Kundenmeinungen
Ein weiteres Meisterstück von Tull, 1. April 2007
Bisher habe ich 6 Konzerte von Jethro Tull besucht - und jedesmal hat mich Ian und seine Band total begeistert und beeindruckt. Tull sind nicht nur absolute Könner und Spitzenmusiker - sie lieben das, was sie tun - und das mit anspruchsvollen Titeln. Meisterhaft. Leider konnte ich die Jungs erst nach der Wende erleben - deshalb weiß ich zu würdigen, was uns Konzertbesuchern an Klasse geboten wird. Genial, das ist nicht nur die phantastische Musik, sondern der Kontakt zum Publikum, Ian und seine Mitstreiter haben Humor und Ian ist alles andere als ein Kauz: ein Genie.Und dafür lieben wir ihn.Danke, Ian und Co.! We love you!
Aqualung forever!, 7. Dezember 2005
Man stelle sich vor: Nach über 30 Jahren (!) holt der amerikanische Radiosender XM die Band Jethro Tull in sein Washingtoner Studio mit dem Auftrag, den Klassiker "Aqualung" unter Live-Bedingungen komplett neu einzuspielen. Obwohl von der 70er Formation nur noch Ian Anderson und Leadgittarist Martin Barre übrig sind, gelang der aktuellen Tull-Formation die Quadratur des Kreises: Frische Akzente zu setzen, ohne den auch heute noch fesselnden, sperrig-zornigen Sound des Originals in seiner Authentizität auch nur im geringsten zu beeinträchtigen. Saustark wie in alten Zeiten!
Noch mal Aqualung ? Ja, und wie !!!, 13. Oktober 2005
1973 sah und hörte ich mit 15 Jahren erstmals Jethro Tull live in Berlin Das Konzert bestand im ersten Teil aus "Thick as a brick" und im zweiten Teil aus "Aqualung" plus einige andere Stücke wie "Bouree" und "Living in the past". Es gab ja noch keine Musikvideos, und so kannten wir den auf einem Bein stehenden Irrwisch mit der Querflöte und dem langen Mantel nur von Postern. Aber damals beherrschten neben Led Zeppelin's "Whole lotta love", Deep Purples "Black night" und vielleicht noch Uriah Heep's "Gypsy" eben Jethro Tull's "Locomotive Breath" und "Aqualung" unsere Plattenteller. Alles echte Kopf- und Lockenprachtschüttler.Vermutlich ahnte Ian Anderson damals noch nicht, dass er einerseits ein Album geschaffen hatte, dass einen völlig neuen, eigenständigen Weg in der Rockmusik beschritt, er andererseits damit jedoch selbst die Messlatte für alle seine späteren Werke ungemein hoch gelegt hatte. In seinen späteren Interviews hat er Aqualung eigentlich immer eher relativiert und seine Bedeutung für ihn selbst und die Rockszene insgesamt heruntergespielt. Vielleicht auch nur deshalb, weil er eben wie der Protagonist in "Locomotove Breath" immer versuchte, gehetzt dem langen Schatten seines eigenen Meilensteins zu entkommen. Aber wozu ?Jethro Tull gelangen in Ihrer langen Karriere zahlreiche hervorragende und in Teilen auch wegweisende Alben. Und gute Musik machen sie auch heute noch, keines der letzten Studioalben war ein negativer Ausreißer.
