Kundenmeinungen
Auf der Suche., 27. Dezember 2007
Der Tod seiner Mutter führt Andrew Largeman in die Heimatstadt zurück. Zeit seines Leben in psychiatrischer Behandlung kehrt er den Ärzten den Rücken und durchstreift den Ort seiner Kindheit. Er trifft auf bekannte und neue Menschen. Zunächst scheut er das Gespräch mit seinem Vater, geht ihm regelrecht aus dem Weg. Doch zunehmend selbstbewusster tritt er seinem Vater und Therapeuten gegenüber. Er lehnt weitere Behandlungen ab und will fortan ohne Tabletten das Leben selbst meistern.
Auf seinen Wegen macht er die Bekanntschaft von seltsamen Menschen, die ihm wohlgesonnen sind. Da ist Sam die mit ihrer Mutter in einem chaotischen Haus lebt und im Garten über einen Hamsterfriedhof verfügt. Sie begleitet ihn auf vielen Wege und ist sehr redselig. Ein Medaillon seiner Mutter soll das sichtbare Geschenk seiner neu gewonnen Freiheit werden.
Der Film fährt interessante Charakteren auf. Der eher schüchterne Protagonist zieht wie Don Quijote durch seine eigene Vergangenheit und sucht nach den Spuren seines Seins. Gute Dialoge und pittoreske Szenenbilder hinterlassen bleibenden Eindruck.
Aussergewöhnlich, im wahrsten Sinne des Wortes, 4. Oktober 2007
Da schon einige Leute vor mir die Story umrissen haben möchte ich eher auf die Eigenschaften des Films eingehen die ihn so extrem von der breiten Masse abheben:
1. Der fantastische Soundtrack. Eine beeindruckende Zusammenstellung von Werken, die meine Einstellung zu dieser Art Musik völlig verändert haben - am besten gleich Film und CD zusammen bestellen!
2. die ungwöhnliche Anordnung des Drehbuchs. Zach Braff hat sich nach eigener Aussage intensiv damit beschäftigt wie die meisten Filme handlungstechnisch aufgebaut sind und dann bewusst eine anderen Anordnung von Höhen und Tiefen verwendet. Damit beweist er nicht nur seinen Mut sondern gibt seinem Film auch einen Aufbau der es schafft WIRKLICH zu überraschen.
3. die Emotionalität. Ich muss aufrichtig sagen dass ich noch nie einen Film gesehen habe der mit Gefühlen so umgeht wie dieser: Emotionen werden nicht romantisiert oder verherrlicht sondern so dargestellt dass man sich tatsächlich damit identifizieren kann.
4. die Metaphorik. Jedes Element des Films ist nachvollziehbar und realistisch - nichts desto trotz ist immer klar dass die Geschichten der Charaktere auch auf das eigene Leben übertragbar und sinnvoll sind.
5. der Humor. Man kann trotz der Ernsthaftigkeit der Schicksale immer wieder herzlich mit dem Film lachen, weil manche Situationen einfach so abstrus sind dass man gar nicht anders kann als laut zu lachen.
Fazit: Wenn es an der DVD etwas zu bemängeln gibt dann sind es die Extras, die ein wenig zu kurz und langweilig geraten sind: Ein ödes Making-Of, ein paar nicht lustige Outtakes, ein halbherziger Audiokammentar und ein paar (zurecht) herausgeschnittene Szenen reichen bei einem Film dieser Tiefe nicht. Einige Interviews, vor allem mit Autor/Director/Hauptdarsteller Zach Braff wären schön gewesen. Trotzdem ein absoluter Geheimtipp.
