Kundenmeinungen
Das erste Aufblitzen einer späteren Supernova, 18. Juli 2008
Der Film handelt im Wesentlichen von einem 11- oder 12jährigen Jungen, gespielt von Christian Bale, der in Shanghai Ende der 30er und Anfang der 40er-Jahre lebt. Anfangs ein wohlbehüteter englischer Bengel, wird er, als Japan in China einmarschiert, in den flüchtenden Massen von seinen Eltern getrennt und muss fortan sehen, wie er zurecht kommt. Anfangs ist er völlig unfähig, selbständig irdendetwas auf die Beine zu stellen, dann lernt er zwei amerikanische Opportunisten kennen und wird mit ihnen gemeinsam gefangen genommen.Der weitere Film behandelt die Entwicklung des jungen Mannes in den Lagern bis hin zur Beendigung der japanischen Kriegsbeteiligung am zweiten Weltkrieg (da gab's wohl irgendwo einen Übergang, bin in asiatischer Geschichte nicht so bewandert) durch die beiden A-Bomben. Es wird im Grunde dargestellt, wie der verzogene Bengel anfängt, lebensfähig zu werden, sich durchzusetzen, selber zum Opportunisten wird und wie er sich doch noch einige seiner kindlichen Wertvorstellung behält. Und wie er, stellvertrend für viele seiner Generation, seine kindliche Unschuld verliert.Wertung: Die Geschichte selber ist eine von vielen Kriegsgeschichten, recht gut und solid verfilmt. 3 von 5 Punkten dafür.Christian Bale. Ich habe inzwischen schon einiges von ihm gesehen, von American Psycho über The Machinist und Batman begins bis zu The Prestige. Und schon seit langem sage ich, das ist der Marlon Brando, der Orson Welles, der Humphrey Bogart, Al Pacino und Robert DeNiro der Zukunft. In fünfzehn Jahren wird er alles überstrahlen, was Filme macht. Er wird der Größte sein.Für seine Leistung in diesem Film bekommt er den vierten Stern von mir. Es gibt ja viele Filme, in denen Kinder herausragende Leistungen zeigen, aber für eine derart brillant dargestellte Charakterentwicklung hat z.B. ein Robert DeNiro in "Wie ein wilder Stier" einen Oscar bekommen.Ja, das wollte ich nur sagen. Großartig, Mr. Bale.
146 minuten gähnende langeweile, 8. April 2007
Es ist mir ein Rätsel was die anderen an diesem Film so gut finden.Es wundert mich auch nicht das dieses 2-DVD-Set für 3,90 Euro ins nice-price angebot gerutscht ist.Viel langweiliger kann ein Film nicht sein.Aber die geschmäcker sind verschieden.Für mich ein unglaublich langweiliger Film.
Kinder des Krieges, 3. März 2007
Spielberg neigt zum "Süßlichen", der Film hat einige zu schöne/kitschige Momente, daher nur vier Sterne. Dabei gelingt es ihm, den Krieg aus dem Blickwinkel eines Kindes darzustellen. Besonders beeindruckend ist die schauspielerische Leistung von Christian Bale, der in dem biographischen Film überzeugend darstellt, wie aus einem verzweifelten Kind ein scheinbar Erwachsener wird, um überleben zu können.Absolut sehenswert.