Nun sind Jethro Tull seit jeher eine Band, die man live erleben muß. Nicht das Studio ist Andersons Heimat sondern die Bühne. Wer ihn wie ich in all den Jahren immer wieder live erlebt hat (zuletzt mit dem Orchestral-Tull-Projekt) und die Veränderungen vom magischen Hexenmeister über den kauzigen Waldschrat zum heutigen gesetzteren älteren Herren beobachten konnte, wird mir Recht geben wenn ich sage, dass es immer ist, als würde man einem guten alten Freund wiederbegegnen. Und natürlich erwarten wir alle bei den Konzerten auch immer die Songs aus der guten alten Zeit, als wir uns kennenlernten. Dann erinnern wir uns gern der schon längst ausgefallenen oder drastisch gekürzten langen Schüttelmähnen. Und damit schließt sich der Kreis. Ian Anderson gibt uns Alten, wonach wir schon immer verlangten. Und wie : Als würde ein liebevoll auf Hochglanz polierter Oldtimer aus den 60ern auf uns zurollen und wie ein Neuwagen aus dem Showroom anmuten gibt uns Anderson "Aqualung" in einer famosen live-Einspielung. Ich habe beim Hören das Gefühl, die tausendfach gehörte Musik völlig neu zu entdecken. Die Patina wurde behutsam entfernt, die grandiose Musik teilweise vollkommen neu arrangiert und in gewohnt souveräner handwerklicher Qualität dargeboten. Es gibt sogar hier und da die Tull-typischen Exkursionen/Improvisationen mit Zitaten aus der Klassik oder den eigenen Werken, ohne dabei allzu sehr abzuschweifen. Abgerundet wird das Ganze schließlich mit einigen typisch kauzigen Anderson-Ausführungen zu Entstehung und Anekdoten rund um "Aqualung", die der echte Fan natürlich so oder anders schon gehört hat. Aber auch das paßt und ist eben typisch Jethro Tull, typisch Ian Anderson. Anscheinend hat er kurz vor seinem 60.Geburtstag seinen Frieden mit seinem wohl wichtigsten Werk geschlossen. Congratulation and thank you !
Grandiose Live-Darbietung!, 28. September 2005
"Aqualung" und "Locomotive Breath" dürfen schon seit 1971 (dem Jahr der Erstveröffentlichung) bei keinem Tull-Konzert fehlen. Aber bei meinem letzten Konzertbesuch (Juni 2005) erklangen zu meiner Überraschung auch selten bis nie live gespielte Stücke vom Aqualung-Album, wie z. B. "Up to me" oder "Hymn 43", den (für mich) eigentlich schwächsten Titeln des Albums in so grandios umarrangierten Versionen, dass man sich erstaunt die Ohren rieb!
Jetzt kommt in eher billiger Aufmachung das komplette Aqualung-Album live für eine amerikanische Radiostation vor kleinem Publikum eingespielt, und man kann nur staunen! Was diese älteren Herrschaften (zumindest Urgestein Ian Anderson und sein treuer Vasall Martin Barre gehen ja wohl schon auf die 60 zu) hier abliefern, ist von der ersten bis zur letzten Minute allererste Sahne! Einige Titel sind gegenüber den Studio-Originalen kaum verändert, klingen aber äußerst sauber gespielt, dabei druckvoll und energiegeladen; andere wie schon die oben erwähnten oder auch "Mother Goose" sind teilweise komplett neu arrangiert oder um instrumentale Passagen erweitert, dass es eine Freude ist, sie wiederzuhören. Die Band scheint in den vielen Jahrzehnten ihres Bestehens immer besser zu werden, was das instrumentale Zusammenspiel angeht. Man spürt die außerordentliche Spielfreude und den Spaß, den die fünf Musiker auf der Bühne haben, in jeder Sekunde. Schade, dass man nicht dabei sein konnte! Überflüssig allerdings finde ich die kurzen Interview- und Ansage-Schnipsel am Ende der Platte. Vielleicht hätte man Ian Andersons humorvolle Ansagen doch da lassen sollen, wo sie hingehören - an die Anfänge der Stücke. Aber egal, den Spaß trübt das nicht. Wann kommt endlich eine neue Studio-CD von Jethro Tull??
