Kundenmeinungen
Geschichte in der Geschichte, 24. Oktober 2007
Italienische Geschichte im Rahmen einer Familiengeschichte erzählt. Es ist eine Pflicht diesen Film zu sehen für jeden, der gern nach Italien reist. Man kommt kaum darum herum, die ganzen sechs Stunden auf einmal zu sehen, weil man sich dem Film nicht entziehen kann.
Wie auch die Geschichte der Psychiatriereform erzählt wird, eingewoben in die Handlung, ist meisterhaft. Das Thema begleitet einen noch lange nach Ansehen des Films. Und bald schon - das ist gewiss - schaut man ihn sich noch einmal an. Lehrreich, spannend, packend, bewegend.
Sicher eine der besten..., 4. Juli 2007
... 6 Stunden, die ich vor dem Fernsehgerät verbracht habe.
Hier geht es um die Geschichte der beiden Brüder Nicola und Matteo, ihr Verhältnis zueinander, verknüpft mit Italiens Geschichte der letzten 40 Jahre.
Schauplatz sind Rom, Florenz und Sizilien.
Trotz fehlender Italienischkenntnisse (NUR mit Untertitel) fesselnder Film. Absolut empfehlenswert. Vielleicht wg. der Länge auf ein paar Abende aufteilen ;)
Einer der wichtigsten und besten Filme der letzten 10 Jahre!, 2. Juni 2007
Ein bewegendes und leidenschaftliches 6-stündiges Epos, eine "Sternstunde des Kinos" (Der Tagesspiegel), bei dem zu keiner Zeit Langeweile aufkommt. Man versinkt förmlich in dieser Familiengeschichte, die gleichzeitig einen tiefen Einblick in die Geschichte Italiens der letzten 40 Jahre gibt und fähig ist anhand von Einzelpersonen die Gefühle eines ganzen Volkes zu reflektieren.
Schade, dass dieses Meisterwerk aufgrund seiner Länge im Kino kaum gesehen wurde. Zuhause sollte man es nicht zerstückelt, sondern mit guten Freund(inn)en und einer guten Flasche Rotwein an einem Abend (max. 2)geniessen.
Eigentlich gut für 10 STERNE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Wer "die besten Jahre" liebt sollte sich später auch unbedingt "100 Schritte" des gleichen Regisseurs anschauen.
Schon jetzt ein Klassiker! , 25. Januar 2007
Meiner einer ringt nach Worten! Was hier geboten wird, sprengt jeden Rahmen. Satte 366 faszinierende, spannende, phänomenale, prickelnde, melancholische, humorvolle und todtraurige Minuten, die wie im Flug vergehen, und dabei hat die nicht enden wollende Suche nach aussagekräftigen Superlativen doch gerade erst begonnen. Regisseur Giordano arbeitete anhand des Drehbuchs (scheinbar im Vorübergehen) die letzten vierzig Jahre der italienischen Geschichte auf. Er machte dies so geschickt, dass unsereins den Eindruck hat, das von ihm Erzählte selbst miterlebt zu haben; wir werden Teil einer römischen Familie und deren Schicksal. Das wunderbar inszenierte Epos beginnt 1966. Die Brüder Nicola (Luigi Lo Cascio, u.a. Eyes Of Crystal) und Matteo (Alessio Boni, u.a. The Goodbye Kiss) sowie deren Freunde basteln gerade an ihrer Zukunft. Jung, spontan und zu allem bereit, will man nichts anderes als die Welt erobern; sie zumindest nach den eigenen Prinzipien und dem eigenen Selbstverständnis verändern. Nicola und Matteo stehen somit stellvertretend für eine Generation, die sich nicht so ohne weiteres unterordnen lassen wollte. Bella Italia, das damalige Lieblings-Urlaubsland der Deutschen befand sich seinerzeit, so wie eben der Rest der Welt (Stichwörter: Hippie-Bewegung, Vietnamkrieg, Studentenrevolten etc.), im Umbruch bzw. kurz davor. Zwei Jahre bevor in Deutschland die ersten Pflastersteine gegen die Obrigkeit flogen, soff Florenz derweil im wahrsten Sinne des Wortes ab. Die Hochwasserkatastrophe wurde damals gemeinsam gemeistert; viele Italiener meldeten sich freiwillig, so auch Nicola und dessen spätere Frau Giulia. Giulia wiederum, die sich neben ihrem Studium auch sehr stark politisch engagierte, driftete im Gegensatz zu Nicola, der Jahre später als Psychiater die italienische Psychiatriereform prägen sollte, immer mehr in Richtung politischen Untergrund ab und schloss sich im Verlaufe der Zeit den Roten Brigaden (dem italienischen Pendant zur deutschen RAF) an& Ganz anders Matteo, der sein Studium nicht packte und irgendwann nach dem großen Hochwasser von Florenz seinen Militärdienst quittierte, um als Polizist gegen die Mafia, aber auch die Roten Brigaden vorzugehen& Es ist mir aus Platzgründen leider nicht möglich, ausführlicher auf die famose Story dieses angehenden Meisterwerks einzugehen. Wer allerdings meint, schon alles gesehen zu haben, der möge sich doch bitte eines besseren belehren lassen. Ganz, ganz großes Kino, angesiedelt irgendwo in Augenhöhe von Antonio Hernandez En La Ciudad Sin Limites& Und Ja, es gibt hier nur eine italienische Tonspur (selbstverständlich mit deutschen Untertiteln); Und Nein, das stört hier keine Sau! Noch was zur Verpackung: Ventura-Film verteilten die etwas mehr als 6 Stunden auf zwei DVDs. Der dritte Silberling wurde indes mit reichlich Bonus-Material (ca. 40 Minuten) versehen; ein weiterer Blickfang ist die DVD-Hardcover-Verpackung in Form eines Buches und die darin enthaltenen Liner-Notes. Mit anderen Worten: Ein Bilderbuch-Release sondergleichen!
In einer grossen Tradition, 13. Dezember 2006
Endlich wieder ein Filmemacher aus Italien, der an die ganz grosse Tradition dieses Kinos anknüft.Grossartige Regisseure wie de Sica,Pasolini, Fellini, die Brüder Taviani, um nur wenige zu nennen, haben die Weltgeltung des italiensichen Films begründet. Wenn jetzt eine Familiensaga, genauer die zweier Brüder, über Jahrzehnte entfaltet wird, ist dies ein Stück Zeitgeschichte am Beispiel einer einzelnen Familie. Wesentliche Elemente italienischer Geschichte fliessen in die Story ein, so eine Art "Heimat" auf italienisch. Nicola ist konfrontiert mit dem Elend der Psychiatrisierten und drängt auf die Befreiung aus dem Zwang ( Basaglia),Matteo scheitert an sich und seiner Umwelt. Es ist eine comedie humaine, Freude, Erfolg ebenso wie Zerstörung,Suicid und Scheitern. In starke Bilder übersetzt von Marco Tullio Giordana. Für so viele Themen sind sechs Stunden nicht zu lang. Man hatte eine Synchronfassung anbieten sollen, auch wenn man mit Untertiteln gut klar kommt. Aber einen Punktabzug rechtfertigt dies nicht.
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