Kundenmeinungen
Wohl eines der wegweisendsten Alben des Jahrzehnts, 9. Oktober 2008
Joanna Newsom hat es geschafft, in ihrer noch jungen Karriere zwei großartige Alben zu schaffen, die, wenn man sie sich einmal genauer ansieht, unterschiedlicher kaum sein könnten. "Milk Eyed Mender", ihr fulminantes Debüt zeichnete sich durch Schlichtheit aus, der Gesang war Mädchenhaft naiv, zerbrechlich. Newsoms zweiter Streich, Ys hingegen nimmt geradezu epische Ausmaße an.Warum es eines der besten Alben dieses Musikjahrzehnts ist, ist leicht zu beantworten. Es ist ein Album, dass auf zahlreichen Ebenen arbeitet, und auf allen zu überzeugen weiß. Zum einen sind da die in Zeiten der von Dissonanzen dominierten Musikwelt beinahe ungewohnten, wundervoll harmonischen Kompositionen. Auch gesanglich ist Ys eine Wucht. Jede Emotion, jedes Zittern, jeder hohe Ton sitzt makellos in diesem Geflecht aus phantastisch-überweltlichen Klängen.Und dann sind da diese Liedtexte, die schon ohne die Musik allein ein Meisterwerk wären. Derartige Allegorien, Bilder, Metaphern und Tiefgründigkeit hat man in der Musikindustrie seit Ewigkeiten nicht mehr gehört- wenn überhaupt. Unweigerlich fühlt man sich an Shakespeare erinnert, sind denn die Geschichten, die die charmante Newsom hier erzählt, ebenso wie seine Werke, keinesfalls unmodern, sondern wirken gerade heute unglaublich klar und bemerkenswert aufrichtig. Nur fünf Lieder enthält diese Platte, keines, dass weniger als sieben Minuten lang ist. In keiner Minute jedoch wünscht man sich, ein Lied würde kürzer. Jeder Augenblick ist gespickt mit musikalischen sowie thematischen Wendungen.Ein bemerkenswertes, einzigartiges Album, das man gehört haben muss.
Alles halb so wild!, 30. Juli 2007
Auch ich habe dieses Album penetrant von Amazon empfohlen bekommen. Irgendwann habe ich mir dann doch mal die Rezensionen dazu durchgelesen und war interessiert. Nachdem diese CD hier so kontrovers beurteilt wird fühle ich mich jetzt auch berufen das Album zu kommentieren. Ersteinmal möchte ich einige Sachen klarstellen, die wie ich finde, hier oft falsch beurteilt werden:.1) Man liest immer wieder Joanna Newson sei Harfenvirtuosin. Ich kann nicht sagen, dass sie es nicht ist, aber das Harfenspiel auf diesem Album ist sicher nicht wahnsinnig virtuos. Virtuosität ... da denkt man Paganini oder Chopin oder auch Steve Vai ... meist spielt Joanna Newson eher einfache gesangbegleitende Arpeggios..2) Joanna Newsom quietsche und fiepe nur rum ... das stimmt so einfach nicht. Die meiste Zeit singt sie ziemlich manierlich. Sicherlich ist ihre Stimme nicht ohne Ecken und Kanten, aber es ist ordentlicher Gesang. Gequietscht und gefiept wird nur ab und wann und auch dann technisch sehr beherrscht. Wer Gequieke und Gefiepe hören will möge sich mal mit Múm beschäftigen..3) Diese Musik sei völlig anders als alles andere. Also naja, dem kann man nur sehr bedingt zustimmen. Neu ist mir das Format dieser Musik mit den überlangen Liedern >= 9 Minuten. Ansonsten ist das was geboten wird (besonders wenn man die Harmonien betrachtet) nicht wirklich revolutionär neu..Über die Musik selber wurde ja sonst auch schon einiges geschrieben:Lange Songs, viel viel Gesang, eher wenig, aber sorgfältig orchestrierte Musik mit Harfe. Ob jetzt die Musik zu wenig 'Luft zum atmen' hat oder nicht ist natürlich geschmackssache, persönlich kann ich da aber zustimmen. Aus dieser Besetzung liese sich sehr viel machen (siehe Scott Walker - the drift), aber dieses Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt. Stattdessen fokussiert sich die Musik ganz auf die Lyrics die mit ungewöhnlicher, meiner Meinung nach beeindruckender Stimme vorgebracht werden. Die Gesangsmelodien sind sehr schön ausgearbeitet und erinnern mich dabei ein wenig an Fairground Attraction und Patricia Kaas (man beachte: nur die Melodieführung und der Stil, nicht die komplette Umsetzung).Die Spannungsbögen sind sicherlich nicht ganz offensichtlich und erschließen sich beim ersten hören vermutlich nicht. Gibt man aber mehr als eine Chance belohnen einen zumindest Emily, Monkey & Bear und Cosmia mit deutlich erkennbarer Struktur. Only Skin ist mit 16 Minuten der längste Song des Albums, leider verliert er aber in der Mitte ein wenig den kompositorischen Faden. Sawdust & Diamonds scheint dagegen wirklich ein wenig austauschbar und beliebig ... gut gemacht sind die Einzelteile des Stückes trotzdem allemal..Fazit:Größeren Teils schöne Stücke, handwerklich sehr gut gespielt und komponiert (inklusive Orchestrierung), mit wirklich eigenständigem Gesang. Wünschenswert wäre ein bisschen mehr Freiraum für die Musik, vielleicht eine Erweiterung der musikalischen Stilmittel und teilweise klarer erkennbare Songtstrukturen. Aber: Ich bereue diesen Kauf sicher nicht. Empfehlenswertes Album!