A Parkbench, revisited..., 28. September 2005
Orchestrale Fassungen und Neuaufnahmen von Publikumslieblingen sind mutige und schwierige Unterfangen, die entweder bei der Fangemeinde ziemlich gut ankommen, oder aber extrem in die Hose gehen. Ian Anderson, Kopf der seit über 35 Jahren durchgehend (!) im Geschäft gebliebenen Rockgruppe Jethro Tull hat sich mit seinem letzten Projekt 'Ian Anderson Plays The Orchestral Jethro Tull' an das erste Mut-Projekt gewagt, und legt nun mit einer Live-Neuaufnahme des Classic Rock Meisterwerks 'Aqualung' (dass meiner Meinung nach in jede gut sortierte Rocksammlung gehört) - dieses Mal wirklich mit der aktuellen Jethro Tull Besetzung - das nächste drauf. Und da ich von ersterem eher geteilter Meinung war, bin ich mit entsprechender Skepsis an das nächste 'Yet, Another Jethro Tull Live' Album gegangen.
Der erste Track - das namensgebende 'Aqualung' - klingt in der Neuaufnahme genauso prächtig und kraftvoll wie im Original, und lässt dank der unglaublichen Klangqualität Konzertfeeling aufkommen. So ist man es gewohnt, und so möchte man es auch hören. Genauso 'Cross-eyed Mary', einer meiner Lieblingstracks des Originals, der zwar weniger oft live gespielt wird, aber genauso gefallen kann. Die ersten beiden Tracks also noch bekannte Kost. Besonders wird es dann ab 'Cheap Day Return', welches mit ein paar neuen Instrument-Untermalungen (The Squeezy Thing, anyone?) genauso begeistert wie damals, und das in blendender Qualität. 'Mother Goose' schiesst dann den sprichwörtigen Vogel des Aqualung-Teil ab, da es nicht nur um einiges besser klingt, sondern auch einen genialen Mittelteil mit ein paar neuen Instrumental-Parts enthält, die ich nicht einmal bei den Live-Versionen gehört habe. Diese Version würde sich ohne Probleme auf einer der neuen Tull-Alben einreihen, ohne "alt" zu wirken, aber zeitlos war Tull ja schon immer. 'Wondring Aloud' ist wieder einer von Ian's Favoriten, und klingt ungefähr wie auf der Live-DVD, nur ohne die professionelle Streicherunterstützung. Vom Höhepunkt der Originalveröffentlichung hier zum netten, bekannten und vertrauten Interludium geworden. 'Up To Me' macht einen spaßigen Ausklang der ehemaligen 'Aqualung'-Seite mit einer äußerst frischen Klangfarbe. Weiter gehts mit "My God", ebenfalls einem Live-Liebling der Fans, gleich darauf folgt eine überraschende und umwerfende Neufassung des sonst so radio-freundlichen 'Hymn 43'. Besonders der neue akustiklastige Anfang erstaunt und weiß auch zu gefallen, Folk-Klänge statt Heavy-Rock. 'Slipstream' und 'Locomotive Breath' halten das bisher hochgehaltene Niveau, bevor der Musikteil der Neuveröffentlichung mit 'Wind Up' sein furioses, kraftvolles und mitreissendes Finale erlebt. Die neuen Varianten gefallen also durchaus, auch und vielleicht gerade deshalb, weil man das Material schon kennt und es schon damals grandios war. Positiv ist anzumerken, dass man nicht versucht hat, nur mit verändeter Besetzung das gleiche Material 1:1 zu übernehmen, sondern durchaus wieder kreativ herangegangen ist, und so beeindruckende Versionen in beeindruckender Qualität geschaffen hat. Mit dem nachgehängten Bonusmaterial in Form von Kurzinterviews und Andersons Wortgeplänkeln gewinnt 'Aqualung live' immer mehr den Eindruck als Tribut an die Fans des Originals. So fällt das Fazit am Schluss doch besser aus als anfangs angenommen, und vor allem besser als bei der letzten Ian Anderson Veröffentlichung. Zu Bemängeln, und damit auch Grund für den Stern Abzug, ist die Tatsache, dass man wieder einmal kein neues Material zu hören bekommt, und vor allem, dass die Aufmachung der CD erschreckend simpel und lieblos gestaltet worden ist. Wem das nicht stört, und am Original Gefallen gefunden hat, wird auch an der Live-Variante seinen Spaß haben, und angeregt, seine alte Plattensammlung doch wieder zu enstauben und Klassiker neu aufleben zu lassen.
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