Kundenmeinungen
Anfangs unterschätz, am Ende geliebt, 22. November 2007
Aus irgendeinem Grund hatte ich gegen diese BBC-Verfilmung starke Vorurteile. Wahrscheinlich weil es Jane Eyre Verfilmungen wie Sand am Meer gibt. Die beste darunter war immer noch die aus dem Jahre 1983 mit Zelah Clarke und Timothy Dalton.
Und ich konnte mir auch Toby Stephens, den ich aus einigen anderen Produktionen kannte, beim besten Willen nicht als Mr. Rochester vorstellen. Ein fataler Irrtum wie sich herausstellen sollte.
Bevor ich allerdings mit Lobpreisungen beginnen, die Sequenz über Jane Eyres Kindheit ist eindeutig zu kurz. Auch finde ich die Darstellerin Georgie Henley unpassend - besonders im Vergleich zur Erwachsenen Jane Eyre.
Gerade als ich mich also meinen Vorurteilen hingeben will, betreten Ruth Wilson und Toby Stephens die Leinwand und machen dies wohl zu der, meiner Meinung nach besten Verfilmung des Stoffes.
Dieser Rochester ist modern, etwas mehr der Welt überdrüssigen Lebemanns. Er ist brüsk, sarkastisch, gebildet aber auch humorvoll. Auch hat er etwas animalisch lauerndes, was ihn sehr, sehr anziehend macht.
Die bis dato gänzlich unbekannte Ruth Wilson spielt die unscheinbare Jane mit einer solchen Intensität und Leidenschaft dass es einen gefangen nimmt. Wobei man auch sagen muss dass
für sie ein wunderbarer Look konzipiert wurde, da sie nämlich ein wenig wie Charlotte Bronte aussieht. Was auch ganz passend ist, da die Romanfigur ja das Alter Ego ihrer Erfinderin ist.
Ruth Wilson schafft es Freud und Leid mit wenig Worten und einem sehr ausdruckstarken Gesicht so überzeugend darzustellen, dass es einen in traurigen Szenen sehr mitnimmt (besonders diese herzzerreißende Weinen).
Die Chemie zwischen beiden Protagonisten stimmt und man glaubt ihnen dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Daher ist es wohl auch ganz passend das beide Darsteller nicht ganz so unansehnlich sind, oder? Toby Stephens ist sehr attraktiv, aber eigentlich nicht zu schön für diese Rolle.
Eine der mitreißensten Szenen finde ich als Jane im Hinblick auf Rochesters angebliche Verlobung mit Blanche Ingram, sich ihm offenbart. Man spürt Ihre Verzweiflung und Traurigkeit. Und dann wird sie von ihm erhört - mit welchem tragischen Ausgang weiß man ja. Zur viel diskutierten "erotische Szene"- ich finde sie nicht unpassend. Jane Eyre handelt von einer Frau die ihre Leidenschaft entdeckt und eine Entscheidung treffen muss. Und der Mann der sie liebt versucht mit allen Mitteln sie zum bleiben zu überreden.
Das Happy End ist "vielleicht" etwas kitschig, aber es spannt einen Bogen zum Beginn und gibt gleichzeitig, wie auch das Buch einen Blick in die Zukunft.
Alle Nebendarsteller (bis auf eingangs erwähnte Besetzung) liefern eine überzeugende Leistung. Besonders zu erwähnen sei hier die Gesellschaft auf Thornfield. Wundervoll in ihren Eigenheiten skizziert. Und die Darstellung der Rivers Geschwister. Endlich wurden hier mal keinen alten Jungfern dargestellt, sondern junge warmherzige Frauen, die es nachvollziehbar machen warum sich Jane bei Ihnen wohl fühlt. Und nicht zu vergessen "the little french girl" Adele.
Jane Eyre ist ein Märchen für Erwachsene und man hat vier wundervolle Stunden Zeit darin zu schwelgen und zu träumen.