Aussergewoehnlich, 5. Juli 2007
Ich habe die CD aufgrund einer positiven Kritik in einer Tageszeitung gekauft. Beim ersten Hoeren war ich vor Schreck wie erstarrt und wollte die CD gleich am naechsten Tag wieder verkaufen - diese Stimme ... 'Ist das ein schlechter Witz?', dachte ich, da kann ja jede Grundschuelerin besser singen.Doch -gluecklicherweise- gab ich der CD noch eine 2. und 3. Chance. Und was soll ich sagen: Sie wurde mit jedem Hoeren besser! Und das, obwohl ich keineswegs ein Fan von Bjoerk-Stimmen bin.Nur bei "And i miss your precious heart" (Textstelle aus Cosmia) muss ich schnell ausschalten, das geht gar nicht :-( Da geht der Schmerz gleich ins Hirn, ohne den Umweg ueber den Gehoergang LOLIch mag die CD!
erster eindruck, 14. Juni 2007
Die CD wurde mir aufgrund meiner anderen Artikel (Cocorosie, Devendra Banhart, Antony & The Johnsons) hartnäckig von Amazon empfohlen, nun hab ich endlich aufgegeben und sie mir besorgt. Ich höre sie gerade und möchte nur meinen ersten Eindruck gern teilen, ohne in die Tiefe zu gehen. Für mich ist dieses Album eine ganz große Entdeckung, selten hat es eine CD geschafft, mich auf Anhieb so von den Socken zu hauen ("I Am A Bird Now" von Antony & The Johnsons mal ausgenommen). Ich kann es voll und ganz verstehen, dass Andere diese CD entnervt weiterverschenken (und die entsprechenden Rezensionen finde ich sehr amüsant :-) ), man hat es hier definitv mit einem großen "Geschmacksspalter" zu tun. Mich jedenfalls hat Joanna Newsom allerdings auf Anhieb völlig verzaubert. Absoluter Wahnsinn!
besser geht es eben nicht!, 8. Juni 2007
ein Rezensent schrieb doch tatsächlich: "zurückhaltende Bewertung in der Hoffnung auf künftig Besseres". Wer bitteschön soll es denn besser machen? Ein anderer schrieb, es hätte zu viel Text! Krieg und Frieden hat auch viel Text und ist deshalb ein schlechtes Buch? Und selbst wenn man Musik nur in MTV/VIVA tauglichen Format kennt, kann man doch eigentlich nicht übersehen das Ys etwas besonderes in der heutigen Musiklandschaft darstellt. Oder?Ich möchte hiermit jeden der dieser CD nicht die Höchstwertung gegeben hat, auffordern doch lieber Klingeltöne auf sein Handy runterzuladen."Der Mann, der nicht Musik hat in ihm selbst, den nicht die Eintracht süßer Töne rührt, taugt zu Verrat, zu Räuberei und Tücken; Die Regung seines Sinns ist dumpf wie Nacht, sein Trachten düster wie der Erebus.Trau keinem solchen! - Horch auf die Musik!" William Shakespeare - Der Kaufmann von Venedig
|