches Disneyland, 2. November 2007
Wenn ein Amerikaner schon bei der Wahl seines "Band"-Namens und des Schallplattentitels ganz Europa und Asien in einen Topf haut, dann kann man entweder sauer sein über die Ignoranz der Amis, oder man kostet mal von dem Süppchen. Das schmeckt nämlich ziemlich gut. Recht unbekümmert bedient sich Mastermind Zach Condon in der europäischen Folklore, ein wenig in Frankreich, hauptsächlich aber in Südosteuropa. Doch sein Orkestar ist fast eine Solo-Veranstaltung, spielt er doch die meisten der Instrumente (Trompete, Ukulele, Piano, Akkordeon, Mandoline) selbst und lässt sich nur partiell assistieren. Und heraus kommen melancholische akustische Perlen mit Namen wie "Prenzlauerberg", "Brandenburg" oder "Rhineland", die musikalisch so überhaupt nicht an die titelgebenden Orte erinnern. Dazu Photos unbekannter Russinnen aus einem DDR-Buch. Europa, ein folkloristisches Disneyland, aber eines, das trotz aller Melancholie Spaß macht. Eines der besten Alben der letzten Monate mit nachhaltiger Substanz.
|