Alles in allem kann ich sagen ich war seit "North and South" nach keinem Period Drama mehr so süchtig.
Nur fast perfekt, 11. Oktober 2007
Angesichts der Vorschusslorbeeren der Kritiker war ich bei der ersten Ansicht der Verfilmung etwas enttäuscht. Unter dem Eindruck der Darstellung von Timothy Dalton bzw. Ciaran Hinds, welche beide einen phantastischen Mr. Rochester abgeliefert hatten, war ich überzeugt, dass sich die - deutlich zurückhaltende aber dafür leidenschaftlichere - Darstellung durch Toby Stephens zu weit von der Buchvorlage entfernt hatte. Auch habe ich wesentliche Romandialoge zwischen Rochester und Jane vermisst.
Das sollte die perfekte Umsetzung des Romans Jane Eyre sein ?
Ich habe mir daraufhin das Buch vorgenommen und musste meine Meinung über den Film zum Teil revidieren. Beide Hauptrollen sind hervorragend besetzt. Man kann Tobey Stephens bzw. Ruth Wilson lediglich vorwerfen", dass beide - entgegen der Buchvorlage - zu gut aussehen.
Klare Kritikpunkte gibt es aber für den Schnitt und das Drehbuch.
Der erste Teil - die Kindheit der Jane Eyre und insbesondere ihre Zeit in Lowood vor Antritt der Stellung als Gouvernante - ist zu hektisch geschnitten und viel zu kurz dargestellt.
Statt eines künstlerisch begabten, weder Gesang noch Klavierspiel noch Schauspiel (Charade, Zigeunerin) sind uns vergönnt, präsentiert man uns einen (modernen?) naturwissenschaftlich interessierten Rochester.
Die Dialoge zwischen Rochester und Jane kommen ebenfalls viel zu kurz. Der Gesprächsanteil der Jane Eyre beschränkt sich zu oft auf Yes, Mr. Rochester" No, Mr. Rochester". Die Darstellung des Charakters hätte mit längeren Dialogen an zusätzlicher Tiefe gewinnen können.
Vollkommen unerklärlich bleibt mir, warum man in dem Punkt St. John (Fehlbesetzung) deckt Janes wahre Identität auf" von der Buchversion abgewichen und uns eine vollkommen wirre Geschichte auftischt.
Mit etwas mehr Nähe zu der Buchvorlage und einer Verlängerung um eine Folge hätte es die Jane Eyre Verfilmung werden können. Bedauerlicherweise wurde dieses Ziel, wenn auch knapp, verfehlt.
Dennoch ist es ein unbestreitbar leidenschaftlicher und romantischer Film, der insbesondere aufgrund seiner überzeugenden Hauptdarsteller eine Bewertung mit 4 Sternen verdient.
Wundervolle Adaption!, 27. September 2007
Also gleich vorweg, ich bin gänzlich ein großer Fan des Buches Jane Eyre und habe vor dieser Verfilmung noch nie eine der zahlreichen Verfilmungen gesehen. Als ich gesehen habe das BBC nun diese neue Adaption meines Lieblingsbuches heraus gebracht hat war ich ganz aus dem Häuschen und musste die DVD haben!
Gesagt getan... Ich also die DVD in den Rekorder eingelegt und "WUMMSS" ich war augenblicklich in diese wundervolle Verfilmung verliebt!
Was vor allem an den beiden Hauptdarstellern liegt! Ruth Wilson IST Jane! Es scheint mir so als wenn sie für diese Rolle geboren wurde. Ganz frisch aus der Schauspielschule gibt sie solch eine grandiose Vorstellung?! Die Frau hat Talent und ich hoffe ganz fest das man in Zukunft noch viel von ihr hören wird!
