Kundenmeinungen
Verstörend, 31. Oktober 2007
Die Idee des Films ist schon sehr erschreckend und die Vorstellung alles anders als angenehm. Ein reiches Pärchen wird samt Kind von 2 jungen Männern in Ihrem Ferienhaus gefangen gehalten und Sie fallen nach und nach sinnloser Gewalt zum Opfer. Nicht die blutigen Details sind es die verstören sondern eher das was nicht gezeigt wird. Schreie aus dem Hintergrund, Schläge, Schüsse. Dem Zuschauer werden die blutigen Details erspart und das ist es was den Film tatsächlich verstörend macht. Schier endlos lange Einstellungen auf das weinende Paar und im Hintergrund läuft Autorennen im Fernsehen. Eine Erklärung für das Morden sucht man vergebens und letzten Endes lässt einen der Film etwas verwirrt und nicht sehr hoffnungsfroh zurück.
Konsequent. Verstörend. Haneke., 19. Oktober 2007
Gewalt. Ein Thema, das in sehr vielen Filmen auf die verschiedensten Weisen verarbeitet wird. Michael Haneke widmet sich ebenfalls in den meisten seiner Filme dieser Thematik, so auch in Funny Games.
Kurz zum Inhalt: Was als idyllischer Ausflug des Ehepaars Anna und Georg (verkörpert von Susanne Lothar und Ulrich Mühe) und ihrem Sohn Schorschi beginnt, entwickelt sich nach und nach zum Albtraum. Die beiden unscheinbaren Jugendlichen Peter und Paul fragen in dem Ferienhaus nach Eiern und die Welt scheint noch in Ordnung zu sein. Was die beiden aber wirklich im Sinn haben, wird nach und nach klar. Sie möchten mit der Familie lustige Spielchen spielen, die sich jedoch im Nachhinein als alles andere als lustig erweisen.
Funny Games ist definitiv keine leichte Kost. Vielmehr wirkt der Film wie ein gezielter Schlag in die Magengrube des Zuschauers. Die physische und besonders die psychische Gewalt von Peter und Paul steigert sich konsequent und nimmt immer grausamere Ausmaße an. Die Tatsache, dass die Gründe und Motive für diese Gewaltorgie nicht offenbart werden, verstärkt die unguten Gefühle beim Zuschauer. Dieser wird nach dem Film verstört zurückgelassen, die Frage nach dem Warum? bleibt gänzlich unbeantwortet.
An einigen wenigen Stellen des Films spricht Paul den Zuschauer direkt an. Dadurch wird nicht nur der Eindruck erweckt, dass man sich extrem nah am Geschehen befindet. Vielmehr fühlt man sich nicht nur wie ein Voyeur, der die Gewalt beobachtet, sondern schon fast wie ein Mittäter. Durch dieses Mittel verstärkt Haneke die verstörende Wirkung des Films und schafft es auf jeden Fall, zum Nachdenken anzuregen. Die schauspielerische Leistung aller Akteure ist sehr stark, besonders Ulrich Mühe sei hier hervorgehoben. Wirklich bedauerlich, dass einer der wohl begnadetsten Schauspieler der letzten Zeit so früh von uns gehen musste.
Es ist sicherlich nicht einfach, diesen Film zu bewerten. Für die volle Punktzahl reicht es nicht ganz, da er mir an manchen Stellen doch etwas unrealistisch erschien.
Außerdem ist Funny Games sicherlich nicht für jedermann empfehlenswert. Zartbesaitete Gemüter und jene, die oberflächliches Popcornkino suchen, sollten eher die Finger von ihm lassen. Sehr amüsant finde ich es übrigens, wenn hier von dem empörten Zerstören der DVD geredet wird. Wer einen Haneke-Film schaut, sollte auch in etwa wissen, was ihn erwartet, denn wo Haneke drauf steht, ist auch Haneke drin. Der Ausnahmeregisseur selbst würde sich jedoch sehr über solche Reaktionen freuen. Denn dann weiß er, dass er sein Ziel erreicht hat: Polarisieren und provozieren. Und das auf hohem Niveau.
Spannender, aber dennoch furchtbar grausamer Horrorthriller !, 17. Oktober 2007
Ich habe diesen Film einmal im Fernsehen gesehen und muss sagen, dass ich diesen Film nicht so schnell noch einmal gucken werde. Zwar sehe ich mir gerne Horror, Thriller, und Splatter an doch was da gezeigt wird ist wirklich menschenverachtend.
Normalerweise dürfte man sowas nicht im Fernsehen zeigen, und dass auch noch ungeschnitten, lief auch noch auf Tele5. Schämt ihr euch nicht?
Aber wenn solche Filme wie SAW im Fernsehen laufen, na da müssense gleich 13-Min kürzen, was für ein Schwachsinn!
Doch der Film hat seine guten Seiten, zwar nicht viele aber es gibt welche. da wäre zum einen die gute schauspielerische Fähigkeit von den Darstellern.
Der Film bringt dennoch gute Spannung mit sich mit,für die zwei Dinge vergebe ich 3 Sterne.
Nette Idee mit steigender Qualität, 15. Oktober 2007
Frieden, Entspannung, etwas auf dem See segeln und mit den Freunden Golf spielen. Das haben sich Georg, Anna und ihr Sohn Schorschi vorgestellt, als sie zu ihrem Ferienhaus gefahren sind. Allein zwei unbekannte Jugendliche stören die ersehnte Ruhe. Angefangen mit einer Bitte Eier auszuleihen, weisen Peter und Paul die gerade eingezogene Familie in ihr eigenes, gewalterfülltes Spiel ein: Wer das gegnerische Team bis zum nächsten Morgen 9 Uhr tötet, hat gewonnen. Es ist von Anfang an klar, dass die Familie nicht die geringste Chance besitzt auch nur einen Hauch des Sieges zu spüren.
