Kundenmeinungen
Afrikas Alptraum, 5. September 2008
Die Zustände am Victoria-See sind übel, fraglos.Warum die gewählte Regierung nichts tut, ist allerdings die entscheidende Frage. Hier wird -mal wieder- suggeriert, der Fischkäufer in Europa sei das Problem - weil GENAU DAS in Europa gut zu verkaufen ist.HIV ist ein -besonders in Afrika- großes Problem. Aber hat Europa die Ignoranz der Regierungen Afrikas zu verantworten?Ein klares NEIN.
Zum weinen und nachdenken., 23. Mai 2008
Der Victoriabarsch (frz. perche de nil) wäre seinem ursprünglichen Vorkommen entsprechend korrekterweise als Nilbarsch zu bezeichnen.Denn 1962 eine weitere Spielart des Neo-Kolonialismus? setzte ein britischer Kolonialbeamter bei Entebbe 35 bis zu siebzig Kilogramm schwer werdende Nilbarsche im Victoria-See aus, weitere Aussetzungen folgten. Ziel war es, die Fischerei bei der einheimischen Bevölkerung anzukurbeln.»Dies gelang auch und der Nilbarsch wird heute auch als mkombozi bezeichnet, der Erlöser. Für viele Fischbiologen und Ökologen ist das Experiment jedoch ein Drama, das seinesgleichen sucht. Innerhalb von wenigen Jahren hatte der ausgesetzte Raubfisch beinahe die ganze endemische Buntbarschpopulation aufgefressen. Dem ölologischen Malheur droht nun ein nächstes zu folgen. Kritiker warnen, dass das nur noch auf wenigen Säulen ruhende Ökosystem des Viktoriasees durch die starke und andauernde Überfischung vollends zusammenbricht. Es sei bald mit der Nilbarschpopulation zu Ende und unterdessen ist auch die eingeschleppte südamerikanische Wasserhyazinthe Eichhornia daran den See zu überwuchern.Knapp 1 Million Menschen dort ernähren sich allein von den Fischabfällen, die für sie "übrig"bleiben. So zu tun, als würden wir den dort heimischen Fischarten (die übrigens größtenteils schon längst ausgestorben sind) oder den unter unwürdigen Bedingungen dort lebenden Menschen einen Gefallen tun, indem wir Nilbarsche essen, ist blanker Hohn und so einfach sollte man es sich nicht machen. Man sollte nicht vergessen, als es den Nilbarsch dort noch nicht gab, bestand die Möglichkeit für die Menschen, sich selbst zu ernähren, durch den Fang heimischer, kleiner Fischarten. Der Nilbarsch hat den See in eine ichthyologische "Monokultur" verwandelt und, da der internationale Preis für den Nilbarsch doch recht stattlich ist, bleibt den Menschen am Viktoriasee wohl nichts anderes übrig, als den Abfall, den die Weißen ihnen übriglassen, zu essen, um nicht ganz so sehr am Hungertuch nagen zu müssen.......Zum Film: Der Ort Mwanza befindet sich im ostafrikanischen Tansania am Ufer des Viktoriasees, des zweitgrößten Süßwassersees der Welt; und Mwanza besitzt einen in der Welt einzigartigen Exportschlager - den Viktoriabarsch. Täglich starten von hier riesige russische Ilyushins mit 500 Tonnen Barschfilets in Richtung "Erste Welt". Die gesamte Wirtschaft der Region hängt somit am Haken des Fischfangs, der nur auf den ersten Blick einen Segen für die Gegend darstellt. Tatsächlich jedoch beruht die Existenz dieses Fisches auf einer vom Menschen geschaffenen ökologischen Katastrophe.So wie vom Menschen eingeschleppte Ratten auf so manchem tropischen Eiland die komplette Tier- und Pflanzenwelt zerstörten, wurde hier durch die Aussetzung des Nilbarsches in den 1950er Jahren der ursprüngliche Artenreichtum des Sees fast völlig vernichtet. Das Ergebnis ist nahezu eine Monokultur an riesigen Barschen, die sich nur noch kannibalistisch ernähren.Allein dies wäre sicher schon ausreichend gewesen, um Charles Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie, Alpträume zu bescheren. Hubert Saupers beeindruckende Dokumentation konzentriert sich jedoch vielmehr auf die katastrophalen Auswirkungen, die diese ganze Situation auf die Spezies Mensch hat. Die boomende Fischwirtschaft führt in der gesamten Region zu einer fatalen Landflucht - in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben strömen die Menschen an die Ufer des Sees.Die Prostitution floriert, unzählige Fischer verlieren ihr Leben bei der harten Arbeit oder aufgrund des grassierenden HIV-Virus. Sie hinterlassen infizierte und totgeweihte Frauen und Straßenkinder, die in unbeschreiblichem Elend um ihr Leben kämpfen. All dies scheint man hautnah mitzuerleben, denn Sauper begibt sich mit seiner Kamera wie ein Kriegsberichterstatter mitten ins Geschehen. Man bekommt verstörende und groteske Bilder von Menschen zu sehen, die zwar vom Fischfang leben, sich jedoch von Fischabfällen ernähren müssen. Sauper zeigt, dass der Fischreichtum eines Sees tatsächlich zu Hungersnöten führen kann und er deckt investigativ auf, dass Ostafrika im Tausch für die begehrten Fischfilets mit Waffen der Industrienationen beliefert wird.Fazit:"Darwin's Alptraum" ist ein unglaublich interessanter und aufrüttelnder Dokumentarfilm der logischerweise zum sofortigen Boykott der Fischfilets führen sollte.
"Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings..., 3. März 2008
...über Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?" fragte einst der Meteorologe Edward Lorenz auf einer Konferenz der American Association for the Advancement of Science. Dieser Film beantwortet die Frage mit einem klaren "Ja, er kann!" Der Schmetterling ist zwar ein in Europa gern gegessener Fisch namens Nilbarsch und Texas heißt hier Tansania ... dennoch ist der Film ein aufrüttelndes Beispiel dafür, wie viel Elend unbedachte Aktionen von Menschen auslösen können, die nicht in der Lage waren (und welcher Mensch ist das schon?), die ökologischen Konsequenzen ihrer unbedachten Eingriffe in lokale Ökosysteme wie den Victoriasee - der immerhin den zweitgrößten Süßwassersee der Erde darstellt - abzusehen, als sie Anfang der 60er Jahre 35 Nilbarsche im Victoriasee aussetzten. Dieser Fisch vermehrte sich auf Kosten etlicher anderer Fischarten, was zu einem ökologischen Desaster in der Region geführt hat. Zudem hat der Fisch, der auf den Speiseplänen europäischer Luxusküchen eine gewichtige Rolle spielt auch noch ganz andere Probleme verursacht, die sich in Waffenschmuggel, Prostitution und anderen Symptomen ausbeuterischer Gesellschaften niederschlagen, wo Geld wichtiger ist als ethisch korrektes Verhalten. Fazit: Der Film ist aus meiner Sicht definitiv sehenswert, was offensichtlich auch zahlreiche Juroren diverser Filmfestivals so sahen, die den Film vielfach auszeichneten. Auch wenn dem Film der Vorwurf gemacht wird, er schüre Betroffenheitsgetue usw., sehe ich das lediglich als plumpen Versuch davon abzulenken, dass die Realität viel schlimmer ist, als hier dargestellt: Filmemacher Hubert Sauper weist denn auch lakonisch darauf hin, dass er seine Geschichte z.B. auch in Sierra Leone hätte erzählen können, "nur wäre der Fisch ein Diamant, in Honduras eine Banane und in Angola, Nigeria oder im Irak schwarzes Öl". Es geht immer wieder um das selbe Thema: Europa, Australien, Japan und Nordamerika leben auf Kosten des Rests der Welt, der entwurzelt und ausgebeutet wird. Heute nennen wir es nicht mehr Kolonialismus, nein heute heißt es Globalisierung.
"Kann ein Flügelschlag eines Schmetterlings..., 22. Februar 2008
...über Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?" fragte einst der Meteorologe Edward Lorenz auf einer Konferenz der American Association for the Advancement of Science. Dieser Film beantwortet die Frage mit einem klaren "Ja, er kann!" Der Schmetterling ist zwar ein in Europa gern gegessener Fisch namens Nilbarsch und Texas heißt hier Tansania ... dennoch ist der Film ein aufrüttelndes Beispiel dafür, wie viel Elend unbedachte Aktionen von Menschen auslösen können, die nicht in der Lage waren (und welcher Mensch ist das schon?), die ökologischen Konsequenzen ihrer unbedachten Eingriffe in lokale Ökosysteme wie den Victoriasee - der immerhin den zweitgrößten Süßwassersee der Erde darstellt - abzusehen, als sie Anfang der 60er Jahre 35 Nilbarsche im Victoriasee aussetzten. Dieser Fisch vermehrte sich auf Kosten etlicher anderer Fischarten (was zwar von einigen Kritikern wie z.B. Roland Brockmann bestritten wird, von denen man aber auch nicht weiß, wer sie für ihre Widerworte bezahlt hat), was zu einem ökologischen Desaster in der Region geführt hat. Zudem hat der Fisch, der auf den Speiseplänen europäischer Luxusküchen eine gewichtige Rolle spielt auch noch ganz andere Probleme verursacht, die sich in Waffenschmuggel, Prostitution und anderen Symptomen ausbeuterischer Gesellschaften niederschlagen, wo Geld wichtiger ist als ethisch korrektes Verhalten. Fazit: Der Film ist aus meiner Sicht definitiv sehenswert, was offensichtlich auch zahlreiche Juroren diverser Filmfestivals so sahen, die den Film vielfach auszeichneten. Auch wenn dem Film der Vorwurf gemacht wird, er schüre Betroffenheitsgetue usw., sehe ich das lediglich als plumpen Versuch davon abzulenken, dass die Realität viel schlimmer ist, als hier dargestellt: Filmemacher Hubert Sauper weist denn auch lakonisch darauf hin, dass er seine Geschichte z.B. auch in Sierra Leone hätte erzählen können, "nur wäre der Fisch ein Diamant, in Honduras eine Banane und in Angola, Nigeria oder im Irak schwarzes Öl". Es geht immer wieder um das selbe Thema: Europa, Australien, Japan und Nordamerika leben auf Kosten des Rests der Welt, der entwurzelt und ausgebeutet wird. Heute nennen wir es nicht mehr Kolonialismus, nein heute heißt es Globalisierung.
Herz der Finsternis, 1. Januar 1970
Ich habe mir den Film eben angesehen und bin echt erschüttert. Ich muss an Conrads "Herz der Finsernis"und die letzten Worte darin denken: >>Das Grauen, das Grauen
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