Geschichte einer verlorenen Jugend, 29. Januar 2007
Der Film basiert auf einem Roman von J.G. Ballard, in dem er seine traumatischen Kindheitserinnerungen verarbeitet. Ballard wurde 1930 in China geboren und nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges, zwischen Japan und den USA, in ein japanisches Internierungslager gesperrt. Nach dem Krieg wurden er und seine Familie befreit und kehrten nach Europa zurück. Fast vierzig Jahre später entschloß er sich einen Roman über diesen Abschnitt seines Lebens zu schreiben, den er 1984 veröffentlichte. Der Autor Tom Stoppard ("Shakespeare in Love") adaptierte den Roman zu einem Drehbuch und Steven Spielberg realisierte 1987 den Film.Inhalt: Der 11-Jährige Jim Graham (Christian Bale) lebt mit seinen Eltern im Shanghai des Jahres 1941. Die Japaner haben weite Teile Chinas unter ihre Kontrolle gebracht, unter anderem auch die Hafenstadt Shanghai. Jims Eltern stehen, wie alle Briten in Shanghai, unter diplomatischem Schutz, da sich Japan und Großbritannien noch nicht im Krieg befinden.Nach Ausbruch der Kampfhandlungen auf der Insel Pearl Harbor ist diese Zeit aber vorbei und die Grahams müssen aus der Stadt fliehen. Jim verliert im Gewühl einer Menschenmenge seine Eltern aus den Augen und muss sich nun durch die ihm fremde Stadt durchschlagen. Dabei begegnet er dem opportunistischen Kriegsgewinnler Bassie (John Malkovich), der für ihn eine Art Vorbild wird.Sie landen beide in einem japanischen Internierungslager, in dem alliierte Zivilisten gefangengehalten werden. Dort entwickelt sich Jim im Laufe der Jahre zu einem Experten für Überlebens-Strategien.Spielberg baut sein fast drei Stunden langes Epos didaktisch sehr durchdacht auf. In wunderschönen, aber auch teils erschreckenden Bildern erzählt er die Geschichte. In der ersten halben Stunde wird das Leben der Grahams fast wie ein Traum gezeigt, so als ob die drohende Gefahr ihrer kleinen Welt nichts anhaben könnte.Erst als der Krieg ausbricht, wird das Bild schärfer und bekommt mehr Konturen. Die starke Musik von John Williams trägt ihren Teil dazu bei. Hauptdarsteller Christian Bale ("American Psycho", "Batman Begins"), damals erst 13 Jahre alt, spielt seine Rolle sehr überzeugend. Es ist deutlich der Reifeprozess, aber auch der Schrecken über den Krieg in seinem Spiel zu erkennen. Es ist kein Wunder, dass er heute, nach wie vor, ein begehrter Schauspieler ist. Aber auch die Nebendarsteller, allen voran der wie immer großartige John Malkovich, sind mehr als nur Statisten und fügen dem Film ihre persönliche Note hinzu.Auf der Bonus-Disc findet sich die Dokumentation "Odyssee in China", welche von den Dreharbeiten in der Volksrepublik China berichtet, in der auch der Autor der Romanvorlage zu Wort kommt.Fazit: Zuvor habe ich keinen Film gesehen, der ein so ernstes Thema mit der richtigen Kombination aus Leichtigkeit und Schwernis erzählt hat. Für mich ist "Reich der Sonne" Steven Spielbergs bestes Werk. Ein Mann, der normalerweise immer die Jugend in seinen Werken feiert, zeigt hier auf eindringliche Weise den Schrecken, den die harte Realität einem Heranwachsenden zufügen kann.
Ein gutes Film ist mehr als eine interessante Biografie, 24. Januar 2007
Selten habe ich einen so langweiligen und sülzigen Film gesehen. Dabei wäre die Thematik sehr interessant. Spielberg ist für mich ein genialer Regisseur für phantasievolles, unterhaltsames und spannungsreiches Kino. Ernsthafte Themen verkommen bei ihm jedoch leider oft zum Kitsch. In diesem Fall schläft man fast ein. Die Personen sind künstlich und nicht sympathisch. Nicht einmal der japanische Junge oder der Arzt im Lager vermögen einen mitzureißen. Die Story ist aufgepeppt durch Klischee-beladene Bilder, deren vermeintlicher Inhalt zu keiner greifbaren Aussage führt, eher zu der Frage, wohin das führen soll. Im Übrigen erstarrt der Film in einer Aneinanderreihung ergreifender Szenen, die in einer finalen ergreifenden Szene münden, die man nicht mehr als ergreifend, sondern als Erleichterung über das Filmende wahr nimmt. Ein derart frühreifes Kind, das sich in einer Welt voller eindimensionaler Erwachsener bewegt, ist nicht nachvollziehbar und man möchte ihm auch nicht in Wirklichkeit begegnen. Hier wurde eine vermutlich außergewöhnliche Biografie in einen Film gepackt, in der Hoffnung, einen außergewöhlichen Film zu produzieren - das reicht aber nicht für einen guten Film.
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