Ihr Gegenpart Toby Stephens ist nicht minder besser in seiner Rolle als Mr. Rochester! Ich habe mich vom ersten Augenblick in diesen gutaussehenden charismatischen und brillianten Schauspieler verliebt! Zuvor kannte ich ihn nicht mal aber danach hab ich mir sofort jeden Film mit ihm gekauft und das hat meine Meinung absolut bestätigt! Gut das der Cast sich nicht sonderlich daran gestört hat das Mr. Stephens eigentlich zu gut für Mr. Rochester aussieht denn er hat der Rolle neue Dimensionen gegeben vor allem was seine Zerissenheit und seine Gefühle gegenüber Jane angeht! Jetzt liebe ich das Buch jedenfalls noch mehr (wenn das überhaupt möglich ist!) und stelle mir jedesmal beim Lesen diese beiden Darsteller in "Aktion" vor.
Noch kurz was zur Ausstattung des Films:
BBC hat gut daran getan diesem ganzen Spektakel einen düsteren Gothic- Flair einzuhauchen! Ich finde das gibt dem ganzen Film noch einen Schuss Grusel wo einem sich bei der ein oder anderen Szene sogar die Härchen aufstellen.
Dann die Auswahl des Rochester'schen Anwesens, also Heddon Hall in Derbyshire als "Thornfield Hall" auszuwählen war gerade zu Perfekt und passt sich wunderbar in die dunkle Stimmung des Films.
Die Musik zum Film hätte besser auch nicht sein können! Jedes Stück wurde perfekt auf die einzelnen Szenen und Gefühle zugeschnitten. Ich hege ja die Hoffnung das BBC sich dazu entschließt einen Soundtrack zu veröffentlichen. Den würde ich dann sicherlich vom Fleck weg Kaufen :-)
Für mich steht auf jedenfall fest das diese Verfilmung auf ewig meine Liebste sein wird!! Ich kann übrigens nur jedem Empfehlen sich das Ganze in Originalsprache anzusehen da Toby Stephens' Stimme wundervoll ist! Da hat es noch nicht einmal etwas ausgemacht das ich normalerweise nur bedingt der Sprache mächtig bin (die Schauspielerischen Leistungen gleichen den Mangel an Wortverständnis auf jedenfall komplett aus!).
Mein Tipp daher? **** KAUFEN KAUFEN KAUFEN ****
Jane Eyre Macht Süchtig, 9. September 2007
Ich muss sagen, ich war auf die neue Jane Eyre Verfilmung wirklich sehr gespannt, da das Buch zu meinen All Time Favourits gehört.
Was soll ich sagen, ich habe alle 4 Teile ohne Unterbrechung ansehen müssen, so schön war es!
Eine Romanze die ans Herz geht. Eine zeitlose Lovestory.
Ich weiß inzwischen nicht mehr wie oft ich jetzt schon diesen Film gesehen habe.
Auch wenn diese Version von Jane Eyre nicht eins zu eins vom Buch umgesetzt wurde, und für mich einige wichtige Szenen fehlen tut es dem Film absolut keinen Abbruch.
Denn, die Geschichte verzaubert immer wieder aufs neue, was in diesen Fall wie ich finde besonders auch an den zwei charismatischen Hauptdarstellern liegt.
Die Chemie zwischen den beiden stimmt und lässt einen die sexuelle Spannung zwischen Jane und Rochester spüren, genauso wie ihre Seelenverwandtschaft.
Die moderne Interpretation des Stoffes ist für ein modernes Publikum gemacht, und so hat mich auch nicht die die erotische Szene gestört.
Toby Stephens als Rochester der mit seiner Einsamkeit und seinem Frust zu kämpfen hat, aber genauso heroisch mit gewinnenden Lächeln daherkommt.
Dieser Rochester ist nicht wirklich so düster und hässlich wie Bronte ihn beschreibt, auch nicht nach dem Feuer. So kann ich umso besser Janes Wunsch verstehen, ihn unbedingt zu heiraten. Rochesters Persönlichkeit hällt einen gefangen und das ist es auch, was diesen Charakter so schön macht.
Ich konnte es nicht glauben, als er sie fragt: "Do you think me handsome?" und sie sofort "No" sagt. Ich wollte sofort aufspringen und protestieren.