Michael Haneke antwortet mit seinem Albtraumszanario auf die Diskussionen über Gewalt in den Medien, indem er die Gewalt als einziges Mittel der Unterhaltung anwendet. Die Täter Peter und Paul sind geradezu kaltblütige Figuren, die mit ihrem Psychodialogen die Familie erniedrigen und ihren Willen brechen. Besonders durch die geringe Qualität der Aufnahmen gelingt es Haneke ein realistisches Bild der Geschehnisse zu erreichen, sodass die, am Anfang noch recht bescheiden spielenden, im Laufe der Zeit aber immer stärker werdenden, Akteure ihr ganzes Schauspielspektrum an Schmerzen überzeugend offenbaren können. Dennoch bleibt von Seiten der Täter der schwarze Humor nicht verborgen, wenn man die Bemerkung in Minute 90 nimmt, dass der Film doch nicht einmal Spielfilmlänge erreicht hätte. Direkte Anrede und Blicke zum Zuschauer unterstreichen den umstrittenen Sinn des Filmes, welcher nur auf gewaltätige Unterhaltung beruht. Haneke selber hat mit einem gleichnamigen Remake in Amerika abgeschlossen, welcher mit bekannten Hollywoodnamen á la Naomi Watts genau die selbe Geschichte erzählen und zeigen will. Interessante Idee, wobei die Frage der Unnötigkeit in der remake-geprägten Hollywoodgesellschaft immer wieder aufkommt
was zum ...?!?, 6. Oktober 2007
jetzt ist der film knapp 10 jahre alt und endlich hab' ich es mal geschafft (aufgrund der stetigen empehlungen von sämtlichen seiten) ihn anzuschauen.
endlich? hätte ich denn, abgesehen von einem völlig verstörendem und deprimierendem psycho-schocker, etwas verpasst?
vorab muss ich erwähnen, dass ich mal wieder gänzlich unvoreingenommen an die sache rangegangen bin. ich wusste nicht, dass es sich hierbei um ein deutsches werk handelt, ich konnte nichtmals etwas mit dem namen 'haneke' anfangen.
dass der film nichts für schwache nerven sei, wurde mehrfach angepriesen, dass der film ziemlich brutal sei, konnte ich verschiedenen rezensionen auch entnehmen. aber unter diesen voraussetzungen hab' ich mir eine art 'hostel für arme' ausgemalt. so 'funny' wie bei 'saw' konnten die 'games' vor 10 jahren noch nicht sein, und eine beklemmende psycho-terror-atmosphäre a'la 'hard candy' zu erschaffen hielt ich auch für unmöglich.
doch da lag ich wohl gaaanz weit daneben, denn was hier geboten wird, ist wirklich nicht mehr feierlich.
der aufbau des streifens wirkt tatsächlich (hier gelesen) wie eine art 'soap'. deutsch, unbekannte schauspieler, idylle, kranker soundtrack ... was tu ich mir hier eigentlich an? soll ich nicht lieber auf rtl schalten? da läuft wahrscheinlich was brutaleres ...
doch diese unterschwellige angst, die anna schon ziemlich zu beginn vermittelt, wirkt irgendwie ansteckend.
ich hab' keine ahnung, ob es daran liegt, dass es ein deutscher film ist, oder ob es die verdammt nochmal besten schauspieler der welt sind, denn ich habe noch nie einem film gesehen, der auch nur ansatzweise eine annähernd so verstörende atmosphäre schaffen konnte.
der 'gesellschaftskritische' hintergrund, in wie fern auch immer der ausfallen sollte (von mir aus mediengewalt), kommt im nachhinein ganz klar so rüber, wie geplant. allerdings wirklich erst im nachhinein, wenn man eine nacht drüber schlafen konnte, da man während des anschauens selber andere gedanken hat als 'ach, guck mal, das war aber wirklich ein seitenhieb an die medienwelt'. was mich allerdings schon während des anschauens überwältigte, war die umsetzung der ereignisse. die untermalung der extremen brutalität nur durch akustik und unterschwelliges gedankengut, das einem eingetrichtert wird.
ich erlaube mir jetzt einfach mal, keinerlei informationen über die story zu entblößen, da hier ja schon mehr als genug spoiler veröffentlicht wurden. aber fakt ist, dieser streifen ist trotz geschmackloser und übertriebener foltereien für die seele (oder gerade deshalb) ein wirkliches meisterwerk.
sämtliche kritikpunkte, die man überall erlesen kann, sind für mich ganz einfach ein puzzle-teil, ohne die der film nicht vollständig wäre.
wenn ich auch mal wieder nicht verstehen konnte, warum die fsk solche kinderfilme wie 'hostel2' und 'tcm - the beginning' in deutschland nur geschnitten zulässt, und dafür so einen streifen bedenkenlos zum verkauf freigibt. man muss im zeitalter des hardcore-horrors doch endlich mal 'geistig' und 'körperlich' auseinanderhalten können.
warum ich trotzdem nur 4 sterne gegeben habe? bei allem respekt, ich bin leider nicht soziopathisch genug veranlagt, als dass mich dieser film nicht belastet, und da kann ich mich einfach nicht überwinden für so etwas grausames 5 sterne zu vergeben ...
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