Kundenmeinungen
Gulda Live, 16. November 2007
Kein Überlebender war Zeuge, als Gulda diese herrlichen 10 Sonaten auf dem Bösendorfer des Hotels "Zur Post" in Weißenbach am Attersee aufnahm. Wohl aber gibt es sicherlich noch einige Zuhörer, die - wie ich - den Zyklus von drei Matineen im Münchener Nationaltheater gehört haben, dessen Bänder in den Studios des Labels Amadeo verschollen sind. Als ich jetzt diese Aufnahmen hörte, kam mir jedoch das Münchener Hörerlebnis wieder in den Sinn, denn das Nationaltheater hat ebenso wenig Studio-Qualität wie der Saal in Weißenbach. Hervortretend ist die Rasanz, die Unmittelbarkeit und die feine Dynamik der Weißenbacher Aufnahmen. Keine Rücksicht auf ein Publikum verstellt die Interpretation, keine Not mit einem von Gulda nicht eingespieltem Flügel beeinträchtigt Guldas phänomenale Technik, keine nachträgliche Bearbeitung zerstört die Aura der Authentizität. Wer Mozart liebt, muss diese Aufnahmen lieben. Mit großem Interesse erwarte ich den Band II der Mozart tapes.
So geht das., 23. Februar 2006
Meine erste Rezension, da ich mich hier unbedingt zu Wort melden muss. Was Gulda mit den Mozart-Sonaten macht, kann man erst verstehen, wenn man die Aufnahmen gehört hat. Kein Gramm Fett, keine Affektiertheit, keine Ich-Bezogenheit des Interpreten, sondern nur die akribisch fein herausgearbeiteten Strukturen dieser Meisterwerke. Da sieht man plötzlich Mozart's Ideen und begreift das Genie, man hört völlig neue Musik, egal, wieviele Aufnahmen man von den Stücken schon hat. Jetzt ist klar, warum diese Konzerte so legendär sind. Die Kritik an der Aufnahmequalität kann man teilen oder nicht: Es klingt so präsent und direkt, wie er es halt wollte. Eine gute Anlage zum Preis eines schönen Autos hat damit keine Probleme, sie stellt den Bösendorfer-Flügel wuchtig und grollend mitten ins Wohnzimmer. Und wenn Gulda mit der Melodie mitsummt, stehen einem die Tränen in den Augen.
Wunderbar (gerade wegen der eigenen Klangqualität), 13. Februar 2006
Gulda spielt wunderbar erfrischend Mozart - das ist ohnehin allseits bekannt und mit anderen Aufnahmen bestens dokumentiert. Warum dann die Mozart-Tapes kaufen und hören. Erstens wegen der dahinterstehenden Geschichte: aufgenommen in einem Hotel im Salzkammergut, lange verschollen und dann posthum herausgekommen. Zweitens wegend es besonderen Charmes der Unmittelbarkeit: eben kein Konzertsaal, überhaupt kein Raumklang, daher eher trocken, aber unmittelbar als ob Gulda neben einem zuhause spielt - sind wir uns doch ehrlich, das Wohnzimmer ist kein Konzertsaal und die Unmittelbarkeit ist schon einiges wert, das kann die Digitalqualität halt nicht so aufwiegen.
Alles in allem - eine dringende Kaufempfehlung!
Fantastisch prägnanter Mozart, 30. Januar 2006
Aufbereitete Kassettenaufnahmen aus den frühen 80er Jahren - bei bescheidener Klangqualität dennoch sicherlich eine der schönsten CD-Aufnahmen des noch jungen Mozartjahres.
Gulda bleibt auch hier seinem hervorragendem Mozartstil treu. Kraftvoll und stringent, aber auch lyrisch und einfühlsam spielend, schafft es Gulda tatsächlich, wieder Spaß am HÖren dieser vielgespielten Sonaten zu vermitteln. Ein wunderbar "männlicher" Mozart.
Gulda in Bestform in bescheidener Klangqualität, 25. Januar 2006
Gulda spielt die Mozart-Sonaten so, wie man es erwartet: flüssig, akzentuiert, voller Leidenschaft. Es ist fürwahr ein besonderes Kleinod, was hier auf 25-jährigem Umweg die Plattenläden erreicht hat. Allein: die Klangqualität kann freilich bei ebenso alten Kassettenaufnahmen nicht besser sein als bescheiden. In den Höhen durchaus einigermaßen brillant, nimmt sich das Klangerlebnis in den Mitten und vor allem in den tieferen Lagen recht mager aus. Dabei ist es wohl von Vorteil, dass Gulda bei diesen in einem winterlich einsamen Hotel am Attersee gemachten Aufnahmen die Mikrofone sehr nah am Instrument platziert hat und somit nicht noch unnötige Verzerrungen über den Raum entstanden sind. Dadurch wirken die vorliegenden Einspielungen im Klang sehr trocken, was mit der Gulda'schen Handschrift durchaus nicht ohne Reiz ist. Auf Dauer jedoch besteht die Gefahr, dass die magere Klanglichkeit "nervt". Das Ganze ist also ein Leckerbissen, den man sich in kleineren Häppchen zu Gemüte führen sollte - dann hat man es allerdings mit einer echten Delikatesse zu tun!
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