Kundenmeinungen
Hoch gepriesen..., 25. Januar 2007
... und tiefgefallen unser Harald Juhnke. Dass er mit der Reife tatsächlich immer besser wurde und sich spürbar vom herrlichen "Ein- verrücktes- Paar"- Klamauk entfernte (aber dankenswerter Weise auch nie distanzierte...) zeigt, dass echte Meister ihres Faches zu jeder Phase ihres Schaffens die Kurve kriegen und der Gunst des Publikums gewiss sein können.
Leider ist der Hauptmann von Köpenick einer jener viel durchgenudelten Stoffe, der es auf unzählige Umsetzungen auf der Bühne und im TV bringt. Diese Adaption gehört dabei sicher zur Spitze. Kleider machen eben doch Leute...
Superleistung von Frank Beyer, 26. März 2006
Rezension zum Frank-Beyer-Film "Der Hauptmann von Köpenick" nach Carl Zuckmayer von Heinrich Hora (mehr über mich in amazon.com)
Es ist eine Auseinandersetzung von Titanen der Filmkunst, wenn der Frank-Beyer-Film von 1997 (NDR) mit dem Heinz-Rühmann-Film der fünfziger Jahre verglichen wird - nicht nur hinsichtlich der filmtechnischen Qualität. Bei Rühmann hatte Zuckmayer noch selbst an das Drehbuch mit Hand angelegt mit all seiner Größe als einer der deutschen Jahrhundertdichter, die wie Stefan Zweig oder Franz Werfel leider nicht den Nobelpreis bekamen. Dazu kommt die Größe von Heinz Rühmann, die das Übergewicht seines Werkes bestimmt, hinter der selbst Zuckmayer in den Hintergrund tritt. Was kann man dann von einer filmischen Neugestaltung des Themas erwarten? Selbst so ein Erfolgsfilmer wie Rainer Erler hätte sich wohl kaum an so eine titanische Aufgabe herangewagt.
Man kann sich vorstellen, wie in Frank Beyer, einer der sehr wenigen Deutschen, die je zum Oscar nominiert wurden, lange mit dem Thema des Hauptmann von Köpenick beschäftigt hat, zumal es auch eine heilsame Lehre gegen den wilhelminischen Ungeist von Preußen-Deutschland betrifft, aus dem faktisch das Verheeren zweier Weltkriege hervorging.
Die Meisterhand von Beyer, bekannt von "Jacob der Luegner", "Das letzte U-Boot" oder dem Zweiteiler "verlorene Unschuld" über die deutsche Uranbombe oder "Nikolaikirche", gelingt es durch Umstellungen der Handlungen mit Zuckmayer-Texten die dramatische Kraft Zuckmayers noch weiter zu überbieten mit modernster Filmkunst. Was kann man mehr sagen, dieses Werk hervorzuheben aus dem Strom der üblichen Produktionen?
Beyer war immer sehr geschickt, aus dem verfügbaren Schatz deutscher Schauspieler die Geeignetsten einzusetzen. Das ist mit Harald Juhnke in der Titelrolle auch bestens gelungen. Dessen echte Schauspielerkunst erster Klasse ergibt damit einen Rahmen, der sich so objektiv von der Position Rühmanns unterscheidet. Damit hat Beyer dem Werk von Zuckmayer nunmehr eine ausgeglichene filmische Spitzenleistung gegeben, wie sie nur von einer titanischen Handhabung zu erwarten war.
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