Kundenmeinungen
Schöner Klassiker mit stark besetzten Nebenrollen, 24. Juni 2008
Etwas unüblich für die damaligen Monumentalfilme, beschäftigt sich "Das Gewand" nicht direkt mit dem Leben und Wirken des Jesus von Nazareth. Der Film setzt erst bei dessen Kreuzigung ein; der als Messias Gepriesene ist als Person niemals deutlich zu sehen (man sieht ihn nur von Ferne, hört nur seine Stimme, sieht nie sein Antlitz). Vielmehr schildert "Das Gewand" die Zeit unmittelbar nach Tod und Auferstehung Christi am Beispiel des römischen Tribuns Marcellus und dessen innere Wandlung vom kaisertreuen Soldaten zum bekennenden Frühchristen. Marcellus, soeben nach Palästina versetzt, erhält als Gruppenführer die Order, einen im Volk beliebten Aufständischen namens Jesus ans Kreuz schlagen zu lassen. Ganz Soldat, kommt der Tribun dieser damaligen Routineaufgabe nach, vertreibt sich mit seiner Gruppe nach vollzogener Hinrichtung die Zeit mit einem Würfelspiel um das Gewand des soeben Gekreuzigten. Marcellus gewinnt, doch scheinen dem erwürfelten Kleidungsstück magische Kräfte innezuwohnen, die den immer stärker an Schuldgefühlen leidenden Römer in den Wahnsinn treiben. Zugleich wendet sich Marcellus' Leibsklave Demetrius der frisch entstandenen Christenreligion zu und bricht seinem irdischen Herrn die Treue, das Gewand seines neuen Herrn mit sich nehmend. Jahre vergehen, in denen Marcellus durch Palästina reist um Gewand und abtrünnigen Sklaven wiederzufinden, dadurch seine mentale Heilung erhoffend. Er findet beide wieder, doch macht er auf dieser Reise Bekanntschaft mit der christlichen Urgemende und beginnt, deren von Jesus vorgegebene Werte anzunehmen. Nicht durch das Wiederfinden des Gewands sondern durch die Erfahrung dieser Werte und durch das Erleben von Vergebung wird Marcellus endlich geläutert, seiner Schuld beraubt und an der Seele geheilt. Fortan setzt er alles daran, die neue Lehre des von ihm Getöteten zu verbreiten und eilt dazu mit Freund Demetrius und Jünger Petrus nach Rom, in die Höhle von Vielgötterei, Gewalt und Tyrrannei. Dort herrscht nun der despotische Caligula als Kaiser, schon immer Marcellus' Rivale und nun auch Nebenbuhler um die Gunst der Senatorentochter Diana. Caligula nutzt seine Stellung um Marcellus und dessen Begleiter zu verfolgen, des Verrats anzuklagen und somit die alte Rivalität als Sieger zu beenden. Vor dem kaiserlichen Tribunal stehend, wählt Marcellus nicht den Rettung versprechenden Ausweg des Abschwörens vom neuen Christenglauben sondern bekennt sich zur Lehre Jesus' und wählt damit den unweigerlichen Märtyrertod. Diana stellt sich dabei an seine Seite, nimmt öffentlich den Glauben des geliebten Mannes an und folgt ihm aus freien Stücken in das unausweichliche Schicksal. Zurück bleibt Caligula, öffentlich gedemütigt und ein römisches Reich führend, das in dieser Form dem sicheren Untergang und einer neuen Zeit entgegengeht, die vom christlichen Glauben geprägt sein wird.Soweit zum Inhalt dieses Hollywood-Klassikers, der sich im TV vor allem in der Karwoche großer Beliebtheit erfreut und als eine Art österliches Dinner for One fast jährlich wiederholt wird. Das Gewand ist sicherlich ein Sandalen-Monumentalfilm bester Prägung des damaligen XXL-Hollywoodformats und hat alle typischen Zutaten zu bieten: Heerscharen von Statisten, aufwändige Bauten (lustigerweise klingen die Marmorplatten beim darauf Laufen nach dem was sie sind: Sperrholz, achten Sie mal darauf), kunstvoll gemalte Matte-Paintings, überbordende Farben, alle Frauen immer top geschminkt und frisiert (anno 0 n. Chr.) und wie ein Madonnenbild in Szene gesetzt, Gute und Schlechte durch klischeehafte Rollengestaltung optisch immer auf den ersten Blick zu unterscheiden, das Gewand stets faltenfrei gebügelt und aprilfrisch sauber. Und trotzdem steckt in dieser XXL-Packung viel Interessantes. So zum Beispiel die glänzenden schauspielerischen Charakterleistungen von Victor Mature als Demetrius und von Jay Robinson als Caligula, neben denen Richard Burton (Marcellus) oder Jean Simmons (Diana) eher blass aussehen. Auch der Ansatz, das Wirken Jesu indirekt über sein Gewand und dessen Wirkung auf Andere auszudrücken, ist sehr reizvoll und besonders zu würdigen, weil für die damalige Zeit äußerst progressiv. Da verschmerzt man auch ein allzu zuckerig bittersüßes und noch dazu komplett unlogisches Filmende: Marcellus und Diana, gerade zum Tod verurteilt, lassen jede Wachkolonne hinter sich und schreiten selig blickend direkt vom Kaiserpalast in den wolkenerfüllten Himmel ganz so als gäbe es eine der Verurteilung folgende, sicher recht schmerzvolle Hinrichtung gar nicht. Aber das wäre wohl für das Publikum zu unprätentiös unverhüllt real und wirklich kein schöner "Rausschmeißer" geworden. Würde man den Film heute drehen sähe das Ende vermutlich etwas realitätsnaher aus ohne die zu überbringende Botschaft deshalb im Wert zu schmälern. Na ja, eben typisch Heile-Welt-Hollywood der 50er.Fazit: ein schöner, stilechter Hollywood-Sandalenfilm, besser als übliche Hollywood-"Schinken" dieser Ära weil mit einigen für Enstehungszeit und Genre ungewöhnlichen Zutaten gewürzt. Zudem dank der toll gespielten Rollen von Demetrius und Caligula auch in der unvermeidlichen Oster-Wiederholung immer mal wieder das Ansehen wert.