Nun, erwähnen sollte ich vielleicht auch noch, das dieser Mr. Rochester noch nie so sexy war... mit einer umwerfenden Samtstimme!
Ruth Wilson als Jane ist einfach die perfekte Wahl (ich finde sie im Gegensatz zu anderen Meinungen wirklich schön).
Für mich hat bis jetzt keine Jane so gekonnt traurig, furchtsam, süss aber dennoch leidenschaftlich und immer aussagekräftig dargestellt.
Wie Charlotte Bronte die Heldin in ihrem Buch beschreibt.
Die Landschaftsaufnahmen von Derbyshire sind prachtvoll, und laden zu einem Besuch ein, genauso wie die prachtvolle Kulisse von Haddon Hall (Thornfield Hall).
Das ganze wird komplettiert mit der Untermahlung wunderschöner klassischer Musik.
Wenn es nach mir ginge, hätte es noch ein bis zwei Folgen mehr geben können, doch man kann nicht alles im Leben haben...
So genieße ich eben diese drei immer und immer wieder!
Eine der schönsten Verfilmungen des Romans, 2. September 2007
Ich habe das Buch schon geliebt, als ich noch keinen Film dazu kannte. Mittlerweile habe ich schon alle mir bekannten Verfilmungen angesehen und fand sie mehr oder weniger sehenswert.
Als ich das Cover dieser neue Version sah, hatte ich überhaupt nicht den Wunsch, das anschauen zu wollen, irgendwie gab es da von den Darstellern her gar keinen Reiz. Und gekauft habe ich sie mir eigentlich nur, weil ich eben auch diese Version der Vollständigkeit halber haben musste.
Und dann?
Ja, diese Verfilmung ist nicht ganz buchgetreu.
Ja, einige Szenen fehlen oder sind zu kurz dargestellt.
Ja, Rochester ist insgesamt sanfter als vielleicht im Buch beschrieben.
Und ja, man hätte auf bestimmte erotische Szenen verzichten können, ohne dem Film seine wahre Erotik zu nehmen.
Aber diese Dinge tun in keinem Fall dem Zauber der Geschichte irgendeinen Abbruch! Im Gegenteil. Gerade die nicht so furchterregende Darstellung des Rochester durch Toby Stephens zeigt umso intensiver seine innere Zerrissenheit, seinen Weg vom einsamen, vom Schicksal gebeutelten, in Bezug auf Liebe vielleicht auch etwas naiven, Reisenden zu dem Mann, der er eigentlich ist. Und ich kann nur empfehlen, diesen Film in der Originalsprache anzusehen, denn die Stimme von Toby Stephens verursacht Gänsehaut pur! Für mich IST er Mr. Rochester. An seinen Gesten, seinem Gang, seiner, ja - häufig auch machohaften, Darstellung Rochesters, an der Intensität seines Spiels, erkennt man, dass er vor allem Theaterschauspieler ist.
Und Ruth Wilson, tatsächlich keine klassische Schönheit, aber zauberhaft, zeigt eine kindliche und trotzdem starke, auch ein wenig verschmitzte Jane, die ihre Gefühle zeigt und der man die "Seelenverwandschaft" mit ihrem Mr. Rochester ohne Weiteres abnimmt.
Seit ich sie habe, läuft diese DVD bei mir rauf und runter und ich hab immer noch nicht genug. Vielleicht liegt es gerade an der etwas anderen Herangehensweise an den Stoff "Jane Eyre".
Vielleicht habe ich auch nur eine besonders romantische Phase meines Lebens - aber diese Verfilmung ist für mich die beste, die es je gab!
Ich werde mir die DVD auch noch in der deutschen Fassung bestellen, aber nur, damit ich sie auch mal mit Freundinnen schauen kann, die mit englisch nix am Hut haben, ich selber klebe an Mr. Stephens' Stimme wie an Honig ;-)
Für alle Romantikerinnen - absoluter Schmachtfaktor!
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