Exzellente Tragikkomödie!, 26. September 2007
Zach Braff kennt man aus der durchaus unterhaltsamen Fernsehserie "Scrubs". Schaut man sich aber "Garden State" an, erkennt man, wie unterfordert Braff in "Scrubs" ist. Ich war zunächst trotz der sehr guten Kritiken skeptisch, ob ein Film, in dem eben Zach Braff nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch für Regie und Drehbuch verantwortlich ist, wirklich überzeugen kann. Die Antwort lautet ganz klar ja! "Garden State" gehört zu diesen hervorragend unspektakulären Komödien, denn trotz aller Tragik handelt es sich ganz klar um eine Komödie. Mit subtilem Witz und grandiosen Einfällen sorgt "Garden State" für viele Lacher, ohne auch nur ein einziges mal plump zu erscheinen. Dies verdankt man natürlich in erster Linie Drehbuchautor Braff. Er schafft es mit einer gewissen Melancholie die Geschichte der scheinbar unauffälligen, gealterten Jugendlichen in diesem unauffälligen kleinen Ort sehr interessant zu gestalten. Im Mittelpunkt dabei steht natürlich Braff selbst als Andrew Largeman. Er verkörpert diesen erfolglosen und durch zu hohen (angeordneten) Medikamentenkonsum scheinbar emotionslosen Schauspieler mit beeindruckender Bravour. Auch Natalie Portman spielt das "Mädchen von nebenan", das Andrews Emotionslosigkeit beendet gewohnt stark. Die übrigen Figuren fügen sich perfekt ein. Ebenfalls stark ist der immer perfekt passende Soundtrack, auch wenn nicht unbedingt mein Musikgeschmack getroffen wurde. Das tollste sind aber die zahlreichen skurrilen und komischen Szenen. Ob es nun Andrews Hemd im Tapetenmuster, Sam`s Tierfriedhof, das Schlittschuhlaufende Krokodil oder die darauffolgende "Klatschszene" ist, die Einfälle von Braff sind absolut brillant. Die gemeinsamen Szenen von Andrew und Sam sind allesamt hervorragend ohne kitschig zu wirken. Alles in allem gehört "Garden State" ohne Frage zu den besonderen Filmen der letzten Jahre und Zach Braff hat in jedem Bereich überzeugen können.
Kunst-Film, 4. September 2007
Dieser Film reiht sich ein in die Reihe meiner Lieblingsfilme.
Die Handlung ist im Grunde schnell erzählt und wenn auch eine sehr schöne, nichts wirklich besonderes oder neues. Aber die rührende Handlung wird toll, einfühlsam und vorallem unaufgeregt und nie kitschig erzählt.
Der Film lebt von den perfekten Besetzungen (ich habe mich spontan in "Samantha", von Natalie Portman gespielt, verliebt). Ian Holm passt perfekt. Auch für jede noch so kleine Rolle scheint der perfekte Schauspieler gefunden worden zu sein. Der Typ im Baumarkt z.B., der "Bruder" von Samantha... Das ist ganz großes Kino.
Detailverliebtheit im Maximum spielt eine herausragende Rolle bei diesem Film. Beim ersten Mal schauen kann man das gar nicht so rausfiltern, aber bei mehrmaligen schon: Die Orte, die Räume (Vaters Schreibtisch, Samanthas Haus und Schlafzimmer, der Morgen nach der Party) sind so passend und hinreißend gestaltet (und beleuchtet), dass dafür ein Oscar drin wäre.
Der subtil-skurrile Humor eingebettet in diese verfremdete Weltdarstellung ist ganz großartig (Das Hemd, in dem Braff vor der Wand verschwindet oder die Diplomwand des Neurologen sind Szenen, die diese Kombination zeigen).
Dieser Film ist wirklich Kunst und ein tolles Multidebüt von Zach Braff!
Zach Braff das Multitalent!, 23. August 2007
Er sucht den Soundtrack aus, hatte die Idee für die Story des Filmes, schreibt das Drehbuch... und ganz nebenbei spielt er noch die Hauptrolle!
Dieser Film ist hoch emotional und trotzdem schafft es Zach Braff Kitchklisches fernzuhalten..
Ein wunderschöner Film und jedem zu empfehlen.. Doch vorsicht:
Wer sich die DVD kauft weil er mehr von John Dorian "JD" aus Scrubs sehen will, muss sich doch auf ganz andere Ebenen einlassen..
5 Sterne!
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