"Bist du auch dabei gewesen ?", 23. April 2007
In den fünfziger Jahren waren Hollywoods Monumental-Streifen, die das frühe Christentum zum Thema hatten sehr populär. Filme wie "Quo Vadis?", "Ben Hur" und "Barabbas" sind berühmte Beispiele aus dieser Zeit. Der Film "Das Gewand" wurde 1953, zum Beginn der Blütezeit des Genres, von Henry Koster verfilmt.Inhalt: Rom, zur Zeit des Kaisers Tiberius. Der Tribun Marcellus Gallio (Richard Burton) wird, aufgrund eines Disputs mit dem Kaisernachfolger Caligula, nach Palästina strafversetzt. Dort angekommen ist sein erster Auftrag ausgerechnet die Hinrichtung von Jesus Christus. Als er bei der Kreuzigung dessen Gewand beim Würfelspiel gewinnt und es sich etwas später umlegen will, verfällt er in Wahnsinn. Sein Sklave Demetrius (Victor Mature) flieht mit dem Gewand, um es vor Marcellus zu verbergen. Fortan ist es Marcellus Ziel, das vermeintlich verhexte Gewand zu finden und zu vernichten. Sein Weg führt ihn zu der christlichen Urgemeinde nach Kanaan, wo er sich zum ersten Mal mit dem sich gerade im Entstehen befindlichen Christentum konfrontiert sieht.Der Film erzählt den Reifeprozess des Protagonisten Marcellus, der sich vom zynischen Römer zum Menschenfreund wandelt und der schließlich vor die Option gestellt wird den Weg eines Märtyrers zu gehen. Diese Entwicklung wird im Film eingeführt durch den dekadenten Zustand des römischen Imperiums, welches am Anfang durch den Ich-Erzähler Marcellus vorgestellt wird, der hier noch die Errungenschaften und Leistungen der Römer preist. Stück für Stück werden dem Protagonisten seine Ideale und Vorstellungen geraubt, bis er erkennt, dass er nur durch Nächstenliebe, seine Schuldgefühle, die er seit der Hinrichtung von Jesus hat, wieder loswerden kann. Am Ende geht er entschlossen und gereift seinem Schicksal entgegen.Trotz der teilweise sehr plakativen Darstellung christlicher Werte, ist die Geschichte schön erzählt. Vor allem durch das eindringliche Spiel Richard Burtons, der den Wandlungsprozeß von Marcellus glaubhaft vermittelt, erhält der Film eine sehr wirkungsvolle psychologische Dimension. Der Antagonist Caligula, der sinnbildlich für das morsch gewordene geistige Erbe der römischen Republik steht, wird ebenfalls ausgezeichnet von dem Schauspieler Jay Robinson personifiziert.Leider gibt es keine Dokumentation oder irgendwelche Hintergrundinfo auf der DVD. Fazit: "Das Gewand" ist eine spannende, von christlicher Religiosität, geprägte Geschichte von einem Mann dem es gelingt sich selbst neu zu definieren und seine Bestimmung zu finden. Ein Film den man, vor allem zur Osterzeit, immer wieder anschauen kann.
ausser Trailer kein Bonusmaterial, 25. November 2005
"The Robe/ das Gewand" ist der erste in "Cinemascope" vorgeführte Film. Die DVD VErpackung ist wunderschön aufgemacht, leider beinhaltet diese ausser einem kleinen Info - Booklet und dem Trailer keinerlei Bonusmaterial (vielleicht folgt diese noch einer Special Edition?). Es wäre allerdings Zeit für eine Special Edition. Immerhin sind ursprünglich geschnittene Szenen (mit festen deutschen Untertiteln) enthalten, wie auch schon bei der DVD Erstveröffentlichung.
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